Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 6 Min.

familie&zuhause: DIE NETZFAMILIE Kunterbunte Elternblogs


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 05.09.2018

Anekdoten, Geistesblitze oder Praxistipps – die besten Mama- und Papablogs teilen Freud und Leid. Ermutigend, denn es zeigt: Wir sind nicht allein

Sie tragen die verrücktesten Namen – „Kullakeks“, „dasnuf“ oder „schick gewickelt“ … Was alle diese (Eltern-)Blogs verbindet: Die Themen drehen sich immer um das Familienleben und Elternsein. Meist trennen sich die (Netz-)Wege dann. Einige Bloggerinnen und Blogger geben sich als Welterklärer, andere dagegen reichen Fachwissen weiter, zum Beispiel der „Hebammenblog“ oder die „Juramama“. Oft werden auch Experten hinzugezogen wie beim Blog „Das gewünschteste ...

Artikelbild für den Artikel "familie&zuhause: DIE NETZFAMILIE Kunterbunte Elternblogs" aus der Ausgabe 10/2018 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 10/2018

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von familie & co. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2018 von AUS DER REDAKTION …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUS DER REDAKTION …
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von familie&leute: Menschen des Monats. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
familie&leute: Menschen des Monats
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von familie&produkte: Das Beste fürs Oktoberfest. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
familie&produkte: Das Beste fürs Oktoberfest
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von familie&erziehung: WAS IST DAS? WIE GEHT DAS?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
familie&erziehung: WAS IST DAS? WIE GEHT DAS?
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von familie&erziehung: Spielend wachsen mit den echten Klassikern. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
familie&erziehung: Spielend wachsen mit den echten Klassikern
Titelbild der Ausgabe 10/2018 von familie&erziehung: GUT zu wissen: Entspannter Alltag. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
familie&erziehung: GUT zu wissen: Entspannter Alltag
Vorheriger Artikel
familie&extra: Keine kalten Füßchen kriegen!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel familie&zuhause: GUT zu wissen: Omm für Kinder
aus dieser Ausgabe

... Wunschkind“. Dessen Rubrik „FAQ“ hat schon manche Eltern aufgeklärt – und sei es nur in dem Punkt, wozu der Klebestreifen an der „Easy Up Pant“-Windel gut ist.

Wer Elternbloggs schreibt, sollte mit der Veröffentlichung von Kinderfotos vorsichtig sein. Thematisch sind den Bloggern kaum Grenzen gesetzt


INTERVIEW: Impf-Thema ist tabu

Die Journalistin Bettina Apelt bloggt über die Vereinbarkeit von Familie und Kultur


familie&co: Dein Schwerpunkt ist für Mamablogs eher untypisch – wie kam es dazu?
Bettina Apelt: Bevor meine beiden Kinder kamen, war ich fast immer unterwegs – im Kino, auf Festivals, Lesungen. Ob oder wie sehr sich das verändern würde, konnte ich nicht abschätzen. Mit meinem Blog will ich zeigen, dass auch mit Kindern noch viel Kultur möglich ist.
Wer über seine Familie bloggt, gibt viel Privates preis – wo liegen deine Grenzen?
Es ist mein Blog, nicht der meiner Kinder. Das ist meine Richtschnur. Ich zeige frontale Bilder von mir, meinem Mann oder unserem Hund, aber nicht von den Kindern. Ich ziehe auch Textgrenzen. Es gibt Blogger, die zeigen ihre Kinder nicht, schreiben aber detailliert über deren Sauberwerden oder Liebeskummer. Das würde ich nie tun.
Welche Themen sind sonst für dich tabu?
Impfen – das kläre ich mit meinem Kinderarzt, nicht mit meinen Followern. Andere Themen dagegen, die kaum präsent sind, greife ich gern auf. Einmal hatte ich eine Interviewpartnerin, die keines ihrer drei Kinder stillen wollte. Sie hat selbst dazu gebloggt – und viele Frauen haben sich gefreut, dass darüber geredet wurde.
Was zieht deine Leserschaft besonders an?
Meine Interviewreihe „Familienrollen“, mit der ich regelmäßig Familienmodelle vorstelle. Ich gehe hier gern ins Detail und werfe Fragen auf, die anderswo weniger Raum haben. Zuletzt hat mir etwa ein Mann erzählt, wie er als Vater mit dem Tourette-Syndrom umgeht. Ich mag diese Reihe, weil sie mir ermöglicht, die große Vielfalt von Familien zu zeigen. Mehr unter fruehesvogerl.de

