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FAIRLINE TARGA 43 OPEN: Open House


Motorboot Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 17.07.2019

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Design, Konzept, Verarbeitung

In der Marina fällt die Fairline Targa 43 Open sofort durch ihre elegante, sportliche Silhouette bei einer Länge von 14,20 Metern auf. Sie ist groß, breit und hoch, jedoch hat der Designer Alberto Mancini hat es geschafft die Proportionen so zu gestalten, das dieses Boot schon am Steg eine große Dynamik ausstrahlt. Das gestreckte, große Vorschiff mit der riesigen Sonnenliegefläche, gefolgt von der flachen Windschutzscheibe, übergehend in die geschwungene Dachlinie und endend mit offener Liegefläche, sowie dahinter liegender großer Badeplattform, lässt die Herzen der Motoryacht-Liebhaber höher schlagen. An Bord gelangt die Crew von achtern über die Badeplattform oder die absenkbare, hydraulische Gangway. Die rassige Sportcruiser- Optik des eindrucksvollen Schiffes verbirgt am Steg jedoch ein Schlüsselmerkmal der Yacht: Die neue Fairline Targa 43 Open hat das nach Werftangaben größte Faltverdeck ihrer Klasse und lässt sich so per Knopfdruck von einer Coupe in nur wenigen Sekunden in eine Open verwandeln. Spätestens das Öffnen des riesigen Verdecks erklärt sich die Zusatzbezeichnung „Open“ der Fairline Targa 43: Fast über die gesamte Breite und auf ungefähr auf vier Metern Länge faltet sich das Softtop fast lautlos nach achtern auf und verändert den Charakter dieser Yacht komplett. Gut durchdacht ist diese Konstruktion ebenfalls: Oben ein extrem UV-beständiger Kunststoffbezug, in der Mitte weiches Isolationsmaterial und unten ein Mesh, das Schimmelbildung verhindert. Geführt wird das Dach innen auf Schienen und überlappend außen vom

1Sportyacht mit Aussicht: Die Fairline Targa 43 Open ist ein eindrucksvoller Sportcruiser mit dem Ambiente einer sportlichen Open.


Fotos: Fairline, Szech, Schneider

GFK. Sollte jetzt wider Erwarten Wasser an diesen Flächen durchkommen, fließt dieses extra in einer dafür vorgesehenen Rinne nach wieder außen ab. Clever! Die Badeplattform ist ebenfalls absenkbar und ist so üppig dimensioniert, das auch ein großer Jetski darauf Platz fände. Die elektrisch zu öffnende Tendergarage befindet sich zwischen den zwei Volvo Penta IPS 600 Antrieben und der in der Länge verstellbaren Liegefläche achtern. Konstruiert wurde die Garage für ein Williams 285 TurboJet ausgelegt.Der Zugang zum Motorraum ist Steuerbord achtern möglich. Zentralelektrik, Klimaanlage und Generator sind trotz der eingeschränkten Platzverhältnisse so installiert, dass sie gut erreichbar sind und auch der Service an den Motoren gut möglich ist. Sollten eines Tages einmal größere Arbeiten anstehen, lässt sich mit überschaubarem Aufwand werftseitig die gesamte Tendergarage entfernen.
Das Cockpit ist so großzügig ausgelegt, dass jeder auf Anhieb seinen Lieblingsplatz findet. Fahrstand, Lounge, Sitzgruppe und Liegefläche bieten insgesamt für bis zu vierzehn Personen Platz.
Hinter dem Steuerstand ist eine kleine Pantry mit Grill, Waschbecken, Kühlschrank und Icemaker vorhanden. Auf der anderen Seite lässt sich der massive Esstisch halbieren und dann auch noch komplett in der Sitzbank versenken. Auch der Steuerstand ist großzügig dimensioniert. Bildschirme und analoge Instrumente informieren über Navigations- und Motordaten. Die Übersichtlichkeit ist super und in Verbindung mit den matten Oberflächen werden auch Blendungen und Reflexionen wirksam unterbunden.
Der Doppelsitz ist in der Höhe und der Länge verstellbar. Auch stehend gibt es zwei Ebenen, die klappbar sind.Dementsprechend ist auch die Sicht für den Fahrer sehr gut und der Blick nach vorne wird nicht, wie bei manchen anderen Yachten, durch die Oberseite des Windschutzscheibenrahmens eingeschränkt. Auch bei geschlossenem Verdeck ist eine perfekte Rundumsicht gegeben.
Im Fahrbetrieb ist es erstaunlich, wie windgeschützt und leise es im gesamten Cockpitbereich bei geöffnetem Verdeck ist. Ohne erhobene Stimme kann sich die Crew entspannt unterhalten. Weder Wind-, noch Motorengeräusche fallen selbst bei voller Fahrt unangenehm auf.
Das untere Deck gliedert sich in den Salon und in zwei Kabinen und zwei Bäder auf. Im Salon dominiert edles, dunkles Holz und Leder sowie eine angenehme indirekte Beleuchtung. Steuerbord befindet sich die Sitzgruppe mit Tisch, an der Backbordseite die Pantry-Zeile. Diese ist zwar nicht sonderlich groß, aber mit zwei Induktionsfeldern, Arbeitsplatte, großem Kühlschrank, Spüle, Mikrowellen- Back-Kombination und zahlreichen Staumöglichkeiten komplett ausgestattet. Vor der Pantry befindet sich eine große Bodenklappe, in der z.B. große Mengen Proviant verstaut werden kann. Sehr praktisch.
Die Vorschiffskabine ist klassisch aufgeteilt. Doppelbett in der Front, welches sich zu zwei Einzelbetten verschieben lässt, Fensterflächen mit Bullaugen zur Belüftung, ausreichend Schrank- und Staufläche, Schminkplatz und indirekter Beleuchtung geben diese Kabine ein luxuriöses Wohlfühl-Ambiente. Das angeschlossene Bad lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Ausreichend Bewegungsfreiheit mit einer großen separaten Duschkabine und Ober- sowie Unterschränken um das Waschbecken komplettieren die Nasszelle. Luxus auch in der Mittschiffskabine: Über die gesamte Rumpfbreite mit kompletter Stehhöhe befindet sich das großzügige Eignerbett unter dem Cockpit. Große Fensterflächen auf beiden Seiten mit wiederum Bullaugen zur Belüftung sind hier selbstverständlich. Das Doppelbett lässt sich mit wenigen Handgriffen ebenfalls zu zwei Einzelbetten umbauen. Hinter drei großen Schrankelementen lässt sich die Garderobe für alle Gelegenheiten verstauen. Das Bad der Eignerkabine befindet sich hinter der Pantry und ist ebenso geräumig und mit den gleichen Features wie im Vorschiff ausgestattet. Optional lässt sich die Fairline auch mit einer separaten Tür zum Eignerbereich ordern.

