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familie&reise: AKTIV AUF DER VULKANINSEL


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 04.07.2018

Es wird heiß! Und das nicht nur wegen der Vulkane, die unter der Insel schlummern – beiSport und Bewegung auf Lanzarote kommt die ganze Familie ordentlich in Schwung


Artikelbild für den Artikel "familie&reise: AKTIV AUF DER VULKANINSEL" aus der Ausgabe 8/2018 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 8/2018

Karge Hügel und das tiefblaue Mee r: die typischen Farben Lanzarotes


Morgens um halb zehn geht es bei strahlendem Sonnenschein zur Lagune für eine Stunde Stand Up Paddling. Nach etwas Tischtennis folgt am frühen Nachmittag ein Futsal-Turnier, und gegen Abend ist noch Zeit für eine Anfängerstunde Tennis. Klingt anstrengend? Ist aber großer Spaß! Mit unserem Sohn Loris (12) verbringen wir eine Woche im Club La Santa auf Lanzarote – und ...

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... stellen eine erstaunliche Verwandlung fest: Loris, den der Schulsport zu Hause, sagen wir es vorsichtig, wenig anspricht, wird hier zum begeisterten Sportarten-Sammler. Aber die Voraussetzungen sind natürlich auch ideal: Wenn einem 40 unterschiedliche Aktivitäten direkt vor Ort angeboten werden, ist auf jeden Fall etwas dabei, das man eigentlich immer schon einmal ausprobieren wollte.

Und uns zieht Loris auch gleich mit, sei es beim Minigolf, sei es beim Paddle-Tennis. Wer will, braucht den Club den ganzen Urlaub über nicht zu verlassen und füllt den Tag mit dem Sunrise-Freiwasserschwimmen um sieben Uhr morgens bis zur Aerial Relaxation zur Entspannung um sieben Uhr abends. Wir lassen es deutlich ruhiger angehen und überlassen einige Aktivitäten unserem Sohn, während wir das milde, sonnige Klima der Kanaren von der Pool-Liege aus genießen.

Spannende Aussichten: einmal quer über die Insel

Aber wenn man erst einmal im Aktivitäts-Modus ist, hält es einen eben doch nicht allzu lang im Liegestuhl: Für noch nicht einmal drei Euro pro Person bringt uns der Linienbus, der direkt vorm Haupteingang des Clubs abfährt, in die Inselhauptstadt Arrecife. Dort Machen wir ein wenig Pause von der Abgeschiedenheit des Clubs – Arrecife ist für lanzarotische Verhältnisse eine richtige Großstadt mit Shoppingmeile und schicker Promenade. Am alten Hafen, dem fein zurechtgemachten Charco de San Gines, essen wir die besten Tapas des ganzen Urlaubs.

Der Teufel begrüßt die Besucher des Nationalparks Timanfaya


Zwischen der Felsenküste finden sich imm er wiede r auch schöne Naturst rände


Ein Highlight des Insellebe ns: der Woche nmarkt im Zent rum von Te guise


Perfe kt zum Bumm eln: der alte Hafen de r Inselhauptstadt Arr ecife


Dann mieten wir für wenig Geld ein Auto für einen Tagesausflug über die Insel. Mit Kind, egal welchen Alters, im Schlepptau, sind lange Distanzen oft ein Problem – auf Lanzarote sind sie keins: Die Insel ist mit ihren 60 Kilometern Länge so kompakt, dass man die allermeisten Ziele schon längst erreicht hat, bevor die Frage „Wann sind wir da?“ gestellt wird. Stadtgetümmel ist schon lange eine von Loris’ Vorlieben, und auf dem Markt des Ortes Teguise bekommt er reichlich davon. Einmal in der Wo- che verwandelt sich das verschlafene Städtchen in einen richtigen Rummel, auf dem von Klamotten über Souveniers und Kosmetika, wie etwa allen möglichen inseltypischen Aloe-Vera-Erzeugnisse, bis hin zu diversen Snacks alles Mögliche angeboten wird.

