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FASZINATION ANGELN: OSTSEE: Mit Kunst auf Küstendorsche


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 75/2019 vom 22.02.2019

Das Watfischen entlang der Ostseeküste ist sehr beliebt. Zielfische sind meist Meerforellen. Wir zeigen, wie Sie dort erfolgreich auf Dorsch angeln.


Artikelbild für den Artikel "FASZINATION ANGELN: OSTSEE: Mit Kunst auf Küstendorsche" aus der Ausgabe 75/2019 von Kutter & Küste. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kutter & Küste, Ausgabe 75/2019

Die Sonne versinkt: eine ganz heiße Zeit, um ein paar Küstendorsche zu fangen.


Ein knapp 70er Dorsch ist an der Küste nicht die Regel, aber durchaus immer möglich.


»Sbirolinos sind super Helferlein, um leichte Köder auf Weite zu bringen.«


Grüne, schwarze und rote Streamer aus der Magnus-Reihe hinterm sinkenden Sbiro sind eine Bank.


Auch Gummiseeringler sind dann extrem fängig.


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Sehr leichte Jigköpfe und Mini-Twister sind zum Dorschfang hinterm Sbiro top.


Es ist bereits stockfinster geworden. Der 18 Gramm Seeker in schwarz-rotem Design landet irgendwo im Nichts. Nach der kurzen Absackphase dauert es ein paar Kurbelumdrehungen und die Spinnrute biegt sich ordentlich durch.
Der Biss kam so kräftig, dass ich keinen Anschlag mehr setzen muss. Die heftigen Schläge in der Rute und das „Bohren“ in den Grund lassen keinen Zweifel aufkommen: Ein guter Dorsch hat sich den Mefoblinker geschnappt. Vorsichtig drille ich den Fisch gen Ufer. Der Bursche fordert im Kampf sogar Schnur von der Rolle. Jetzt schön die Aktion von der Rute ausnutzen und immer möglichst Druck auf den Fisch ausüben. Nun müsste der Kerl bald in meiner Nähe sein. Noch ein paar Meter gefühlvoll drillen, dann sehe ich im Schein der Kopflampe einen prächtigen Dorsch an der Wasseroberfläche schlagen. Langsam, unter voller Spannung der Rute, wird der Bartelträger gestrandet. Selbst bei der eher bescheidenen Lufttemperatur von sechs Grad Mitte November ist mir richtig warm geworden. Der schön gezeichnete Dorsch bringt es auf satte 69 Zentimeter. Für das aktive Angeln an der Ostseeküste ist das ein wirklich gutes Exemplar!

Voll gedorscht

Die besten Jahreszeiten, um auf Küstendorsche zu angeln, sind eindeutig der Herbst und das Frühjahr. Wobei in milden Wintermonaten auch was geht. Entscheidend ist dann die Wassertemperatur.

Ist viel Nahrung unterwegs, dürfen Sie an einigen Plätzen sogar bereits am Tage mit Dorschen rechnen.


Liegt die unter fünf Grad, ziehen sich die Bartelträger in tieferes Wasser zurück. Im Sommer läuft es nur in der Dämmerung und Dunkelheit. Das sind das gesamte Jahr über auch meist die heißen Phasen. Denn die Dorsche ziehen mit schwindendem Licht in die Flachwasserzonen, um zu fressen. Allerdings: Ausnahmen bestimmen die Regel! Im Herbst und Frühjahr sind auch tagsüber gute Fänge drin. Vor allem wenn Garnelen, Sandaale, Sprotten oder Heringe dicht unter Land unterwegs sind.
Bei der Strandwahl muss es nicht immer der klassische Leopardengrund sein. Klar, das sind natürlich gute Strandabschnitte, aber ich konnte auch schon schmucke Dorsche über vorwiegend sandigem Grund fangen. Ganz wichtig für die Strandwahl ist das Nahrungsangebot im flacheren Wasser. Strandkrabben, kleine Fische und Garnelen stehen bei Dorschen ganz oben auf der Speisekarte. Sind die im flachen Wasser auszumachen, werden bestimmt auch ein paar Dorsche einfallen.

Tagsüber sind blaue, grüne und silberne Spinnköder auch mit rotem Bisspunkt gut.


Fürs Sbiro-Angeln sollte eine lange, kraftvolle Spinnrute mit sensibler Spitze eingesetzt werden, um jeden Zupfer zu spüren


Spitze mit Sbirolino

Sinkende Sbirolinos sind eine Bank, um von der Küste Dorsche dingfest zu machen. Denn 20- bis 25-Gramm-Modelle lassen sich mit dünner 0,10- bis 0,12er geflochtener Hauptschnur weit in die Ostsee befördern. Hinter die Helferchen können viele unterschiedliche Köder geschaltet werden.