2Der großzügige Fahrstand mit blendfreien Oberflächen


3Das große Cockpit bietet Platz für 14 Personen


4Wetbar mit Grill, Kühlschrank und Icemaker hinter dem Steuerstand


Dann hat das vordere Bad zwei Eingänge, einmal vom Salon und einmal wie gehabt von der vorderen Kabine. Die Verarbeitung ist durchweg so wie man es bei einer Yacht dieser Klasse erwartet. Die getestete Baunummer 01 zeigt sich in keinster Weise so, wie es vielleicht bei einem Prototypen zu erwarten wäre. Perfekte Spaltmaße, keine Knarzen oder Knirschen von den Einbauten während der Fahrt, konsequent gerade Polsternähte, sowie ein insgesamt hohes Fertigungs- und Verarbeitungsniveau bis ins Detail, zeugen von der Erfahrung der Werft. Es könnte ebensogut Baunummer 05 oder 15 sein.

Fahreigenschaften

Für die Fairline Targa 43 Open ist genau nur eine Motorisierung- Variante vorgesehen. Zwei Volvo Penta IPS 600 D6-435 Antriebe ergeben insgesamt 870 PS, die für eine Spitzengeschwindigkeit von 33 Knoten sorgen können. Dass der Rumpf auch bei etwas raueren Bedingungen, wie zur Testfahrt, keine Schwächen zeigt, ist von einer Fairline zu erwarten gewesen. Die ruppige kleine Ostseewelle parierte der Briten-Kreuzer mit stoischer Unaufgeregtheit, schnitt sauber durchs Wasser und leistete sich keine Schnitzer. Das Kurvenverhalten ist ebenfalls ohne Fehl und Tadel. Lässig, very british unaufgeregt und blitzsauber befolgt die Targa die Befehle vom Steuerstand, ohne eine Schwäche zu zeigen. Enge Kurven durchpflügt die Yacht angemessener und erwartbarer Seitenneigung, perfektem Grip der Zugpropeller im Wasser und ohne auch nur einen Gedanken an irgendwelche Mätzchen wie Ausbrechen, Einhaken oder hartes Einsetzen aufkommen zu lassen. Auch dass bei jeder Geschwindigkeit, egal ob offen oder geschlossen, ein sehr niedriges Geräuschniveau am Steuerstand herrscht, überrascht nicht. Diese Yacht zeigt, wie die Symbiose einer großzügigen Kreuzeryacht für ausgedehnte Touren und einer sportlichen Open für den Sonnenschein und Wochenendspaß funktionieren kann. Die größte Überraschung jedoch ergab die Verbrauchsmessung und zeugt vom perfekten Zusammenspiel von Rumpf und Antrieb: Es ist fast egal, welche Geschwindigkeit gefahren wird. Ab dem Erreichen der Gleitfahrt bis fast zum Toppspeed von ca. 30 Knoten bewegt sich der Verbrauch immer um die fünf Liter pro Meile und ist so auch für die lange Reise gut kalkulierbar.

1Die Badeplattform ist absenkbar, die Tendergarage hat Platz für einen Williams Jet-Tender.


2Die Eignerkabine lässt keine Wünsche offen.


3Eignerbad an der Steuerbordseite


4Salon und Pantry


Messwerte

TESTBEDINGUNGEN: Revier: Ostsee, Wind (Bft)/Strom (kn)/Wellenhöhe(m): 5/1/1, Personen an Bord: 2, Tankinhalt Brennstoff/Wasser (Liter) ca.: ca. 1000 / 400

Mein Fazit

Das Fairline hochwertige Boote in perfekter Fertigungsqualität baut, ist bekannt. Die hier getestete Baunummer eins der neuen Fairline Targa 43 Open ist ein umso eindrucksvollerer Beweis dafür. Spektakulär ist das riesige Verdeck und die mit der Öffnung einhergehende Verwandlung des Sportcruisers in eine sportliche Open. Unter Deck ist die mittschiffs gelegene Eignerkabine ein echtes Highlight. Spannend sind aber auch die Verbrauchswerte.Denn wenn es darum geht, von A nach B zu kommen, kann man auf dieser Yacht die Geschwindigkeit perfekt an die Gegebenheiten anpassen.Der Verbrauch pro Meile bleibt konstant. Eine Yacht die nicht nur am Steg elegant und rassig aussieht, sondern an Bord und in Fahrt erst zeigt, was richtig in Ihr steckt.
Martin Szech, Testredakteur