Eine typische Erwachsenen-Unternehmung gönnen wir uns aber doch noch: einen Schlenker über den äußersten Norden der Insel mit Zwischenstopps in den kleinen idyllischen Orten Haría und Órzola. Der Blick auf die karge kleine Nachbarinsel Isla Graciosa vom hoch gelegenen Aussichtspunkt Mirador del Rio aus beeindruckt aber auch Loris sehr.

Bei den „Feuerbergen“ brodelt es unter der Oberfläche

Dem heißesten Tipp für Lanzarote-Be- sucher folgen wir aber erst am nächsten Morgen, als wir zu den „Montanas de fuego“, den Feuerbergen, im Timanfaya-Nationalpark aufbrechen. Die spektakuläre Mondlandschaft, die erst vor knapp 300 Jahren letztmalig bei Vulkanausbrüchen mit Lava übergossen wurde, gehört zu den Hauptattraktionen der Insel. Und die Bustour durch den Nationalpark macht klar, warum: Eine so eindringliche und hautnahe Vorstellung von den Naturgewalten bekommt man nur selten. Die Ranger führen beim Besucherzentrum vor, dass die vulkanische Aktivität noch nicht vorbei ist: Sie gießen einen Eimer Wasser in eine Felsspalte – und Sekunden später kommt eine Fontäne aus Wasser und Dampf herausgeschossen. Direkt unter unseren Sohlen, in zehn Zentimetern Tiefe, ist das Gestein schon 140 Grad heiß, und in sechs Metern Tiefe steigert sich das auf höllische 400 Grad! Kein Wunder also, dass die Köche im Restaurant des Besucherzentrums einfach die Erdwärme nutzen, um Steaks auf dem Grill zu brutzeln …

Vorn: die Pool-Landschaft des Clubs la Snata. Hinten: die rauen Gipfel der Berge an der Nordküste Lamzarotes


Wir aber wollen weiter – und begeben uns auf die Spuren des Inselkünstlers César Manrique. Die Jameos del Agua, also „Wasserspiele“, sind eines seiner landschaftlichen Hauptwerke: Manrique richtete in einem Teil eines unterirdischen Tunnelsystems einen Erlebnis-Parcours ein und ergänzte das Ganze mit einem paradiesisch-großen Pool unter Palmen – ein Ort, den man gar nicht wieder verlassen möchte. Zum selben Tunnelsystem gehört die nur we- nige Minuten entfernte Höhle Cueva de los Verdes, die ebenfalls entstand, als unterirdische Lavaströme riesige, bis zu 40 Meter hohe Hohlräume formten, durch die man nun schaudernd (vor Ehrfurcht oder wegen der frischen Temperaturen) schlendern kann. An manchen Tagen finden in den Jameos del Agua und in der Cueva de los Verdes mit ihrer grandiosen Akustik auch Konzerte statt.

La Santa: eingestellt auf Freizeit- und Spitzensportler

Nach so vielen Eindrücken zieht es uns zurück zum Entspannen an den Pool – was zu jeder Tageszeit problemlos möglich ist. Die Zeiten, in denen wir das geräumige Planschbecken aufgesucht hätten, sind lange vorbei – für Loris geht es am Pool ums Schwimmen und uns ums Chillen im Liegestuhl. Hätten wir jetzt ein richtiges Trainingsprogramm mitgebracht, wären natürlich auch die beheizten 50-Meter-Außenbecken oder das voll ausgestattete Leichtathletik-Stadion eine Option gewesen …

Der Club La Santa ist auf Aktivitäten für jedes Fitness-Niveau eingestellt: von reinen Freizeit- und Spaßsportlern wie uns bis hin zu richtigen Leistungssportlern. Die konnten wir in großer Zahl bewundern, weil gerade in unserer Urlaubswoche der vom Club veranstaltete Lanzarote-Ironman stieg. Bewun- derswert, aber für uns Untrainierte wohl doch nicht die richtige Urlaubsgestaltung. Auch dank des Ironman ist der Club La Santa praktisch ausgebucht, doch selbst mit 1600 Gästen wirkt er nicht überfüllt – auf dem weitläufigen Gelände findet jeder ein Plätzchen ganz nach seinen Vorlieben. Das liegt sicher auch daran, dass der Club sich gerade noch einmal stark erweitert und dabei teils neu erfunden hat. Wo vor kurzem noch Brachland war, sind knapp 100 Suiten entstanden, angelegt als Reihen- und Einzelhäuser.

