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FEINE GESELLSCHAFT


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 27.04.2022

Fließheck-Limousinen

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 10/2022

AUDI A5 SPORTBACK 40 TDI quattro 204 PS, 235 km/h (opt.), 6,2 l/100 km, 50.900 Euro

BMW 420d xDrive Gran COUPÉ 190 PS, 233 km/h, 6,7 l/100 km, 53.000 Euro

VW ARTEON 2.0 TDI 4MOTION 200 PS, 237 km/h, 6,7 l/100 km, 51.300 Euro

Audi

BMW

Die erste Generation des BMW 4er Gran Coupés (ab 2014) entwickelte sich schnell zu einer reizvollen Alternative zur klassischen 3er Limousine. Sie kombinierte eine sportlichere, coupéhafte Silhouette mit den Vorzügen einer Fließheck-Limousine. Eine breit gefächerte Motorenpalette und die markentypische Freude am Fahren gab es freilich on top. Mit dieser Rezeptur geht nun auch die Neuauflage auf Kundenfang – samt der kantigen, präsenten Doppelniere, mit der schon die aktuellen zweitürigen 4er Coupés für Diskussionen sorgten. Im ersten Vergleichstest stellt sich das Gran Coupé mit 190 PS starkem Diesel und Allrad der Konkurrenz von Audi und VW. Der A5 ...

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... Sportback kommt als 40 TDI quattro mit 204 PS und zwei angetriebenen Achsen, während der ebenfalls vierradgetriebene VW Arteon 2.0 TDI den Test mit 200 PS bestreitet.

Karosserie

Auch wenn die Marketingabteilungen der Hersteller den Begriff Limousine bei den hier versammelten Wettbewerbern scheuen wie der Teufel das Weihwasser: In allererster Linie handelt es sich sowohl beim A5 Sportback als auch beim 4er Gran Coupé, erst recht aber beim Arteon um praktische Viertürer mit großer Heckklappe. Was sie von ihren engen Verwandten, dem A4, dem 3er und dem Passat, unterscheidet, sind vorrangig die rahmenlose Seitenverglasung sowie der flache Dachverlauf, der die Kopffreiheit innen im direkten Vergleich etwas einschränkt.

Dennoch bieten alle drei ein ordentliches, der VW sogar ein sehr gutes Raumangebot, das uneingeschränkt für vier Erwachsene taugt. Im Fall des Arteon dürfen die Passagiere zudem noch reichlich Gepäck mit auf die Reise nehmen. Sein Kofferraum fast nämlich 563 Liter und somit sogar etwas mehr als ein BMW 5er Touring. Mit umgelegter Rücksitzlehne entsteht ein 1557 Liter großer Frachtraum, der quasi prädestiniert ist für den spontanen Besuch beim Mitnahmemöbelmarkt – wäre da nicht die unschöne Stufe im Ladeboden, die das Einladen sperriger Gegenstände erschwert.

Sei’s drum, der Wolfsburger ist trotzdem das praktischste Auto im Testfeld, was auch die höchste effektive Zuladung (524 Kilogramm) sowie die maximale Anhängelast von 2000 Kilogramm untermauern.

Den hohen Grundpreisen entsprechend sind übrigens alle drei Testkandidaten recht umfangreich ausgestattet, auch was die jeweilige Sicherheitsausstattung angeht. Naturgemäß verfügt der 4er als neuestes Fabrikat im Trio über die modernsten und vielseitigsten Assistenzsysteme. So bietet er als Einziger etwa einen Rettungsgassenassistenten oder ein System, das vor dem falschen Befahren von Einbahnstraßen oder Autobahnauffahrten warnt.

Der VW Arteon bietet in Reihe zwei mit Abstand den meisten Platz

Darüber hinaus sichert sich der Münchner die Krone in der Qualitätswertung. Er beinhaltet ausnahmslos sehr solide wirkende und im Anfassbereich überaus edle Materialien, die zudem einwandfrei zusammengefügt sind.

