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Fasziniert von Feuer und Licht


LebensArt Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 32/2019 vom 06.12.2019

Feuer und Stahl – Mona Hartfelder bringt das auf eine überraschende Weise zusammen. In der Firma ihres Mannes in Birkenfeld bei Pforzheim macht sie aus großen, glatten Stahlkugeln Kunstwerke, die ihre Wirkung durch die ausgeschnittenen und von innen erleuchteten Elemente beziehen und mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch international Abnehmer finden. Es ist die „Faszination des lebendigen Lichts“, die Hartfelder mit ihren Feuerbällen und den Lichtkugeln in Wohnräume und Gärten bringen will.


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Bildquelle: LebensArt Magazin, Ausgabe 32/2019

Es begann vor zehn Jahren, als die gebürtige Pfälzerin bei einer Urlaubsreise auf einem Katamaran an ...

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Es begann vor zehn Jahren, als die gebürtige Pfälzerin bei einer Urlaubsreise auf einem Katamaran an einer Karibik-Insel vorbeisegelte und sich im dunklen Wasser des Meeres Feuermuster widerspiegelten. In alte, mit Feuer gefüllte Bojen hatte man Löcher geschnitten und das Ganze auf Pflöcken im Wasser verankert. „Es war ein fantastisches Erlebnis“, erinnert sich Mona Hartfelder, „und ich wusste sofort: Irgendwann will ich auch einmal solch eine Kugel machen“. Es dauerte dann doch noch ein paar Jahre, bis sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzte. Ehemann Frank, Inhaber einer Modell- und Formenbau-Firma, gab einen entscheidenden Anstoß. „Nimm dir mal ein Stück Stahl und probiere, wie du klarkommst“, empfahl er seiner Frau.
Es ist nicht überliefert, wie fest er daran geglaubt hat, dass sie klarkommt – Mona Hartfelder sieht so gar nicht nach einer Stahlarbeiterin aus. Der zierlichen Blondine mit dem üppigen langen Haarschopf und den gepflegten Händen traut man sicher eine künstlerische Betätigung zu, aber mit Schweißbrille und Plasmaschneider an einer funkensprühenden Metallkugel – das ist nur schwer vorstellbar. Doch sie schaffte es, in der zarten Person steckt jede Menge Energie. Nur mit dem Gewicht der Kugel, die sie als „Rohstoff“ in zwei extra für sie angefertigten Hälften bezieht, hat sie ihre Probleme. Bei 45 zusammengeschweißten runden Kilos geht auch die stärkste Energie in die Knie: „Mein Mann bringt mir einen Ring zum Tragen an, damit ich sie auf den Gabelstapler bekomme“.
In der großen Werkshalle hat sie sich eine Ecke reserviert. Kühl und sachlich sieht es hier aus – genauso wie das 4 mm dicke Material, das sich von der geschlossenen, unscheinbaren Kugel mit einem Durchmesser von 83 cm zu einem Kunstobjekt mit ausgeschnittenem Muster wandelt. Mona Hartfelder hat sich für zwei Lichtquellen entschieden, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzung entsprechen – und die einem Verbot von offenem Feuer im Freien in trockenen Sommern Rechnung tragen.

Feuer im Innern – durch eine seitliche Öffnung können Holzscheite eingelegt werden, während der Boden geschlossen bleibt – hat eine andere Intensität als LEDs, die die Gefahren eines offenen Feuers eliminieren. Die aber können nicht nur verschiedene Farbvariationen liefern, die Kugel bietet auch die Möglichkeit, auf der Unterseite ausgeschnitten zu werden. Im Gegensatz zum Feuerball breiten sich die Lichteffekte also ebenso auf dem Boden aus und sind über eine speziell entwickelte Handy-App regelbar. „Die LEDs sind fast mehr gefragt als die Feuerkugeln“, zieht Hartfelder eine Bilanz, die ihrer ganz persönlichen Vorliebe wiederspricht: „Ich selbst liebe das Feuer. Es gibt doch nichts Schöneres, als beim Feuerschein draußen zu sitzen. Licht“, sagt die Schöpferin dieser tanzenden Lichtspiele weiter, „symbolisiert für uns Menschen doch seit je her Wärme und Geborgenheit. An einem Ort, der durch Feuer und Licht erhellt wird, empfinden wir Entspannung, Ruhe und Sicherheit. Für mich ist immer wieder faszinierend, wie man aus einem so kalten Material etwas Warmes machen kann“.
Die Muster der Kugeln entwirft Hartfelder selbst, zeichnet sie erst auf, ehe sie sie ausschneidet. Oft werden ganz besondere Kundenwünsche umgesetzt. „Manche wollen das Datum ihrer Hochzeit – es gibt schon mal Liebeserklärungen, die dort festgehalten werden sollen, “ erinnert sie sich an einen Feuerball als Geschenk zum Hochzeitstag. „Das fand ich so schön: Du bist die Sonne, der Mond und die Sterne für mich, wollte die Ehefrau für ihren Mann auf der Kugel haben“. Was Wunder, dass dann auch Sonne, Mond und Sterne erstrahlten.
Fixiert werden die Kugeln nach Fertigstellung der Muster und nach der Anbringung einer dekorativen Rost-Optik auf einem Betonsockel. Da ist Hilfe selbst bei der toughen Stahlkünstlerin gefragt: „Das schaffe ich nicht allein“. Diese Schwierigkeiten hat sie mit ihren Stahlbildern, die ebenfalls mit LED hinterleuchtet werden können, nicht. Keine Frage, dass diese Kreationen auch bei ihr zu Hause hängen.


An einem Ort, der durch Feuer und Licht erhellt wird, empfinden wir Entspannung, Ruhe und Sicherheit.


Fotos: Gabriele Meyer, privat


“ Für mich ist immer wieder faszinierend, wie man aus einem so kalten Material etwas Warmes machen kann.”


Und die Feuerbälle und Lichtkugeln haben in der Familie Hartfelder ihre Fans – der Sohn hat eine nach Münster entführt. „Unter den Nagel gerissen“, sagt die Mutter lachend. Und zur Geburt ihres Kindes bekommt die Tochter ein besonderes Motiv: „Löwenjunges“ will Mona Hartfelder diese Kreation taufen. Ehemann Frank lächelt und nimmt seine Mona in den Arm: „Ich bin so stolz auf meine kreative Frau“.