Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 14 Min.

FAST unbegrenzte Möglichkeiten


FMT Extra - epaper ⋅ Ausgabe 17/2019 vom 03.06.2019

Programmierung moderner Sender


Artikelbild für den Artikel "FAST unbegrenzte Möglichkeiten" aus der Ausgabe 17/2019 von FMT Extra. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FMT Extra, Ausgabe 17/2019

Mit modernen Fernsteuerungen verhält es sich wie mit Microsoft Excel: Es gibt nahezu unendliche, raffinierte Möglichkeiten – doch kaum einer nutzt sie. Wenn man sie aber erst einmal kennt, will man sie nicht mehr missen. So erging es auch FMT-Autor Hermann Eichner, der in diesem Artikel die Programmierung ungemein hilfreicher, aber nicht ganz alltäglicher Senderfunktionen für seinen Thermy 3 beschreibt – zur Nachahmung empfohlen.

Nachdem mir meine alte Graupner Fernsteuerung, eine MC16/20 aus dem Jahr 1995, mehr als zehn Jahre treue Dienste geleistet hat, habe ich sie im ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 7,80€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FMT Extra. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 17/2019 von AUGENWEIDEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUGENWEIDEN
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von Lift me up!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Lift me up!
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von Das Runde muss ins Eckige. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Das Runde muss ins Eckige
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von TOTAL KOMPENSIERT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TOTAL KOMPENSIERT
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von Die geniale Ruderweg-Messeinrichtung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die geniale Ruderweg-Messeinrichtung
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von Homogene Profilverwölbung statt Ruder – geht das überhaupt?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Homogene Profilverwölbung statt Ruder – geht das überhaupt?
Vorheriger Artikel
Das Runde muss ins Eckige
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TOTAL KOMPENSIERT
aus dieser Ausgabe

... Jahr 2008 mit einem HF-Modul der Firma Jeti auf 2,4 GHz umgerüstet und nochmal einige weitere Jahre betrieben. Irgendwann habe ich dann doch mit einem neuen Sender geliebäugelt. Und genau zu diesem Zeitpunkt kam die Ankündigung, dass Jeti einen eigenen Sender herausbringen würde.

Nachdem ich zwischenzeitlich schon mehrere Jeti-Empfänger im Einsatz hatte, weil ich die Telemetrie einfach nicht mehr missen wollte, war ganz klar, dass ich auf diesen Sender warten würde. Im Herbst 2013 habe ich dann auf der Messe in Friedrichshafen zugeschlagen, obwohl ich ob der nicht ganz unerheblichen Investition in mein Hobby ein leicht schlechtes Gewissen hatte. Seitdem habe ich den Kauf jedoch nie bereut und bin immer wieder begeistert, welche umfangreichen Möglichkeiten ein solch moderner Sender bietet. So auch bei der Programmierung meines neuesten Modells, einen nach FMT-Plan gebauten Thermy 3.

Zunächst habe ich einige Vorüberlegungen angestellt und mir ein kleines Pflichtenheft entworfen. Neben den allgemein üblichen Dingen wie z.B. einem Motorsicherheitsschalter (Zündung), Ansage von Schalterstellungen sowie Telemetriewerten und sonstigen Sprachausgaben, wollte ich folgende, vielleicht nicht so alltägliche Dinge realisieren:

1. Drei getrennte Timer für die Flugzeit, die Motorlaufzeit und die Segelflugzeit, wobei alle Timer automatisch starten und abschalten und die Laufzeiten aufsummieren sollen.

2. Doppelte Nutzung des Drosselgebers: Die vordere Hälfte für die Motorsteuerung, die hintere Hälfte für die Butterfly Funktion, wobei für beide Funktionen der volle Servoweg von -100 bis +100% verfügbar sein soll.

3. Telemetrie-Ansage über einen 3-fach-Schalter EIN, MITTE, TASTER-AUS -mit Warnhinweis, wenn von EIN auf MITTE geschaltet wird (nicht aber bei TASTER-AUS auf MITTE).

4. Erste Kapazitätsansage nach einer vorzugebenden verbrauchten Kapazität und anschließend periodische Kapazitätsansage nach einem vorzugebenden Zeitintervall.

5. Automatische Abschaltung der Zündung, wenn der Motor beim auf einem Tisch oder auf dem Boden liegenden Modell versehentlich eingeschaltet wird (Überlastschutz).

