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Faible für die Sondertechnik


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IKZ Haustechnik - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 26.04.2019

Erhard Schmidt ist Geschäftsführer der Schmidt Haus- und Industrietechnik GmbH am Möhnesee (NRW) – ein Betrieb, der neben der Haustechnik vor allem auf Industrietechnologien spezialisiert ist. Seine Monteure sind vielseitig einsetzbar


Erhard Schmidt ist Handwerker mit Herzblut. Seit fast 40 Jahren repariert, installiert und baut er tags und – falls nötig – auch nachts oder an Wochenenden. „Dieser Beruf hat mich immer erfüllt“, sagt er rückblickend und seine Augen leuchten dabei. „Ich war fast nie krank. Natürlich gibt es auch Stress, aber der ist erträglich.“ Schmidt mag die Herausforderungen und ...

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Bildquelle: IKZ Haustechnik, Ausgabe 8/2019

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... Neuerungen im Job. Das kennzeichnet seinen Betrieb. Denn die Schmidt GmbH am Möhnesee ist hauptsächlich für die Industrie tätig.

Die Säulen des SHK-Betriebs Schmidt (von links): Firmenchef Erhard Schmidt und die Monteure Ralf Birkmann, Julian Rufeger und Udo Mally.


Wenn der Begriff „Sondertechnik“ fällt, gerät Erhard Schmidt ins Schwärmen. Denn in diesem Segment ist sein Unternehmen spezialisiert, z. B. für Brandschutz-, Kompressor-Anlagen und Schweißmaschinenkühlung.

Aber er ist auch Spezialist für Kunststoff rohrleitungen, die im Stumpf- oder Muff enschweißverfahren verarbeitet werden. Schmidts Monteure installieren Säure- und Laugenleitungen, sie verschweißen PP- und PE-Leitungen und verkleben PVC-Leitungen, sie bauen Vakuumanlagen, mit denen Platinen geprüft werden und sie installieren Kühl-Komponenten für die Schalttechnik bei Windrädern. Zudem darf natürlich das Standbein der Haustechnik mit der Planung und Ausführung von Sanitär- und Heizungsanlagen nach neuestem Stand der Technik für Privat- oder Firmenkunden nicht fehlen. „Wie Sie merken, unsere Tätigkeitsfelder sind breit gestreut. Aktuell bauen wir für die Autoindustrie Prüffelder zur Kühlung von Schaltgeräten für Elektro-Motoren“, sagt Schmidt im IKZvor-Ort-Gespräch.

Weil das Spektrum so umfangreich ist, wird von den vier Monteuren Spezialwissen verlangt. Weiterbildung ist ein wichtiges Th ema für den Firmenchef. Sie wird sowohl extern, z. B. mit Herstellerbesuchen, als auch intern angegangen. Beispiel TRGI: In dem Bereich gibt es neue Vorschrift en, die extern geschult und dann innerbetrieblich weitergegeben werden, berichtet Schmidt.

Mitarbeiter das wichtigste Kapital

Seine Mitarbeiter stellen das wichtigste Kapital dar – daran lässt Erhard Schmidt keinen Zweifel. „Ohne sie wäre ich nur die Hälft e“, sagt er. Um sie sprichwörtlich bei Laune zu halten, bekommt jeder Mitar- beiter, der länger als fünf Jahre angestellt ist, eine betriebliche Altersvorsorge. Seine steuerlichen Vorteile teilt Schmidt unter den Angestellten auf. „Und wenn jemand mal keine Wohnung finden sollte: ich finde eine.“ Dass seine Monteure nicht die Lust am Job verlieren und dem Werben der Industrie widerstehen, liege auch am breiten Betätigungsfeld. „Sie nehmen nicht immer nur stur die gleichen Leitungen in die Hand, sondern werden gefordert, müssen sich immer neu beweisen und sind innovativ.“ Monotonie und Langeweile kämen so nicht auf.


