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FARB-TÖNE


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Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 04.05.2022

TEST PHONO - KABEL

Artikelbild für den Artikel "FARB-TÖNE" aus der Ausgabe 6/2022 von Stereo. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereo, Ausgabe 6/2022

Sie sind die ganz Leisen unter den HiFi-Quellen: die Tonabnehmer. Schon ein MM-Abtaster bringt es in der Spitze auf kaum mehr als fünf Tausendstel Volt Ausgangsspannung. Und die MC-Typen liegen im Schnitt nochmals um den Faktor zehn darunter. Eigentlich logisch, dass angesichts solch niedriger Werte jeder Übergangswiderstand und jede Unzulänglichkeit in der Zuleitung unverhältnismäßig hohen Einfluss auf das Signal nimmt.

Hochwertige Plattenspieler und ihre Tonabnehmer profitieren deshalb deutlich von einem angemessenen Kabel. Wir haben uns acht Probanden von renommierten Marken, aber auch von ambitionierten Außenseitern aus der anspruchsvollen Liga um 500 Euro angehört. Alle waren dabei tonarmseitig mit dem gängigen 5-Pol-Stecker für den verlustarmen Direktanschluss an die von uns im Test verwendeten Arme (s.u.), gerne auch als „SME-Kupplung“ bezeichnet, konfektioniert und liefen ...

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... in meistens verwendete Cinch-Stecker aus. Wenn andere Konfektionierungen im Angebot sind, geben wir dies an. Als Länge wählten wir praxisgerechte Werte von einem guten Meter. Meist sind abweichende Längen aber auf Anfrage erhältlich.

Jeder Leiter wurde mit Top-Abtastern aus der MC-und MM-Clique gehört, um beide möglichen Einsatzgebiete abzudecken. Eine echte Vorliebe verzeichneten wir dabei zwar nicht, aber dennoch klare Unterschiede im Klangcharakter. Und die bleiben ja auch im Millivoltbereich hochspannend!

Die Test-Tonarm/Abtaster-Kombis waren Transrotors TRA9/2.1 mit unserer Tonabnehmer-Referenz EMT JSD Novel Titan G (MC, r.) sowie ein Jelco TS-350, an dem Clearaudios Charisma V2 lief – das beste MM-Pickup, das wir kennen. Als Laufwerk diente Transrotors unbestechlicher Rondino nero.

AUDIOPLAN MAXWELL A

Seit langem gilt Audioplan im süddeutschen Malsch als einer der profiliertesten hiesigen Kabelanbieter, der nichts dem Zufall überlässt und einst sogar als Pionier in dieser Sache die Kabeldiskussion wesentlich mit anstieß. Für unseren Phono-Leiter-Test konfektionierte Inhaber Thomas Kühn ein Maxwell A, das in verschiedensten Ausführungen – symmetrischen wie unsymmetrischen – erhältlich ist und eins zu eins auch für Hochpegelgeräte geliefert wird.

Die Kanäle sind hier separat geführt, was das Kabel besonders opulent erscheinen lässt, und laufen tonarmseitig in einem relativ massigen Fünfpolstecker zusammen, sodass der Querschnitt bis an die Kontakte heran bewahrt wird. Falls unter der Buchse wenig Platz ist, gibt es diesen auch in abgewinkelter Form.

Im Innern laufen laut Hersteller dicker als üblich versilberte Reinkupferleiter, die von umlaufenden Kunstfasern sowohl vor Mikrofonie geschützt werden als auch vor unerwünschten Kontakten zu den Nachbarleitern. Beides könnte Verzerrungen verursachen. Auch die äußeren Bereiche des Kabels sind in dieser Weise „gestrickt“. Die soliden Cinch-Stecker mit drehbaren Klemmhülsen lässt sich Audioplan nach Maß von einem Spezialisten fertigen.

Für sein recht flexibles, nach dem Physiker und Mathematiker James Clark Maxwell benanntes Kabel reklamiert Audioplan eine „erdige und dennoch fein aufgelöste sowie mit schönen Klangfarben“ ausgestattete Darbietung der Musik. Tatsächlich besticht das Maxwell A mit einem satt ausgeformten Bassund Grundtonbereich, was dem zudem räumlich angenehm groß aufgezogenen Klangbild Ausdruck und Autorität verleiht. Das macht Eindruck, und gerade etwas schlanker und präsenter abgestimmte Abtaster wirken nicht zu dünn oder in den Mitten fahl, ausgeglichene Typen erfreuen mit Strahlkraft und Nachdrücklichkeit.