Um alle gewünschten Funktionen realisieren zu können, ist die Verwendung mehrerer Telemetriedaten erforderlich. Ich nutze in meinem Thermy 3 den UniSens-E von SM-Modellbau, für mich so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Telemetrie für Elektrosegler -und das zu einem durchaus akzeptablen Preis. Zur Verwendung des UniSens-E und Umsetzung aller Funktionen habe ich: 8 logische Schalter definiert, 5 Telemetrie-Geber verwendet und 2 Sequenzer programmiert.

Herausgekommen ist damit also eine eher nicht alltägliche Modellkonfiguration. Im Folgenden möchte ich nun auf die einzelnen Funktionen näher eingehen und begründen, warum ich sie gerade so gewollt habe. Außerdem werde ich die Programmierung jeweils erläutern und die dazugehörigen Einstellungen in Form von Screenshots vom Senderdisplay ergänzen. Menüpunkte aus den Sendermenüs sind dabeifett gedruckt, Softkeytastenkursiv und fett. Sofern ich ganz bestimmte Schalter, Telemetriegeber oder Sequenzer verwendet habe, sind sie meist in Klammern angegeben. Die Festlegung auf genau diese Elemente ist von mir willkürlich getroffen. Es können selbstverständlich beliebige andere genutzt werden.

Die Timer

Wie bei der manntragenden Zunft reizt es mich, bei einem Segelflugzeug mit Hilfsmotor -als solches sehe ich auch den Thermy 3 – aus möglichst wenig Motorlaufzeit möglichst viel Segelflugzeit herauszuholen. Mit meinem manntragenden Flieger starte ich morgens mit ausgefahrem Motor, klappe ihn nach fünf bis sechs Minuten in den Rumpf ein und fliege dann im Idealfall acht Stunden und länger, ohne den Motor noch ein einziges Mal zu bemühen. Von daher interessiert mich auch beim Modellfliegen das Verhältnis von Motorzeit zu Segelzeit und natürlich die Gesamtflugzeit.

Den Timer für die Gesamtflugzeit wollte ich bewusst nicht an einen Schalter koppeln, um das Ein-und Ausschalten nicht vergessen zu können. Er wird automatisch gestartet, wenn sich das Modell in einer Höhe von mehr als einem Meter befindet und darunter wieder ausgeschaltet. Um dies zu realisieren, ist ein Telemetriegeber (Mx-Geber) erforderlich. Dieser wird über erweiterte Einstellungen Telemetriegeber >Edit als Mx1 wie folgt definiert:

Anschließend wird dieser Telemetriegeber dem Timer für die Flugzeit überStoppuhren/ Sensoren Stoppuhrenedit als Schalter (Switch) zugewiesen:

Der Timer für die Motorlaufzeit soll dann eingeschaltet werden, wenn der Motor auch tatsächlich läuft. Das ist nur dann der Fall, wenn der Zündungsschalter (= Schalter SD) auf „ein“ steht und der Drosselgeber so weit vorne steht, dass der Motor tatsächlich läuft. Es wird also ein logischer Schalter benötigt, der diese beiden Zustände miteinander verknüpft. Hierfür wird der logischen Schalter L1 benutzt und überErweiterte Einstellungen Logische SchalterEdit wie folgt definiert:

L1 wird dann dem Timer für die Motorlaufzeit über Stoppuhren/Sensoren Stoppuhrenedit als Schalter zugewiesen:

Der Schalter für die Segelflugzeit soll dann eingeschaltet werden, wenn der Schalter für die Gesamtflugzeit (= MX1) eingeschaltet ist und der Drosselgeber so weit hinten steht, dass der Motor gerade nicht mehr läuft. Auch hierzu wird ein logischer Schalter benötigt, der diese beiden Zustände miteinander verknüpft. Zugewiesen ist der logische Schalter L2, der wie folgt definiert ist:

L2 wird dann dem Timer für die Segelflugzeit als Schalter auf gleiche Weise wie oben zugewiesen:

Doppelte Nutzung des Drosselgebers

Hierzu habe ich lange hin und her überlegt, wie ich das mit der Motor-und der Klappen-bzw. Butterfly-Steuerung machen soll. Das Profil des Thermy 3 ist eindeutig nicht für eine Verwendung der Flügelklappen als Wölbklappen geeignet. Die inneren Flügelklappen werden deshalb nur nach unten ausgefahren und gleichzeitig in Verbindung mit der Butterfly-Funktion genutzt.

