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Feierliches Comeback: Wharfedale Evo 4.2, Leak CDT & Stereo 130


Audio Test - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 21.08.2020

Lange ward das Traditionsunternehmen Leak Audio von der Bildfläche verschwunden. Nun begehen die Londoner ihr Comeback und debütieren zu diesem Anlass gleich in der AUDIO TEST. Unterstützt von Wharfedales Evo4.2 Kompaktlautsprecher.


Artikelbild für den Artikel "Feierliches Comeback: Wharfedale Evo 4.2, Leak CDT & Stereo 130" aus der Ausgabe 6/2020 von Audio Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio Test, Ausgabe 6/2020

Wer heute wissen möchte, wie HiFi von morgen aussehen wird, sollte seinen Blick ins gestern richten. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass puristische Designs, angelehnt an die Formensprache der goldenen Ära des HiFi der 1970er Jahre, wieder schwer im kommen sind. Auch bei der AUDIO TEST können wir zurückhaltenden Retro-Optiken durchaus etwas abgewinnen. So waren wir ...

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... auf den Norddeutschen HiFi-Tagen von einer Gerätekette besonders angetan und mussten diese daher sogleich in die in unser Testlabor einladen. Die altehrwürdigen britischen HiFi-Schmieden Leak Audio und Wharfedale werden im deutschsprachigen Raum von IAD vertrieben, wo unter anderem auch Audiolab, Quad und Luxman unter Vertrag sind. Alles Akteure, welche regelmäßig von sich hören ließen. Daher sind wir besonders erfreut, mit zwei Geräten aus dem Hause Leak ein klangvolles Comeback bezeugen zu dürfen. Denn ein knappes Vierteljahrhundert ist es nun her, dass die Produktionsstätte des bereits 1934 gegründeten Traditionsunternehmens in London abgerissen wurde. Nun melden sich die Engländer zurück und bescheren uns sogleich einen richtigen Hingucker. Das Duo aus Leaks CD-Spieler CDT und dem vielseitigen Stereovollverstärker Stereo 130 kommt in schicken zweifarbigen Aluminiumgehäusen daher. Vor allem die ausladenden Drehwahlschalter des Amps erinnern an Elektroakustik-Klassiker à la RFT oder Klein + Hummel. Flankiert werden die beiden Geräte von einem Paar Kompaktlautsprechern aus dem Hause Wharfedale. Das Modell 4.2 der Evo4-Kollektion lässt uns IAD im eleganten Walnuss- Finish zukommen, welches die Kette optisch ansprechend abrundet. Gehen wir zunächst jedoch noch kurz auf die elektronischen Komponenten dieser Kette ein.

Einen Regallautsprecher in 3-Wege-Manier sieht und hört man nicht allzu oft


Über die robust verarbeiteten Anschlussbuchsen offeriert der Speaker Bi-Wiring


CDT
Zum ersten Mal in der beinahe neunzigjährigen Geschichte der von Harald Joseph Leak gegründeten HiFi-Manufaktur umfasst das Produktportfolio der Engländer mit dem CDT einen CD-Spieler. Darüber, welche Rolle die CD in den kommenden Jahren noch spielen wird, lässt sich zwar nur mutmaßen. Dennoch finden wir es durchaus mutig, nach so langer Abwesenheit mit einem CD-Player aus der Absenz zurückzukehren. Besser spät als nie könnte man vielleicht auch sagen. Verarbeitungstechnisch gibt der CDT keinerlei Anlass für Beanstandungen. So ist nicht nur das als Slot-Loader ausgeführte CD-Laufwerk in einem eigenen elektromagnetisch entkoppelten Gehäuse untergebracht, sondern wird obendrein von einem eigenen Netzteil mit Strom versorgt um störende Interferenzen mit der übrigen digitalen Elektronik auszuschließen. Außerdem wurde auch die Audio Clock mit höchster Sorgfalt konzipiert und verarbeitet. So kommt hier etwa ein temperaturkompensierter hochpräziser Quarzoszillator zum Einsatz, welcher das Taktzittern, auch Jitter genannt, auf ein Minimum reduzieren soll, um beiden Quellen eine bestmögliche Klangtreue zu gewähren. Ja, beiden Quellen. Denn neben dem CDLaufwerk finden wir an der Front des CDT auch einen USB-A-Port, welcher externe Speichermedien in FAT12-, FAT16- und FAT32- Formatierung lesen kann. Was die lesbaren Formate angeht, so hält sich Leak noch etwas zurück. Neben WAV und AAC können leider nur WMA und MP3 wiedergegeben werden. Daher ist, was die Auflösung angeht, auch bereits bei 48 kHz Schluss. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Über einen DAC verfügt der CDT ebenfalls nicht, ausgegeben wird das Signal lediglich via Koaxial- oder TOSLink- Output.

