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Fedex, DHL und UPS machen sich für Blockchain-Standards stark


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 06.05.2019

Auf der Konferenz „Blockchain Revolution Global“ in Toronto waren weltweite Blockchain-Standards das wichtigste Thema. Sie lägen auch im Interesse der Regierungen, die damit den Warenverkehr besser kontrollieren könnten.Kau


Artikelbild für den Artikel "Fedex, DHL und UPS machen sich für Blockchain-Standards stark" aus der Ausgabe 20/2019 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 20/2019

Ohne standardisierte Spurbreiten geht im Schienenverkehr gar nichts. Ähnlich verhält es sich nach Ansicht von Robert Carter, CIO von Fedex, mit der Blockchain. Theoretisch biete die Technik eine effiziente, sichere und offene Plattform für weltweite Transaktionen im Handel. Doch solange proprietäre Plattformen eingesetzt würden, werde es eine Vielzahl technischer und regulatorischer ...

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... Hindernisse geben, die den Fortschritt aufhielten.

Laut Carter bedarf es einer Plattform, die auf Open-Source-Software und Industriestandards aufsetzt. So könne überregionale Prozesstransparenz gewährleistet werden, und niemand sei aufgrund seiner Marktmacht und seiner proprietären Standards in der Lage, sich einen unfairen Vorteil gegenüber anderen zu verschaffen. Carter äußerte sich anlässlich einer Podiumsdiskussion unter CIOs auf der Blockchain Revolution Global Conference in Toronto. Fedex sei beileibe kein Unternehmen, das nach regulatorischen Eingriffen rufe, aber es gebe Zeiten, in denen Auflagen und Regeln hilfreich und wichtig seien.

Digitale Unterstützung für Grenzverkehr

Dem CIO zufolge könnten verpflichtende Blockchain-Standards beispielsweise dem Zoll und den Grenzbeamten helfen, Lieferketten nachzuvollziehen, um die Herkunft von Waren schnell und sicher zu ermitteln. So lasse sich die illegale Einfuhr von Arzneimitteln oder auch von gefälschten Medizinprodukten feststellen und unterbinden. „Wenn ein Paket international verschickt wird, gibt es eine schier endlose Menge an Informationen, die mit der Sendung in Umlauf sind“, sagte Carter. „Das ist ein unglaublicher Papierkram, er betrifft zum Beispiel Ursprungszertifikate oder spezifische Lizenzen für bestimmte Waren und Güter. Diese Informationen befinden sich in digitalen und in Papierformularen. Doch wir bewegen uns mit unseren Unternehmen in eine digitale Welt. Die Blockchain ist der Ort, an dem sich alles zusammenführen lässt.“

Fedex hat sich mit den Wettbewerbern DHL Express und UPS zusammengetan, um branchenweite Standards auszuarbeiten. Alle drei Paket-und Frachtdienste sind heute Mitglieder der Blockchain in Transport Alliance (BiTA), einer Branchenorganisation mit inzwischen mehr als 500 Mitgliedern.

Transaktionen rechtssicher dokumentieren

Die Diskutanten waren sich einig, dass autorisierte Blockchains Transaktionen transparent und rechtssicher dokumentieren können. Jede zugelassene Instanz im „Ledger“, egal ob öffentlich oder staatlich, könne in Echtzeit über dieselben Informationen zur Herkunft von Waren in einer Lieferkette und zu deren momentanem Standort verfügen. Mit Smart Contracts lasse sich zudem die automatische Verarbeitung elektronischer Dokumente voranbringen.

Wie die Fedex-Repräsentanten ausführten, liegt in der Kombination von Sensorik und Blockchain-Technologien ein weiterer Produktivitätshebel. Das Unternehmen experimentiere derzeit mit „sensorgestützter Logistik“ und habe einen Proof of Concept entwickelt, bei dem zwei Arten von IoT-Sensoren in der Größe einer Kau gummipackung (siehe Foto) verwendet würden. Mit ihnen könnten Logistiker herausfinden, ob eine Verpackung beschädigt oder geöffnet wurde, wie hoch die Innentemperatur einer Lieferung ist und welchen Erschütterungen eine Fracht ausgesetzt war. Einer der beiden Sensoren sendet zudem Daten an ein Blockchain-Hauptbuch, wo diese Informationen gleich dokumentiert werden.

Zusammenarbeit sei wichtig, bestätigte Eugene Laney, Head of International Government Affairs bei DHL Express. Kein Unternehmen habe die Lieferketten allein unter Kontrolle. Automobilteile beispielsweise würden für verschiedene Arbeitsschritte rund um den Globus verschickt. In so einen Prozess könnten DHL, Fedex und UPS gleichermaßen involviert sein.

„Wie können wir die dafür notwendigen Informationen erfassen und untereinander sowie mit den verschiedenen Landesbehörden teilen?“, fragte Laney in die Runde. Auch er betonte die Notwendigkeit einer offenen und standardisierten Blockchain, die von den Transportteilnehmern gemeinsam genutzt werden könne.

Das Tracking und Tracing einzelner Supply-Chain-Transaktionen habe DHL Express im Griff, erklärte Laney. Doch das System gerate ins Wanken, sobald man mit anderen Versendern kooperiere, um Teile oder Produkte an den endgültigen Bestimmungsort zu bringen. Zusammen mit weiteren Schlüsselelementen wie IoT-und RFID-Tags, die an den Verpackungen angebracht würden, könne die Blockchain die Transparenz signifikant verbessern – nicht nur für Spediteure, sondern auch für Kunden, die in Echtzeit überwachen könnten, wie einzelne Teile den Fertigungs-Lifecycle durchlaufen.
(hv)


Foto: IDG Worldwide