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FEINARBEIT IN MESSING


Truckmodell - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 10.07.2019

Ich bin Mitglied des niederländischen Modellbauclubs Minitruckers und interessiere mich besonders für LKWs aus den 60er und 70er Jahren im Maßstab 1:14 bis 1:16. Gerne arbeite ich mit Messingblechen und –profilen. Auf einem Clubtreffen kam ich mit einem Mitglied ist Gespräch, das verrückt nach Fahrzeugen des amerikanischen Herstellers Mack ist. Er fragte mich, ob ich ihm eine Frontlenkerzugmaschine (COE = Cab over Engine) des Mack F700 bauen könnte


Artikelbild für den Artikel "FEINARBEIT IN MESSING" aus der Ausgabe 5/2019 von Truckmodell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Truckmodell, Ausgabe 5/2019

Mack F700 Eigenbau in 1:15

Als kleiner Junge hatte dieser Mann direkt am Gelände der Spedition Doornbos in Rotterdam gewohnt und dort die Macks und andere ...

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... Fahrzeuge, die dieses Unternehmen in Diensten hatte durch den Zaun bewundert. Immer wenn einer der Trucks das Gelände verließ versuchte er es so lange wie möglich zu verfolgen – mit seinem Fahrrad natürlich… Ich war begeistert von dieser Geschichte und so beschlossen wir das Modell für die nächsten Fahrveranstaltungen unseres Clubs zu bauen. Vorbild sollte der F700 mit dem Kennzeichen 60-40-ZB warden

Anfänglich sollte ich nur die Kabine so genau wie möglich nach den Wünschen des Modellbaukollegen nachbauen, natürlich mit kompletter Beleuchtung, also Scheinwerfern, Nebelleuchten, Blinkern und Rundumleuchten

Bau der Kabine

Meine Bauweise beginnt immer damit, dass ich einen Dummy aus ausreichend dickem Papier baue. Dies entspricht ungefähr der Bauweise von Kartonmodellen. Ich verwende hierfür – soweit verfügbar – die Zeichnungen, die in den Verkaufsunterlagen der jeweiligen Fahrzeuge enthalten sind. In diesem Fall waren das die Unterlagen der Firma Floor, seinerzeit der Importeur von Mack-Fahrzeugen in den Niederlanden. Weitere wertvolle Informationen fand ich im Internet

Das verwendete Material ist Messing in Stärken von 0,5 bis 3 mm. Ich habe es entweder mit der Zange geschnitten oder mit der Metallsäge gesägt. Gelötet wurde mit 2-mm-Lötdraht und Flussmittel S65. Nach der Feststellung welche Einzelteile am besten aus Messing hergestellt werden können, beginne ich meistens mit dem „Gesicht“ des Trucks, also der Front mit dem Kühlergrill. Die Erfahrung hat mit gezeigt, dass wenn diese Teile gut gelungen sind auch der Rest des Fahrzeugs passt. Die Umrandung und die vertikalen Streben des Grills bestehen aus zurechtgefeiltem 3-mm-Messing, die horizontalen Streben aus 1-mm-Rundmaterial

Das Vorbild für den Mack


Mit diesem Werkzeug entstand der Mack


Der untere Teil der Kabine entsteht


Der erste Entwurf erinnert an den Kartonmodellbau


Der Kühlergrill bildet für mich den Ausgangspunkt des Baus


Vor allem die hinteren Ecken des Daches sind schwierig zu formen


Nachdem die Front fertig war, habe ich den unteren Teil der Kabine gebaut, der aus 1-mm-Messingblech angefertigt wurde mit 2 mm dicken Streifen und Kupferröhrchen für die Rundungen. Anschließend wurden die oberen Teile der Kabine angefertigt, zunächst die Seiten und dann die Rückseite. Oben habe ich immer entsprechende Kanten ausgearbeitet, um das Dach anlöten zu können.

Der Bau des Daches ist eine etwas unangenehme Arbeit, da dieses vor allem in den hinteren Ecken Biegungen in zwei Richtungen aufweist. Ich habe das Blech dazu eingesägt, mit einer Zange in die benötige Form gebogen und dann von innen verlötet. Die Umrandung der Frontscheibe besteht aus 1-mm-Messingstreifen und 2-mm-Messingrundmaterial

Damit war der Rohbau der Kabine abgeschlossen und ich konnte mit der Detaillierung beginnen. Die Türen wurden mit 1-mm-Messingdraht umrandet. Die Spiegelhalterungen, Türgriffe und beispielsweise der Handgriff auf der Front entstehen ebenfalls aus solchem Draht. Um diese zu montieren bohre ich vorher passende Löcher in das Metall. Die Gitter an den Trittstufen bestehen aus kleinen perforierten Messingblechen mit 1 mm Dicke.