FAZIT
Ein Kompaktlautsprecher, der klingt wie ein Standlautsprecher? Wharfedales Evo4.2 ist genau so einer. Das nicht ganz typische Treiberkonzept aus Tiefmitteltöner, Hochmitteltöner und AMT-Tweeter macht sich auf allen Ebenen bezahlt. Auch in Puncto Räumlichkeit weiß der Kompaktlautsprecher ohne Weiteres mit Konkurrenten auch aus höheren Gewichtsklassen mitzuhalten.

Alles rein digital - Auf einen Digital-Analog-Wandler verzichtet Leak Audio beim CD-Spieler CDT. Daher auch kein analoger Ausgang an der Rückseite


Stereo 130
Beides kann vom Stereo Vollverstärker Stereo 130 natürlich aufgenommen werden. Zudem weiß der Amp, analoge Signale unsymmetrisch via Cinch aufzunehmen. Sogar eine Phono-Vorstufe für Moving Magnet-Systeme ist im Stereo 130 verbaut. Diese arbeitet mit einer Eingangsimpedanz von 47 kOhm und einer Kapazität von 100 Picofarad und fällt somit unter die Kategorie Allrounder. Was die digitalen Kompetenzen des Verstärkers angeht, so sind dank eines ESS Sabre32- DACs vom Typ ES9018K2M Abtastraten von bis zu 384 kHz und auch DSD-Formate bis DSD256 abspielbar. Dafür wurde dem Amp zur Kopplung mit einem Zuspieler auch ein USB-B-Port spendiert. Kabellos kann Stereo 130 lediglich über Bluetooth in aptX- oder SBC-Codec bespielt werden. Airplay, Spotify Connect oder andere Netzwerk-Services offeriert Leak hier noch nicht, was sich jedoch im erschwinglichen Marktwert von 778 Euro niederschlägt. Für knapp 100 Euro Aufpreis sind übrigens sowohl der Stereo130 als auch der CDT mit schicken Seitenteilen in Walnussoptik erhältlich. Gerade in Kombination mit dem Wharfedale Evo4.2 mit Walnuss-Finish ist diese Variante natürlich überaus gutaussehend. An den Speaker gibt der Stereo 130 übrigens mit einer Ausgabeleistung von 45 Watt (W). Bei einer Eingangsimpedanz des Lautsprechers von 4 Ohm beträgt die Nennleistung des in Class-A/BManier zu Werke gehenden Verstärkers 65 W.

Wharfedale Evo4.2
Die britische Lautsprecherschmiede Wharfedale war bereits zehn mal in der AUDIO TEST vertreten. Dabei erarbeiteten sich die Engländer ein durchschnittliches Testergebnis von sehr guten 87 Prozent. Klassenbester war übrigens in AUDIO TEST 08/2016 der Standlautsprecher Reva-4, dem Redaktionskollege Thomas Kirsche seinerzeit mit einem Endergebnis von 91 Prozent das Prädikat „ausgezeichnet“ attestierte. In unserem aktuellen Test-Setup zeichnet sich nun der Schallwandler Evo4.2 verantwortlich, welcher als 45 cm hoher 3-Wege-Lautpsrecher für einen Regallautsprecher doch ziemlich hochgewachsen daherkommt. Blickfänger im Erscheinungsbild des Speakers ist ganz klar der ebenfalls groß ausfallende Air-Motion-Transformer (AMT). Ganze 30 mal 60 Millimeter (mm) misst der Tweeter, welcher oberhalb der 3,9 kHz auf eine sehr hochauflösende Performance schließen lässt. Zwischen AMT und Tieftöner arbeitet der Mitteltöner etwas untypisch bis lediglich 1,4 kHz hinunter. Die 2-Zoll- Membran lässt uns vermuten, dass Wharfedale hier mehr Wert auf eine umfassend ausgestaltete Hochtonwiedergabe legt, als auf narzisstisch veranlagte tiefe Mitten. Unterhalb der 1,4 kHz übernimmt der 6,5-Zoll-Tieftöner mit gewobener Kevlar-Membran die Verantwortung. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt auf dieses etwas außergewöhnliche Treiberkonzept. Mit einer unteren Grenzfrequenz von bereits 54 Hz lässt sich der Evo4.2 zwar nicht als Bassmonster bezeichnen, für einen Kompaktlautsprecher bewegt er sich jedoch noch vollkommen im Rahmen. Dank einer implementierten Basserweiterung von -6 dB reicht die Wiedergabe auch bis 48 Hz herunter. Außerdem erfährt die Tieftonwiedergabe zusätzlich Unterstützung von einem Bassreflex, welcher im Downfire-Prinzip nach unten aus dem Gehäuse auf den Sockel strahlt und die Bässe somit gleichmäßig im Raum verteilt, weshalb der Evo4.2 obendrein äußerst unkompliziert zu positionieren ist. Was die Verstärkerleistung angeht, so empfiehlt Wharfedale übrigens eine Leistung zwischen 25 und 120 W, weshalb sich der Leak Stereo 130 zumindest theoretisch also als optimaler Zuspieler erweist. Ob sich dies in der Praxis bestätig, wollen wir nun endlich überprüfen.

