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Feilen: Sechs Feilensets im Test: Schnell passend gemacht


Heimwerker Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 13.12.2019

Auch wenn es beinahe 40 Jahre her ist, kann ich mich noch gut an den Lehrgang Metallbearbeitung mit Feilen, Sägen und Bohren während meiner Ausbildung erinnern. Insbesondere die Blasen an den Händen sind in Erinnerung geblieben. Bei diesem Lehrgang habe ich gelernt, dass eine doch recht grob aussehende Feile das ideale Werkzeug ist, wenn im Metallbau Präzision gefragt ist. Die ist auch beim Heimwerken oft genug gefragt. Deshalb haben wir Feilensets zum Test eingeladen.


Artikelbild für den Artikel "Feilen: Sechs Feilensets im Test: Schnell passend gemacht" aus der Ausgabe 1/2020 von Heimwerker Praxis. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Heimwerker Praxis, Ausgabe 1/2020

Ein guter Griff sorgt für sichere Werkzeugführung. Die ist im Test bei jeder Feile gegeben


Im Handwerk werden Feilen oft für spezielle ...

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... Anwendungen benötigt, deshalb werden sie für den gewerblichen Anwender meist einzeln verkauft. Für den Heimwerker werden von vielen Herstellern Sets mit 3–5 Feilen angeboten. Im Satz sind in der Regel eine Flach-Stumpf-Feile, eine Rund-, eine Halbrund-, eine Dreikant- und eine Vierkantfeile. Damit ist der Heimwerker bestens ausgestattet. Wir haben deshalb für den Heimwerker jeweils vier Sets von unterschiedlichen Herstellern zum Test geordert. Die Marken Hazet und Stahlwille haben wegen des handwerklich orientierten Vertriebs keine Sets im Sortiment, hier haben wir jeweils einzelne Feilen getestet.

fc@@@Die Vigor-Feilen werden gleich im passenden Einleger für den Werkzeugwagen geliefert


Links das deutlich aggressivere Feilenblatt


Feilenarten

Per Definition sind Feilen mehrschneidige Werkzeuge zur Bearbeitung von Holz, Metall oder anderen festen Werkstoffen. Die einzelnen Schneiden verlaufen diagonal zum Werkzeugkörper. Weil sie bei hochwertigen Werkzeugen meist kreuzweise eingeschlagen werden, werden sie Hiebe genannt. Bei industriell gefertigten Feilen wird die Oberfläche meist gefräst. Der Abstand und die Tiefe der Hiebe entscheiden darüber, wie hoch der Materialabtrag und wie glatt die spätere Werkstück-Oberfläche ist. Für hohen Materialabtrag hat sich die Doppel- oder Kreuzhiebfeile mit Hieb 1 (grob) etabliert. Diese Feilen werden als Schruppfeilen bezeichnet. Zur Endbearbeitung mit dem sehr feinen Hieb 3 wird die sogenannte Schlichtfeile verwendet.

Testprodukte

Für unseren Test haben wir die häufig benutzten Feilen mit Hieb 2, die sogenannten Halbschlichtfeilen geordert. Sie werden oft auch als Werkstattfeilen bezeichnet. Sie bieten einen guten Kompromiss aus Abtragsleistung und Oberflächengüte. Neben der Güte der Feile haben die Griffe einen wesentlichen Anteil an der Qualität der Arbeit, denn gerade wenn es um Präzision und den letzten Bruchteil eines Millimeters bei der Passgenauigkeit geht, spielt natürlich das Gefühl für das Werkzeug und seine präzise Führung eine große Rolle. Während im Heimwerkerbereich der Kunststoffgriff in Zweikomponenten-Ausführung absolut normal ist, wird im Handwerk eine Feile oft noch ohne das sogenannte Heft verkauft. Hier kann der Handwerker dann aus unterschiedlich großen Holzheften (Griffen) wählen. Das Heft wird dann einfach auf die Angel gesteckt, so nennt man den spitz zulaufenden oberen Teil der Feile, dann wird das Heft mit der Feile nach oben weisend einfach ein paarmal auf eine harte Fläche z.B. die Werkbank aufgestoßen und schon ist das Ganze fest.

So testet Heimwerker Praxis

Zum Test haben wir aus den Sets die meistbenutzten Feilen herangezogen. In aller Regel wird die Flachstumpf-Feile am meisten verwendet. Außerdem haben wir die Halbrund- und die Rundfeile getestet. Als Erstes haben wir die Abtragsleistung gemessen; dazu haben wir eine Baustahl-Platte eingespannt und in mehreren Durchgängen gefeilt. Die Menge des „zerspanten“ Materials haben wir aufgefangen und gewogen. Das Gleiche haben wir mit der Halbrund- und der Rundfeile gemacht. Bei Feilen mit Hieb 2 sollte auch die Oberflächengüte schon ganz ordentlich sein. Auch das haben wir bewertet. Wer Größeres mit der Feile zu erledigen hat, wird sich über einen guten Griff freuen, denn neben besserer und präziserer Führung des Werkzeugs sorgt ein hochwertiger Griff für wenig bis keine Blasen an den Händen. Damit die Feile auch beim nächsten Einsatz noch ordentlich scharf ist, sollte sie nicht zusammen mit anderen Werkzeugen in der Werkzeugkiste liegen. Wir haben deshalb auch Punkte an die Hersteller verteilt, die sich zum Thema Lagerung Gedanken gemacht haben.

