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FEEDERN: DUETT DER KÖRBE


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 110/2019 vom 11.10.2019

Um gezielt große Karpfen und Brassen zu fangen, schwört der englische Friedfisch-ExperteJon Arthur auf eine Doppeltaktik: Er kombiniert Method-Feeder und konventionellen Futterkorb


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Bildquelle: Blinker, Ausgabe 110/2019

Die Kombination aus Method-Feeder und normalem Korb kann auch vorsichtige Fische überlisten.


Mehr und mehr Futterkorb- Angler fischen mit der gleichen Methode: Method-Feeder und eingeweichte Zwei-Millimeter- Pellets oder Grundfutter. Ein einzelner Hakenköder auf dem Futter soll garantieren, dass die Fische ihn schnell finden – doch weil es eben inzwischen sehr viele Angler machen und die Fische diese Präsentation ...

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... mittlerweile kennen, reagieren sie entsprechend vorsichtig. Dieser Lerneffekt tritt insbesondere bei Karpfen und Schleien sehr schnell ein. Besonders schlaue Exemplare müssen nicht mal selbst gefangen oder gehakt worden sein. Es reicht, wenn Sie es bei einem unvorsichtigen Kameraden beobachtet haben.

Um an stark beangelten Gewässern wie Vereinsseen gezielt größere Karpfen, Schleien und Brassen mit dem Method-Feeder zu fangen, ändere ich daher mein Vorgehen. Zunächst verwende ich größere Partikel wie Mais und Sechs-Millimeter-Pellets. Damit sieht meine Futterstelle an sich schon anders aus als die der anderen Angler – ein kleiner Unterschied, doch in der Praxis hat sich gezeigt: ein riesiger Vorteil!

Der eigentliche Clou meiner Taktik liegt aber in den beiden Ruten, die ich verwende: Es sind zwar identische Modelle mit 3,30 Metern Länge, 3000er Rollen und 0,20er Mono-Schnur – aber die Endmontagen unterscheiden sich. Auf der einen fische ich einen Method-Feeder, auf der anderen einen normalen Futterkorb.

Drill mit Method-Feeder. Ein Gummizug im Korb hilft, die harten Fluchten abzupuffern.


KLEBRIGE MISCHUNG

Zunächst bereite ich meine Futtermischungen vor. Ich habe vier Behälter auf meiner Köderplattform: Jeweils einer enthält kleine Pellets (zwei Millimeter), größere Pellets (sechs Millimeter) und Mais. Im vierten habe ich einen Mix dieser drei. Hier gebe ich alle Bestandteile in kleinen Mengen hinein, denn mein Ziel ist es, größere Partikel zu füttern, die von den kleineren Pellets beim Wurf zusammengehalten werden. Außerdem verwende ich einen Futterkleber, PV1 oder auch Coolant genannt, ein extrem süßes Pulver auf Zuckerbasis. Davon gebe ich eine gute Menge über die Pellets. Hinzu kommt ein wenig Wasser, damit sie kleben.

Dank des Klebers kann ich meinen Partikelmix mit der Hand um den Korb kneten und auswerfen. Auf eine Futterform verzichte ich. Einige Partikel fallen schon beim Aufkommen des Korbs auf die Oberfläche ab, aber das ist kein Problem für mich, viel eher ist es von Vorteil. Diese Taktik funktioniert auf alle Distanzen, besonders gut aber auf kurze Entfernungen. Oft werfe ich nur zehn Meter weit. Dazu verwende ich einen Unterarmwurf statt eines Überkopfwurfes.

BREITER FUTTERPLATZ

Zu Angelbeginn füttere ich mit einem normalen Futterkorb. Ich verwende ein Modell, das acht Zentimeter lang und sechs Zentimeter breit ist. Die Maschen sollten recht groß sein, damit sich das Futter schnell aus dem Korb löst. Der Korb ist nur mit 15 Gramm bebleit, aber ich habe genug Gewicht, wenn er mit Futter gefüllt ist. Sobald er am Grund ankommt, warte ich vier oder fünf Sekunden und rucke dann zweimal mit der Rute an, damit er sich entleeren kann. Auf diese Weise schaffe ich mir einen zwei bis drei Quadratmeter großen Futterplatz. Ich hänge die Schnur bewusst nicht in den Schnurclip, weil dank des größeren Futterplatzes keine allzu große Präzision gefragt ist und ich keinen Großkarpfen durch Schnurbruch verlieren möchte.

