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FEHMARN: MOIN MOIN


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 14.01.2020

Unsere Autoren testeten die Ostsee-Insel Fehmarn auf ihre Tauchlichkeit und führen Sie einmal rundherum.


Artikelbild für den Artikel "FEHMARN: MOIN MOIN" aus der Ausgabe 2/2020 von TAUCHEN ehemals unterwasser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: shutterstock

Die aufgescheuchte Flunder (Scholle) gehört genauso zum »Erlebnis Ostsee-Tauchen« wie die »Pflanzengärten« im Flachwasserbereich.


Der erregt geführte Disput über den nächsten Familienurlaub, inklusive einiger Tauchgänge, erreicht seinen Höhepunkt. Die Tochter möchte nicht, der Sohn möchte nicht, und die Mutti möchte schon gar nicht runter in die Kälte und Finsternis eines heimischen Gewässers. Ein Flug in den Süden scheidet auch aus. Es bleiben das Mittelmeer und, na ja, die ...

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... Ostsee. Aber die Ostsee und tauchen? Welche Meinungen kursieren dazu denn unter den Experten? Leider ist die Antwort von diesen nicht selten: »Grün, kalt und ohne Leben.«

Wer den größten »Kleiderbügel der Welt«, sprich die markante Bogenbrücke über den Fehmarnsund im Rückspiegel des Autos hinter sich sieht, wird in den meisten Fällen etwas Erstaunliches feststellen. Alle Sorgen, alle Probleme – von denen am Arbeitsplatz bis hin zu Schwierigkeiten mit dem Finanzamt – sind auf dem Festland geblieben. Was für ein tolles Gefühl! In unserem Heimatland gibt es mehrere Landschaften mit dem Prädikat »sonnenreichste Gegend« in Deutschland. Fehmarn, die drittgrößte Insel Deutschlands, gehört dazu. Und noch etwas fällt uns auf Fehmarn immer wieder auf. Wir haben die Insel auch im Sommer nie überfüllt erlebt – vom Getümmel bei Festivitäten in der schönen Inselhauptstadt Burg mal abgesehen.

Beständiges beim Tauchen

Für Landtauchgänge hat eine Insel ihre unbestrittenen Vorteile. Fehmarn ist ein hervorragendes Beispiel dafür. In der Regel weht der Wind mehr oder weniger lang immer nur aus einer Richtung, was für irgendeinen Teil der Küste auflandigen Wind bedeutet. Von Wichtigkeit ist das nicht nur deswegen, weil niemand gern bei Wind und Wellen zum Tauchen ins Wasser geht. Nachteilig ist dann vor allem, dass in dem Bereich die Sichtweite im aufgewühlten Wasser schlecht ist. Insbesondere in der flachen Ostsee. Abhilfe schafft die Fahrt zur gegenüberliegenden Inselseite in den Windschatten. Um es mit einem Werbeslogan auszudrücken: Auf Fehmarn können Sie jeden Tag tauchen! Das stimmt. Aber um ehrlich zu sein: Manchmal pfeift es dann trotzdem auch ganz schön auf der windabgewandten Seite. Verblüffend ist, wie schnell sich bei Änderung der Windrichtung das bis dahin klare Wasser eintrübt. Zweihundert Meter draußen, fünf Meter tief: Die oft gebrauchte Bemerkung »Der Tauchplatz ist nichts für Tiefenfanatiker« trifft ganz besonders auf die Landtauchplätze, im weitesten Sinne auf alle Tauchplätze rund um die Insel zu.