Meine Mitarbeiter werden gefordert, müssen sich immer neu beweisen und sind innovativ.
Erhard Schmidt, Firmenchef


Beweisen darf sich auch Geselle Julian Rufeger, der nach seiner Ausbildung zum SHK-Anlagenmechaniker im Betrieb übernommen worden ist. Auf ihn hält der Firmenchef große Stücke, denn Rufeger verantwortet den SHK-Kundendienst nahezu alleine. „Er hat während seiner Lehrzeit Kurse bei diversen Herstellern absolviert“, berichtet Schmidt. Das habe Früchte getragen – dazu kommt das Prinzip „ Learning by Doing“. Die Kombination habe Rufeger zu dem guten Anlagenmechaniker gemacht, der er jetzt sei. Schmidt: „Ganz ehrlich: Es hätte auch die Zeit gefehlt, ihn während der Lehre nonstop zu begleiten.“

So zufrieden der Firmeninhaber mit seinem Gesellen ist – ob er einen neuen Azubi einstellt, weiß er aktuell nicht. Hintergrund: Die Leistungsfähigkeit und Bereitschaft der meisten Interessenten sei gesunken, die Lücken bei potenziellen Bewerbern zu groß. Schmidt: „Ich bekomme Bewerbungen teilweise via WhatsApp. Das kann doch eigentlich nicht wahr sein.“

„Beigestellte Materialien ein massives Problem“

Was manch jungem Menschen zu fehlen scheint, ist bei der Kundschaft oft ausgeprägt: das Anspruchsdenken. Zu Recht, sagt Erhard Schmidt, schließlich verlangen die Kunden für den bezahlten Preis auch Qualität. Bei beigestelltem Material winkt der Geschäftsführer allerdings ab: „Ich sage grundsätzlich Nein.“ Schmidt sieht in den eingekauften Produkten aus dem Internet, die von Handwerksbetrieben verbaut werden sollen, ein „massives Problem“. „Ich werde damit täglich konfrontiert.“ Dabei gehe es nicht nur um Kleinteile, sondern auch um komplette Heizungsanlagen.

Nötig hat das SHK-Unternehmen aus dem Sauerland solche Aufträge ohnehin nicht. „Wir sind sehr gut ausgelastet. Wachsen muss der Betrieb auch nicht, das ist gar nicht meine Intention. Ich möchte vor allem „Alternative Energien“ voranbringen“, erzählt Schmidt. Er vermittelt gerne Wärmepumpen, Hackschnitzeloder Pelletanlagen – „nicht, weil ich sie für günstig halte, sondern aus ökologischen Gründen“. Seiner Meinung nach ist Ökologie für das zukünftige Zusammenleben der Menschen ein wesentlicher Baustein. Nachhaltige Produkte, noch dazu aus der Region – diese Kombination gefällt Schmidt. Er kauft nicht in Übersee oder Fernost ein, sondern in der Region Südwestfalen.

Unternehmensnachfolge ein Thema

Diesen Prinzipien will Erhard Schmidt auch zukünftig treu bleiben. Ans Aufhören denkt der 65-Jährige nicht, an die Unternehmensnachfolge – eines fernen Tages – dagegen schon. „Es wäre schade, wenn die Firma nicht weitergeführt werden würde. Weil hier etwas aufgebaut worden ist, das es nicht verdient hat, im Markt zu verschwinden.“ Schmidt möchte seine Erfahrungen im Vakuum- und Druckluftbereich sowie im Lüftungsbau gerne weitergeben. „Eigentlich ist alles ganz einfach. Man muss es nur wissen“, sagt er. Stimmt.

Bilder: IKZ

www.schmidt-moehnesee.de

Im Gespräch mit IKZ-Redakteur Detlev Knecht: Geschäftsführer Erhard Schmidt (links) trifft u. a. Vorbereitungen für die Baustellen. Er ist für die Planung und Auslegung verantwortlich.


Daten und Fakten

Geschichte: 1994 stieg Erhard Schmidt in das bestehende Unternehmen seines Bruders ein. Im Jahr 2000 folgte die Gründung der Firma Schmidt Haus- und Industrietechnik GmbH.
Kerngeschäft: Haus- und Industrietechnik.
Mitarbeiter: Acht, davon vier Monteure und vier Bürokräfte (zwei davon in Teilzeit).
Besonderheit: Zu 70 % in der Industrie tätig, zu 30 % im Privatkundenbereich (ausschließlich Altbausanierung).

Über den Betrieb Schmidt am Möhnesee (NRW) berichten Alexander Bange und Detlev Knecht.