Auf der anderen Seite gelang dem Audioplan das Kunststück, das typische metallische Timbre von Becken und Triangeln zu bewahren sowie in jeder Weise homogen und nuanciert abzubilden. Das Maxwell A qualifiziert sich somit auch als klare Empfehlung für Top-Abtaster.

KONTAKT UND PREISE

Audioplan +49 (0) 7246/1751 www.audioplan.de

5-Pol-Stecker (gerade oder abgewinkelt) auf Cinch oder XLR: um 630€

Cinch auf Cinch: um 550€

Die Angaben gelten für jeweils 1,2 Meter Länge, fertig konfektioniert.

AUDIOQUEST YOSEMITE

Die US-Marke AudioQuest ist ungemein rührig und innovativ, wenn es um Fortschritte im Kabelsektor geht. So ersann man vor einigen Jahren etwa das „Dielectric Bias System“, kurz DBS, das mittels langlebiger Batterien 72 Volt Spannung an das Dielektrikum, also die Isolierung zwischen den Leitern, anlegt, was Signalverluste durch Absorption vermeiden sowie den allgegenwärtigen elektromagnetischen Feldern die Ausbreitung erschweren soll – besonders wichtig im Hinblick auf die störanfälligen Phonoströme. Auch das beide Kanäle in einem flexiblen Strang führende Yosemite ist mit DBS ausgestattet. Leuchtet nach Knopfdruck die grüne LED auf dem Batteriegehäuse, sind diese fit.

Verstärkerseitig werden die Cinch-Anschlussstücke aus einem Kunststoff-Terminator herausgeführt, was bedeutet, dass die Buchsen relativ dicht beieinanderliegen müssen. Viel mehr als fünf Zentimeter Abstand sollten es nicht sein. Im Innern sind die Massivleiter aus hochreinem Kupfer in einen Polyethylenschaum mit hohem Luftanteil gebettet. Das „Noise Dissipation System (NDS) in Form einer dreilagigen Folie auf Carbonbasis unterstützt die Wirkung des einseitig aufliegenden Schirms und soll HF-Einstreuungen abfangen, bevor diese zur Gerätemasse dringen, was ebenfalls die Klangqualität fördert. Puh, ganz schön viel Technik, oder?

Diese vergisst man sofort, sobald das Yosemite an die Stelle eines, sagen wir mal, nicht ganz so tollen Phono-Kabels rückt. Etwa an die von Jelcos rosafarbener, gar nicht mal übler Beipackstrippe und James Taylor in „Her Town Too“ plötzlich weniger blass und hohl tönt, sondern Brust und Farbe bekommt oder der ihn begleitende Bass um eine gute Portion Fülle und Tragfähigkeit zulegt. Zugleich löste das grünschwarz ummantelte AudioQuest eine leichte Bremse. Es war, als ob mit ihm die Platte ein wenig schneller liefe. Tat sie natürlich nicht!

Substanziell, flink, gelöst und nach dem Einspielen auch dreidimensional auftretend hinterlässt das Yosemite die Visitenkarte des Könners.

KONTAKT UND PREISE

AudioQuest +31 (0) 165541404 www.audioquest.com

5-Pol-Stecker (gerade oder abgewinkelt) auf Cinch sowie Cinch auf Cinch: um 550€ keine XLR-Version Die Angaben gelten für jeweils 1,2 Meter Länge, fertig konfektioniert.

CARDAS AUDIO CLEAR CYGNUS PHONO

Als STEREO in Heft 7/21 Nagras ultimative Phono-Vorstufe aus der „Classic“-Linie testete, hatten wir uns dafür extra das große Clear Beyond Phono des US-Kabelspezialisten Cardas Audio organisiert. An die atemberaubende Brisanz des allerdings satte 2150 Euro (1 m) teuren Top-Leiters reicht das freilich auch preislich drei Stufen unter diesem angesiedelte Clear Cygnus Phono zwar nicht heran, doch es eifert ihm nach.

Wer einmal einen NF-oder LS-Leiter aus der großen Clear-Linie der Amerikaner gehört hat, schätzt deren gelungene Verbindung von homogen-sonorer, geschmeidiger Natürlichkeit sowie Auflösung und schwungvoller Anmut. Stets wirken die Klangbilder ebenso feingliedrig wie farbig und bruchlos geschlossen.

