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familie&gesundheit: Kick für die Abwehr: FIEBER


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 01.11.2018

Eineerhöhte Körpertemperatur ist gerade bei Kindern ein typisches Krankheitssymptom – und eine natürliche Schutzfunktion des Körpers. Wie Sie darauf reagieren sollten


Artikelbild für den Artikel "familie&gesundheit: Kick für die Abwehr: FIEBER" aus der Ausgabe 12/2018 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 12/2018

Sie werden quengelig, weinerlich und empfindlich oder müde, matt und unheimlich anhänglich: Wenn Kinder Fieber haben, merken ihre Eltern ihnen das meist schnell an. Typische Anzeichen für eine Erhöhung der Temperatur sind außerdem ein gerötetes Gesicht, glasige Augen, eine eher blasse Haut und Appetitlosigkeit.

Wenn der Körper die Abwehr hochfährt …
Ein Grund zur Sorge ist das alles nicht: Fiebrige Infekte gehören zu Kindern wie der ...

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Wenn der Körper die Abwehr hochfährt …
Ein Grund zur Sorge ist das alles nicht: Fiebrige Infekte gehören zu Kindern wie der Schnupfen zur kalten Jahreszeit. Selbst bei harmlosen Ansteckungskrankheiten ist Fieber das Symptom Nummer eins – und immer auch ein gutes Zeichen: Es zeigt, dass sich der Körper gegen eine Krankheit wehrt. Durch die erhöhte Temperatur wird der Stoffwechsel beschleunigt und die eigene Abwehr auf Trab gebracht. „Mit der Erhöhung der Körpertemperatur können die Zellen und die im Blut gelösten Faktoren des Immunsystems besser arbeiten“, sagt Dr. Folkert Fehr, Kinder-und Jugendarzt aus Sinsheim und Pressesprecher des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte Baden-Württemberg.
Fieber hat also vor allem eine Schutzfunktion. Dass Kinder häufiger Fieber haben als Erwachsene, liegt daran, dass ihr Körper sein Immunsystem erst noch aufbauen muss, indem er Bekanntschaft mit vielen unterschiedlichen Erregern macht. „Man kann sich das Immunsystem vorstellen wie einen Bund, bei dem mit jedem Infekt mehr Schlüssel dazukommen. Und je mehr Schlüssel daran sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem neu auftretenden Infekt ein passender Schlüssel dabei ist“, erklärt Folkert Fehr.

Auch das Immunsystem lernt bei Kindern dazu
Sehr kleine Kinder sind deshalb besonders oft betroffen – und durch Viren und Bakterien auch besonders stark gefährdet. Bei Babys und Kleinkindern gilt deshalb: Ab 38 Grad Körpertemperatur sollte man mit ihnen einen Kinderarzt aufsuchen. Bei Kita-und Schulkindern ist dies ab einer Temperatur von 39 Grad angezeigt – oder wenn das Allgemeinbefinden sehr beeinträchtigt ist, das Kind nicht trinken und essen mag oder weitere Krankheitsanzeichen wie zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag oder starker Husten auftreten.
Macht das Kind jedoch trotz des Fiebers einen munteren Eindruck, spielt und lächelt es sogar, kann man ruhig noch etwas abwarten. Trotzdem sollte man morgens, mittags und abends die Temperatur messen. Hält das Fieber drei Tage an, ist es auf jeden Fall Zeit für eine ärztliche Abklärung der Ursache.


Das Immunsystem funktioniert wie ein Bund, zu dem bei jedem Infekt neue Schlüssel dazukommen
KINDER-UND JUGENDARZT DR. FOLKERT FEHR


Am Anfang eines Infektes braucht der Körper oft viel Wärme: Dann sind Tee und eine warme Decke unschlagbar!


Ab wann spricht man von Fieber?
Bei einem gesunden Kind liegt die Temperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad. Ab 37,6 bis 38,5 Grad spricht man von einer erhöh-ten Temperatur, ab 38,5 Grad von Fieber, ab 39,5 Grad von hohem Fieber.
Besonders exakt kann die Temperatur direkt am Darmausgang gemessen werden. Reiben Sie das Metallende des Thermometers mit ein wenig Fettcreme ein. Größere Kinder können beim Messen bäuchlings auf den Schoß gelegt werden, damit sie nicht verkrampfen. Beim Messen im Mund muss das Kind gut mitmachen und sollte daher mindestens fünf Jahre alt sein. Eine Alternative sind Stirn-oder Ohrthermometer. (Mehr dazu: siehe Kasten oben.)