Fahrkomfort

Trotz der im Vergleich zu den herkömmlichen Limousinen-Derivaten insgesamt sportlicheren Auslegung der drei Testkandidaten ermöglichen alle drei ausnahmslos auch gediegenes Reisen. So gefällt der BMW gerade bei hohen Geschwindigkeiten mit seiner subjektiv wirkungsvollen Geräuschisolierung. Dass der Wind die Karosserie dann kräftig umweht, bekommen die Fahrgäste nur am Rande mit. Zudem liegt er mit dem adaptiven M-Fahrwerk für 600 Euro, das der Testwagen an Bord hat, auf langen und kurzen Wellen satt auf der Straße, ohne durch übertriebene Auf-und Ab-Bewegungen zu nerven. Einseitige Anregungen quittiert der Münchner jedoch stärker als die Wettbewerber mit kernigen Wankbewegungen um die Längsachse.

VW

Connectivity

AUDI A5

Wer eine fest eingebaute Navigation wünscht, zahlt bei Audi für den A5 Sportback einen kräftigen Zuschlag. 2495 Euro verlangen die Ingolstädter für das Navisystem, zu dem allerdings auch ein WLAN-Hotspot sowie das komplette Online-Programm gehören. Ebenfalls teuer: die Smartphone-Anbindung via Android Auto und Apple CarPlay: Sie kostet happige 980 Euro.

BMW 420d

Die Münchner Wettbewerber zeigen sich im Fall des 4er Gran Coupé ungleich spendabler, was die Multimediaausstattung angeht. Ein Navigationssystem, Online-Zugang oder auch Smartphone-Koppelung gehören bei dieser Baureihe zum Standard. Induktives Laden allerdings lässt sich BMW mit 500 Euro extra vergüten. Darin enthalten ist aber auch ein WLAN-Hotspot.

VW Arteon

Auch Volkswagen schickt sein Designerstück mit einer nahezu kompletten Infotainment-Ausstattung auf die Straße. Egal ob DAB, Navigation, Online-und Remote-Funktionen oder ein WLAN-Hostsport: All diese Errungenschaften sind beim Arteon Serienbestandteil. Lediglich für die induktive Smartphone-Ladeschale wird der Kunde zur Kasse gebeten. Der Preis: 465 Euro.

Der Audi und der BMW sind im Handling fast gleich schnell

Den in Summe angenehmsten Federungskomfort stellt dennoch der VW Arteon bereit, dessen optionalen adaptiven Dämpfer die weiteste Spreizung zwischen sportlicher Straffheit und guter Schluckfreudigkeit ermöglichen. Er gleicht selbst tiefe Fahrbahnschäden kompetent aus und lässt sich anders als etwa der Audi auch durch zahlreiche kleine aufeinanderfolgende Wellen bei hohen Tempi nicht aus der Ruhe bringen.

Motor / Getriebe

Dass schnelle Autobahnetappen nicht zu exorbitanten Kostenexplosionen führen, dafür bürgen die effizienten Dieseltriebwerke, mit denen die Testaspiranten ausgestattet sind. Als sparsamstes Gefährt erweist sich der Audi A5. Sein 2,0-Liter-TDI, der als Mild-Hybrid in seinem Zwölf-Volt-Bordnetz einen Riemen-Starter-Generator einbindet, begnügt sich auf unserer Testrunde mit durchschnittlich 6,2 Liter Dieseltreibstoff. Gleichzeitig bringt der Ingolstädter die flottesten Fahrleistungen zustande. Bis 100 km/h noch gleichauf mit dem BMW, zieht er danach an seinem ärgsten Widersacher vorbei. Werksseitig ist der A5 übrigens mit rollwiderstandsoptimierten Reifen ausgerüstet und damit einhergehend in seiner Endgeschwindigkeit auf 210 km/h limitiert. Die Abwahl dieser Reifen beziehungsweise das Optionieren größerer Räder führt zur Aufhebung der elektronischen Fußfessel. Dann rennt der Ingolstädter 235 km/h.

Doch zurück zu den Verbrauchswerten: BMW und VW liegen in dieser Disziplin exakt gleichauf. Mit einem Durchschnitt von 6,7 Liter Diesel je 100 Kilometer sind sie ebenfalls sehr sparsam unterwegs. Interessant nur: Der Arteon schafft dies ohne ein Mild-Hybrid-System an Bord. Das 420d Gran Coupé hingegen verfügt über ein 48-Volt-Bordnetz inklusive Riemen-Starter-Generator, das unter anderem das Segeln auf der Autobahn, also das Abkoppeln des Antriebsstrangs bei längerer Gaswegnahme, ermöglicht.

