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familie & reise: FERIENDORF mit allem Drum und Dran


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 14/2018 vom 19.12.2018

Im Schnee wandern, auf Ponys durch die Winterlandschaft reiten, Sonne und Berge genießen: DasSchweizer Feriendorf in Urnäsch ist besonders für Familien ein tolles Reiseziel


Mit unseren beiden Kindern Lina (3 Jahre) und Max (10 Monate) sitzen wir im Zug und es herrscht große Aufregung: „Mama, wie weit ist es bis zur Schweiz? Bauen wir da einen Schneemann? Papa, dürfen Kinder auch Ski fahren?“ Unsere Tochter scheint große Erwartungen an den Urlaub im Reka-Feriendorf Urnäsch zu haben.
Wir Eltern träumen zwar eher von Spaziergängen im Schnee und abendlicher Gemütlichkeit in der Sauna als von Action auf ...

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Bildquelle: familie & co, Ausgabe 14/2018

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Mit unseren beiden Kindern Lina (3 Jahre) und Max (10 Monate) sitzen wir im Zug und es herrscht große Aufregung: „Mama, wie weit ist es bis zur Schweiz? Bauen wir da einen Schneemann? Papa, dürfen Kinder auch Ski fahren?“ Unsere Tochter scheint große Erwartungen an den Urlaub im Reka-Feriendorf Urnäsch zu haben.
Wir Eltern träumen zwar eher von Spaziergängen im Schnee und abendlicher Gemütlichkeit in der Sauna als von Action auf und abseits der Skipiste – oder Pony-Reiten. Lina hat nämlich, kaum dass wir den Bahnhof verlassen haben, einen Pferdestall entdeckt. Okay, versprochen, für Mittwochnachmittag buchen wir bei „Sämi“, einer waschechten Kopie des Almöhi, einen Ausritt.
Eigentlich möchten wir nun erst mal unsere Ferienwohnung beziehen, schaffen aber nur 30 Meter, bevor wir an der Glasfront eines großen Hallenbads stehen, wo wir uns die Nasen platt drücken. Auch da möchte Lina „sofort rein“. Wir können sie auf „später“ vertrösten, entdecken aber an einer Infowand das Wochenprogramm. Uns wird ein bisschen schwindelig: Basteln, Kühe melken, Kleintierfütterung, Raclette-Abend, Pool-Animation, Käserei-Besuch …

Lina reitet auf Mira – für sie war es der absolute Höhepunkt dieses Wint erurlaubs


Das Flüsschen Urnäsch ist Namensgeber für den Ort


Das Reka-Fereiendorf liegt idyllisch inmitten der Appenzell er Berglandschaft


Wanderbege isterte Familien finden hier ein Eldorado


Bereit zum Losmarschieren: Lina und ihr Papa Andreas


Pool-Spaß für Groß und Klein

Unsere Unterkunft erweist sich als sehr gemütliche, geräumige 3,5-Zimmer-Wohnung, die komplett mit (heimischem) Holz ausgestattet ist. Nun läuft auch Max, der bisher alles in der Trage verschlafen hatte, zur Hochform auf: Die Küche wird krabbelnd erforscht und bis zum letzten Topf ausgeräumt, er entdeckt sogar ein Fondue-Set im Küchenschrank.
Unser erster Weg führt uns ins Schwimmbad, wo neben einem Becken für Schwimmer auch ein großzügiges Kinderplanschbecken mit allerlei Wasserspielzeug auf uns wartet.
Die Kinder sind voll in ihrem Element und würden sich dort vermutlich stundenlang aufhalten, wenn nicht nebenan auf einmal Musik und der Aufruf zum „Poolspaß für Groß und Klein“ ertönen würde.
Natürlich will Lina dabei sein. Gesagt, getan. Zusammen mit ihrem Papa nimmt sie an den unterhaltsamen Spielen und Übungen teil. Und selbst Max guckt vom Beckenrand aus interessiert zu. Nach knapp einer Stunde sind Groß und Klein so erschöpft, dass Entspannung und Ruhe im Schwimmbad einkehren.
Am nächsten Morgen flitzen die Kinder zum Fenster, um den Neuschnee, der über Nacht gefallen ist, zu bestaunen. Ein perfekter Tag, um im Sonnenschein durch den hohen Schnee zu stapfen. Lina hat große Freude daran, bis zur Hüfte im pulverigen Weiß zu versinken, an Eiszapfen zu lutschen oder einfach aus der Kraxe heraus in die bergige Winterlandschaft zu schauen.

Brauchtumsabend mit Raclette-Essen

Die Gemeinde Urnäsch liegt im Schweizer Kanton App enzell Ausserrhoden auf 832 Metern Höhe