Grünes Ostseewasser

Spätestens auf den Fotos ist nicht zu übersehen, dass das Wasser in der Ostsee sehr grün und manchmal auch recht trüb ist. Zumindest im Vergleich mit dem Mittelmeer oder tropischen Gewässern, wo bekanntlich die Farbe Blau vorherrscht.
Hier die Erklärung für das Farb-Phänomen: In die Ostsee als Binnenmeer fließt ständig Wasser aus Flüssen mit einem hohen Anteil an organischen Stoffen, beispielsweise sogenannten Gelbstoffen aus sumpfartigen Gebieten. Diese absorbieren die Blauanteile des Ostseewassers mit der Folge, dass aus dem blauen Wasser grünes Wasser wird.
Eine beliebte Quizfrage in diesem Zusammenhang: Welche Farbe entsteht, wenn blau mit gelb gemischt wird? Richtige Antwort: grün.
Außerdem werden durch die Flüsse viele Schwebeteilchen wie Sand, Ton, Lehm und pflanzliche Planktonteilchen in die Ostsee eingebracht, die das Sonnenlicht streuen, was dem Wasser ein milchiges Aussehen verleiht.
Wie in unseren Binnengewässern kommt es im Frühjahr und Sommer auch in der Ostsee zur Algenblüte. Im Umkehrschluss heißt das: Im Herbst und vor allem im Winter sind in der Ostsee die besten Sichtweiten anzutreffen. Nach Augenzeugenschilderungen bis zu 20 Meter. Aber der Winter ist nach eigenen Beobachtungen nicht eben die Zeit, wo das Leben dort brummt.

Von wegen ausgemergelt!

Die Mergelbänke in der Ostsee entstanden während der letzten Eiszeit und bestehen im Wesentlichen aus einem Gemisch aus Sand, Kies, Steinen, Kalk und Ton. Dem jeweils höheren Anteil gemäß spricht man von Kalk- oder Tonmergel. Das Gletschereis nahm die Bestandteile auf, transportierte sie (Geschiebe) und setzte sie beim Abschmelzen wieder frei. Je nach Sedimentdichte schuf das Wasser durch Auswaschungen - also durch die Strömungen - Canyons, kleine Gipfel, Türme oder eben langgezogene Bergrücken: die Mergelbänke.


Die Ostsee ist in Landnähe ideal für Tauchanfänger und weniger »mutige« Taucher geeignet.


Die Ostseegarnele gehört zu den Felsen-Garnelen und kommt im Nordatlantik und seinen Nebengewässern wie auch hier in der Ostsee vor.


Der Ostseestöpsel

Jeder auf Fehmarn weiß, was der Ostseestöpsel ist. Nur wozu er früher diente, da gehen die Meinungen weit auseinander.
Wenn der Stöpsel gezogen wird, läuft die Ostsee aus, erzählen wir unseren Kindern.“ Oder: „Der Ostseestöpsel wird regelmäßig gezogen, um nach dem Ablaufen des Wassers den Grund auf Dichtheit zu prüfen.“ Das sind zwei wohl nicht ganz so ernst gemeinte Erklärungsversuche. Auch als Schiffsanleger oder Festmacher wurde der Turm sicher nicht verwendet, da es hierfür besser geeignete Konstruktionen gibt.
Selbst dass im Winter der Eisgang ständig die Neigungsrichtung ändert, entspricht nicht der Wahrheit, kommt aber dieser schon näher.
Fakt ist - untermauert durch Hinweise im Heimatmuseum Burg und im Stadtarchiv Burg - dass es früher bei Westermarkelsdorf mehrfach zu Schiffsstrandungen kam. Als Reaktion darauf wurde dort 1935 ein Turm mit einer großen Leuchte am oberen Ende errichtet. Nachts und bei schlechtem Wetter wurden damit Schiffe auf den Gefahrenbereich aufmerksam gemacht.
Zudem wurde der Turm bei Sturmfluten als Pegel benutzt. Im strengen Winter 1942 brachte dann driftendes Packeis den Turm in seine jetzige Schräglage.

Ein Nachteil ist das sicher nicht, denn wir wollen uns ja in erster Linie unter Wasser etwas ansehen, und davon gibt es um Fehmarn reichlich. Außerdem werden bei den geringen Tiefen astronomische Tauchzeiten erreicht. Mit anderen Worten: Alles kann in Ruhe betrachtet und beobachtet werden. Rund um die Insel Fehmarn gibt es keine hektischen Tauchgänge.