Fahrdynamik

Doch bei allem Sinn für Vernunft ist auch die markentypische Freude am Fahren ein großer Bestandteil der DNA des BMW. Serienmäßig ausgerüstet mit der variablen, äußerst direkt ansprechenden Sportlenkung folgt das Gran Coupé Richtungswechseln prompt und mit hohem Elan. Allein das synthetische Rückstellmoment um die Mittellage bei gemäßigter Fahrt ist gewöhnungsbedürftig. Keinen Anlass zu Kritik liefert die Sportbremsanlage, die es aber nur im Verbund mit der 4500 Euro teuren M-Sport-Ausstattung gibt. Sie verzögert zuverlässig und liefert bei warmen Komponenten die kürzesten Bremswege.

Die optionale BMW-Sportbremse verzögert dauerhaft zuverlässig

Dennoch fährt der Audi A5 auf der Handlingstrecke einen Wimpernschlag früher über der Ziellinie als der BMW, was auch am 119 Kilogramm niedrigeren Leergewicht liegen mag. Jedenfalls wirkt der Sportback am Kurveneingang leichtfüßig und lässt sich in Wechselkurven behände umsetzen. Allerdings untersteuert er kräftiger als der 420d.

Der VW Arteon hingegen tut sich auf der Handlingstrecke etwas schwer. Er lenkt bei Weitem nicht so agil ein wie die bayerischen Kontrahenten und schiebt beim Übertreten des Grenzbereichs recht stumpf über alle vier Räder. Immerhin liefert seine Lenkung trotz der recht großen Lenkwinkel deutlich mehr Feedback als die sehr leichtgängige Lenkung seines Konzernbruders.

In Sachen Fahrsicherheit gibt sich übrigens keine der drei edlen Limousinen irgendeine Blöße. Sie reagieren allesamt auch bei deaktivierten Assistenzsystemen nachvollziehbar und sind dank intelligenter Allradsysteme mit einer hervorragenden Traktion gesegnet.

Umwelt / Kosten

Die drei eleganten Testkandidaten gehören zum Besten und Edelsten, was das Mittelklasse-Segment derzeit zu bieten hat. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch, dass es sich zweifellos um hochpreisige Fahrzeuge handelt. So ist kein Fabrikat unter 50.000 Euro zu haben – wobei der Audi mit 50.900 Euro in der Basis sogar noch der Günstigste ist.

Unter Berücksichtigung der testrelevanten Extras erweist sich der BMW mit einem bewerteten Preis von 59.750 Euro als das kostspieligste Vergnügen. Der Audi kommt 5900 Euro günstiger, der VW Arteon 6110 Euro.

Bedingt durch die hohen Kraftstoffpreise bewegen sich auch die laufenden Kosten derweil auf einem eher hohen Niveau – trotz der niedrigen Verbräuche. Hinzu kommen recht teure Kasko-Einstufungen. Gerade beim BMW langen die Versicherer ordentlich hin. Dies und der hohe bewertete Preis führen dazu, dass der Münchner die ungünstigste Kostenbilanz im Test aufweist.

FAZIT

Marcel Kühler

Das neue BMW 420d xDrive Gran Coupé ist ein begehrenswertes Auto, das ein gewisses Maß an Exklusivität mit Fahrspaß und Effizienz in Einklang bringt. Dazu bietet es einen ordentlichen Nutzwert und einen hohen Geräuschkomfort. Seine zahlreichen Talente bescheren ihm den ersten Platz in der Eigenschaftswertung. Im Gesamtranking muss sich der Neuling aber dem geräumigeren VW Arteon 2.0 TDI 4Motion geschlagen geben, der deutlich günstiger ist – wenn auch auf einem insgesamt hohen Niveau. Die Bronzemedaille geht unterdessen an den leichtfüßigen Audi A5 Sportback 40 TDI quattro. Sein größter Vorzug sind der lobenswert geringe Verbrauch und der kraftvolle Vortrieb. Das Platzangebot ist nur durchschnittlich.