Infos Lanzarote

Klima und Reisezeit Lanzarote ist ein Ganzjahres-Ziel. Auch in den kühleren Monaten November bis März erreichen die Tagestemperaturen 20 Grad; in der Hochsaison im Juli und August werden es bis zu 29 Grad.
Flüge Die Insel ist von vielen deutschen Flughägen aus nonstop zu erreichen. U. a.fliegen Condor von München, Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt, Ryanair von Düsseldorf und Germania von Berlin; außerdem bieten TUIfly und Sun Express Verbindungen an. Flugzeit: ca. 4 1 Stunden.
Unterbringung Playa Blanca, Puerto del Carmen und Costa Teguise, die touristischen Hauptorte mit einer Vielzahl an Hotels und Resorts, liegen an der Südküste. Der Club La Santa an der Nordküste ist vom Flughafen aus mit dem Auto in ca. 30 Minuten zu erreichen.www.clublasanta.de
Aktivitäten für Familien
Aqualava Wasserpark in Playa Blanca: www.aqualava.net Museo de la Pirateria in Teguise: www.museodelapirateria.com Lanzarote Aquarium in Costa Teguise: www.aquariumlanzarote.com

Hitzewall ungen: Nationalpark-Ranger führen in Timanfaya die Kraft des unterirdischen Feue rs vor


Einheitlich: Die Häuse r der Inseldörfe r sind all e samt we iß ange stric hen


Mini golf ist noch die am we nigste n anstrengende sportliche Aktivi tä t


Abk ühlung am Poo l: Viele Hot e ls auf der Inse l biete n große Bade-Landschaft en


Spez ialitäten am Spie ß: In Ti m a nfaya grill en die Köche mit der Hitze aus de r Erde


Entspann ung auf der Yogamatt e: Im Club L a Santa gehör t Sport zum All tag


Ein wenig Luxus muss sein: Der Club geht mit der Zeit

Unsere Suite bietet mit ihrer großen Glasfront einen tollen Blick auf die Lagune und die Berge der Nordküste dahinter – „urlaubiger“ geht es kaum.

Vom Frühstück einmal abgesehen (die Croissants und Brötchen holen wir uns jeden Morgen beim nächstgelegenen Club-Restaurant) bleibt die Küche aber so gut wie unbenutzt; dafür sind die Angebote der Lokale im Club selbst und im nahe gelegenen Ort La Santa zu verführerisch …

Mit den Suiten ist der Club in der Gegenwart angekommen – Touristen erwarten heute nun einmal höhere Standards als die von 1983, als der Club La Santa eröffnete. Damals war das Konzept, 400 Appartements in einem einzigen großen Block mit Innenhöfen, Atrien, kleinen Gärten und Terrassen unterzubringen, revolutionär – der Gründer des dänischen Reiseveranstalters Tjaereborg machte so aus der Bauruine eines Pleite-Investors ein Schmuckstück für die ganze Insel. Nach gut 30 Jahren war es aber einfach an der Zeit für eine Auffrischung.

Die ist gelungen: Den Gästen etwas zu bieten, ist die Philosophie, die auch die vielen Mitarbeiter des „Green Teams“ leben, die die Sportangebote betreuen. Die herzliche Atmosphäre macht aktiv. Dass wir Spaß haben würden, hatten wir erwartet; dass wir täglich Muskelkater haben würden, war die – ausgesprochen angenehme – Überraschung.


FOTOS: MICHA - STOCK.ADOBE.COM; SHUTTERSTOCK.COM (2); SHUTTERSTOCK.COM/PAOLO TRALLI

FOTOS: TURISMO LANZAROTE (4); CLUB LA SANTA (4); HENRIE - STOCK.ADOBE.COM