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FAST SO WIE URLAUB


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 27.04.2022

Peugeot 308

308 SW 110 bis 225 PS ab 25 950 Euro

308 110 bis 225 PS ab 24 950 Euro

Artikelbild für den Artikel "FAST SO WIE URLAUB" aus der Ausgabe 5/2022 von auto Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: auto Test, Ausgabe 5/2022

SIND SIE schon einmal Business-Class geflogen? Dick gepolsterte Ledersitze, acht verschiedene Massage-Modi im Sitz, doppelt verglaste Scheiben ... Nein, dazu braucht es kein besonders teures Ticket in die Ferien. Das alles beherrscht – zumindest gegen Aufpreis – der neue 308, den Peugeot auch wieder als Kombi SW anbietet. Was ist neu, und wo lohnt es sich beim Kauf, bewusst zu investieren?

Bevor wir uns dem neuen Modell zuwenden, lohnt ein kurzer Blick in den Rückspiegel. Der Vorgänger rollt bereits seit 2013 über unsere Straßen – das merkt man ihm auch an: In allererster Linie beim träge reagierenden Infotainment. Was insofern besonders ärgerlich ist, weil der berührungsempfindliche, recht kleine Bildschirm von der Klima bis zu den Assistenzsystemen nahezu alle ...

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... Fahrzeugfunktionen kontrolliert. Ob der Neue das wohl besser kann?

! Bei der Bedienung haben die Franzosen klar dazugelernt

Er kann! Die analogen Instrumente sind einem digitalen 10-Zoll-Kombiinstrument gewichen, das der Fahrer bereits ab der Basis erblickt. Der 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte? Ebenfalls Serie. Zusammen mit der schlankeren Menüführung und der frei mit Kurzwahlbefehlen belegbaren Touchleiste darunter erfreut nun eine ziemlich flüssige Bedienung, zumal sich zahlreiche Funktionen individuell auf dem Homescreen verteilen lassen. Clever: Wer doch mal die Orientierung verliert, den führt ein Drei-Finger-Tipp stets zurück ins Hauptmenü.

DARF’S DER KOMBI SEIN?

Auf dem Niveau des Vorgängers präsentiert sich hingegen das Platzangebot im 308. Der alte war nie der Größte – und der neue hält es ganz ähnlich: ausreichend, aber nicht überbordend fällt der Raum für die Passagiere aus. Vorn geht es durchaus großzügig zu, hinten etwas weniger, wohl auch wegen der ausladenden Vordersitze. Trotzdem reicht der Platz für den Kopf und die Beine bis gut 1,80 Meter aus. Das optionale Panoramadach (1100 Euro) reduziert die Innenhöhe allerdings noch weiter.

Der Kombi (SW) bringt auf 27 Zentimeter mehr Außenlänge einen um sechs Zentimeter verlängerten Radstand unter. Für Reihe zwei bedeutet das zwar nur unwesentlich mehr Platz, dafür aber ein deutlich größeres Gepäckabteil: 608 bis 1634 Liter übertreffen den Laderaum der Limousine (412 bis 1323 Liter) deutlich.

DACH & SITZE

Auf der Fahrt fällt auf: Der SW nickt beim Bremsen stärker als die Limo, durcheilt Kurven mit deutlich mehr Seitenneigung. Wer es zackig mag, der fühlt sich in der Limousine also besser aufgehoben, wobei wir auf eine sportliche PSE-Version noch warten. Auch die Servolenkung trägt mit ihrer Leichtgängigkeit – mehr oder weniger je nach Fahrmodus – zum eher gemütlichen Fahreindruck bei.

MOTORENVIELFALT

Bei den Antrieben hat man den Kompakten breit aufgestellt. Alles beginnt bei einem 1,2-Liter-Dreizylinder mit Turbo und 110 PS, der nicht dröhnt und früh seine immerhin 205 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Peugeot hat ihn an die Basislinie gekoppelt. Schlimm? Nö, dazu gleich mehr. Als Nächstes folgt der PureTech 130, für 2050 Euro mehr. Optional arbeitet hier eine Achtstufen-Wandlerautomatik von Aisin, die ruckfrei schaltet und mit flotter Gangwahl gefällt.