Im Frühjahr, wenn Seeringelwürmer zur Paarung im ufernahen Wasser im Freiwasser unterwegs sind, sollten auf jeden Fall Imitate der Kneifer hinterm Sbiro angeboten werden. Die können aus Gummi oder Federn sein. Erwärmt sich das Ostseewasser in der zweiten Frühlingshälfte, ziehen die Strandkrabben aus dem Tiefen wieder in die Flachwasserbereiche. Da sind auch die Dorsche nicht weit. Gummikrebse, rote oder schwarze Twister auf ein bis zwei Gramm leichte Jighaken gezogen, bringen dann hinter dem Sbiro mit der Dämmerphase oft sehr gute Fangerfolge. Je nach Grundstruktur wird der Sbiro langsam eingekurbelt oder über den Grund gezupft.
Schlanke um die fünf Zentimeter lange Gummifische mit mittelgroßem Schwanzteller, solo auf einen stabilen 0/1-bis 0/3er Haken aufgezogen, bringen das gesamte Jahr über Dorsche zum Anbiss. Auch die klassischen Magnus-Streamer, Garnelen-Imitationen und größere Nymphen sind immer eine gute Köderwahl. Grüne, rötliche, braune oder schwarze Modelle auch in Farbkombi und mit Glitterfäden kommen bei den Bartelträgern voll an.

Wobbler in rötlich-goldenen Tönen bringen in der Dämmerphase oft Fisch.


Selbst natürliche Köder lassen sich super hinterm Sbirolino fischen. Ein Watt- oder Seeringelwurm mit einer kleinen vorgeschalteten Lockperle und Knipsblei gemächlich über den Grund gezupft, reizt neben Dorschen auch Plattfische beim aktiven Angeln.

MIT BLINKER & WOBBLER PUNKTEN

Jagen Dorsche ab dem späten Frühjahr bis in den Herbst Sandaale, Heringe oder Sprotten im seichten Wasser, ist das Spinnfischen top. Im Hellen sollten dann grüne, blaue oder silberne schlanke Blinker oder Wobbler ran. Die können flott geführt werden mit gelegentlichen ganz kurzen Spinnstopps. Geht es in die Dämmer- und Nachtphase, sind rote und schwarze Modelle – auch in Kombi – die richtigen Waffen. Die Silhouetten der dunklen Köder sind nämlich für die Fische am besten auszumachen. Ich habe schon mit rabenschwarzen Blinkern und Wobblern im Dunkeln richtig abgeräumt. Am besten lief das bei klarem Himmel um Vollmond. Die Köderführung in den dunklen Stunden sollte etwas langsamer als im Hellen vonstatten gehen. Bei weitgehend hängerfreiem Grund kann der Köder auch ruhig mal auf dem Boden für ein, zwei Sekunden abgelegt werden.
Ist der Grund strukturreich mit Steinen und Blasentang, verwende ich grundsätzlich einen Einzelhaken. Damit lassen sich lästige Hänger ganz gut vermeiden. Weit einzuwaten braucht man im Dunkeln nicht.
Oft ziehen die Dorsche dicht am Strand ihre Bahnen. Mitunter reicht das Angeln vom Strand. Das ist im Dunkeln auch die sicherste Nummer. Wenn ich einwate, suche ich aus Sicherheitsgründen immer Stellen mit sandigem Untergrund.

Schwarze Blinker und Wobbler sind in der Nacht bei Mondschein klasse.

DER PROFI

Mit dem Profi unterwegs
Unser Autor lebt direkt an der Ostseeküste und gibt in Angelcoachings sein Wissen in Sachen Küstenangeln weiter.
Sebastian Rose
Tel. (01 79) 5 15 68 60. Mail: basti@angelcoach.de;www.angelcoach.de

MIT JIG & GUMMI

Ohne Sbirolino solo mit Wabbelködern auf Küstendorsche zu fischen, läuft auch ganz gut. Dann müssen allerdings Jigköpfe zwischen 10 und 20 Gramm ran. Ansonsten schafft man nicht die nötigen Wurfweiten. Fingerlange Gummifische oder Twister in Rot, Braun oder Grün mit etwas Glitter bringen meines Erachtens die besten Fangerfolge. Je nach Strandtyp wird der Jig so eingedreht, dass er etwa 30 Zentimeter über dem Grund seine Bahn zieht. Ist der Grund weitgehend hindernisfrei, können Sie den Köder auch kurz stoppen und aufsetzen lassen. Ganz wichtig, wie auch beim Angeln mit Blinkern oder Wobblern, ist ein um die zwei Meter langes 0,25- bis 0,30er Mono oder Fluorocarbon-Vorfach. Das schützt besser vor Zähnen und unreinem Grund. Ab und an sollte man das untere Stück der Vorfachschnur auf Schäden überprüfen und gegebenenfalls einkürzen oder auswechseln. Ein guter Knoten, um Monofile mit Geflochtener zu verbinden, ist der Albrightknoten. Seine Bindeweise finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 28 dargestellt.

Jigs bis 20 Gramm mit Gummi sind solo gefischt top.


FOTOS: S. ROSE

FOTO: R. KORN