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FAKE NEWS


Buchkultur - epaper ⋅ Ausgabe 184/2019 vom 27.06.2019

„FAKE NEWS“ SIND IN ALLER MUNDE, ALS DISKUSSIONSTHEMA UND ALS UNTERSTELLUNG. DAS REIZWORT IST DER POLITISCHE KAMPFBEGRIFF DER STUNDE. EINE REIHE KLUGER BÜCHER UNTERSUCHT DAS PHÄNOMEN, DEN GEGENWÄRTIGEN DISKURS UND DEN WAHRHEITSBEGRIFF AN SICH.


2017 IN DEN DUDEN aufgenommen, werden Fake News dort als „in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“ definiert. Die Schlagkraft des Begriffs ergibt sich dadurch, dass auch die Zuschreibung, bei einer Meldung handle es sich um „Fake News“, häufig in verkehrender Absicht geschieht. Wenngleich der Begriff im 19. Jahrhundert wurzelt, steht seine Verbreitung ...

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Bildquelle: Buchkultur, Ausgabe 184/2019

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... in enger Verbindung mit der Durchsetzung des Internets. Seine spezifisch politische Konnotation und die manipulative Intention werden etwa von der „Jury der Aktion Anglizismus des Jahres“ mit dem Präsidentschaftswahlkampf Donald Trumps 2016 assoziiert. Wo der Vorwurf „Fake News!“ laut wird, steht die Wahrheit zur Disposition: Ist der Vorwurf richtig und handelt es sich bei der so betitelten Nachrichten- oder Wortmeldung um eine bewusste Irreführung, oder aber soll eine unangenehme Wahrheit verleugnet werden und die Etikettierung selbst erfolgt in verschleiernder Absicht?

FOTO: ELIJAH O‘DONNELL/UNSPLASH.COM

Einen Schritt weiter zurück macht der Ethikexperte Rainer Erlinger, der die Frage aufwirft: „Warum die Wahrheit sagen?“ Sie ist der Ausgangspunkt einer voraussetzungslosen philosophischen Auseinandersetzung, in der es um ganz Grundlegendes geht. Mit Ausflügen zu Platon, Shakespeare, Sartre und Arendt sowie in das Kino („Indiana Jones“, „Matrix“) schickt er den Leser auf eine erkenntnisreiche Reise, die nur ein Ziel kennt: die Bastion der Wahrheit.

IN DER TAT IST ES das Beharren auf einer unverrückbaren intersubjektiven Wahrheit, die die Auswahl an Büchern zu einen scheint. Mögen sich die Prämissen, Perspektiven und Bildungswege der Autoren noch so unterscheiden, und mögen insbesondere ihr Vertrauen in die Vernunft des Menschen und besonders in die Gesellschaft als Ganzes variieren, so herrscht immerhin der Konsens, dass die Wahrheit ein schützenswertes Gut ist, das sich zum Wohle der Demokratie jeder Dekonstruktion entziehen muss – nicht immer ist völlig klar, was wahr ist und was unwahr, was richtig und was unrichtig, doch gleichermaßen gilt: Weit nicht alles ist relativ. Die Tatsache etwa, dass ein Apfel ein Apfel ist, und keine Banane, wie es in einem Spot der (freilich auch regelmäßig der Verbreitung von „Fake News“ bezichtigten) CNN heißt.

Rainer ErlingerWarum die Wahrheit sagen? Duden, 144 S.

Robert FeustelAm Anfang war die Information. Digitalisierung als Religion Verbrecher, 200 S.

Romy Jaster, David LaniusDie Wahrheit schafft sich ab. Wie Fake News Politik machen Reclam, 127 S.

Michiko KakutaniDer Tod der Wahrheit. Gedanken zur Kultur der Lüge Übers. v. Sebastian Vogel, Klett-Cotta, 200 S.

Kai SchreiberWahre Lügen. Warum wir nicht glauben, was wir sehen Rowohlt Berlin, 336 S.

Jan SkudlarekWahrheit und Verschwörung. Wie wir erkennen, was echt und wirklich ist Reclam, 208 S.

Thomas SträssleFake und Fiktion. Über die Erfindung von Wahrheit Hanser, 96 S.

Alexander UnzickerWenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur. Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten Westend, 240 S.


FOTO: PIXABAY.COM