Und genau daran knüpft das relativ leichte, hochflexible Clear Cygnus an, das das erfolgreiche Clear Light ablöst und dessen Anfangsstück in einer aus dem Monoleiter herausgeführten Peitsche verläuft, die garantiert kein Subchassis-Laufwerk in seiner Bewegung stört.

Gegen Aufpreis ist auf Wunsch auch eine Version mit Winkelstecker erhältlich. Innere Harmonie bedeutet für George Cardas, der seine Kabel in zwei Hallen in Bandon, Orgeon, von Hand fertigen lässt, alles.

Deshalb nimmt der Durchmesser der Litzen, die sich ringförmig um den festen Kern schmiegen, nach der Lehre des Goldenen Schnitts im Verhältnis von 1:1,618 nach außen hin zu, was hier „Golden Section Stranding“ heißt, wird das Dielektrikum nach dem Prinzip der „Matched Propagation“ auf die individuelle Leitungsgeschwindigkeit jedes Kabels angepasst.

Es wäre übertrieben, beim Clear Cygnus Phono, dessen interne Verseilung gegenüber der NF-Ausführung verändert ist, von Schönklang zu sprechen. Doch es passt alles wunderbar ineinander: Der Klang ist durchhörbar und ganzheitlich, dynamisch und ruhig in sich gefasst. Wollte man etwas hervorheben, so wären es die ungemein realistischen, farbenfrohen Mitten, die insbesondere zeigen, mit welch spitzen Fingern, ja, „analogem Spirit“ George Cardas sein Phono-Cygnus abgestimmt hat.

KONTAKT UND PREISE

Sieveking Sound +49 421 (0) 6848930 www.sieveking-sound.de

Gerader 5-Pol-Stecker auf Cinch oder XLR sowie Cinch auf Cinch: um 565€ Aufpreis für abgewinkelten 5-Pol-Stecker: um 70€ Die Angaben gelten für jeweils 1,25 Meter Länge, fertig konfektioniert.

HMS CONCERTATO PHONO

HMS in Leverkusen hat sich im Laufe der Jahre einen Ruf wie Donnerhall erarbeitet und gilt als erste Adresse für geradlinige Audiophile und High Ender ohne Hang zu abseitigen Theorien. Firmenchef Hans M. Strassner ist so etwas wie die Technik-Instanz bei allen physikalischen Fragen nicht nur rund ums Kabel.

Dass sein Concertato-Leiter auch bei Phono erstklassig funktioniert, führt der Rheinländer auf die besonders niedrigen dielektrischen Verluste zurück. So sind die Reinkupferleiter mit besonders hochwertigem „Lara-Tape“ umwickelt – gereckter Teflon-Folie mit besonders hohem Lufteinschluss –, bevor ein Polyurethan-

Gleich zwei Schirme halten Einstreuungen fern. Deren geringe räumliche Trennung durch eine Zwischenlage soll ihre Wirkung deutlich steigern. Eine Mikrofonieschutzfolie reduziert mechanische Anregungen. Das Holzkästchen, aus dem die kanalgetrennten Kabel laufen, während die Zuleitung zum Arm als leichter Solostrang geführt ist, sodass auch federnde Subchassis-Laufwerke nicht behindert werden, enthält weitere Schutzelemente gegen HF-Felder. Hier lässt sich an zwei alternativen Punkten das Massekabel andocken. Man wählt die Position mit optimaler Brummunterdrückung.

Keine Kompromisse auch bei den Cinch-Steckern. Hier greift HMS auf die teuren, aber meist überlegenen „Nextgen“-Kupfertypen mit PVD-Goldbeschichtung von WBT zurück. Wir kennen jedenfalls nichts Besseres!

Als wollte das Concertato Phono die Expertise und den streng wissenschaftlichen Ansatz seiner Entwicklung bestätigen, präsentierte es sich als Meister der Definition. So war das komplexe Tieftongemisch im Opener von Diana Kralls Paris-Konzert unglaublich präzise gezeichnet. Wo man in der turbulenten Nummer auch hinhörte, herrschte Ordnung, Sauberkeit und Struktur. Tonal verhält sich das HMS weitestgehend neutral, tendiert weder zu milder Lieblichkeit noch zur Strenge und bietet ein diffenziertes Tiefenrelief von holografischer Durchhörbarkeit. Klasse! Dass das Kabel in Sachen Emotionalität lieber die Musik sprechen lässt statt selbst auf diese einzuwirken, darf als weiteres Merkmal seiner Perfektion gelten.