Tipps für die Wahl des Thermometers

Die gängigen Methoden zum Fiebermessen im Überblick:
Analoge Glasthermometer sind heute ungiftig gefüllt und bieten recht genaue Messergebnisse. Weil sie keine Batterien benötigen, sind sie kostengünstig und immer einsatzbereit. •Digitale Thermometer sind meist ausreichend genau und liefern rasch ein Ergebnis – so wird das Kind nicht ungeduldig.
Ohrthermometer messen die Temperatur kontaktlos über die im Gehörgang abgegebene Infrarotstrahlung. Neue Modelle sind ziemlich genau. Zur Sicherheit anfangs mehrmals messen und die Werte vergleichen.
Stirnthermometer messen die Temperatur berührungsfrei an der Schläfe. Sie sind angenehm fürs Kind, aber oft unpräzise.

Oft ist das Senken gar nicht nötig
Wenn die Ursache des Fiebers bekannt ist, muss das Fieber in der Regel nicht gesenkt werden. Erst wenn es über 39 Grad steige oder das Kind sehr darunter leide, seien fiebersenkende Maßnahmen angezeigt, so Kinderarzt Folkert Fehr.
Bei Eltern beliebt, weil frei von Nebenwirkungen, sind Wadenwickel: Dazu wird ein Windeltuch in handwarmes Wasser getaucht, ausgewrungen und straff und glatt um die Unterschenkel gelegt. Darüber kommt ein trockenes Handtuch und an die Füße warme Wollsocken. Nach zehn Minuten die Wickel entfernen und die Temperatur messen. Falls nötig, kann die ganze Prozedur noch einmal wiederholt werden.


Kinder bei Infekten prinzipiell ins Bett zu verbannen ist heute medizinisch überholt


Anfangs braucht der Körper Wärme
Wichtig: Wenn das Fieber zu Beginn einer Erkrankung steigt, sind Hände und Füße kalt; mit Schüttelfrost erzeugt der Körper zusätzlich Wärme. In diesem Stadium brauchen Kinder Wärme und sollten deshalb gut zugedeckt werden! Von kalten Waschungen rät Kinder-und Jugendarzt Folkert Fehr auf jeden Fall ab – sie seien vor allem unangenehm. Er empfiehlt, das Fieber lieber mit Zäpfchen oder Saft zu senken: „Leiden Kinder unter Schmerzen, sollten diese auf jeden Fall medikamentös behandelt werden. Ibuprofen hat gleichzeitig auch eine fiebersenkende Wirkung.“

Muss das Fieber gesenkt werden, sind Wadenwickel eine gute Möglichkeit


FOTOS: SHOTSHOP.COM/MONKEY BUSINESS; FOTOLIA.COM/TATYANA GLDKIH, -/PHOTOPHONIE

Viel Flüssigkeit hält den Körper fit
Auch ausreichend zu trinken ist für das kranke Kind sehr wichtig. Denn: Fieber unterstützt zwar das Immunsys tem, kann aber auch sehr anstrengend und auszehrend für den Körper sein. Um diesen Kraftakt zu leis ten, braucht er viel Flüssigkeit, umso mehr, wenn auch noch Symptome wie Durchfall oder Erbrechen hinzukommen. Am besten sind ungesüßte Kräutertees oder Wasser in Zimmertemperatur geeignet. Ist der Magen nicht betroffen, darf es auch mal eine Saftschorle sein, damit das Kind gerne zugreift.


In der Regel dauern Infektionen bei Kindern nur wenige Tage


Meist ist es bald wieder vorbei …
In der Regel dauern Infekte, die von Fieber begleitet werden, bei Kindern nur wenige Tage. Danach senkt der Körper die Temperatur von allein wieder und der kleine Patient beginnt, sich zu erholen. Strenge Bettruhe ist deshalb nicht zwangsläufig erforderlich. „Es ist medizinisch überholt, Kinder bei harmlosen Infektionen grundsätzlich ins Bett zu verbannen“, sagt Folkert Fehr. Wenn der Nachwuchs Lust hat, aktiv zu sein, sollte er also auch die Möglichkeit dazu bekommen. Denn für kleine wie für große Kranke gilt: Wer ausgeglichen und fröhlich ist, wird schneller wieder gesund!

WEBTIPPS

WWW.KINDERAERZTEIM-NETZ.DE/ KRANKHEITEN/FIEBER

Was Eltern über Fieber wissen sollten, ist hier verständlich und übersichtlich zusammengefasst.

WWW.KINDERGESUNDHEITINFO. DE

Die Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet gute Infos zum Thema. „Fieber“ in die Suche eingeben.

WWW.DGKJ.DE

„Mein Kind hat Fieber“ eingeben und die gleichnamige Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Kinder-und Jugendmedizin downloaden.