Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Farbmanagement


Photoshop Toolbox - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 21.05.2019

Sollten Sie sich wundern, dass Ihre Bilder in Photoshop anders aussehen als in anderen Programmen, sind Sie über das wichtige, aber meist ungeliebte Thema Farbmanagement gestolpert.Olaf Giermann erläutert, was Sie dazu unbedingt wissen müssen.


Artikelbild für den Artikel "Farbmanagement" aus der Ausgabe 7/2019 von Photoshop Toolbox. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Photoshop Toolbox, Ausgabe 7/2019

DOCMA-Akademie


Das International Color Consortium (kurz ICC) wurde 1993 gegründet, um die bis dahin eher zersplitterten Farbmanagement-#@#Systeme zu vereinheitlichen und für möglichst alle Geräte, Betriebssysteme und Softwares verfügbar zu machen.
Das Ergebnis war ein Standard zur Beschreibung von Farbprofilen (ICC-Profile). Diese Profile beschreiben den ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Photoshop Toolbox. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Quick & Dirty-Tools. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Quick & Dirty-Tools
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Kanäle: Photoshops SCHALTZENTRALE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kanäle: Photoshops SCHALTZENTRALE
Titelbild der Ausgabe 7/2019 von Photoshop Toolbox. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Photoshop Toolbox - epaper
Vorheriger Artikel
Kanäle: Photoshops SCHALTZENTRALE
aus dieser Ausgabe

Das International Color Consortium (kurz ICC) wurde 1993 gegründet, um die bis dahin eher zersplitterten Farbmanagement-#@#Systeme zu vereinheitlichen und für möglichst alle Geräte, Betriebssysteme und Softwares verfügbar zu machen.
Das Ergebnis war ein Standard zur Beschreibung von Farbprofilen (ICC-Profile). Diese Profile beschreiben den Farbraum von Farbeingabe-(Digitalkamera, Scanner …) oder Farbausgabegeräten (Monitore, Drucker …).
Die Zielstellung von Farbmanagement ist, grob vereinfacht, dass zum Beispiel ein mit einer beliebigen Kamera fotografiertes Bild auf jedem Monitor und in jedem Druck so ähnlich wie technisch überhaupt möglich aussieht. Eine perfekte Übereinstimmung bleibt dabei aber reine Theorie – also ein Wunschtraum.

Noch nie gab es so viele unterschiedliche Geräte wie heutzutage, mit denen man Bilder fotografieren, betrachten und drucken lassen kann. Das ist zwar toll, potenziert jedoch ein schon immer vorhandenes Problem: Jeder Monitor stellt ein Bild andersfarbig als alle anderen Monitore dar. Zusätzlich lassen sich an den Bildschirmen auch noch manuell Helligkeit, Kontrast und Farbe verändern. Schon deshalb haben Sie keinen Einfluss da-rauf, wie Ihre Fotos bei anderen dargestellt werden.

Sie sollten aber zumindest dafür sorgen, dass Sie Ihren Monitor regelmäßig kalibrieren und Sie konsequent profiliert arbeiten. Dann besteht eine gute Chance, dass Ihr Bild auf anderen entsprechend konfiguierten Systemen gleich aussieht. Um die Grundlagen des Farbmanagements und die dafür notwendigen Einstellungen in Photoshop geht es in dieser DOCMA-Akademie.

01 – 04 GERÄTE-PROFILE

01 KAMERAKALIBRIERUNG IN CAMERA RAW

Wenn Ihre Kamera JPEGs ausgibt, nutzen Sie das vom Hersteller vorgesehene Geräte-Profil, das Sie oft über verschiedene Voreinstellungen variieren können. Fotografieren Sie jedoch im Raw-Format, finden Sie in jedem Konverter andere – das Raw in Farbe und Kontrast interpretierende – Vorgaben vor. In Adobe Camera Raw wählen Sie diese im Reiter»Kamerakalibirierung« .

02 KAMERA VERMESSEN

Wenn Sie im Studio unter kontrollierten Lichtbedingungen die beste Farbtreue in Ihrem Raw-Workflow sicherstellen wollen, fotografieren Sie pro Session einen Referenz-Chart mit, wie etwa den ColorChecker Passport (www.docma.info/20426 ), aus dem Sie mit der mitgelieferten Kalibrierungssoftware ein DNG-Profil erzeugen. Dieses wählen Sie dann in der»Kamerakalibierung« aus.

