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Faszination Angeln: MOLEN & HÄFEN: ANGELN VON OBEN


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 79/2019 vom 06.12.2019

Im Winter verziehen sich Plattfische ins tiefere Wasser. Wer jetzt glaubt, dass die Chancen auf einen guten Fang ohne Boot aussichtslos sind, irrt. Wie Sie in der frostigen Jahreszeit von Land aus zum Erfolg kommen, verraten BETTINA und FLORIAN HÜHNKEN.


Der Winter an der Ostsee fasziniert uns jedes Jahr aufs Neue: Neben einer kristallklaren und kühlen Meeresluft lockt die Küste mit einer atemberaubenden Landschaftskulisse. Die Wintermonate entschleunigen. An den Küsten kehrt Ruhe ein. An Häfen, Seebrücken und Molen ist weniger Publikum, als in den wärmeren Monaten. Genau dort stehen die Chancen jetzt ...

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Bildquelle: Kutter & Küste, Ausgabe 79/2019

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... gut, ein rundum tolles Angelerlebnis mit nach Hause zu nehmen. Wir verraten Ihnen die Praxis-Tipps für einen gelungenen Ausflug zum flachen Ostseeräuber.

Molen & Co.
Egal, ob im Hafen, an den Köpfen von Seebrücken oder an Molen, genau hier finden wir unseren Zielfisch. Im Winter bevorzugen Flunder & Co. die tieferen Bereiche. Besonders sexy: Die Laufwege zum Angelplatz sind kurz, denn die meisten Parkplätze sind unmittelbar in der Nähe und im Winter oft sogar kostenlos. Für diese Angelei wählen wir nur das zarte Handgepäck: Zwei Handvoll Equipment begleiten uns maximal zum Angelplatz. Die 3,60 Meter lange Stormbringer Pier'n Flat von Zebco mit einem Wurfgewicht von 40 bis 140 Gramm, kombiniert mit einer großvolumigen Stationärrolle sind die idealen Partner für unser Vorhaben. Das leichte Karpfengeschirr oder eine Heavy Feeder Rute kann man aber ebenso gut verwenden. In jedem Fall bleiben die robusten Brandungsstöcker zu Hause, weite Würfe sind hier mitnichten gefragt. Mit einem für Brandungsangler gerade einmal leichten Plumpswurf von wenigen Metern erreichen wir tiefes Wasser.

Angeln von oben: zum Beispiel von Molen.


Beliebter Angelhafen: Kiel.


Mit einem Rutenklettband geben wir den Ruten Halt. Auch der Glücksbringer (unser Shauni) wird so sicher geparkt und kann die Fische suchen.


Eine Seebrücke ragt vom Ufer ins Meer. Der Unterschied zur Mole ist, dass die Seebrücke nicht aufgeschüttet ist. Seebrücken dienen als Anleger für Boote und Aussichtsplattform für Besucher. Hier sehen Sie die Seebrücke in Dahme in Ostholstein.


Für diese Angelei wählen wir nur das zarte Handgepäck: zwei Ruten, zwei Rollen, Eimer und Angeltasche.


Um den steilen Winkel des Vorfaches zur Rutenspitze zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Schnur recht stramm gezogen ist. Die Ruten werden dazu möglichst steil aufgestellt.


Flo zeigt, wie das Molenvorfach unter Wasser „steht“.


Gut gerüstet
Mit einem Dreibein oder einem Rutenklettband, was man ebenso bei der Kutter- und/ oder Kleinbootangelei verwendet, geben wir den Ruten Halt. Mit von der Partie ist ebenso ein Eimer, gefüllt mit Maßband, Priest, Hakenlöser, Messer, Lappen, Mülltüte, Köder, Ködernadeln und ein Falteimer an einer langen Leine, um bei Bedarf Wasser zu schöpfen. Weiterhin begleitet uns eine Tasche mit den Angelpapieren, Molenvorfächern, Bleien, Kleinteilen, die Stulle gegen Hunger und ein Heißgetränk im Thermopott.

Kleine Portionen
Der Wattwurm ist unser Standardköder für die Plattfischangelei. Übertrieben große Wattis sind im Winter fehl am Platz. Wie bei dem Gepäck, ist auch bei der Ködermenge weniger deutlich mehr: Durch einen verlangsamten Stoffwechsel nehmen die Fische jetzt zurückhaltender Nahrung auf als in den wärmeren Monaten. Sind die Wattis zu groß, einfach den Kopf abschneiden, das Innenleben sanft herausdrücken und die wabblige Hülle kräftig auf einen harten Untergrund werfen. Die Wurmhaut zieht sich nach dem Auftreffen fest zusammen. Wir halten daraufhin wieder einen kleinen, knackigen Köder in der Hand. Das Angeln mit langschenkligen Haken der Größe 2 und wenig Wurm hat sich bei uns bewährt. Die langen Schenkel sorgen für einen optimalen Sitz des Wattwurms. Sinken die Temperaturen deutlich Richtung und unterhalb von null Grad, verpacken wir unsere Köder frostsicher in einer kleinen Isolierbox. Wer dies nicht beachtet, verkürzt die Angelzeit deutlich. Aus Wurm wird dann schnell „Matsch“.

