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„Familie bleibt, alles andere ist vergänglich“


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 31/2021 vom 29.07.2021

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Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 31/2021

DEUTSCHLANDS STERNE- KÖCHINNEN IM PORTRÄT

Bei ihr kommt so schnell keine Langeweile auf: Sybille Schönberger, 44, kocht im ARD-Buffet und hat mit ihrem Kollegen Vincent Klink, 72, dazu ein Buch veröffentlicht. Sie designt Kochjacken und Küchen (mehr Infos auf www.sybille-schoenberger.de) und unterrichtet an der Berufsschule in Offenbach. Nebenbei zieht Sybille Schönberger noch zwei Söhne groß, Moritz, 15, und Till, 13. Für die Liebe bleibt zum Glück auch noch Zeit. Die geschiedene Allrounderin, die 2005 zu Deutschlands jüngster Sterneköchin gekrönt wurde, ist mit Michael Scholz, 49, Unternehmer im Bereich Digital Banking, liiert.

Was Sie alles machen ... Sie sind eine echte Powerfrau, oder?

Ja, das trifft es vermutlich ganz gut, aber ich würde mich selbst nie so bezeichnen. Ich stelle mein Licht eher unter den Scheffel. Das ist aber schon immer so gewesen.

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Nein, gar nicht. Ich bin zum Kochen gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Ich wollte auch erst gar nicht Köchin werden, sondern nach meinem Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung angefangen, Volkswirtschaftslehre zu studieren. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das überhaupt nicht mein Ding ist und nach einem Jahr abgebrochen. Es war pure Quälerei. Ich spürte, dass ich was machen muss, wo ich kreativ sein kann und mit anderen Menschen zusammen bin. Ich habe mich dann für eine Kochlehre entschieden.

Es heißt oft, dass in Küchen nicht sehr zimperlich miteinander umgegangen wird. Wie haben Sie das erlebt?

Ich finde, dass dort ehrlich und direkt miteinander kommuniziert wird. Man redet Klartext. Frauen sagen oft nicht gerade heraus, was los ist. Das geht in der Küche aber nicht. Man kann nicht alles ewig lang ausdiskutieren. Vielleicht tun sich deswegen Frauen schwer mit dem Beruf. Viele Frauen scheuen sich auch, zuzupacken. Fische entschuppen, Innereien zerschneiden – das gehört alles dazu.

Als Küchenchefin des „Hessler“ im Maintal erhielten Sie 2005 einen Michelin-Stern. Direkt danach sind Sie ausgestiegen. Wie kam’s dazu?

Ich wollte unbedingt eine Familie gründen. Viele Frauen verschieben für die Karriere das Kinderkriegen, bis es irgendwann zu spät ist. Das wollte ich nicht. Familie ist etwas, das einem bleibt – alles andere ist vergänglich. Ich habe für meine Entscheidung aber nicht nur Verständnis geerntet, sondern musste mir oft anhören: „Wie kannst du nur auf dem Höhepunkt deiner Karriere alles hinwerfen?“ Ich bereue den Schritt aber nicht. Ich habe alles richtig gemacht.

Ihr Kinderwunsch hat sich erfüllt, Sie haben zwei Söhne.

Eigentlich wollte ich mindestens fünf Kinder haben, aber heute denke ich: Zwei reichen auch. Nein, Scherz beiseite – meine Söhne sind großartige Kinder. Ich bin sehr stolz auf sie. Mein Freund hat selbst vier Kinder. Wenn ich also mal ganz viele Kinder um mich herum haben möchte, trommeln wir sie alle für ein Familientreffen zusammen.

Hätten Sie gerne auch eine Tochter gehabt?

Mein Freund hat zwei Töchter. Die Älteste hat gerade ihren Führerschein gemacht. Da sind wir alle ganz happy. Die Kleinste ist acht Jahre alt. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich keine Mädchen-Mama bin. Ich bin gerne eine Frau, aber mir macht es auch Spaß, mit der Motorkettensäge im Garten rumzuhantieren. Meine Mutter sagte immer: „Mach dich niemals von jemandem abhängig.“ Ich kann alles selbst: Glühbirne austauschen, Lampe aufhängen, Baum sägen. Ich brauche keinen Mann dafür. Für mein Seelenheil und für die Liebe schon – aber nicht fürs Handwerkliche.

Wollen Sie wieder heiraten?

Nein, einmal Heiraten reicht, zumindest im klassischen Sinne. Ich könnte mir aber vorstellen, meinen Freund symbolisch zu heiraten – mit einer schönen Zeremonie am Strand von Hawaii. Das fände ich schon toll.

Wohnen Sie zusammen?

Nein, jeder lebt für sich, und das finde ich auch gut so. Mit meinem Ex-Mann habe ich nicht nur zusammen gewohnt, sondern auch zusammen gearbeitet, denn er ist wie ich Koch. Wir haben mal ausgerechnet, dass wir in unseren 20 Jahren, die wir zusammen waren, mehr Zeit miteinander verbracht haben als andere Paare ihr ganzes Leben lang.

Haben Ihre Söhne auch Koch-Ambitionen?

Beide sind sehr selbstständig, aber vor allem mein Jüngster ist ganz gut dabei, was das Kochen angeht. Er rührt sich selbst einen Dinkel-Teig an, wenn er eine Pizza essen möchte. Manchmal sind sie aber auch klassische Teenager und schieben sich eine Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt in den Ofen.

Eines Ihrer Hobbys ist neben dem Malen das Schießen. Wie treffsicher sind Sie?

Ich kann verdammt gut schießen. Den Jagdschein habe ich aber noch nicht. Vielleicht mache ich ihn mit meinem ältesten Sohn mal zusammen. Der hat nämlich auch Spaß am Schießen. Bis dahin üben wir mit unserem Luftgewehr. Im Keller habe ich uns dafür extra eine Schießbahn eingerichtet. Bislang lief auch alles gut, alle Fensterscheiben sind noch heil.

Als Jägerin kommt für Sie eine fleischlose Kost eher nicht in Frage, oder?

Ich war während meiner Kochlehre Vegetarierin, also rund zweieinhalb Jahre. Und vor zehn Jahren habe ich mich mal vier Monate lang nur vegan ernährt. Ich wollte das einfach ausprobieren, aber meins ist es nicht. Ich esse gerne Fleisch und für mich gibt’s kaum was Schöneres als ein krosses Schweinenackensteak vom Grill.

SYLVIA PETERSEN