Einstiegsklasse: Gedore Red R93000005

Unser erstes Testset kommt von Gedore Red, von dieser Marke haben wir schon einige recht gute Werkzeuge im Test gehabt.

Ausstattung

Das 5-teilige Set besteht aus Flach-, Halbrund-, Dreikant-, Vierkant- und Rundfeile. Alle Feilen werden in einer halbtransparenten Kunststofftasche geliefert, die oben zwei Metallösen zum Aufhängen hat. Der Zweikomponenten-Griff hat außerdem eine große Bohrung für die Werkzeugwand. Als Kennzeichnung für den Hieb ist eine große „2“ eingeschlagen. Die Feilen haben eine Länge von 200 mm. Die Rundfeile hat einen Durchmesser von 8 mm.

Feilen

Die Flachfeile überzeugt mit dem besten Abtrag in der Klasse, dabei liegt die Feile dank des Zweikomponentengriffs gut in der Hand. Auch die Halbrund- und die Rundfeile bestätigen das positive Bild. Die Qualität der Oberflächen geht in Ordnung. Bei sichtbaren Oberflächen ist jedoch Nacharbeit erforderlich. Das trifft besonders auf die Radien zu, die mit Rund- und Halbrundfeile bearbeitet wurden. Prinzipbedingt neigen diese Feilen zu stärkerer Riefenbildung.

Fazit

Neben guten Arbeitsergebnissen überzeugt das Set 93000005 auch noch mit einem guten Preis von nur 25 Euro. Dafür kann man das Manko des nur gering belastbaren Kunststoff- Etuis locker verschmerzen.

Einstiegsklasse: Silverline File Set 3PCE 250 mm

Der britische Vertrieb Toolstream vertreibt unter dem Label Silverline auch ein großes Sortiment von preisgünstigen Handwerkzeugen. Zum Test haben wir in dreiteiliges Feilenset erhalten.

Ausstattung

Die Silverline-Feilen werden lediglich mit Kabelbindern auf einer stabilen Pappe befestigt. Der Schutz vor Transportschäden ist also mäßig. Unsere Testfeilen weisen jedoch keine Transportschäden auf. Was ebenfalls fehlt, ist eine Kennzeichnung des Hiebs. Die Feilen sind 250 mm lang und ca. 23 mm breit. Die Zweikomponenten-Griffe haben eine große Bohrung. Das Set besteht aus Flach-, Halbrund- und Rundfeile.

Feilen

Mit langen Hüben erledigen die Feilen unsere Tests. Sie liegen gut in der Hand und lassen sich präzise führen. Im direkten Vergleich fallen die Abtragsleistungen ein wenig zurück, sind jedoch immer noch ordentlich und für den Heimwerkerbedarf vollkommen ausreichend. Das trifft auch für die Oberflächengüte zu.

Fazit

Mit 15 Euro ist Silverline der günstigste Anbieter im Testfeld, dafür erhält man drei Feilen, die für Heimwerker-Anwendungen absolut ausreichend sind.

Einstiegsklasse: Vigor V5072

Vigor überzeugt immer wieder mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir sind gespannt, ob’s auch diesmal wieder passt.

Ausstattung

Die Vigor-Feilen kommen in Kunststoff eingeschweißt und in einem Hartschaumkissen. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sie damit prima in den Werkzeugwagen passen und so geschützt aufbewahrt sind. Die 200 mm langen Feilen verfügen über einen geriffelten Hartkunststoffgriff mit Bohrung für die Werkzeugwand. Das Set besteht aus Flach-, Halbrund-, Dreikant-, Vierkant- und Rundfeile.

Feilen

Trotz der Hartkunststoffgriffe liegen die Feilen gut in der Hand und lassen sich präzise über das Werkstück führen. Die Abtragsleistung ist ordentlich und die Feilen hinterlassen eine recht glatte Oberfläche. Während das Markenlogo auf allen Feilen zu finden ist, fehlt auf einigen Exemplaren die Kennzeichnung des Hiebs. Grundsätzlich sind die Vigor-Feilen jedoch ein gutes Beispiel, dass fernöstliche Fertigung auch gute Qualität liefern kann.

Fazit

Trotz fernöstlicher Fertigung ruft Vigor knapp 60 Euro für das fünfteilige Feilenset auf. Dafür erhält man ordentliche Qualität und gleich noch einen Einleger für den Werkzeugwagen dazu.

Einstiegsklasse: Dick 1314202-2K

Die Firma Friedr. Dick ist bekannt für hochwertige Messer und Feilen. Das hat sich in früheren Tests bereits mehrfach gezeigt. Für diesen Vergleich haben wir ein gutes Heimwerker-Set geordert.