Je nach Geschmack kann man die Perlmuttreihe zusätzlich mit einem Spinnerblatt pimpen.


Betty mit feiner Flunder von der Mole.


Das optimale Vorfach
Beim „Angeln von oben“ – der Hafenkante, Mole oder Seebrücke – legen wir Ihnen ein raffiniertes Vorfach ans Herz: das Molenvorfach. Anders als gewöhnliche Brandungsvorfächer bietet diese Montage einen wesentlichen Vorteil in steilen beziehungsweise tiefen Bereichen. Es liegt nicht platt am Boden und benötigt keinen zusätzlichen Auftrieb. Wie ein Anker hält das Bleigewicht von maximal 60 bis 80 Gramm die Montage am Grund fest. Das Vorfach "steht" leicht schräg, in Richtung Rutenspitze, über dem Boden. Als Vorfachschnur verwenden wir deshalb eine dünnere monofile Sehne mit einem Durchmesser von 0,50 Millimeter. Die Mundschnüre aus einem 0,30 Millimeter Monofil hängen mit Abstandshaltern seitlich nach unten über dem Blei, ohne dabei den Boden zu berühren. Durch die Abstandshalter, die sogenannten Drahtarme, schweben die 15 Zentimeter kurzen Mundschnüre trotzdem verführerisch im Wasser. Ein paar einfache Perlmuttperlen und "Rice Beats"-Perlen, die Reiskörnern ähneln, verführen den Plattfisch zum Anbiss. Je nach Geschmack kann man die Perlmuttreihe zusätzlich mit einem Spinnerblatt pimpen. Verzichten Sie aber komplett auf auftreibende Perlen! Die Mundschnüre „stehen“ ja bereits im Wasser. Um den schräg-steilen Winkel des Vorfaches zur Rutenspitze zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Schnur recht stramm gezogen ist. Die Ruten werden dazu möglichst steil an Land aufgestellt. Wenn sich allerdings Frost auf der Windschutzscheibe des Autos entwickelt, verzichten wir sogar komplett auf Perlen. Glanz und Glamour haben dann sogar eine abschreckende Wirkung.

Eine Platte kurz vor der Landung.


Flo freut sich über eine schöne Kliesche.


Suchen & finden
Plattfische gehören mit Abstand zu den neugierigsten Ostseebewohnern. Deshalb kurbeln wir mindestens alle 10 bis 15 Minuten ein bis drei Umdrehungen ein, wenn wir mit einem gewöhnlichen Brandungsblei angeln. Durch das Bewegen suchen wir nicht nur Fläche ab, die Aktivität reizt die platten Räuber zusätzlich zum Anbiss. Wenn es mal etwas stärker strömt oder der Wind deutlich zunimmt, fischen wir das System mit einem Krallenblei, das das Vorfach mit seinen kräftigen Drahtarmen am Boden fixiert. Allerdings ändert sich dann das Suchen: Maximal alle 20 bis 30 Minuten lösen wir das Vorfach vom Grund und kurbeln es komplett ein. Wir variieren dann in der Wurfweite. In beiden Fällen achten wir darauf, das System auf Spannung zu halten, so dass der Köder immer verführerisch über dem Grund spielt.

Wer unsere Tipps beherzigt, dem winken glückliche Angelstunden und volle Fangeimer. Probieren Sie das „Angeln von oben“ auch in den wärmeren Monaten: Im Frühjahr stehen die Chancen gut, nebenbei Heringe zu erwischen. Ab Mai ziehen die Hornhechte in Küstennähe ihre Runden und im frühen Herbst treffen wir oft größere Wittlingsschwärme in Wurfweite. Dorsche sind ganzjährig und wieder öfter ein willkommener Beifang.

Die Gedanken schweifen übers Meer. Im Winter „stören“ nur wenige Küstengäste uns Angler auf den Molen und Brücken.

Angelverbote vermeiden

Seien Sie ein Vorbild! Es ist Pflicht, unseren und auch den Müll der anderen einzusammeln. Ebenso gilt, den Angelplatz sauber zu hinterlassen und Köderreste vernünftig zu entsorgen. Achten Sie auf Schilder und erlaubte Angelzeiten. Im Internet oder beim lokalen Händler vor Ort erhalten Sie nützliche Informationen.


FOTOS: B. + F. HÜHNKEN