KONTAKT UND PREISE

HMS Elektronik +49 (0) 2171 734007 www.hmselektronik.com

5-Pol-Stecker (gerade oder abgewinkelt) auf Cinch oder XLR: um 740€ Cinch auf Cinch: um 590€ Die Angaben gelten für jeweils 1,25 Meter Länge, fertig konfektioniert.

IN-AKUSTIK REFERENZ NF-803 PHONO

Die In-Akustik im süddeutschen Ballrechten-Dottingen gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten deutschen Kabellieferanten. Man führt ein riesiges Programm, und vom ganz günstigen Einstieg bis hin zur technisch ultra-aufwendigen High End-Verbindung gibt es von den Badenern schier alles.

Wir haben das NF-803 in Phono-Ausführung aus der anspruchsvollen „Referenz-Linie“ zum Test geordert, das preislich in unsere Riege passt. Das recht steife Kabel wird in unterschiedlichen Konfektionierungen geliefert. Im Falle eines armseitigen 5-Pol-Kontakts gibt es diesen allerdings nur in gewinkelter Ausführung.

Die schlanken Cinch-Stecker zeigen die Kanäle mit schmalen Kunststoffringen am vorderen Ende an, wobei Hellgrau rechts markiert.

Im Innern des beide Kanäle in einem Polyethylen-Geflechtmantel führenden NF-803 transportieren je zwei „High Speed“-Stränge mit individuell lacküberzogenen Litzen aus hochreinem Kupfer die Signale. Dies verhindert verzerrungsträchtige und „bremsende“ Annäherungseffekte. Die Leiter liegen in einem PE-Schaum. Mit Luft gefüllte PE-Röhrchen – Luft ist neben einem hier kaum zu realisierenden Vakuum der optimale Isolator – fixieren die Positionen beider Züge. Der Hersteller verspricht für sein Phono-803 Laufzeitkohärenz für sämtliche Frequenzen und eine „glasklare“ Wiedergabe.

In der Tat spielt das In-Akustik nicht nur trocken, sonder brut, nämlich ungemein drall, knackig und auf dem Punkt. Wer bei Gitarrenmusik vor allem auf den plastischen Korpus und das Perlen der Saiten hört, findet hier seine Traumverbindung. Ohne in den oberen Lagen zu übertreiben, erscheint Musik über das NF-803

Phono im besten und umfassenden Sinn „präsent“ und unmittelbar. Bis in die tiefsten Lagen hinein werden Basskonturen knorrig-konturiert gezeichnet, selbst HiHats haben „Kick“. Probieren Sie das NF-803 Phono doch mal an einem etwas dunkler und weicher abgestimmten Tonabnehmer. Dem bläst es den Marsch! Und Langeweile kommt mit dem dynamischen In-Akustik-Leiter ohnehin nie auf.

KONTAKT UND PREISE

In-Akustik +49 (0) 7634/56100 www.in-akustik.de

5-Pol-Winkelstecker auf Cinch/XLR um 515/575 € Cinch auf Cinch: um 460€ Die Angaben gelten für jeweils 1,5 Meter Länge, fertig konfektioniert.

SILENT WIRE NF8 CU PHONO

Wer sich nach hochwertigen Kabeln umsieht, kommt in der Regel an Silent Wire aus Herrmannsburg nicht vorbei. Wie andere Mitbewerber liefern die Niedersachsen viele ihrer klangstarken, handgefertigten NF-Verbinder auch in Phono-Ausführung. So ist etwa ein NF5 Phono seit Jahr und Tag einer unserer bevorzugten Arbeitsleiter für mittel-bis höherpreisige Plattenspieler wie Tonabnehmer.

Zum aktuellen Test war indes das NF8 Cu Phono inklusive auf den Buchsen arretierbaren Cinch-Steckern der Serie 16 angetreten. Dieses führt die beiden Kanäle hinter dem 5-Pol-Stecker, den es auch in abgewinkelter Variante gibt, vollkommen separat. Die Signale laufen über versilberte Litzen aus hochreinem Kupfer. Von diesen sind pro Ader zwei in ein „belüftetes“, da geschäumtes Dielektrikum gebettet, das so über geringste Absorptionseigenschaften verfügen und entsprechend hohen „Speed“ bieten soll. Drumherum befindet sich für optimale Wirkung gleich ein doppelter Geflechtschirm mit zwischenliegender Silberfolie. Wie bei solchen Konfigurationen üblich, ist die Abschirmung nur einseitig, nämlich zum Verstärker hin an den Cinches aufgelegt, damit elektromagnetische Felder über diesen abgeleitet und nicht dem Tonabnehmer zugeführt werden.