Je mehr Zeit sie miteinander verbringen – umso inniger die Papa-Kind-Beziehung


INTERVIEW: Vatersein ist schön

Der Sozialpädagoge Rüdiger Dreier bloggt für mehr positive Vater-Kind-Beziehungen


familie&co: Es gibt 2000 Mama-, aber nur 100 Papablogs – wie kamst du dazu?
Rüdiger Dreier: In meiner ersten Elternzeit fehlten positive Vater-Kind-Bilder fast völlig. Papas waren immer nur in der Statistenrolle. Das war 2014, vor der Geburt meiner zweiten Tochter. Mit meinem Blog wollte ich deshalb zeigen, wie schön das Vatersein ist.
Wie empfindest du es heute?
Es hat sich einiges getan. Es gibt sogar Wickeltaschen für Männer oder Babycreme-Werbung mit Papas! Gleichzeitig gibt es aber immer noch die klassische Rollenverteilung – und viele Väter, die denken: „Das Beste, was du für dein Kind tun kannst, ist Überstunden machen.“ Das bricht mir immer fast das Herz. Ich will deswegen meinen Blog verändern und dieses wichtige Thema in den Fokus rücken: Was können Papas mit ihren Kindern unternehmen?
Du zeigst viele Bilder von dir und deinen Kindern – wie wählst du aus?
Fotos, die ich posten will, zeige ich erst meiner Frau – und frage auch unsere Viereinhalbjährige, ob sie einverstanden ist. Wenn nicht, zeige ich das Foto nicht. Außerdem gibt es bei mir nur „gewaltfreie Fotos“ – diese Anregung habe ich aus einem Workshop der Elternblogger-Messe Blogfamilia. Vorher hatte ich mir nie Gedanken gemacht, wenn ich etwa zu meiner Tochter gesagt habe: „Bleib mal stehen und guck mich an …“ Heute fotografiere ich keine gestellten Situationen mehr.
Was wünschst du dir?
Es gibt eine große Vielfalt bei Mütterblogs – es wäre schön, wenn es auch mehr Väterblogger gäbe. Wenn einer Fragen hat, kann er sich gerne bei mir melden. Kontakt: mannpluskind.de

Papa hat (Teil-)Zeit

Sieben Monate Elternzeit und danach Teilzeitarbeit – damit gehört Heiner zu den Exoten unter den Papas. Aufvaterwelten.de schreibt er (nur unter seinem Vornamen) gerade deswegen über sein Vaterglück (mit bald zwei Kindern) – und kritisiert denUmgang der Gesellschaft mit Familien oder Pflegearbeit. In einem Post ärgert er sich, dass Männer ihm gegenüber gerne abwertend fiese Sprüche loslassen wie: „Ich arbeite auch Teilzeit – von acht bis acht!“ Seine Vaterrolle werde von Frauen gelobt und demGroßteil der Väter belächelt. Dazu meint er: „Ich weiß nicht, was genau hinter den Sprüchen steckt. Es ist komisch und manchmal auch anstrengend, sich gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen zu behaupten.“ Daran soll sich etwas ändern – deshalb bloggt Heiner.vaterwelten.de

Wohnzimmer und Tor zur Welt

Als Christian Kempe Vater wurde, veränderte das sein Leben: Er entdeckteneue Seiten an sich, kündigte seinen Kaufmannsjob und wurde Erzieher. Und fing an zu schreiben, sogar an einem Kinderbuch. Es ist im Sommer erschienen: „Taubenalma. Du bist mehr, als Du glaubst zu sein“ (Infos: taubenalma.de). Der Blog ist sein „Wohnzimmer und Tor zur Welt“. Seine Themen:Erziehung, Träume, Karriere undKindheitserinnerungen. Er schreibt dazu: „Hier kann ich mich austoben, wie ich es mag, und Kontakte schließen, die meinen Horizont und meine Möglichkeiten erweitern. Hier finde ich zu mir und habe gleichzeitig ein Ventil zum Dampfablassen.“ Sein Motto: „Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern!“ Mit seiner Partnerin hat er vier Kinder.papiredetmit.de

Was heißt denn hübsch machen?

AufPapaleaks schreibt Alex, Mitte 40, Vater einer fünfjährigen Tochter. Er erwähnt keine echten Namen außer dem eigenen Vornamen. Verschiedene Blogger hätten ihn motiviert, selbst zu bloggen, darunter vor allem Susanne Mierau mit ihrem Elternblog geborgen-wachsen.de Axel bloggtmal Allgemeines, mal Kritischpolitisches . Zuletzt machte ihn die aktuelle Trump-Aktion fassungslos. Ein Land, das er gern bereist hat, reißt Familien auseinander? Aufgewühlt ringt er um Worte. In einem anderen Post denkt er über den Ausdruckhübsch machen nach. Seine Kleine schlug nämlich vor: „Zuerst machst du mich hübsch, dann mach ich dich hübsch.“ Er schreibt: „Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde, das entwertet (unabsichtlich) ihr Äußeres.“ Hier gibt es viel Stoff zum Nachdenken.papaleaks.de


FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM; FANCY/RF; PRIVAT (2)