Außerdem erwärmen sich flache Gewässer oder Gewässerteile schneller und intensiver. Und in der Regel ist unter Wasser auch alles schön ausgeleuchtet, jedenfalls bei Sonnenschein. Deswegen ist die Ostsee in Landnähe eigentlich auch ideal für Tauchanfänger und nicht so »mutige« Taucher. Gibt es denn doch einmal Probleme beim Tauchen: Drei kräftige Flossenschläge, und man ist wieder oben.

Aus erster Hand

Im Prinzip kann fast überall von Land aus getaucht werden. »Im Prinzip«, weil hoffentlich niemand auf die Idee kommt, vor dem Fährhafen in Puttgarden tauchen gehen zu wollen. Dass solche Küstenabschnitte gemieden werden, versteht sich von selbst. Außen vor sind generell die Hafen- und Marineanlagen, auch Naturschutzgebiete wie das mit dem Namen »Grüner Brink«. Aber wer mit seiner Tauchausrüstung nach Westermarkelsdorf oder Staberhuk fährt, der »rödelt sich einfach an« und geht tauchen - ohne Wenn und Aber. Keine Frage ist allerdings, dass der durchaus wünschenswerte Service, der von den Tauchschulen und -basen angeboten wird, auch bezahlt werden muss. Was in Anbetracht der guten Betreuung aber auch jeder gern macht. Fangen wir gleich damit an und fahren zu einem Tauchplatz mit der jüngsten Tauchschule auf Fehmarn.

Südstrand: Ostsee vom Feinsten

Gleich zu Beginn meint ein sichtlich zufriedener Gasttaucher in der Tauchschule Südstrand an der Südküste wohlwollend zu uns: »Wem es hier am Hausriff unter Wasser nicht gefällt, der sollte das Tauchen ganz sein lassen.« Na gut, über Tauchplätze kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Aber wir fühlen uns dadurch schon stimuliert. Die Stimulation erreicht ein Maximum, als wir den Tauchschul-Chef Matthias Bauch kennenlernen, ein Bündel an Energie und Begeisterungsfähigkeit. Dass wir aus Sachsen kommen, und er Thüringer ist, bewirkt ein Übriges. Es sind 30 Meter von der Tauchbasis bis zum Wasser. Was dann folgt, ist für jeden Naturfreund unter Wasser einfach umwerfend. Ab etwa einem Meter Tiefe geht es los mit dem Blasentang, mit den mehrfarbigen Algen, der grazil aufragenden Meersaite und kleinen Mergelbänken. Wir sind verblüfft von dieser Sinfonie, gestaltet von der Natur. Um bei der Wahrheit zu bleiben: Tierisches Leben tobt dennoch nicht gerade um uns herum. Aber bei genauem Hinsehen sind sie zu sehen, die wunderschön aussehenden Garnelen im Schutz der Algen, die Seenadeln zwischen den leicht mit ihnen zum Verwechseln aussehenden Seegrashalmen. Nicht zu übersehen sind auch die vielen Schwimmgrundeln, volkstümlich Schnappkühlinge genannt, die schwarmbildend sind und die Nähe zu algenbewachsenen Steinen suchen. Und wo gibt es sie in der Ostsee nicht, die »Dwarslöper« (Querläufer), die Strandkrabben? Wer mehr Tiere sehen möchte, geht nachts ins Wasser. Keine Sorge. Einfacher und risikoärmer als hier geht Nachttauchen nicht. Vor allem die geringe Wassertiefe und die von der Wasseroberfläche aus gut sichtbaren Lichter an Land vereinfachen den nächtlichen Tauchgang erheblich. Und so heißt es auf der Homepage der Tauchschule: »Unser Hausriff ist ein perfekter Platz für Anfänger und Taucher, die ein wenig eingerostet sind. Aber auch für Profitaucher, die sich auf einen ausgedehnten und tiefenentspannten Entdeckungstrip freuen.« Stimmt! Wir haben es ausprobiert. Und es ist nicht die einzige Hausriff-Tauchmöglichkeit vor einer Tauchbasis, bei Bedarf mit einem Diveguide. Denn das ist auch am Wulfener Hals möglich und ebenfalls lohnenswert. Auch dort stehen einem die Profis von der Ostseebasis mit Rat und Tat zur Seite.

