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Fang die Wanderer!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 03.09.2021

AAL

Artikelbild für den Artikel "Fang die Wanderer!" aus der Ausgabe 100/2021 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Zwei Aale, gefangen im späten Oktober. Solche Fänge sind im Herbst auch tagsüber möglich.

Bis zur Geschlechtsreife lebt der Aal in unseren Binnengewässern. Dann macht er sich auf die weite Reise in die 5.000 Kilometer entfernte Sargassosee im Nordatlantik, um sich fortzupflanzen. Bevor es soweit ist, fressen die Aale sich im Herbst für die weite Wanderung reichlich Fettreserven an, um den Weg auch zu überstehen und ablaichen zu können. Wer die Gunst der Stunde nutzt, der kann jetzt im Herbst mit wenig Aufwand und in kurzer Zeit sehr gute Aale fangen!

Der riesige Vorteil ist die Jahreszeit, denn es wird sehr früh dunkel und man muss nicht wie im Sommer ewig lange Nachtansitze einplanen. Man muss sich also nicht die Nacht um die Ohren schlagen!

Optimale Bedingungen haben wir dort, wo viele Wollhandkrabben ihr Unwesen treiben. Bei geringeren Wassertemperaturen sind sie nicht so aktiv und stürzen sich deswegen nicht gleich auf unsere Köder. Außerdem gehört die Wollhandkrabbe selbst nun ...

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... nicht mehr unbedingt zur natürlichen Nahrung des Aals, weil sie sich nicht mehr häutet und somit vom Speiseplan verschwindet. Ein weiterer bemerkenswerter Vorteil ist, dass wir fast ausschließlich unseren Zielfisch fangen. Es sind nicht mehr so viele Weißfische unterwegs wie in den wärmeren Monaten, die den Köder attackieren. Ein „Glocken­ konzert“ von einem Schwarm Brassen bleibt im Oktober meist aus. Nur gelegentlich gibt es einen Barsch als Beifang.

ABWANDERNDE AALE STELLEN DIE NAHRUNGSAUFNAHME EIN, ABER …

Wenn die Wassertemperaturen fallen, ist nicht nur für die Raubfischangler eine gute Zeit. Auch die Aale kommen noch einmal aus ihrer Deckung und fressen sich zum letzten Mal voll. Im Spätherbst, wenn die Wassertemperatur stimmt, verändert der Aal, der zum Laichen abwandert, seine Anatomie und stellt das Fressen ein. Sein Verdauungstrakt bildet sich zurück, seine Geschlechtsorgane werden größer. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, kauen die Aale auf den Ködern rum, schlucken sie aber nicht mehr runter. Bei einem Fehlbiss sind sogar kleine Löcher als Bissspuren erkennbar!

Trotzdem biete ich am liebsten Tauwürmer an. Zum einen, weil ich so viel Geruch ins Wasser bekomme, zum anderen, weil die Aale gerne darauf herumkauen. Allerdings bekommt man durch den großen Köder auch Fehlbisse, aber es gibt auch mehr Bisse als wenn man weniger beködern würde. Kleine Haken wirken dem zögerlichen Fressverhalten entgegen und können leicht genommen werden. Dennoch sitzen die Haken sehr häufig vorne im Maulbereich. Auf diese Weise lässt sich selektiv angeln, falls ein Aal mal zu groß oder zu klein sein sollte.

Nimm zwei!

Beim Aalangeln im Herbst fischt Sebastian oft mit zwei Tauwürmern am Haken. Zum einen gelangt so mehr Wurmsaft ins Wasser, zum anderen werden die Fische eher auf den Köder aufmerksam. Dazu zieht er zuerst einen Tauwurm über den Haken hoch auf das Vorfach. Danach wird der zweite Tauwurm auf den Haken gezogen, wobei unbedingt darauf zu achten ist, dass die Hakenspitze frei bleibt und so sicher im Aalmaul fassen kann.

„Die großen Aale lassen sich im Herbst mit der Strömung treiben.“

SENSIBLE GLASFASERSPITZEN ZEIGEN AALBISSE BESONDERS GUT AN

Für die Bisserkennung, und damit der Schleicher nicht zu viel Widerstand spürt, verwende ich weiche Fiberglasspitzen. Die haben den Vorteil, dass sie sehr leicht nachgeben und dabei fast unzerstörbar sind. Somit kann ich bei bester Bisserkennung auch hohe Gewichte werfen.

Die Aale lassen sich mit der Strömung treiben und nehmen den Köder nur kurz auf. Deswegen benutze ich zusätzlich den Freilauf an meinen Stationärrollen. Wenn dieser zu fest eingestellt ist und dem Aal zu großen Widerstand bietet, lässt der Fisch schnell davon ab. In kleineren Flüssen habe ich schon beobachtet, wie mein Angelkollege während eines Bisses sogar mit der Rute mitgegangen ist, um dem Fisch die Zeit zu geben, die er braucht, um den Köder zu bewältigen.

SEHR LANGE VORFÄCHER HALTEN DEN KÖDER AM GRUND

Ich verwende ausschließlich Tauwürmer. Damit hat der silbergefärbte Blankaal es deutlich einfacher. Sie sind weich, er kann also gut darauf herumkauen. Mit Köderfischen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, da sie nicht so leicht gefressen werden können und dem Aal der Drang fehlt, sie zu schlucken. Um es dem Aal leichter zu machen, den Köder in Ruhe zu nehmen, darf der Wurm nicht durch die Strömung unnatürlich herumwirbeln. Daher setze ich auf lange Vorfachschnüre. Je stärker die Strömung, desto länger muss das Vorfach sein. Damit ich in jeder Situation gewappnet bin, habe ich einige Vorfächer in verschiedenen Ausführungen immer dabei. Längen zwischen 1,20 und 1,50 Meter sind ideal.

Der Clou mit der Schlaufe

Damit der Haken möglichst in alle Richtungen fassen kann, bindet Sebastian ihn nicht wie gewohnt mit dem Clinch- Knoten an, sondern verwendet die Rapala-Schlaufe. So kann der nadelspitze Greifer in alle Richtungen hin fassen.

Meine Vorfächer knüpfe ich aus 0,35er Fluorocarbon. Dieses Material sinkt im Wasser zu Boden. So bin ich sicher, dass mein Köder äußerst ruhig liegt.

Mein bevorzugtes Blei ist ein Noppenblei. Es hält gut am Grund und wird laufend auf der Hauptschnur montiert. Das Bleigewicht wähle ich angepasst an die Strömung. Dem Blei folgen eine Stopperperle und ein Tönnchenwirbel mit Karabiner. In den hänge ich dann das Vorfach. Beim Aalangeln halte ich also alles so einfach wie möglich.

Angeln Sie eigentlich noch auf Aal?

Im Hinblick darauf, wie sehr die Aalbestände in den letzten Jahren eingebrochen sind, stellen sich viele Angler die Frage, ob sie überhaupt noch auf Aal angeln sollen. Wie stehen Sie zu dem Thema? Schicken Sie uns Ihre Meinung an redaktion@blinker.de!