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familie&kita: GUTE BETREUUNG ist Eltern wichtiger als Geld


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 7/2018 vom 06.06.2018

Nur ärmere Haushalte sollten von Kita-Beiträgen befreit werden, fordert die Bertelsmann Stiftung unter Berufung auf eineElternbefragung. Nur so bliebe genug Geld für den Qualitätsausbau


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Bildquelle: familie & co, Ausgabe 7/2018

Gute Kitas zeichnen sich durch eine gezielte und umfassende Förderung der Kinder aus. Darauf legen Eltern größten Wert


Mein Kind in guten Händen – das wünschen sich alle Mütter und Väter, wenn es um die passende Kita für ihren Nachwuchs geht. Doch was erwarten Eltern konkret von der Kita ihres Kindes? Welche Rolle spielen die Kosten und der Wohnort? Und: Wie wichtig ist ihnen die Qualität der Betreuung? Genau danach hat ...

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... die Bertelsmann Stiftung mit Unterstützung von infratest dimap mehr als 10000 Eltern in ganz Deutschland gefragt.

Kita-Beiträge belasten ärmere Haushalte mehr
Die Ergebnisse der Umfrage ElternZOOM liegen seit wenigen Tagen vor – und bergen interessante Fakten und einige Überraschungen. Ein wichtiges Ergebnis: Kita-Beiträge belasten vor allem arme Haushalte überproportional. Und das sind nicht gerade wenige: Derzeit leben 17 Prozent der Kita-Eltern unterhalb der Armutsrisikogrenze. Diese Haushalte zahlen einen fast doppelt so hohen Anteil ihres Einkommens für den Kita-Beitrag ihres Kindes wie wohlhabendere Eltern – trotz einer vielerorts gültigen Sozialstaffel.

Im Mittel zahlen Eltern 169 Euro im Monat
Während Eltern, die über weniger als 60 Prozent eines durchschnittlichen Einkommens verfügen, zehn Prozent ihres Einkommens, nämlich monatlich durchschnittlich 118 Euro, für den Kita-Besuch ihres Kindes zahlen, sind es bei denjenigen oberhalb der Armutsrisikogrenze fünf Prozent, was durchschnittlich 178 Euro entspricht (siehe Grafik unten).
Auch Zusatzkosten für Ausflüge, Verpflegung, Bastelmaterialien etc. – immerhin durchschnittlich 45 Euro monatlich – belasten die ärmeren Haushalte doppelt so stark wie wohlhabendere. Hinzu kommt, dass der Wohnort maßgeblich über die finanzielle Belastung durch den Kita-Besuch bestimmt – und nicht selten auch über die Qualität der Betreuung.
So gilt in Berlin weitgehend Beitragsfreiheit, weshalb die Kita-Kosten hier nur zwei Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens ausmachen. Dafür ist hier der Personalschlüssel auch deutlich schlechter als zum Beispiel in Baden-Württemberg, wo sich die Eltern allerdings auch mit rund sieben Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens an der Kita-Finanzierung beteiligen.
Was also tun, um die Qualität der Kitas zu verbessern und die offensichtlichen Ungerechtigkeiten zu beseitigen? Die Antwort der Bertelsmann Stiftung ist ein-deutig: Kita-Eltern mit einem Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze sollten bundesweit von den Kita-Beiträgen und Zusatzgebühren vollständig befreit werden.

Es klafft eine riesige Finanzierungslücke
Das würde nach Berechnungen der Stiftung jährlich rund 730 Mio. Euro kosten, wohingegen eine generelle Beitragsbefreiung für alle Kita-Eltern 5,7 Mrd. Euro kosten würde – plus jährlich ca. 9,6 Mrd. Euro für die Übernahme von Zusatzgebühren und den Aufbau ausreichender, kindgerechter Kita-Plätze.
Diesem Gesamtbedarf von 15,3 Mrd. Euro stehen allerdings nur die bisher vom Bund zugesagten 3,5 Mrd. Euro bis 2021 gegenüber – was zu einer enormen Finanzierungslücke führt (siehe Interview S. 26).

Kein Wunder also, dass die Befürchtung groß ist, dass bei einer generellen Beitragsbefreiung der qualitative Ausbau der Kitas auf der Strecke bleibt.
Überraschend ist, dass dies auch die Eltern so sehen und der Qualität der Betreuung absoluten Vorrang vor einer Gebührenbefreiung geben. Laut ElternZOOM würden 59 Prozent der Eltern oberhalb, aber auch – und das ist erstaunlich – 53 Prozent der Eltern unterhalb der Armutsrisikogrenze höhere Beiträge für mehr Personal und eine bessere Ausstattung der Kitas akzeptieren (siehe Grafik oben).

Beiträge bundesweit einheitlich regeln
Da in den Bundesländern sehr unterschiedliche Gebührenregelungen gelten, schlägt die Bertelsmann Stiftung – neben der Beitragsfreiheit für ärmere Haushalte – vor, die Kita-Beiträge bundesweit einheitlich zu bemessen und dabei nur jenen Teil des Einkommens heranzuziehen, der oberhalb der Armutsrisikogrenze liegt.
Das würde, so die Stiftung, den politischen Handlungsspielraum zugunsten des Qualitätsausbaus deutlich erweitern – ein Vorhaben, das sich, zumindest im Kern, mit Familienministerin Franziska Giffeys Plänen für ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz trifft.
www.bertelsmann-stiftung. de/elternzoom