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familie&erziehung: ABTAUCHEN IN: fremde Welten voller Magie


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 04.04.2018

Lesen verbessert bei Kindern Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen. Wie Eltern denLesespaß ihres Nachwuchses fördern


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Bildquelle: familie & co, Ausgabe 4/2018

Ein winziges Mäuslein läuft ganz allein durch den Wald. Dort trifft es auf drei Tiere, die es freundlich umschmeicheln, weil sie es im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern haben: den Fuchs, die Eule und die Schlange …
So beginnt das Kinderbuch „Der Grüffelo“. Es erzählt davon, dass das Leben voller Momente steckt, die uns in Bedrängnis bringen können. „Eine Bedrängnis, die Kinder beim Vorlesen ganz hautnah erleben und mitfühlen. Selbst bei der x-ten Wiederholung fiebern sie noch ...

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Ein winziges Mäuslein läuft ganz allein durch den Wald. Dort trifft es auf drei Tiere, die es freundlich umschmeicheln, weil sie es im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern haben: den Fuchs, die Eule und die Schlange …
So beginnt das Kinderbuch „Der Grüffelo“. Es erzählt davon, dass das Leben voller Momente steckt, die uns in Bedrängnis bringen können. „Eine Bedrängnis, die Kinder beim Vorlesen ganz hautnah erleben und mitfühlen. Selbst bei der x-ten Wiederholung fiebern sie noch mit“, erklärt Christine Kranz, Referentin für Leseförderung bei der Mainzer Stiftung Lesen.
In wunderbaren Reimen verfasst und mit ausdrucksstarken Bildern illustriert zeigt die Grüffelo-Geschichte aber auch, dass kleine Wesen beängstigende Situationen großartig meistern können.
Alles geht gut aus: Clever und unerschrocken überlistet das Mäuslein seine Fressfeinde und futtert am Ende freudig eine Haselnuss, statt selbst verspeist zu werden. „Eine positive Botschaft, die Kindern Mut macht und ihr Selbstbewusstsein stärkt“, sagt die Expertin, die Eltern ermutigt, Kinder möglichst früh mit Büchern in Kontakt zu bringen.


Lassen Sie sich von der Neugier Ihres Kindes leiten
CHRISTINE KRANZ, STIFTUNG LESEN


Die Liebe zum Lesen spielerisch wecken
Entwicklungspsychologen, Sprachwissenschaftler und Pädagogen sind sich einig: Die Liebe zur literarischen Sprache und zu Geschichten beginnt Jahre bevor ein Kind selbst die ersten Wörter lesen kann.
Sie startet mit melodischen Kinderliedern und -reimen oder Vorleseritualen, z. B. mit dem gemeinsamen Anschauen von Bilder- oder Wimmel-Büchern. „Lassen Sie sich dabei von der Neugier Ihres Kindes leiten: Wohin geht sein Blick? Worauf zeigt sein Fingerchen? Was möchte es von Ihnen wissen? Dann bieten Sie ihm die passenden Begriffe und Erklärungen an“, empfiehlt Kranz.
In der Kindergartenzeit können Eltern Bücher vorlesen, die sich mit Problemen beschäftigen, denen das Kind im Alltag begegnet, wie Furcht vor Ausgrenzung und Dunkelheit oder Freud und Leid in Freundschaften. „Dabei kann sich das Kind im Kuschel-Schutz von Mama und Papa diesen schwierigen Themen gefahrlos nähern“, sagt die studierte Übersetzerin. Kinderbuch-Klassiker wie die von Astrid Lindgren oder Sachbücher seien zudem perfekt geeignet, um sich neue Welten und neues Wissen zu erschließen. In öffentlichen Büchereien fänden Eltern eine breite Palette an passenden Titeln. „Stöbern Sie gemeinsam durch die Regale. Lassen Sie ihrem Kind bei der Auswahl freie Hand. Es entscheidet selbst, was es mitnehmen möchte und was nicht“, rät die Literaturfachfrau.

Buch-Reihen können süchtig machen
Selbst lesen zu können – das ist für manche Kinder eine coole Sache, die sie schnell lernen und beherrschen und die es ihnen ermöglicht, noch tiefer in packende Abenteuer und magische Reiche einzutauchen (mehr dazu im Interview rechts).
Gebannt verharren sie stunden-, ja tagelang vor dem geliebten Buch, gefangen in fabelhaften Welten. Dort schließen sie Freundschaft mit fiktiven Figuren, ertragen mit ihnen schlimmsten Verrat, gehen mit ihnen gemeinsam den Weg tiefer Trauer oder erleben schwerstes Scheitern. Sie teilen strahlende Erfolge, erfahren beglückende Liebe und natürlich jede Menge Spaß.
„Ein gutes Jugendbuch kann die ganze Bandbreite an menschlichen Gefühlen und gesellschaftlichen Werten widerspiegeln“, sagt die Referentin aus Mainz. Auf der Suche nach neuem Lesestoff können sich Bücher-Fans heute auf Blogs oder Social-reading-Plattformen wiewww.lovelybooks.de tummeln.
Den „höchsten Suchtfaktor“ bei Kindern haben nach wie vor Buch-Reihen wie „Harry Potter“ oder „Tribute von Panem“. Ihr Vorteil: „Weil der Leser die wichtigsten Figuren und den groben Handlungsrahmen kennt, kann er sich in den Folgebänden schneller in ein neues Leseabenteuer stürzen“, erklärt Christine Kranz. Diesen Trumpf können auch Eltern von Kindern, die nicht so gern lesen, nutzen: „Lassen Sie ihr Kind den ersten Teil einer neuen spannenden Serie im Kino oder auf DVD anschauen und bieten Sie ihm dann die nächste Folge als Buch an.“