Ausstattung

Auch von Dick haben wir ein fünfteiliges Set mit Flach-, Halbrund-, Dreikant-, Vierkant- und Rundfeile erhalten. Die Feilen sind mit einem Zweikomponentengriff mit Aufhänge-Bohrung ausgestattet. Heft (Griff) und Feile sind über eine Spannhülse miteinander verbunden. Alle Feilen sind deutlich mit Herstellernamen und Hieb gekennzeichnet. Die Feilen stecken in einem halbtransparenten Kunststoffetui, das als Ganzes an der Werkzeugwand aufgehängt werden kann.

Feilen

Die Feilen überzeugen mit guter und präziser Handlage. Schon bei der Arbeit merkt man, dass die Feile ordentlich Biss hat, ohne jedoch zum Verkanten zu neigen. Das führt zu einem ordentlichen Abtrag. Auch die Oberflächengüte der bearbeiteten Fläche hinterlässt einen guten Eindruck.

Fazit

Erfahrung zahlt sich eben aus. Das beweist wieder einmal der Traditionshersteller Dick. 55 Euro für das getestete Set sind ein absolut angemessener Preis. Bei uns hat’s zudem zum Klassensieg gereicht.

Spitzenklasse: Hazet 2119-10 /2120-10 / 2122-10 / 2123-10

Es gehört schon eine Portion Mut dazu, wenn Hazet als einer der führenden deutschen Werkzeughersteller auf seinen Feilen den Stempel „Made by Pferd“ abdruckt. Es zeugt jedoch auch von genügend Selbstbewusstsein, zuzugeben, dass man eben nicht alles kann, sich dann jedoch Unterstützung von kompetenter Stelle holt.

Ausstattung

Hazet bietet seine Feilen nicht als Set, sondern nur im Einzelkauf an. Sie stammen vom renommierten Schleifmittelhersteller Pferd. Beste Voraussetzungen also. Die Feilen sind 250 mm lang und stecken in einem Hartkunststoffheft. Die Kennzeichnung ist deutlich lesbar.

Feilen

Wie erwartet bringen die Feilen eine sehr gute Abtragsleistung. Bei der Arbeit merkt man förmlich, wie sich die Feile ins Material arbeitet. Schon wenn man mit der Hand über das Blatt streicht, spürt man den Biss der Feile. Leider leidet die Oberflächengüte unter diesem Biss ein wenig.

Fazit

Wer die Feile regelmäßig im Einsatz hat, sollte die Mehrinvestition für ein Profiwerkzeug, wie die Feilen von Hazet eines sind, auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Spitzenklasse: Stahlwille 12030-2K /12035-2K / 12036-2K / 12025-2K

Auch Stahlwille bietet seine Feilen für den Handwerker nur zum Einzelkauf an. Mit Preisen um 25 Euro/Stück bewegt man sich im gleichen Preisrahmen wie die Wettbewerber. Wir sind gespannt, ob sich auch die Arbeitsleistungen am Wettbewerber orientieren.

Ausstattung

Stahlwille bietet sowohl 200 mm als auch 250 mm lange Feilen an. Allen gemeinsam ist ein Zweikomponenten-Heft. Auf eine Aufhängebohrung wird verzichtet. Die Kennzeichnung ist deutlich lesbar. Feilenblatt und Heft sind präzise und ohne jeden Makel gefertigt.

Feilen

Der gute optische Eindruck bestätigt sich bei der Arbeit. Die Feile liegt beim Abtrag mit dem Wettbewerber gleichauf. Bei der Oberflächengüte können wir sogar einen leichten Vorteil für Stahlwille feststellen. Auch die Handlage und das Gefühl für das Werkzeug sind dank der guten Griffe ein wenig besser.

Fazit

Die Stahlwille-Feilen können mit hauchdünnem Vorteil den Klassensieg einfahren. Auch wenn sie im Vergleich zu Heimwerkerprodukten deutlich teurer sind, lohnt ein Kauf für passionierte Metaller auf jeden Fall. Glückwunsch nach Wuppertal.

Testfazit:

Erfahrung zahlt sich aus, das zeigt sich in diesem Test einmal mehr. Sowohl der Testsieger in der Einstiegsklasse als auch die beiden Spitzenklasse- Modelle mit dem Testsieger Stahlwille kommen aus dem Profibereich. Erfreulich dabei ist, dass die Feilen von Dick sich auch preislich noch in einem sehr fairen Rahmen bewegen und sogar im Set angeboten werden, während sich Stahlwille und Hazet auf den Profiund seine einzelnen Spezialanwendungen konzentrieren. Erfreulich ist auch, dass mit Gedore Red ein sehr gutes Set für den Heimwerker- Bedarf angeboten wird, das als Set gerade mal so teuer ist wie eine einzelne Profi-Feile. Zum Schluss noch ein Hinweis zur Lagerung von Feilen. Feilen sind spanabhebende Werkzeuge und deshalb sehr hart und sehr scharf. Wenn sie zusammen mit anderen Werkzeugen gelagert werden, können sie diese Werkzeuge beschädigen oder auch selbst Schaden nehmen. Damit Feilen lange scharf bleiben, sollten sie am besten gesondert und einzeln gelagert werden.