Beim Schnee schipp en helfen auch mal die Kinder


In den heimi schen Käsereien ist die Auswahl riesengroß


Auch für die Alle rkleinsten gibt es ein Planschbecken


Brauchtumsabend mit Raclette-Essen

Die Zeit bis zum Ponyreiten vergeht hier in der Gemeinde des Appenzellerlandes wie im Flug: Jeden Abend werden Ziegen, Hasen und Meerschweinchen von den Kindern gefüttert und gestreichelt, wir machen einen Ausflug zum Bauernhof von Familie Jäger, wo wir alles über die Urnäscher Hornkühe erfahren und sogar selbst melken dürfen.
Mehrfach besuchen wir das Spielzimmer mit den riesigen Bausteinen, testen alle Schlitten aus dem großzügigen Fundus des Feriendorfs – und dann ist es auch schon Mittwochnachmittag. Endlich können wir Pony Mira aus dem Stall holen, satteln und mit ihm durch die verschneite Landschaft spazieren.
Lina ist überglücklich und reitet auf dem geduldigen Pony eine Stunde lang durch die glitzernde Winterwelt von Urnäsch. Keine Frage: Es ist ihr schönstes Ferienerlebnis. Sogar Max ist fasziniert von diesem „lebendigen Schaukelpferd“ und streichelt Mira immer wieder übers Fell.
Die aufregenden Aktivitäten des Tages und die frische Bergluft sorgen dafür, dass die Kinder abends wie ein Stein ins Bett fallen, sodass auch wir Eltern ein paar Stunden haben, um (abwechselnd) im Bademantel über den Hof zu huschen und die müden Muskeln in der Sauna zu entspannen. Im Gegensatz zu den Ponys sind wir das Stapfen im Schnee nämlich nicht gewohnt und haben einen ziemlich starken Muskelkater.
Am nächsten Abend ist es im Gemeinschaftssaal lebhaft, laut und wuselig – beim wöchentlichen Brauchtumsabend. Die Gastgeber-Familie Frischknecht läuft gut gelaunt durch die Tischreihen, nimmt Bestellungen auf und bereitet das Raclette vor: An vier Stationen schmelzen riesige Käselaibe, die oberste Schicht wird über Pellkartoffeln und Gemüse verteilt. Als Nachspeise bekommt jedes Kind einen „Appenzeller Biber“ geschenkt – eine Lebkuchenspezialität, die Lina sofort verspeist.

Tolle Er fahrung: Hasen und Ziegen können gefüttert und gestreichelt werden


Wo kommt eigentlich die Milch her? Auf dem Bauernhof der Familie Jäger gibt es eine Einführung ins Melken von Kühen


Im Reka-Spielzimm er ist all es da: Eisenbahn, Lego-Steine …


Infokasten zum Urlaub

Reka Die Schweizer Reisekasse (Reka) ist eine Non-Profit-Organisation, die zu den wichtigsten touristischen Unternehmen der Schweiz gehört.

Feriendörfer Es gibt 13 sogenannte Reka-Feriendörfer. Jedes dieser Dörfer ist speziell für Familien ausgelegt. Das Motto in Urnäsch lautet: „Bei Tieren und Bauern“. Zur Ausstattung gehören der kostenlose Verleih von Buggys, Tragen (Kraxen) und Babyausstattung.

Anfahrt mit der Bahn: SBB bis Gossau, von dort mit den Appenzeller Bahnen bis nach Urnäsch. Das Reka-Feriendorf Urnäsch liegt ca. 100 Meter unterhalb des Bahnhofs. Mit dem Auto (von Deutschland aus, z. B. Schaffhausen): auf der A4 Richtung Winterthur, dann auf der A1 Richtung St. Gallen, Abfahrt Gossau, von dort nach Herisau bis Urnäsch. Die Fahrt durch die Schweiz dauert etwas mehr als eine Stunde.

Aktivitäten für ältere Kinder im Reka-Feriendorf Urnäsch: Teens-Club, Skikurse, Langlauf sowie Skitouren, Ausflug ins benachbarte Skigebiet Kronberg mit Ponylift, Snowtubing, Rutschring-Karussell, 7-km-Schlittenabfahrt, Indoor-Spielplatz Rorschach. Das Reka-Feriendorf ist auch im Sommer ein attraktives Familienreiseziel mit zahlreichen Wanderwegen, Ballspielplatz, Grillstellen, Sommerrodelbahn, Schaukäserei und Abenteuerland-Zoo.

Zum Abschluss wird ein kurzer Film über das traditionelle „Silvesterchlausen“ gezeigt. Wir erfahren, dass im Appenzeller Hinterland der „Alte Silvester“ am 13. Januar gefeiert wird und sehen, wie die Urnäscher mit prunkvoll verzierten Masken und Hauben durch die Straßen ziehen.

Das „Znüni“ ist bitte mitzubringen

Der letzte Urlaubstag bricht an. Lina wird es trotz unserer vielfältigen Aktivitäten anscheinend langweilig: „Ich will heute zum Basteln ins ‚Rekalino‘. Kein Problem. Aber was ist ein „Znüni“ …? Im Internet erfahren wir, dass es ein Pausenbrot ist, das in die Kinderbetreuung mitzubringen ist.
Ob sich unsere Kleine dort zurechtfindet zwischen den Schweizer Kindern und Betreuerinnen, die in unseren Ohren keinen Dialekt, sondern eine völlig andere Sprache sprechen? Lina scheint das nichts auszumachen. Nach drei Stunden holen wir sie ab und sie erzählt, dass die Betreuerin „komisch“ gesprochen habe, aber sie „ganz viel rote Schorli“ trinken durfte. Wehmütig machen wir uns nach sechs Tagen wieder auf den Weg ins schneefreie Deutschland. Unsere Erwartungen haben sich erfüllt: Die Kinder konnten im Schnee toben, im Schwimmbad planschen, Tiere streicheln, reiten – und wir Eltern konnten im Winter-Wunderland spazieren gehen und trotz zweier kleiner Kinder ein bisschen Wellness erleben. Einzig Lina äußert eine kleine Kritik: „Der Schnee, Mama, der sollte nächstes Mal wärmer sein!“


FOTOS: KERSTIN AHLBORN (12); REKA PR; KARTE: ARTALIS-KARTOGRAPHIE - STOCK.ADOBE.COM