KAROSSERIE

Mit 27 Zentimeter zusätzlicher Außenlänge zieht auch ein leicht verlängerter Radstand im SW ein, der sich im Innern aber allenfalls geringfügig bemerkbar macht. Der Kofferraum wächst aber deutlich, und das ganze Auto wirkt gestreckter. Dem Kombi vorbehalten ist eine elektrisch per Fußkick öffnende Heckklappe, für 450 Euro Aufpreis bei GT, serienmäßig bei GT Pack. Die ganze Abstimmung des Fahrwerks ist im SW deutlich weicher und schaukeliger ausgelegt, was wohl den Langstreckenkomfort verbessern soll.

FARBEN & FELGEN

Die Farbpalette gibt sich Peugeot-typisch ausdrucksstark, aufpreisfrei ist Olivine Grün (olivefarben, nicht im Bild). Das Vertigo Blau unserer Test-Limo gilt als Sonderlackierung, kostet 950 Euro Aufpreis. So auch Elixir Rot. Avatar Blau lässt sich nur für den SW konfigurieren. Bei den Felgen geht’s los mit 16-Zöllern samt Radkappen für die 110-PS-Version. Wer ab 130 PS wählt, bekommt Alus. Größer als 18 Zoll werden die Felgen aber auch in den Top-Linien nicht, was wir gut finden. Schließlich gilt: Je weniger Gummi auf dem Reifen übrig ist, desto härter wird die Fahrt .Und das muss in einem Franzosen nun wirklich nicht sein.

Im Grunde genommen motorisieren 131 PS den 308 komplett angemessen. Das gilt auch für den einzigen Selbstzünder im Repertoire, dessen geringer Verbrauch (4,3 Liter laut WLTP) ihn für Vielfahrer praktisch alternativlos macht. Automatik? Hier ebenfalls optional, 0,2 Liter Mehrverbrauch.

KAROSSERIE

Den Kombi hat Peugeot komfortabler abgestimmt, die Limousine biegt sportlicher ums Eck. Wer Dynamik will, dem fehlen aber eh mehr PS.

Der Hybrid mit Stecker rollt in zwei Leistungsstufen vom Hof – wir empfehlen klar die kleinere Variante. Warum? Weil dessen 180 PS Systemleistung dicke ausreichen. Die stärkere 225-PS-Version hat dem 308 nichts Wichtiges hinzuzufügen, nicht einmal bei der Beschleunigung (0,1 Sekunden Vorsprung). Außerdem herrscht dort ein etwas diffuseres Gefühl im Fahrpedal, es lässt sich nur erahnen, welcher der beiden Motoren gleich Kraft liefern wird. Erst ab ungefähr 130 km/h reißt der 225 e-EAT8 noch mal kräftiger an den Vorderrädern. Ist das 2000 Euro Aufpreis wert? Wohl kaum.

Die rein elektrische Reichweite soll bei beiden Versionen etwas über 60 Kilometer betragen, was wir nicht ausführlich testen konnten. Wer jedoch wert auf ein zügiges Wiederaufladen legt, sollte 500 Euro in den kräftigeren 7,4-kW-Onboard-Charger investieren, um von 0 auf 100 Prozent in knapp zwei Stunden vollzumachen. Ansonsten dauert das mit 3,7 kW doppelt so lange.

Zu guter Letzt: Ab Mitte 2023 soll ein e-308 in Produktion gehen, der mit 156 PS starkem E-Motor rund 400 Kilometer rein elektrisch schaffen soll.

WERTENTWICKLUNG

Deutschland ist Kombi-Nation. Und das macht sich an den Restwerten des 308 deutlich bemerkbar. Die des SW rangieren durchgängig zwei bis drei Prozent höher als die der Limousine. Beliebt sind offenbar die Top-Linien, auch das Basis Active Pack schneidet in Verbindung mit den kleineren Motorisierungen passabel ab. Die Hybridantriebe hinken allgemein den anderen Versionen hinterher bei der Wertentwicklung -wohl, weil ungewiss ist, wie und in welche Richtung sich die Technologie in ein paar Jahren fortentwickelt hat. Ganz unten, an hinterster Stelle ordnet sich im Balkendiagramm schließlich die Limo im Basis-Trimm und als Plug-in-Hybrid ein.