03 MONITOR VERMESSEN

Justieren Sie Ihren Monitor nie rein nach Augenmaß – auch nicht mit Hilfssoftware oder „Kalibrieren“-Systemeinstellungen. Benutzen Sie dafür einKolorimeter beispielsweise von Data Color oder X-Rite. Aus den Differenzen von Anzeige und Messung wird das passende Farbprofil berechnet. Folgen Sie bei Messung und Profilierung den Anweisungen der mitgelieferten Software.

04 DRUCKER VERMESSEN

Für das präzise Profilieren eines Druckers benötigen Sie ein Referenz-Testbild, das Sie ausdrucken und dann mit einemSpektrofotometer ausmessen. So ein Gerät ist im Gegensatz zu einem Kolorimeter deutlich teurer, da es die Farben von nicht-selbstleuchtenden Oberflächen ausmessen kann, mit denen dann ein Profil für den Drucker generiert wird. ►

05 – 08 FARBRÄUME FESTLEGEN

05FARBRÄUME

Der RGB-Wert „0|255|0“ beschreibt zwar das maximal mögliche Grün, definiert aber nicht, wie dieses exakt aussieht. Genau dafür sorgen die Farbraumprofile, wie zum Beispiel ProPhoto RGB (a), Adobe RGB (b) und sRGB (c). Adobe und ProPhoto RGB lassen teilweise wesentlich gesättigtere Farben zu als sRGB, so dass der gleiche, maximale RGB-Wert jeweils für eine andere Farbe steht.

06 CAMERA RAW-AUSGABE

Raw-Fotos haben noch keinen Farbraum und kein eingebettetes Profil. Dieses wird erst beim Export beziehungsweise bei der Übergabe an Photoshop zugewiesen. Sie wählen den gewünschten Farbraum und die Farbtiefe in den»Arbeitsablauf-Optionen« aus, die Sie über einen Klick auf die blaue Infozeile unten im Camera Raw-Dialog erreichen.

07 ARBEITSFARBRÄUME IN PHOTOSHOP

Unter dem Menüpunkt»Bearbeiten > Farbeinstellungen« (»Strg/Cmd-Shift-K« ) legen Sie fest, in welchem Farbraum Photoshop arbeitet. Dies ist nur eine Art Referenz, die ein einheitliches Farbmanagement sicherstellen soll. Entsprechend den»Farbmanagement-Richtlinien« (siehe Schritt 11) können beispielsweise Bildprofile automatisch in den gewählten Arbeitsfarbraum konvertiert werden.

08 ADOBE-WEITE FARBRÄUME IN BRIDGE

Falls Sie weitere Software von Adobe, wie zum Beispiel InDesign oder Illustrator einsetzen, sollten Sie die Farbeinstellungen vereinheitlichen. Ist dies nicht der Fall, erhalten Sie in den»Farbeinstellungen « einen entsprechenden Hinweis (a). Am einfachsten synchronisieren Sie die Farbeinstellungen in Adobe Bridge über»Bearbeiten > Farbeinstellungen« (»Strg/Cmd-Shift-K« )(b).

09 –12 FARBEINSTELLUNGEN

09 PROFILE ZUWEISEN

Bilder, die Sie in Photoshop öffnen, enthalten nicht unbedingt ein Farbprofil. Über»Bearbeiten > Profil zuweisen« können Sie gegebenenfalls ein Farbprofil einbetten. Hierbei müssen Sie oft raten, in welchem Farbraum das Bild gespeichert wurde. In der Regel ist dies sRGB. Das Zuweisen eines neuen Profils ändert das Aussehen eines Bildes, da die Farbwerte hierdurch neu interpretiert werden.

10 IN PROFIL UMWANDELN

Falls Sie ein profiliertes Foto öffnen, dieses jedoch in einem anderen Farbraum benötigen und dabei das Erscheinungsbild nicht verändern möchten, können Sie nicht einfach das gewünschte Profil zuweisen, sondern müssen das vorhandene Profil konvertieren. Das erledigen Sie mit dem Befehl»Bearbeiten > In Profil umwandeln« . Hierbei werden die Farbwerte in das neue Farbprofil transformiert.