Klanglich lässt das Silent Wire nichts anbrennen, tönt groß, aufgeräumt, in seiner präsenten Art in der Tat wie frisch durchgelüftet und dazu schlagkräftig. Da das NF8 Cu selbst im Getümmel von Diana Kralls Opener des „Live in Paris“-Albums die feinen Hallanteile des rasanten Titels nicht unterschlug, erkannte das Gehör die räumlichen Dimensionen des Veranstaltungssaals, blieb die Übersicht sowie das flirrende Flair der meisterlichen Aufnahme erhalten.

Der Leiter aus dem ja eher für bodenständige Tugenden bekannten Niedersachsen hat einen hohen Anmachfaktor, baut untenherum Druck auf und klingt in den oberen Lagen spritzig. Ein Top-Kabel für anspruchsvolle Abtaster!

KONTAKT UND PREISE

Silent Wire +49 (0) 5052 913588 www.silent-wire.de

5-Pol-Stecker (gerade oder abgewinkelt) auf Cinch oder XLR: um 680€ Cinch auf Cinch: um 670€ Die Angaben gelten für jeweils 1 Meter Länge, fertig konfektioniert.

VAN DEN HUL THE VALLEY

Na klar, Analog-Fans denken beim Namen von Analog-Urgestein Aalt Jouk van den Hul, der einst den nach ihm benannten scharfen Nadelschliff erfand, zuerst an diesen respektive seine hochwertigen MC-Tonabnehmer. Doch seit exakt 40 Jahren entwickelt der Niederländer auch Kabel. Inzwischen bietet sein Unternehmen hier ein so umfangreiches wie eigenständiges Programm, das an Modellen und Umsatz die Abtastersparte weit übersteigt.

Für seine elaborierte „3T“-Linie, deren günstigster Vertreter das angenehm flexible The Valley ist, konstatiert Van den Hul außergewöhnliche Eigenschaften. So setzt die „True Transmission Technology“ für die Leiter auf eine Legierung, die aus fünf geheimen Metallen besteht. Jeweils 21 Litzen des Materials bilden die beiden Signalstränge, die individuell in eine Lage Carbonfolie gehüllt sind, die praktisch keinerlei Energie absorbieren und so die Leitungseigenschaften optimieren soll. Darauf folgt nach außen hin das Dielektrikum sowie ein doppelter Schirm aus versilbertem Kupfergeflecht.

Die hellgelbe „Hulliflex“-Ummantelung kommt ohne sich allmählich verflüchtigende Weichmacher aus, was unter allen Umständen konstante Eigenschaften gewährleisten soll. Insgesamt reklamieren die Niederländer für ihre 3T-Kabel weitestgehende Unempfindlichkeit gegenüber chemischer (Oxidation) wie mechanischer Alterung – sowie natürlich besten Klang.

Tatsächlich sprudelte die Musik aus den rhodinierten Cinch-Steckern vollkommen flüssig, frei und behände, war dabei präsent, aber kein bisschen überzogen, sondern einfach durchhörbar und balancierte diesen luziden Obertonbereich mit einem ebenso fülligen wie knorrigen Bass. Insgesamt ergab sich der Eindruck eines betont offenen, atmenden und bestens organisierten Klangbilds, dem man den in ihm steckenden Aufwand anhört. Angesichts der großen und zugleich sowohl beim Vorne-Hinten-Relief wie dem Fokus einwandfreien Abbildung erfrischte The Valley nicht nur durch seine ungebremste Agilität, sondern überzeugte auch bei sämtlichen anderen audiophilen Parametern.

KONTAKT UND PREISE

B&T HiFi Vertrieb +49 (0) 2104 175560 www.bt-hifi.com

5-Pol-Stecker (gerade oder abgewinkelt) auf Cinch oder XLR: um 600€ Cinch auf Cinch: um 400€ Die Angaben gelten für jeweils 1,2 Meter Länge, fertig konfektioniert.

ZAVFINO THE HIGHLANDS MK II

A nlässlich der Tests zweier Plattenspieler der kanadischen Marke Zavfino haben wir in jüngerer Vergangenheit auch deren Phono-Kabel kennen – und schätzen – gelernt. Tatsächlich sind diese sogar das ursprüngliche Metier der Nordamerikaner, die geschätzter Zulieferer von Anbietern mit illustren Namen sind. Und womit hat Helmut Thiele unlängst seinen genialen Tangential/Schwenktonarm T01 innenverkabelt? Genau, mit Zavfinos „Solid Pure Silver 34 AWG“.