Die Details an der Kabine entstehen


Bau des Armaturenbretts


Der MACKSchriftzug ist natürlich wichtig


Die Zeichnung gibt Aufschluss über die Aufhängung der Hinterachse


Bau des Rahmens


Von außen zur Innenausstattung

Ein recht aufwendiges Bauteil ist das Armaturenbrett. Auch dieses habe ich aus Messingblechen erstellt. Um zu verhindern, dass die Einzelteile beim Löten wieder auseinanderfallen, zeichne ich zunächst die Abwicklung des Bleches auf, säge sie aus und biege das Teil entsprechend in Form. Danach werden die Details aufgelötet. Das Lenkrad stammt von einem Mack-Schlüsselanhänger, die Sitze bestehen aus Resin.

Zum Schluss wurden noch die Lüftungsgitter, die Scheibenwischer und nicht zu vergessen die Buchstaben MACK angebracht. Später hat ein Modellbaukollege den Kühlergrill, die Handgriffe und die Buchstaben elektrolytisch vernickelt.

Das Chassis

Ursprünglich war geplant nur die Karosserie selbst zu bauen und diese auf ein gekauftes Chassis von Wedico zu setzen. Allerdings waren wir beim Bau auf den Geschmack gekommen und haben beschlossen auch das Chassis aus Messing selbst zu bauen. Zugekauft wurden die Achsen und Trilex-Felgen von ScaleART sowie die Reifen von Wedico. Wir mussten nun rechnen, wie der Motor eingebaut werden konnte und unsere Entscheidung fiel auf den Carson Truck-Puller-Motor

In der Zeichnung der Seitenansicht des Fahrzeugs fanden wir auch eine detaillierte Zeichnung der Aufhängung der Hinterachsen. Diese war wichtig, um das Fahrgestelle entsprechend zu konstruieren und bauen zu können

Begonnen wurde mit dem Rahmen. Die Längsträger bestehen aus einem 20×20-mm-Messing-Vierkant-Profil mit einer Materialdicke von 1,5 mm, welches in der Längsrichtung maschinell durchgesägt wurde. Die Traversen bestehen aus verlöteten einzelnen Messingteilen mit 1 und 2 mm Dicke.

Die Federn bestehen wie beim Original aus Federblättern und entsprechenden Halterungen, alles wird zusammen pendelnd aufgehängt. Die Fotos zeigen teilweise noch eine provisorische Montage mit Achsen aus dem Vorrat

Die Federung der Hinterachsen


Das Modell mit dem endgültigen Antriebsstrang


Die hintere Stoßstange wird mit Beleuchtung versehen


Bau der Dachleuchten


Danach ging es an die Details wie Kotflügel, Kraftstoffund Lufttanks. Das Reserverad ist mit einem Stahlseil aufgehängt und kann mittels Kurbel abgelassen werden. Hinter der Kabine sitzen noch die nötigen Anbauteile, wie Auspuff, Luftfilter, Batteriekasten etc. Die Biegungen in den Rohren der Auspuffanlage wurden durch einsägen, biegen und verlöten hergestellt.

An der Vorderseite des Chassis sitzt eine schwere Stoßstange, die aus 3 mm dickem Messing gefertigt wurde. Die Kupplung ist darauf aufgeschraubt, darunter sitzt eine 1 mm dicke Platte auf der später das Warnschild für den Schwertransport sitzt.

Die Frontscheibe besteht aus 0,5 mm dickem klaren Kunststoff, der erwärmt und in Form gebogen wurde. Sie wurde an ihrer Stelle in der Kabine festgeklemmt

Der noch unlackierte Mack


Fertig lackierte Teile


Einbau der RC-Teile


Erster Einsatz auf einem Fahrtag


Die letzten Feinheiten

Abschließend folgte noch der Einbau der Elektronik. Die Dachlampen stammen von Wedico und werden nun mit 3-mm-LEDs beleuchtet. Auf der hinteren Stoßstange sitzen – neben dem Rückfahrscheinwerfer – selbst gebaute Dreikammerrückleuchten aus Mini-SMD-LEDs und Wedico-Gläsern. Auf der vorderen Stoßstange sitzen die Nebellampen und die Rundumleuchten, die aus dem Internet stamen

Nachdem alles funktionierte wurden die Teile wieder demontiert, sandgestrahlt und mit Primer behandelt. Anschließend wurden sie in den gewünschten Farben mit hochwertigen Zweikomponentenlacken von Sikkens lackiert

Danach wurde alles abschließend montiert, die RC-Teile eingebaut und alles fand seinen Platz in der Kabine – sogar der 12 V/4.500 mAh NiMh-Akkupack.

Anderthalb Jahre nach der ersten Planung war das Modell fertig und konnte mit einem Lowboy-Trailer auf der ersten Fahrveranstaltung gezeigt werden. Natürlich ist er auf jeder Veranstaltung der Minitruckers zu sehen. Mehr Informationen über diese Modellbauvereinigung finden Sie unter www.minitruckers.nl