Fehmarn bietet viel Abwechslung - sei es die Inselidylle mit Schafen am Tauchplatz Westmarkelsdorf, die Miesmuscheln als Zeugnis für eine intakte Unterwasserwelt der Ostsee oder das U-Boot-Museum Fehmarn.


Tauchplatz Westermarkelsdorf

Wer den gleichnamigen Ort an der Werstküste ansteuert und den Weg Richtung Strand weiterfährt, erreicht hinter dem Deich einen mittelgroßen Parkplatz. Man könnte sagen, unmittelbar am Wasser. Wir haben Mitte Juni dort Platz ohne Ende und nutzen den auch. Auf dem Weg ins Wasser stellen sich sofort gravierende Gleichgewichtsstörungen ein. Schuld daran sind die vielen außerordentlich glatten Steine im Uferbereich. Die Konturen eines Gebirges mit grauweißen Bergrücken und tiefen Tälern sind erkennbar. Es sind die Mergelbänke von Westermarkelsdorf – eine echte Sehenswürdigkeit. Aufgepasst: Hin und wieder sucht sich ein Plattfisch einen der Canyons zum Ausruhen aus. Ein weiteres Highlight an diesem Tauchplatz ist der sogenannte »Ostseestöpsel«, kurz »Stöpsel«. Der schräg aufragende Turm ist unter Wasser wunderschön mit Algen und Muscheln bewachsen. Um ihn herum kreisen große Schwärme von Schwimmgrundeln und – schon fast tropisch aussehende Klippenbarsche sind auch zu sehen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass wir an der Westküste, selbst bei augenscheinlich ruhiger See, mehrfach auf starke Strömung stießen. Ab dem »Stöpsel« wurde es dabei auch sehr ungemütlich. Überall trieben losgelöste Algen Richtung offene See. Wir brachen die Tauchgänge ab und kämpften uns zurück an den Strand. Die Tauchplätze bei Wallnau und Bojendorf sind bis weit in die Ostsee hinein sehr flach, aber voller Leben. Leider ist es ungleich schwieriger, mit der Tauchausrüstung bis zum Wasser zu kommen, als es in Westermarkelsdorf der Fall ist.

Seltsam: Blasentang kam früher in der Ostsee bis in 14 Metern Tiefe vor. Heute findet man ihn nur noch in Maximaltiefen von zwei Metern.


Der Einstieg an der Ostküste Fehmarns am Tauchplatz Staberhuk/Marineturm.


Ohrenqualle


Gelbe Nesselqualle


Verletzungen durch Quallen

Nicht alle Quallen in der Ostsee sind für Badende und letztendlich auch Taucher so ungefährlich wie die allseits bekannten Ohrenquallen. Vor allem die häufig vorkommende Gelbe Haarqualle kann mit ihren vorwiegend auf den Tentakeln befindlichen Nesselzellen mit Nesselkapseln beim Menschen durch Berührungen mit der Haut beträchtliche gesundheitlichen Schädigungen hervorrufen. Es kommt zu starken, brennenden Schmerzen, denen heftiger Juckreiz, sichtbare Schwellungen und striemenförmige Blasenbildung folgen. In schweren Fällen kommt es auch zu Magen- und Darmproblemen mit Übelkeit und Erbrechen. Man sieht es den wunderschönen Tieren nicht an, dass beim Kontakt mit ihnen beim Menschen sogar Atem-, Herzkreislauf- und Bewusstseinsstörungen ausgelöst werden können. Wer mit den Quallen in Berührung kommt, sollte die Tentakel mit Meerwasser abspülen, nicht mit Süßwasser. Das führt zum Platzen weiterer Nesselkapseln. Empfohlen wird auch, die betroffenen Körperstellen mit Sand oder Rasierschaum zu bedecken. Diese Mittel kurz antrocknen lassen, dann mit Messerrücken oder Plastikkarte vorsichtig abschaben. Dann Brandsalbe oder eine andere dafür geeignete Salbe gegen den Juckreiz auftragen. Hilft alles nichts, bleibt nur noch der Weg zum Arzt.