Das aufwendig gemachte The Highlands MK II, das verstärkerseitig die Kanäle über längere Endstücke separat führt, besitzt ebenfalls vier Reinsilberleiter, die nach „H-Wound“-Weise engstens miteinander verdrillt sind, was den berüchtigten „Skin-Effekt“ – das Ausweichen hochfrequenter Signale auf die Oberfläche des Leiters – verhindern soll. Zudem werden die Silberstränge bei genau bestimmten Temperaturen zwischen -186 und -196 Grad kryogenisch behandelt, was ihre Molekularstruktur positiv beeinflusst.

Ferner erfolgt eine „Ultra Sonic7“ genannte Reinigung im energiereichen Hochfrequenzfeld, die laut Hersteller einen absolut sauberen Draht hinterlässt. In einem zweiten Schritt erhöht Zavfino Spannung und Frequenz bis dicht an die Bruchschwelle des Metalls heran, was ein „Burn In“-Ergebnis wie sonst nur nach vielen Betriebsstunden bewirken soll.

Neben der „bemerkenswerten Präzision“ und „erstaunlichen Mittenauflösung“, die Zavfino für sein im mittleren Preisbereich angesiedeltes Kabel reklamiert, überraschte uns vor allem die ebenso postulierte „Tieftonausdehnung“. In Macey Grays überfallartig einsetzendem, mit einem mächtigen, so fülligen wie ehernen Bass unterlegten „Slowly“ stellte The Highlands MKII selbst extreme Abgründe deutlich, fest und kantig dar. Und – richtig – auch darüber spielte die Musik nuanciert, ausgewogen, dreidimensional und übersichtlich. Tonale Aufhellungen, wie sie mancher HiFi-Fan mit Silber verbindet, traten nicht in Erscheinung; dafür gibt᾽s Stabilität, Schwärze im Bass und insgesamt eine Performance auf hohem Niveau.

KONTAKT UND PREISE

ATR-Audio Trade +49 (0) 208 882660 www.audiotra.de

5-Pol-Stecker (gerade oder abgewinkelt) auf Cinch: um 500€ 5-Pol-Stecker auf XLR beziehungsweise Cinch auf Cinch: um 540€ Die Angaben gelten für jeweils 1,5 Meter Länge, fertig konfektioniert.

FAZIT

Ganz schön viel Mühe, acht Phono-Kabel mit verschiedenen Tonabnehmern gegeneinander sowie gegen Vergleichsmodelle zu hören? Ach was, es war eher eine audiophile Lustreise auf „Leitungsebene“ und mit unseren bewährten Referenz-Komponenten. Böse Überraschungen gab es auf diesem Trip keine. Vielmehr haben wir aufschlussreiche Verbindungen geknüpft und neue interessante Typen entdeckt. Deren Eigenheiten und Charakterunterschiede zu erfassen war die Herausforderung.

Neben wenigen objektiven Aspekten – Besitzer von Subchassisdreher werden sich zwangsläufig bei den leichten, flexiblen Kabeln umsehen – zählt bei der Kaufentscheidung vor allem der persönliche Geschmack. Wir empfehlen, wenn möglich, sich einmal zwei, drei verschiedene Verbinder auszuleihen und zu Hause auszuprobieren. Wenn man Glück hat, ist der Zugang zum Tonarmsockel so ungehindert zugänglich wie beim von uns eingesetzten Transrotor-Laufwerk mit seinen gleich zwei frei schwebenden Armbasen, sodass der Kabeltausch innerhalb von Sekunden erledigt ist und sofort weitergehört werden kann. Dann erkennt man schnell, was zum eigenen Tonabnehmer, Musikprogramm und Hörempfinden passt.

Denn diese Aspekte sind hier die entscheidenden. Wer sich mehr Drall und Attacke von seinem Plattenspieler wünscht, wird wohl gezielt zum In-Akustik-Kabel greifen, während etwa Cardas᾽ feiner Phono-Leiter eher die „analoge“ Homogenität und Geschmeidigkeit fördert. Die anderen Probanden bewegen sich zwischen diesen freilich nicht sehr weit gesteckten Eckpunkten und bestechen mit ausgefeilter Performance, die hochwertigen Tonabnehmern – sei es ein MM oder MC – gerecht wird. Treffen Sie Ihre Wahl! Die Mühe lohnt sich. ■