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familie&kita: DIGITAL LERNEN UND ERZÄHLEN


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 13/2018 vom 28.11.2018

DieVermittlung von Medienkompetenz ist ein wichtiger Baustein der Erziehung von Kindern. In FRÖBEL-Kitas lernen sie frühzeitig den Umgang mit Smartphone, Tablet & Co.


Artikelbild für den Artikel "familie&kita: DIGITAL LERNEN UND ERZÄHLEN" aus der Ausgabe 13/2018 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 13/2018

Neue Medien? Kein Problem! Auch in FRÖBEL-Kitas werden Kinder schon früh in die digitale Welt eingeführt


G uck mal! Wie sieht ein Blatt unterm Mikroskop aus? Was passiert da unter Wasser?“ Ob drinnen oder draußen, Kinder wollen alles ganz genau erkunden – und sind mächtig stolz, wenn sie etwas Aufregendes entdecken oder zeigen können. In diesenaktiven Lernmomenten setzen Einrichtungen der FRÖBELGruppe jetzt bewusst auch digitale Medien ...

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G uck mal! Wie sieht ein Blatt unterm Mikroskop aus? Was passiert da unter Wasser?“ Ob drinnen oder draußen, Kinder wollen alles ganz genau erkunden – und sind mächtig stolz, wenn sie etwas Aufregendes entdecken oder zeigen können. In diesenaktiven Lernmomenten setzen Einrichtungen der FRÖBELGruppe jetzt bewusst auch digitale Medien ein.

Digitale Hilfsmittel wie Tablets unterstützen das Lernen von kindgerechten Inhalten


Zu Hause sind digitale Medien Standard

Das ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Denn nach aktuellen Statistiken zur Mediennutzung haben fast alle deutschen Familien Tablets, Smartphones und/oder Computer zu Hause. Digitale Medien sind Standard. Gleichzeitig sind viele Eltern unsicher, wie lange Kinder Medien nutzen dürfen. Und was ist mit den Inhalten?
DieVermittlung von Medienkompetenz gehört deshalb heute zum Bildungsauftrag von Kitas. Das Ziel: Kinder sollen befähigt werden, Medien nicht als Beschäftigungsautomaten, sondern möglichst gezielt zu nutzen. Diese Umsetzung ist eine große Herausforderung, da auch Fachkräfte vielfach verunsichert sind. Eine für Kinder benö- tigte Vorbildfunktion kann so nicht entstehen.
Die FRÖBEL-Gruppe, Träger von rund 180 Kitas, hat vor einem Jahr mit dem „Medien- Lab“ reagiert. „Lab“ (aus dem Englischen: laboratory = Labor) steht für eine intensive, moderne Fortbildungsvariante. Fünf Tage lang setzten sich Medienpädagogen und Kita-Fachkräfte mit Fragen auseinander wie „Wie setzen wir Medien sinnvoll in Kitas ein?“ Die daraus entstandenenKonzepte und Projektideen wurden danach in die Praxis umgesetzt.

Ob Smartphone, Tablet oder PC: Alle Geräte sollten robust konzipiert sein


Hörspiele sind ein ideales Einstiegsmedium

In der Kölner Kita Weidenwichtel sind die Kinder begeisterte Hörspielproduzenten, wie Leiterin Jenny Kurth berichtet: „Die Kinder kommen mit ihren Ideen und erzählen eine Geschichte. Einmal ging es um ein Pferd mit einer Beinverletzung. Es ist dann nach Ungarn zu einem Pferdedoktor gereist, hat dort einen Gips bekommen und ist gut versorgt zurückgekehrt.“ So entstehen Geschichten von ein paar Minuten. Die Nachwuchs-Hörspielautoren lieben es, das Hörstück sich selbst und anderen immer wieder vorzuspielen.

Gut geschulte Fachkräfte achten darauf, Kinder beim Umgang mit digitalen Medien nicht zu überfordern