Als Einstieg für Kinder eignen sich auch Comics oder Witzebücher


Drängeln und Gängeln bringt nichts
Für manche Kinder ist das Lesenlernen kein Klacks. Sie verdienen für die Herausforderung, die sie beim Entziffern von Texten leisten, Mitgefühl und Anerkennung. Drängeln bringt nichts, das wissen eigentlich alle Eltern. Buch-Reihen wie „Erst ich ein Stück, dann du“ garantieren hier eine gute Hilfestellung, weil der Leseanfänger die kürzeren, einfachen Passagen liest, während ein geübter Lesepartner die längeren, komplizierten Teile übernimmt.
Als Einstieg für Kinder, die sich mit dem Lesen schwertun, eignen sich auch Comics oder Witzebücher. „Alles, was gern gelesen wird, ist willkommen, also auch Bände von Lillifee, Mindcraft, Manga, Starwars oder Nexo Knights“, betont Christine Kranz. Aus jährlich rund 8000 Neuerscheinungen gute Bücher für das eigene Kind herauszufischen ist nicht leicht. Empfehlungen gibt es im Netz (s. Webtipps links) und von kompetenten Kinderbuchhandlungen.
Die Stiftung Lesen wählt in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse und einer Fachjury zudem jedes Jahr 30 Top-Titel für zwei- bis 14-jährige Kinder aus (aufwww.stiftunglesen.de den Suchbegriff „Leipziger Lesekompass“ eingeben).
Fazit: Lesen macht Spaß und ist darüber hinaus ein fantastisches Gehirntraining. Es verbessert unsere Merkfähigkeit, unsere Rechtschreibung, unsere Ausdrucksfähigkeit und unser Vorstellungsvermögen. Auch vermittelt jede Lektüre (nicht nur die von Sachbüchern) jede Menge Wissen und steigert so unsere Allgemeinbildung. Leser haben darum nachweislich bessere Schulnoten! Außerdem regt es die Fantasie an und weckt die Lust, selbst Geschichten zu erzählen oder zu schreiben. Deshalb: Gleich heute Abend Smartphone oder Fernseher ausschalten und ein Buch aufschlagen – und mit gutem Beispiel vorangehen.

INTERVIEW: Handy mal abschalten

Die 16-jährige Lena Ismail ist Gymnasiastin und Buch-Bloggerin (www.lenaliest.de)

familie&co: Auf deiner Blog-Homepage sieht man dich inmitten von Hunderten von Büchern. Hast du die alle gelesen?
Lena Ismail: Ja, und nicht nur die. Ich habe mich schon sehr früh für Bücher interessiert, konnte schon mit fünf lesen und war Dauergast in Büchereien. Heute bekomme ich für meine Besprechungen viele Bücher von Verlagen geschickt. In jeder freien Minute lese ich sie und schaffe etwa 20 bis 30 Bücher pro Monat.

Wie bekommst du das zeitlich hin? Bleibt da nicht was auf der Strecke?
In der Mittelstufe war das kein Problem. Ich bin auf eine Halbtagsschule gegangen, hatte also nachmittags, an den Wochenenden und in den Ferien Zeit für meine Lieblingsbeschäftigung. Jetzt in der Oberstufe muss ich schon Prioritäten setzen – mal das Handy abschalten oder auf die nächste Serie verzichten. Aber wenn man das einmal draufhat, bleibt genug Zeit.

Was macht dir beim Bloggen besonders viel Freude?
Wer Bücher so liebt wie ich, möchte diese Liebe mit Gleichgesinnten teilen. Dafür ist ein Blog perfekt: Wir diskutieren, tauschen uns aus und geben uns gegenseitig Empfehlungen. Und vielleicht kann ich sogar den einen oder anderen Blogbesucher zum Lesen verführen – das wäre toll.

Du hast viele Bücher beschrieben, schreibst du auch selbst?
Bis jetzt nur Gedichte und Kurzgeschichten. Für einen Roman 300 Seiten lang am Ball zu bleiben, das traue ich mir noch nicht zu. Aber ein Traum ist es.


FOTOS: IMAGE SOURCE/F1ONLINE; MASTERFILE RF; PRIVAT