GEHEIMTIPP: BASIS KAUFEN

Auf der einen Seite ließe sich der 308 ganz fein ausstaffieren. In den oberen Linien fährt er viele zeitgemäße Feinheiten auf, die das Leben an Bord des Franzosen schöner und bunter machen. Bestes Beispiel dafür: Die farblich verstellbare Ambientebeleuchtung zieht ab Allure (2650 Euro) ein, genau wie der rahmenlose, automatisch abblendende Innenspiegel. Schwarzer Dachhimmel und Matrix-LED vorn zieren den Peugeot erst als GT (knapp 6000 Euro), sogar Türprojektoren mit Peugeot-Logo und besagte Massagefunktion bieten die Franzosen an (Serie bei GT Pack, 7350 Euro).

Auf der anderen Seite hatten wir ja erwähnt, der kleine 110-PS-Benziner könne Sinn ergeben, trotz seiner Kopplung an die unterste Ausstattungslinie. Das liegt daran, dass Active Pack bereits erstaunlich viel bietet: Zwei-Zonen-Klima ,Lichtsensor, Regensensor, Außenspiegel elektrisch verstell-, beheizund anklappbar mit Umfeldbeleuchtung. Die zwei Screens im Cockpit, schlüsselloser Motorstart, Einparkhilfe hinten? Auch dabei und serienmäßig.

Daher unser Tipp, speziell für Sparfüchse und Wenigfahrer: Active Pack wählen, Komfort-Paket (950 Euro) ankreuzen. Das umfasst den vielfältig verstellbaren AGR-Fahrersitz, Teilkunstleder und Sitzheizung vorn. Wer möchte, bucht beheizbare Frontscheibe (250 Euro) und Navi (800 Euro) einzeln hinzu. Wobei sich auf Letzteres verzichten ließe,weil die kabellose Smartphone-Spiegelung ebenfalls zum Serienumfang zählt. Wer so zugreift, bezahlt 26 950 Euro Listenpreis (Olivine Grün metallic kostet nichts extra). Dafür stünde dann ein moderner und keineswegs karg ausgestatteter Kompakter vor der Tür. Wer braucht schon Business-Class?

! Ein Tipp für alle, die auf den Preis schauen: Im 308 fährt es sich bereits in der Basis angenehm!

TIPP !

Der Wenigfahrer …

… belässt es beim Basis-Benziner mit Handschaltung und rüstet Active Pack ein wenig auf. So käme der 308 besonders günstig, und der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo stellt zu den allermeisten Zwecken genügend Drehmoment (205 Nm) zur Verfügung.Empfehlung: PureTech 110, Sechsgang (110 PS) ab 24 950 Euro

Der Vielfahrer …

… fährt Diesel, und da gibt es nur einen: Der Selbstzünder ist mit anderthalb Litern Hubraum kein Temperamentsbolzen, aber treibt den 308 mit ausreichend Nachdruck voran. Für Pendler mit Wallbox kommt alternativ auch einer der beiden Plugins in Frage.

Empfehlung: BlueHDI 130 EAT-8 (131 PS) ab 31 950 Euro

Der sportliche Fahrer …

… so richtig sportlich mutet aktuell noch kein 308 an. Am ehesten noch die straffer gefedertere Limo in Verbindung mit dem kleinen Plug-in-Hybrid, die auf der Bahn immerhin Tempo 225 Spitze macht. Wir warten gespannt, ob noch ein PSE-Modell folgt.

Empfehlung: Hybrid 180 e-EAT8 (180 PS) ab 36 900 Euro

FAZIT

JONAS UHLIG

Mit dem neuen 308 hat Peugeot endlich wieder einen konkurrenzfähigen Golf-Gegner im Programm, der alle Markenwerte der Franzosen authentisch verkörpert.Nein, der Kompakte ist weder der Geräumigste noch der Fahraktivste. Aber er bietet einen guten Qualitätseindruck, aktuelle Antriebe, faire Aufpreise sowie ein flüssig zu bedienendes Infotainmentsystem. Und es kommt ja noch was: Der e-308 steht nächstes Jahr in den Startlöchern .Einen sportlichen 308 PSE mit Hybridantrieb können wir uns ebenfalls gut vorstellen.