Alles auf einem Knüppel

Für die Butterfly-Steuerung sehe ich einen Proportionalgeber als zwingende Voraussetzung, um den Sinkflug feinfühlig steuern zu können. Einen anderen, als den Drosselknüppel wollte ich hierfür aber nicht verwenden, um diesen und damit auch das Seitenruder zum Landen nicht loslassen zu müssen. Außerdem steuere ich bei allen meinen reinen Segelflugmodellen Störklappen und/oder Butterfly immer über diesen Knüppel.

Für die Motorsteuerung wollte ich unbedingt auch einen Proportionalgeber verwenden. Insbesondere für den Fall einer zu kurzen Landeeinteilung wollte ich eine feinfühlige und nicht nur eine 3-fach-Ansteuerung des Motors haben. Wenn ich nun Gas geben muss, möchte ich natürlich das Seitenruder trotzdem im Griff haben, um in niedriger Höhe schnell notwendige Richtungskorrekturen vornehmen zu können, ohne gleich die Schräglage mit den Querrudern unnötig zu erhöhen.

Ein Umschalten der Knüppelfunktion zwischen Motorsteuerung und Klappensteuerung ist für mich kein Lösungsansatz, denn im Falle einer zu kurz angesetzten Landung will ich nicht erst den Drosselstick loslassen und nach einem Umschalter fummeln müssen. Bis ich den dann gefunden habe, kann es nämlich schon zu spät sein. Im schlimmsten Fall schaltet dann der Motor noch in zu niedriger Höhe ein, so dass der Propeller Bodenkontakt bekommt.

Damit war für mich die doppelte Nutzung des Drosselgebers die sinnvollste Variante. Und zwar in der Form, dass für die Motorsteuerung der vordere Halbweg und für die Butterflyfunktion der hintere Halbweg des Drosselgebers genutzt wird und sowohl für die Motor-als auch für die Klappensteuerung der volle Servoweg zur Verfügung steht.

Ein Problem stellt in dieser Konfiguration allerdings die Tatsache dar, dass der Knüppel für den reinen Segelflug ziemlich genau in der Mitte stehen muss. Steht er geringfügig zu weit vorne, läuft der Motor ganz langsam mit und erzeugt damit nur viel Widerstand, was die Segel-und Gleitflugeigenschaften deutlich verschlechtert. Gleiches gilt für den Fall, dass sich die Flügelklappen in leichter Butterfly-Stellung befinden. Man kann sich nun einfach eine relativ große, tote Zone definieren. Dies geht aber zu Lasten des für die beiden Funktionen zur Verfügung stehenden Knüppelweges und damit zu Lasten der Feinfühligkeit der Steuerung der beiden Funktionen.

Aus diesem Grund verwende ich eine relativ kleine Totzone mit zwei unterschiedlichen akustischen Warnsignalen für die Situationen „Knüppel während dem Segelflug geringfügig zu weit vorne“ und „Knüppel während dem Segelflug geringfügig zu weit hinten“. Zusätzlich wird die genaue Mittenstellung des Drosselsticks durch einen Signalton angezeigt.

Die Programmierung des Knüppels

Die oben geschilderten Anforderungen wurden nun wie folgt umgesetzt:

Da die standardmäßige Butterfly-Funktion mit dem ganzen Knüppelweg arbeitet, habe ich mich für einen freien Mischer entschieden. Damit wurde die ganze Sache aus meiner Sicht deutlich einfacher und überschaubarer. Zunächst habe ich also über Modellauswahl/ Modifikation Funktions + Geberzuordnung+ eine Funktion „Klappen“ angelegt und dieser zusätzlich zur Funktion „Drossel“ ebenfalls den Drosselstick als Geber zugewiesen. Um die beiden Funktionen nun auf die obere und untere Hälfte des Drosselstickweges aufzuteilen, wurden die Funktionskurven beider Funktionen überFeineinstellungen Funktionskurven folgendermaßen angepasst:

Mit diesen Funktionskurven kann auch der gewünschte Tot-Bereich des Drosselknüppels eingestellt werden. Er wird durch den zweiten unteren Punkt der Drosselkurve und den ersten oberen Punkt der Klappenkurve festgelegt. Der freie Mischer für die Butterfly-Funktion wird überFeineinstellungen Freie Mischer als Mischer von „Klappen“ auf „Quer“ angelegt und mit EDIT wie folgt eingestellt:

Wichtig ist, dass die zum Mischer gehörige Funktionskurve auch so eingestellt wird, dass nur die untere Hälfte des Drosselstickweges genutzt wird.