Als Köder verwendet Jon gern Washters, die mit einem Köderspeer am Haken befestigt werden.


Wann kommt welcher Korb zum Einsatz?

Mit dem Domed-Feeder lassen sich größere Mengen an Partikeln ausbringen.


Normaler Futterkorb:

► zum Anlegen des Futterplatzes am Anfang
►für Fische, die den Method-Korb verschmähen
►um schnell größere Partikel zu legen
►um Brassen zu fangen

Jon verzichtet auf eine Futterform und drückt sein Futter mit der Hand in den Method-Feeder.


Method-Feeder:

► nach der Eingangsfütterung
► bei gutem Beißverhalten
► für stress- und verwicklungsfreies Angeln
► wenn die Rute nicht immer im Blick ist (Selbsthakeffekt)

Jon fischt gern im Nahbereich. Oft ist ein Pendelwurf dabei genauer und bequemer als der Überkopfwurf.


Der Wechsel auf einen normalen Futterkorb brachte diesen Schuppi.


Sobald der Platz angelegt ist, wechsle ich auf den Method-Korb. Ich benutze ein Modell, das im Inneren mit Gummi ausgelegt ist – es erhöht den Selbsthakeffekt und hilft im Drill, die Fluchten des Fisches sicher abzupuffern und ihn schnell zu ermüden. Mein Vorfach besteht aus zehn Zentimetern 0,20er Schnur mit einem 16er Haken. An diesem befindet sich ein Boilie-Speer an einem Haar. An diesen ködere ich gern braune oder grellgelbe Washters (Maiskorn- oder Pellet- Nachbildungen auf Fischmehlbasis). Die Sieben-Millimeter- Versionen passen gut zu einem 14er oder 16er Haken. Mais am Haar ist natürlich auch eine gute Option.

Ich werfe den Method-Feeder alle fünf Minuten neu aus. Zunächst fange ich so meist Brassen, doch je weiter der Ansitz voranschreitet, desto mehr Karpfen treffen am Platz ein. Nach und nach verdrängen sie die Brassen, und zum Ende einer Session fange ich oft einen Karpfen nach dem anderen.

KONVENTIONELL ABRÄUMEN

Ich beginne mit einem kleinen Method-Feeder, wechsle aber auf eine größere Version, wenn ich merke, dass die Fische den Platz gut annehmen und ich daher ich mehr Futter ausbringen muss. Vor allem gegen Ende des Angelns, wenn die Karpfen arglos fressen, ist das oft nötig. Ich habe es nicht auf einen einzelnen Fisch abgesehen und warte auf diesen einen Biss, wie die meisten Angler. Vielmehr baue ich mir einen Futterplatz auf, der mit der Zeit immer mehr Fische anzieht und an dem die Karpfen Opfer ihres eigenen Futterneids werden. Dafür braucht es eben den etwas größeren Method-Korb, häufigeres Auswerfen und somit einen stetigen Futter-Fluss. Allerdings muss man insbesondere bei sinkenden Wassertemperaturen aufpassen, nicht zu viel zu füttern. Ich bleibe an solchen Tagen sicherheitshalber beim kleinen Method-Korb.

Nach einiger Zeit kann es sich lohnen, wieder auf den gewöhnlichen Futterkorb zu wechseln. Diesen lege ich mit einem 60 Zentimeter langen Vorfach am Futterplatz aus. Er funktioniert auf Karpfen und Brassen und bringt insbesondere die misstrauischen Fische, die sich mit dem Method-Korb nicht fangen lassen. Ich bin immer wieder erstaunt, welchen Unterschied eine Veränderung des Korb-Typen und somit der Präsentation macht. Durch den Wechsel zwischen beiden Typen bekommen die Fische immer wieder eine andere Option – das bringt einige Extrabisse, davon bin ich überzeugt!

Bleiben die Bisse dennoch aus, wechsle ich den Köder: Tote Maden im Futter und als Hakenköder bringen mir an schwierigen Tagen dann oft noch etwas Fisch.


FOTOS: J. ARTHUR

FOTOS: J. ARTHUR

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