11 FARBMANAGEMENT-RICHTLINIEN

In den»Farbeinstellungen« (»Strg/Cmd-Shift-K« ) legen Sie unter dem Punkt»Farbmanagement-Richtlinien« fest, wie Photoshop verfahren soll, wenn Sie ein Bild öffnen, das kein Profil oder ein vom festgelegten Arbeitsfarbraum abweichendes enthält (a). Deaktivieren Sie die die Checkboxen (b), falls Photoshop nicht jedes Mal nachfragen soll, wie zu verfahren ist.

12 WEITERE OPTIONEN

In den»Farbeinstellungen« finden Sie unter»Konvertierungsoptionen « und»Erweiterte Einstellungen« zusätzliche Möglichkeiten, die Profilumwandlung und die Darstellung in Photoshop zu beeinflussen. Für rein fotografische Anwendungen können Sie diese in der Regel komplett ignorieren und die gezeigten Standardeinstellungen nutzen. Sollten Sie jedoch mit einem großen Farbraum (Adobe RGB, Pro Photo) arbeiten, der Farben enthält, die Ihr eingesetzter Monitor nicht darstellen kann („Out-of-Gamut-Farben“), dann können Sie über die Option»Sättigung der Monitorfarben verringern um« zumindest dafür sorgen, dass Sie etwaige Farbnuancen auf diesem Monitor überhaupt sehen können, indem Sie hier für die Anzeige die Farbsättigung reduzieren.

13 –15 BILDAUSGABE FÜR DAS INTERNET UND DEN DRUCK

13 CMYK FÜR DIE DRUCKAUSGABE

Möchten Sie Ihre Bilder drucken lassen, dann spielen Sie am besten gar nicht erst mit den verschiedenen, in den»Farbeinstellungen « verfügbaren CMYK-Farbprofilen herum, sondern stimmen Sie die Profilierung direkt mit Ihrem Druck-Dienstleister ab, falls dieser die Konvertierung von RGB in CMYK nicht für Sie übernimmt. Oft werden die passenden Profile als Download zur Verfügung gestellt.

14 SRGB FÜR DIE WEBAUSGABE

Um Ihre Bilder im Internet zu präsentieren, sollten Sie diese nach der Verkleinerung in sRGB (= den wahrscheinlichsten kleinsten gemeinsamen Nenner aller Geräte) konvertieren und das sRGB-Profil auch einbetten. Am einfachsten lösen Sie das über»Datei >Exportieren > Für Web speichern« (Kürzel:»Strg/Cmd-Shift-Alt-S« ) über die beiden im Screenshot gezeigten Optionen (a) und (b).

15 DER NEUE EXPORT IN PHOTOSHOP CC 2015

Über»Datei > Exportieren« und»Schnell-Export« beziehungsweise»Exportieren als« exportieren Sie Bilder zwar sehr schnell und konvertieren sie auch direkt in sRGB (a). Aber Achtung: Hierbei wird in dieser Version das Profil nicht eingebunden, so dass Ihre Bilder je nach Betrachtungsgerät und -browser falsch angezeigt werden. Deshalb nutzen Sie lieber noch»Speichern für Web« .

EMPFEHLUNGEN FÜR EINSTEIGER

Farbmanagement ist ein komplexes Thema, mit dem allein sich dicke Bücher leicht füllen ließen. Verzweifeln Sie nicht, sondern folgen Sie zunächst diesen einfachen Empfehlungen.
Kalibrieren und profilieren Sie Ihren Monitor. Dafür brauchen Sie ein Kolorimeter, wenn Sie es ernst meinen. Die mitgelieferten Programme sind mittlerweile sehr bedienfreundlich, so dass Sie nur den Anweisungen folgen müssen.
Benutzen Sie ausschließlich Farbmanagement-fähige Programme. Die meisten Internet-Browser beherrschen das mittlerweile (Lese-Tipp:www.docma/20427 ), die Windows-Fotoanzeige zum Beispiel aber immer noch nicht. Prüfen Sie also, ob Ihr Bildbetrachter eingebettete Farbprofile auswertet.
Setzen Sie alles auf sRGB. Falls Sie das Thema „Farbmanagement“ und „Farbräume“ völlig auf dem falschen Fuß erwischt und Sie sich nur so wenig wie möglich mit diesen Dingen auseinandersetzen wollen, nutzen Sie sRGB in allen auf den vorhergehenden Seiten genannten Einstellungsmöglichkeiten. Das reduziert zumindest die gröbsten Fehleranfälligkeiten.


Foto: Alex Tihonov – Fotolia

Alle Fotos, soweit nicht anders vermerkt: Olaf Giermann