Damit ist die Programmierung für die doppelte Nutzung des Drosselsticks abgeschlossen. Für die Motorsteuerung wird außer der bereits erwähnten Anpassung der Funktionskurve keine weitere Senderprogrammierung benötigt. Aus meiner Sicht selbstverständlich und zwingend ist die Zuweisung eines Sicherheitsschalters für den Motor und die Definition der Vorflugstellung „Zündung aus“, so dass schon gar keine Verbindung zum Modell hergestellt wird, wenn dieser Schalter nach Auswahl des Modells nicht auf „aus“ steht.

Die Telemetrie-Ansage

Die Telemetrie-Ansage habe ich für alle Modelle auf dem gleichen Schalter (Se) der linken Hand liegen, weil ich Quer und Höhe mit dem rechten Knüppel steuere und ich diese beiden Funktionen nach Möglichkeit nie loslassen will. Für die Ansage verwende ich einen 3-fach-Schalter, der nach vorne rastet und nach hinten tastet. Will ich nur eine einmalige Ansage hören, dann taste ich den Schalter kurz nach hinten, er springt anschließend von selbst wieder in die Mittenstellung. Man muss den Schalter also nicht wie bei einem doppelt rastendem Schalter bewusst wieder in die Mitte stellen, bevor man die nächste Einzelansage abrufen kann. In der Grundkonfiguration des Senders ist ein solcher Schalter leider nicht verbaut, d.h. man muss ihn sich als Zubehör gesondert besorgen.

Die rastende Funktion des Schalters verwende ich für die automatische Wiederholung der Telemetrie-Ansage in einem festgelegten Zeitintervall. Beim Ausschalten der Intervall-Ansage wollte ich nun eine Sprachausgabe mit der Mitteilung haben, dass die automatische Ansage abgeschaltet wurde. Dies ist der Fall, wenn der Schalter wieder in Mittenstellung zurückgestellt wird. Ein kleines Schmankerl ist nun die Programmierung der Sprachausgabe genauso vorzunehmen, dass sie nur dann erfolgt, wenn der Schalter von der oberen in die mittlere Stellung gebracht wird und nicht, wenn er nach dem Betätigen des Tasters von unten wieder in die Mitte zurückstellt. Um dies zu erreichen, muss man einen Sequenzer (Q2) und einen logischen Schalter (L6) verwenden.

Das Programmieren eines Sequenzers ist m.E. im Handbuch nicht sehr gut beschrieben. Ich habe jedenfalls einige Zeit herumexperimentieren müssen, bis mir die Sache völlig klar war. Anfangs bin ich immer davon ausgegangen, man könne einen Kontrollpunkt gleich direkt mit seinem Signalwert festlegen. Das funktioniert so aber nicht. Man muss einen Kontrollpunkt immer zuerst anlegen. Erst danach kann man den zugehörigen Wert einstellen.

Am Anfang war für mich auch verwirrend, dass man bei Zuweisung eines Schalters für beide Schalterstellungen unter dem gleichen Sequenzer zwei unterschiedliche Abläufe definieren kann. Das ist im Handbuch so gar nicht erwähnt und hat mich manchmal ganz schön durcheinander gebracht. Der Sequenzer für die Telemetrieansage wird überErweiterte Einstellungen Sequenzer angelegt und sieht letztlich sehr einfach aus:

Der Schalter Se muss so eingestellt werden, dass er den Sequenzer beim Rasten nach vorne einschaltet. Der Sequenzer ist anschließend überFortgeschritten noch folgendermaßen anzupassen:

Der dazugehörige logische Schalter, der die Sprachausgabe steuert, sieht so aus:

Die Stellung des Schalters Se ist hier so zu wählen, dass geschaltet wird, wenn der Schalter in die Mitte gestellt wird. Der Zustand bei Geber 1 (= Q2) muss deshalb 0% gewählt werden, weil der Geber-Wert nach Ausschalten des Sequenzers Q2 mit Schalter Se auf Mitte auf 0 gestellt wird. Jetzt muss dem logischen Schalter L6 nur noch überErweiterte Einstellungen Sprachausgabe/Ereignis die zugehörige Sprachdatei zugewiesen werden.