Tauchplatz Katharinenhof

Die Unterhaltung an der Rezeption am Campingplatz Katharinenhof an der Ostküste ist kurz und eindeutig. »Fünf Euro, und Ihr könnt den ganzen Tag auf dem Parkplatz unten in Wassernähe verbringen.« Prima! Zwar hätten wir auch vor dem Campingplatz nach rechts zur Steilküste Katharinenhof abbiegen und später unter Wasser nach links Richtung Campingplatz tauchen können. Aber der Weg vom Auto bis zum Wasser ist am Campingplatz mit erheblich weniger Schlepperei verbunden. Erster Eindruck: weniger Algen, mehr sandige Flächen und viel größere Steine als anderswo. Mancherorts fungieren diese dicht mit Algen bewachsenen Brocken wie Inseln in der Wüste. Auf Anhieb sind wieder Schwimm-, Sand- und auch Schwarzgrundeln zu sehen. In schattigen Nischen leuchten gelbe Brotkrumenschwämme. Unter den bis zum sandigen Grund reichenden Algen, Heimat verschiedenartiger Seenadeln, kriecht eine Strandkrabbe hervor und beobachtet uns misstrauisch. Als der Tiefenmesser sieben Meter anzeigt, drehen wir um und tauchen langsam zurück. Das Beste kommt zum Schluss. Denn plötzlich funkeln unter uns zwei Diamanten im Sand. Nein, es sind die Augen von einem großen Steinbutt! Was für ein Erlebnis. Heute ist unser Plattfischtag, denn im brusttiefen Wasser finden wir noch eine Scholle. Auch die Tauchgänge an der Küste bei Gahlendorf und vom Staberhuker Strand aus sind interessant und abwechslungsreich.
Ja, die Ostsee mag grün und kalt sein. Aber ohne Leben ist sie ganz gewiss nicht.

REISEINFO FEHMARN

TAUCHSCHULEN/-BASEN

Tauchen Südstrand
Matthias Bauch, Campingplatz Südstrand, 23769 Fehmarn OT Meeschendorf, Telefon 04371-885 990 9, 0157-591 950 23, info@tauchen-suedstrand.de, www.tauchen-suedstrand.de. Angeboten werden Busfahrten zu allen Landtauchplätzen.
www.camping-suedstrand.de

Ostseebasis Fehmarn
Campingplatz Wulfener Hals, Wulfener Hals Weg 100, 23769 Fehmarn, Telefon 04371-889 104 8, 0173 -256 928 9, info@ostseebasis-fehmarn.de, www.ostseebasis-fehmarn.de.
Angeboten werden Busfahrten zu allen Landtauchplätzen. www.wulfenerhals.de

Tauchbasis Katharinenhof
Dorfstraße 27, 23769 Fehmarn, Telefon 04371-5493, info@ferienwohnungen-tietgen.de, www.tauchbasis-fehmarn.de
www.camping-katharinenhof.de