Mit Mikrofon und Mikroskop im Wald

Während ihrer Waldwochen hatte die Projektgruppe des Kölner Familienzentrums Zwergenhütte Mikrofon, elektronisches Mikroskop und Tablets dabei. Erzieher Ken Strohschein erzählt: „Die Kinder haben Blätter und verschiedene andere Fundstücke aus dem Wald mikroskopiert und mit dem Tablet Fotos davon gemacht.“
Gemeinsam wurden danach Bilder auf einerinteraktiven Sprachwand platziert. Diese sieht auf den ersten Blick wie ein großes Plakat aus, auf dem Bilder kleben, nur dass sich unter den Abbildungen jeweils ein grünes Feld befindet, auf das man drücken kann, um Tonaufnahmen zu hören.
Bilder und Töne haben die Waldwochen-Kinder selbst aufgenommen. Drückt man unter dem Bild auf „Play“, hört man die Stimmen der Kinder erklärend sagen: „Das ist ein Stück Holz, ein Blatt, eine Feder.“ Anderen demonstrieren sie, wie sie das gemacht haben. Das Ganze wird anschließend im Flur aufgehängt, wie Strohschein erzählt: „Sobald die Projektkinder damit fertig sind, rufen sie die anderen Kinder und erzählen ihnen, was sie alles erlebt und gemacht haben.
Im oberen Bereich der Flurwand platzieren wir die Exponate für die Eltern. Da schreiben wir in Schlagworten die wissenschaftlichen Hintergründe dazu und welche Bildungsbereiche jeweils eine Rolle spielen. So können die Eltern nachvollziehen, was ihre Kleinen gemacht haben.“
Supercool, aber wird dennauch noch gemalt? „Klar“, versichert Strohschein. Zum einen gehe es darum, alle Bildungsbereiche miteinander zu vernetzen. Zum anderen seien die Kinder keineswegs so auf die Geräte fixiert, wie manche Erwachsene befürchten. „Wenn sie ihr Thema durchhaben, machen sie auch gerne wieder etwas anderes.“
Ob Fotos vom Mikroskopieren, aufwendiges Video oder Minihörstück: Die Teilnehmenden des FRÖBEL-Medien- Labs betonen, dass nicht die Medien im Zentrum der Aktionen stehen, sondern immer die Fragen der Kinder. Bei den Waldtagen der Senftenberger Kita Musikus z. B. erforschen Kinder mit einer Endoskop- Kamera, wie es im Bach unter Wasser aussieht oder im Loch einer Asthöhle. Sieht sehr professionell aus – und nach guter Begleitung.
Erzieherin Anja Kamper empfiehlt, Medien ganz langsam einzuführen. Die Fachkräfte müsstengut geschult werden, um die Kinder nicht zu überfordern. „Erst Fotos schießen, dann Videos, zum Schluss erklären, wie man ein Video schneidet.“


So können die Eltern nachvollziehen, was ihre Kleinen gemacht haben
KEN STROHSCHEIN, FAMILIENZENTRUM ZWERGENHÜTTE IN KÖLN


Was ist für welche Altersgruppe geeignet?

Bei Tablets denken viele Erwachsene an Lernspiele oder Apps. Mit dem Medien-Lab wurde gezeigt, wie viele Gestaltungsmöglichkeiten so ein Gerät birgt. Hörspiele, Filme,selbst eigene Fotos sind um Längen spannender als die simple Ansage: „Beschäftigt euch mit der App zehn Minuten, dann könnt ihr die Tablets wieder abgeben.“
Die Fragen, die die Fachkräfte beim Medien-Lab diskutierten, interessieren auch die Eltern: An welchen Stellen sind digitale Medien sinnvoll? Welche werden bereits in den Einrichtungen genutzt und welche Erfahrungen wurden damit gemacht? Was ist für welche Altersgruppe geeignet? Wie kann man die Familien mit einbeziehen? Transparenz ist einzentrales Element für die Erziehungspartnerschaft – nicht nur beim Thema Medienkompetenz. Wissen die Eltern, was genau geplant oder gemacht wird, sind sie sehr viel weniger skeptisch.

Für Erwachsene öffnen sich neue Horizonte

Auffällig bei den FRÖBELKitas ist der unkomplizierte Umgang mit den Geräten. Mit ihren bunten, stoßsicheren Hüllen sehen sie einladend, robust und kindgerecht aus. Das ist wichtig, denn die beste Medienarbeit verfehlt ihr Ziel, wenn die Kinder dieses moderne Werkzeug nicht selbst benutzen. Nureigenes Tun bringt sie zu Erkenntnissen und Entdeckungen – und Lernfortschritten.
Alle können hier gewinnen, denn auch den Erwachsenen öffnen sich neue Horizonte. Und was danach besonders gut ankommt, ist medienfreie Zeit: einfach nur zusammen nichts tun, kuscheln oder den Kindern zuhören, wie es war, als sie die Fotos für das Projekt machen durften …

Mehr im Internet

Wie die Ideen vom Medien-Lab umgesetzt wurden, kann man sich hier auf YouTube anschauen:www.youtube.com/ watch?v=YoA9R7sGRTU

SCHAU HIN! Eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von Vodafone, ARD, ZDF und TV Spielfilm gibt Tipps rund um die Medienerziehung. Nicht nur für Eltern.www.schau-hin.info

Modellprojekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit Infos zum Projekt und Anregungen für Einrichtungen und Eltern:www.familieundmedien-nrw.de (Seite im Aufbau)

Blickwechsel – Verein für Medien- und Kultur-Pädagogik. Fortbildungen für Kitas, Medienprojekte mit Kindern, Informationsveranstaltungen und Elternabende.www.blickwechsel. org/angebote

Initiative Eltern + Medien:www.elternundmedien.de Datenbank des Deutschen Jugendinstituts: Apps für Kinderwww.dji.de/index.php?id=43348


FOTOS: FOTOLIA.COM/ANGIOLINA; GETTY IMAGES/ISTOCK/KOSAMTU; GETTY IMAGES/HILL STREET STUDIOS/BLEND IMAGES LLC