Für mich habe ich die Datei autotelaus.wav mit dem Text „automatische Telemetrieansage ausgeschaltet“ erstellt. Wie Sprachdateien auf sehr einfache Weise erstellt werden können, wird weiter unten noch ausführlich erklärt.

Die Kapazitätsansage

Da ich in meinem Thermy 3 Antriebsakkus mit unterschiedlichen Kapazitäten verwenden will, macht die Einstellung eines fixen Kapazitätsalarms wenig Sinn. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, eine erste Kapazitätsansage dann ausgeben zu lassen, wenn die Grenze für den Akku mit der geringsten Kapazität erreicht ist. Anschließend soll die Kapazitätsansage in einem fixen Intervall wiederholt werden, so dass ich abhängig vom jeweils verwendeten Akku reagieren kann. Selbstverständlich hätte man hier auch mehrere Alarme definieren können. Letztlich war mir das aber auch zu unflexibel.

Gelöst habe ich die Aufgabe über den MXGeber Mx2 und den logischen Schalter L3, der diesen Geber mit dem Schalter Se für die periodische Ansage von Telemetriewerten verknüpft.

Für das Einschalten der wiederholten Ansage mit dem Schalter Se (rastend) ist nun natürlich nicht direkt Se, sondern der logische Schalter L3 zuzuweisen:

Der Überlastschutz

Die Idee, einen Überlastschutz zu programmieren, kam mir in der vergangenen Saison, nachdem ich auf unserem Modellflugplatz Folgendes beobachtet hatte:

Ein Modellflugkollege hatte sich im Landeanflug etwas verschätzt und war durch Querwind seitlich neben die Bahn versetzt worden. Beim Zufliegen auf den Landepunkt ist er dann mit der Fläche an unserem Mast mit dem Windsack hängen geblieben. Die Fläche wurde abgerissen und der Rumpf schlug kurz darauf auf der Bahn ein. Dabei brach das Fahrwerk weg, so dass der Rumpf auf dem Bauch lag. Der Modellflugkollege hob die Arme und meinte nur: „Ich habe die Fläche verloren“. Er hatte wohl gar nicht bemerkt, dass er an der Stange des Windsacks hängen geblieben war. Noch während er auf seinen Rumpf zulief, stieg plötzlich Rauch auf, weil er vergessen hatte, das Gas zurückzunehmen. Da der Regler mit Reserve ausgelegt war, hat er die Sache problemlos überstanden. Der Motor allerdings nicht: Dessen Wicklung war nur noch als ein verbackenes, schwarzes Etwas zu erkennen.

Natürlich war das nicht das erste Mal, dass ich so etwas gesehen hatte. Auch bei Seglern, die ja schon von vornherein „auf dem Bauch liegen“, habe ich das schon beobachtet. Und zwar nicht nur nach der Landung auf der Bahn, sondern auch schon auf dem Vorbereitungstisch, wenn der Motor versehentlich gestartet wurde. Meine Überlegung ging nun dahin, dass man so etwas mit einer modernen Fernsteuerung doch verhindern können müsste. Voraussetzung wäre lediglich, dass man einen Telemetriesensor verwendet, der die erforderlichen Messwerte zur Verfügung stellt. Benötigt werden nur eine Drehzahl und eine Strommessung. Wenn der Strom deutlich über dem Anlaufstrom liegt und trotz hohem Strom die Drehzahl Null ist oder unter einem einzustellenden Wert liegt, ist auf jeden Fall etwas faul, so dass in diesem Falle die Zündung abzuschalten ist.

Sie ahnen es sicher schon lieber Leser, auch diese Aufgabe ist mit Mx-Gebern und logischem Schalter zu lösen. Mx5 für die Drehzahl und Mx6 für den Strom sind in meinem Fall wie folgt eingerichtet:

Die benötigten Grenzwerte sind natürlich von der verbauten Antriebseinheit abhängig. Hier muss man einfach ein wenig experimentieren. Der logische Schalter L7 verknüpft nun die beiden Mx-Geber folgendermaßen:

Wenn man nun den weiteren logischen Schalter L8 dazu verwendet, den L7 mit dem Zündungsschalter zu verknüpfen, so kann man L8 alsMotor-AUS-Schalter verwenden. Damit wird dann die Zündung entweder mit dem Zündungsschalter oder durch den Umstand, dass bei einem Strom von mehr als 1,5 Ampere die Drehzahl 1000rpm beträgt, abgeschaltet.