FAZIT
Mit dem CD-Spieler CDT ist Leak ein sehr guter Einstieg in die Welt der digitalen Signalverarbeitung gelungen. Das Gerät ist nicht nur äußerst wohl durchdacht und sorgfältig aufgebaut, sondern auch absolut preiswert. Allerdings würden wir uns für die Zukunft etwas mehr Flexibilität bei der Kompatibilität mit hochauflösenden Dateiformaten wünschen.

Sauber verarbeitet und auf Langlebigkeit ausgelegt: Leaks Stereo 130 macht einen überaus sorgfältig verarbeiteten Eindruck


Praxistest
Wir beginnen den Hörtest mit klassischer Musik. Eine „Best Of“-CD des russischen Spätromantikers Sergei Rachmaninoff wird vom Leak CDT sehr schnell und geräuschlos gelesen. Für die Steuerung des CDT sowie des Stereo 130 lässt sich übrigens ein und dieselbe Fernbedienung verwenden. Per Knopfdruck lässt sich diese dem CD-Player oder dem Amp zuweisen. Wir widmen uns also zunächst dem zweiten Satz aus Rachmaninoffs Klavierkonzert in C-Moll, gespielt von der begnadeten Valentina Listisa und den Londoner Philharmonikern unter Leitung von Michael Francis. Es dauert keine zwei Minuten, um uns davon zu überzeugen, das IAD mit den beiden Newcomern aus dem Hause Leak und dem Wharfedale Evo4.2 eine äußerst harmonische Kette zusammengestellt hat. Dynamisches Feingefühl stellt das Trio ebenso bravourös unter Beweis wie ein exzellentes Gefühl für Räumlichkeit. Das Treiberensemble des Evo4.2 bestätigt dabei unsere Vermutung, dass hier vor allem die Höhen und hohen Mitten mit sehr viel Liebe zum Detail transportiert werden, wobei der Lautsprecher in den Bässen dennoch kraftvoll und mit ordentlich Esprit aufzuspielen weiß. Der Lautsprecher gibt sich sehr gut abgestimmt und präsentiert eine derart ausgewachsene Klangbühne, dass man mit geschlossenen Augen wohl eher einen Standlautsprecher vor sich vermuten würde. Die Kette zeichnet ein umfangreiches Stereobild und weiß das Orchester sehr präzise darin zu positionieren. Listitsas Spiel wird darin sehr spritzig und farbenfroh artikuliert. Am meisten Freude bereitet uns die Kombination aus Leak und Wharfedale jedoch beim brandneuen Titel der kalifornischen Band Son Lux, deren neues Album „Tomorrows I“ dieser Tage erscheint. Teil zwei und drei der Trilogie sollen übrigens im Laufe der kommenden zwölf Monate erscheinen. Jedenfalls spricht die erste Single-Auskopplung „Plans We Made“ zu 120 Prozent der Formensprache des Trios aus Los Angeles. Eine luftige Komposition aus Synths und elegischen Streichern als Fundament für Ryan Lotts fragiles Falsett. Die produktionstechnischen Kniffe der Raummodulation, sowie diverse Push & Pull-Effekte sind ideale Referenzen für die Überprüfung der Impulstreue unserer Kette. Mit Leichtigkeit stellt das Trio auch hier seine Qualität unter Beweis. Von Totenstille in Kathedrale und zurück zum Schuhkarton innerhalb eines Augenblicks - kein Problem. Und dabei kommt keines der Geräte, wie es hier vor uns steht, über 800 Euro! Großer Klang muss eben nicht immer groß zu Buche schlagen - quod erat demonstrandum.

FAZIT
Der Class-A/B-Verstärker Stereo 130 schließt problemlos an die Verstärker- Tradition der 70er Jahre an. Sein warmer, kräftiger Sound trifft auf digitale Vielseitigkeit und macht ihn damit trotz seines offensichtlichen Retro-Charakters topaktuell.


Bilder: Auerbach Verlag

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