TAUCHEN IN DER OSTSEE

Nie ohne Schwimmboje den Tauchgang beginnen! Sie ist ideal, da sie im Flachwasser von der Leinenlänge her keine Probleme bereitet und an der Wasseroberfläche permanent gesehen wird. Denn der Bootsverkehr, je nach Bootsgröße bis ins flache Wasser hinein, ist oft erheblich. Und was Surfen, insbesondere Kitesurfen betrifft, gehört Fehmarn zu den Hotspots. Auch Angler können sich an den Bojen orientieren. Hilfreich ist diesbezüglich ein kurzes Gespräch mit ihnen vor dem Tauchgang. Unter der Wasseroberfläche gibt es in den Küstengewässern um Fehmarn wenig natürliche Orientierungsmöglichkeiten. Vor allem der Sonnenstand und noch besser ein Kompass helfen dabei, am Ende des Tauchgangs ziemlich punktgenau wieder am Einstieg zu sein.

UNTERKÜNFTE FÜR TAUCHER

Auf Fehmarn gibt es viele Unterkünfte in allen Kategorien. Für Taucher bieten sich solche an, in denen nach dem Tauchgang die Ausrüstung noch getrocknet bzw. gepflegt werden kann und wo die Ausrüstung nicht in den dritten. Stock geschleppt werden muss. Dazu gehören auch Unterkünfte auf Campingplätzen, Bauernhöfen und sonstige Domizile mit zugehörigen Freiflächen.

Campingplatz: www.campingparadies-fehmarn.de
Inselhof Fehmarn, Westermarkelsdorf 2, 23769 Fehmarn, Telefon 04372-806688, inselhoffehmarn@t-online.de, www.inselhof-fehmarn.de, nahe dem Tauchplatz Westermarkelsdorf Ferienhof Bauer Müller, Sahrensdorf 10, 23769 Fehmarn, Telefon 04371-503 91, www.fehmarntravel.de, nahe den Tauchplätzen Südstrand, Katharinenhof und Staberhuk.
Pension Seestern, Westermarkelsdorf 19, 23769 Fehmarn, Telefon 04372-8059355, www.pensionseestern.de, nahe dem Tauchplatz Westermarkelsdorf

TOURISMUS, SEHENSWÜRDIGKEITEN, AUSFLUGSZIELE

Tourismus-Service Fehmarn
Touristinformation und Zimmervermittlung: Burgtiefe, Zur Strandpromenade 4 und Burg, Bahnhofstr. 30, 23769 Fehmarn, Telefon 04371 506-300, www.fehmarn.de
Mega-Meereswelten Info-Telefon 04371-4416 Meereszentrum Fehmarn Burg, Gertrudenthaler Straße 12, 23769 Fehmarn, Was Größe und Artenvielfalt der Aquarien betrifft, sind sie einzigartig in Europa.
Ostsee-Erlebniswelt Heiligenhafen, Bäderstraße 6a/ Am Turm, 23775 Klausdorf, Die Besichtigung des Ostsee-Aquariums ist eine wunderbare Ergänzung zu den Tauchgängen vor Ort.
U-Boot Museum Fehmarn
Kapellenweg 25, 23769 Fehmarn, Telefon 04371-889 105 5, www.ostsee-u-boot.de Berichtet wird über deutsche U-Boote der Nachkriegszeit. Zudem kann U-11 besichtigt werden.
Heimatmuseum in Burg
Breite Straße 49, 23769 Fehmarn, Telefon 04371-6257, www.museum-fehmarn.de

FEIN ESSEN

Aalkate Fehmarn
Lemkenhafen, Königstraße 22, 23769 Fehmarn, Telefon 04372-532, www.aalkate-original.de. Von den leckeren Fischbrötchen bis hin zu den warmen Mahlzeiten eine Besonderheit.
Landhausrestaurant Margaretenhof
Dorfstraße 7, 23769 Neujellingsdorf, Tel. 0 4371-87670, www.restaurant-margaretenhof.com

Dietmar und Alena Steinbach (www.steinbachtauchreporter.de) sind Autoren zahlreicher Tauchreiseführer, erschienen im Kosmos-Verlag (www.kosmos.de).