Genauso habe ich die Sache auch im ersten Anlauf gemacht. So richtigen gefallen hat mir das aber nicht. Und zwar deshalb nicht, weil ja unmittelbar nach dem automatischen Abschalten der Zündung der Grund für diese automatische Abschaltung wegfällt, da ja auch kein Strom mehr fließt. Und was passiert dann? Logisch: Die Zündung wird wieder eingeschaltet, das heißt, die Sache schwingt vor sich hin. Das ist jetzt grundsätzlich natürlich nicht weiter tragisch. Das hält jede Antriebseinheit unbeschadet aus und ist auf jeden Fall besser, als wenn der Motor abrauchen würde. Aber es hört sich für mein Empfinden fast grausam an.

Was also tun? Schön wäre doch, wenn die Zündung nach dem automatischen Ausschalten und der Meldung „Zündung ausgeschaltet“ für eine etwas längere Zeit aus bliebe und man in dieser Zeit den Grund für die automatische Abschaltung entweder durch manuelles Ausschalten der Zündung oder Rückstellung des Gassticks abstellen könnte.

Das Zauberwort zur Lösung dieses Problems heißt einmal mehr: Sequenzer. Q1 habe ich so definiert, dass er von L7 gestartet wird und 10 Sekunden mit dem Wert – 100 % läuft. Der logische Schalter L8 verknüpft nun Q1 mit dem Zündungsschalter Sd und wird als Motor-AUSS chalter verwendet. Das Ganze sieht wie folgt aus:

Schlägt nun die automatische Abschaltung der Zündung zu, so bleibt die Zündung für den im Sequenzer Q1 definierten Zeitraum ausgeschaltet. Erst danach geht das Spiel mit der Überwachung von vorne los. Wenn also mein Modell auf dem Boden oder dem Vorbereitungstisch liegt und ich versehentlich bei eingeschalteter Zündung Gas gebe, gibt der Motor ganz kurz ein leichtes Brummen von sich und schon meldet sich die Dame mit der freundlichen Stimme mit „Zündung ausgeschaltet“. Wenn ich nun innerhalb der vorgegebenen Zeit das Gas zurücknehme, ist die Welt wieder in Ordnung. Tue ich es nicht, wird die Sprachausgabe „Zündung eingeschaltet“ zwar gestartet, aber unmittelbar danach von der Meldung „Zündung ausgeschaltet“ überlagert. Regler und Motor bleiben auf jeden Fall unbeschadet.

Zum Schluss des Themas Überlastschutz muss ich noch auf folgendes hinweisen: Wählt man den in Mx6 definierten Abschaltstrom zu gering, dann kann es passieren, dass die Zündung beim gewollten Starten des Motors abgeschaltet wird, weil zwar schon der eingestellte Strom fließt, aber die eingestellte Drehzahl noch nicht überschritten wird. Will man den Wert möglichst niedrig setzen, muss man sich an ihn herantasten. Je höher der Wert, desto geringer die Gefahr des unbeabsichtigten Abschaltens. Ab einem bestimmten, vom jeweiligen Antrieb abhängigen Stromwert, gibt es dann gar kein unbeabsichtigtes Abschalten mehr.

Für mich selber habe ich einen Mittelwert verwendet, bei dem der Blockierstrom relativ niedrig eingestellt ist, man aber noch zügig Gas geben kann, ohne dass automatisch abgestellt wird. Das erfolgt nur dann, wenn ich den Knüppel ganz schlagartig nach vorne stelle. Hintergrund meiner Einstellung ist, dass ich den Blockierstrom so gering wie nur möglich haben wollte.

Ansage von Schalterstellungen

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zum Thema Ansage von Schalterstellungen sagen. Ich habe mir angewöhnt, für alle Schalter, die ich bei einem Modell nutze, für jede Schalterstellung eine Sprachausgabe anzulegen. Damit merke ich sofort, wenn ich versehentlich einen falschen Schalter betätigt habe. Das kann durchaus mal vorkommen, weil ich zum Umlegen eines Schalters nie auf den Sender schaue. Das Dümmste, was mir diesbezüglich schon passiert ist, ist, dass ich versehentlich die Zündung abgeschaltet habe und eine Außenlandung machen musste. Seither verwende ich als Zündschalter übrigens einen Sicherheitsschalter, den man zum Betätigen zusätzlich nach oben ziehen muss.

Ich bin zwar immer bemüht, bei allen Modellen für gleiche Funktionen immer die gleichen Schalter zu nutzen, in Einzelfällen sind eventuell aber halt doch Unterschiede erforderlich. Eine Beschränkung für die Anzahl der auf dem Sender möglichen Sprachdateien gibt es meines Wissens nicht.

Zum Erstellen einer Sprachdatei nutze ich immer folgenden Link der Seite rc-thoughts.com:www.rc-thoughts.com/tts/index.php. Hier kann man den gewünschten Text eingeben und sich eine Sprachdatei generieren lassen, die man anschließend herunterladen kann. Damit Aussprache und Betonung den eigenen Wünschen entsprechen, kann es manchmal vorteilhaft sein, die deutsche Rechtschreibung etwas zu vergewaltigen und/oder zusätzliche Satzzeichen einzusetzen. Man hat beliebig viele Versuche. Wenn einem die Aussprache gefällt, kann man sich die Datei herunterladen und dann auf den Sender in das Verzeichnis AUDIO\de einspielen. Danach können die Dateien jeweils ganz normal über die Dateiauswahl zugewiesen werden.

Und wie behalte ich nun den Überblick?

Hat man mehrere Modelle mit etwas komplexerer Programmierung, ist es ganz gut, wenn man sich schnell einen Überblick über die einzelnen Modelle verschaffen kann. Ich habe mir dazu schon vor längerem ein Excel-Programm erstellt, welches die Modelldateien des Senders auswertet und die wichtigsten Einstellungen auf ein oder zwei übersichtlichen Seiten darstellt. Dieses Programm wurde bereits im FMT-Blog ausführlich vorgestellt. Die damals beschriebene Version wurde zwischenzeitlich noch dahingehend erweitert, dass zusätzlich zur Excel-Tabelle auch eine PDF-Datei erstellt wird, welche nur die zwei wichtigsten Spalten der Excel-Datei enthält. Außerdem kann man sich mit der neuen Version mit einem einzigen Klick gleich alle Modelldateien, die sich im ausgewählten Verzeichnis befinden, auf einmal aufbereiten lassen. Für jedes Modell wird dabei eine getrennte PDF-Datei erstellt. Sie können sich die neueste Version des Excelprogramms aus der CAD-Bibliothek unter4.

Fazit

Spricht man mit Modellflugkollegen gelegentlich über die Möglichkeiten unserer modernen Fernsteueranlagen, hört man immer wieder Sätze wie: „Logische Schalter -so was braucht man doch gar nicht“ oder „Wozu brauche ich Telemetrie -ich merke doch auch so, wenn der Akku leer wird“. Sicher kann man dieser Meinung sein. Ich hoffe jedoch, dass es mir mit meinen Ausführungen gelungen ist, den einen oder anderen Leser davon zu überzeugen, dass man solche Dinge eben doch ganz gut gebrauchen kann. Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein, werden Sie beim Experimentieren mit ihrem Sender sicher feststellen, dass man das eine oder andere von dem, was ich vorgestellt habe, vielleicht auch etwas anders programmieren kann. Und das ist ja gerade auch das Schöne an unseren tollen Sendern: Es führen -wie so oft im Leben -bekanntlich viele Wege nach Rom. Lassen Sie also Ihren Ideen freien Lauf und erstellen Sie für Ihr nächstes Modell auch einmal eine eher nicht alltägliche Modellkonfiguration. Viel Spaß beim Programmieren!

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen jeweils einen Auszug aus einer PDF-Datei, die mit dem Excel-Programm erstellt wurde. In der PDF-Datei werden die wichtigsten Modelleinstellungen aufgelistet. Den Gesamtüberblick über Ihre Modelle können Sie sich selber verschaffen, wenn sie sich das Excel-Programm aus der CAD-Bibliothek unterwww.fmt-rc.deherunterladen.