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FEINGEIST GEGEN ABENTEURER


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 48/2022 vom 01.12.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 48/2022

Der Subaru Solterra (l.) ist ein Toyota bZ4X mit anderer Front und Offroad-Fahrmodi. Der Nissan Ariya wirkt edel, kostet auch

Subaru Solterra

218 PS

250 km Reichweite (Test)

30 Min. Ladezeit (10-80 %)

ab 57 490 Euro

Nissan Ariya 63 kWh Evolve Pack

218 PS

249 km Reichweite (Test)

30 Min. Ladezeit (20–80 %)

ab 56 490 Euro

DIESE BEIDEN sind neu, vollelektrisch, von den Abmessungen (rund 4,65 Meter) wie vom Preis her vergleichbar – aber keineswegs gleich. Subaru bietet mit dem Solterra, nahezu baugleich mit dem Toyota bZ4X, erstmals einen Vollstromer an; der markentypische Allrad ist Serie. Der Ariya ist auch als 4x4 zu haben, aber dann sprechen wir von 306 PS und 66 490 Euro Grundpreis. Also vergleichen wir den Subaru lieber mit dem 2WD-Nissan der gleichen Preisliga.

Starten wir mit einer Gemeinsamkeit: Eine Wärmepumpe ist bei beiden Serie – die Heizung greift also nicht direkt auf den kostbaren Akkuvorrat zurück. Schon beim Entern der Fahrersitze zeigen sich dann erste Unterschiede. Im Subaru sitzt man maximal halbhoch – mehr ...

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... Crossover als SUV-Hochsitz. Das Peugeot-ähnliche Arrangement von Cockpit über Lenkrad soll ein Head-up-Display ersetzen. Leider wird das weit vorn platzierte Cockpit mit Tacho und (schlecht ablesbarer) Reichweitenanzeige nur dann nicht vom Lenkrad verdeckt, wenn der Fahrer hoch sitzt und das Lenkrad weit nach unten rückt. Wer gern dynamisch tief hockt, wird ebenso wenig glücklich wie Langbeinige. Das bisher nur angekündigte, oben wie unten abgeflachte Steuer im Flugzeugstil wäre eine Verbesserung.

Wer gern hoch sitzt, kommt vor allem im Nissan auf seine Kosten. Große Fahrer wiederum schauen oft den Dachhimmel an, weil der Verstellbereich nach unten zu klein ist. Einmalig: Die Mittelkonsole lässt sich elektrisch zurückfahren, sodass sie niemanden einmauert. So viel Luftigkeit kennen wir sonst nur vom teuren BMW iX.

! Im Ariya lassen sich Mittelkonsole und Handschuhfach elektrisch bewegen

Trotz fließender Dachlinie reicht die Kopffreiheit hinten auch für Lange. Die finden im Subaru-Fond zwar noch mehr Platz nach oben, aber um den Preis einer zu tiefen Sitzfläche – ein Kollege fühlte sich an Elternabende im Kindergarten erinnert. Solterra-Fondgäste sitzen volle fünf Zentimeter näher am Wagenboden als die im Ariya, mit froschig angewinkelten Beinen. Zudem können sie die Füße kaum unter die Vordersitze schieben. Insgesamt vermittelt auch der Subaru – Grundfläche etwa wie der Toyota RAV4, aber vier Zentimeter flacher – einen Eindruck von Großzügigkeit: schlankere Dachsäulen, viel Knieraum hinten.

NISSAN ARIYA

Ein schlichtes Armaturenbrett im leer geräumten Interieur – so etwas gab es zuletzt bei 50er-Jahre-Oldtimern. Qualität ungleich höher als in Nissan-Autos der Ghosn-Ära. (1) Zwei 12,3-Zoll-Bildschirme. (2) Praxisgerechtes Navi, das dem Fahrer ständig Routenführungen zu den nahen Ladesäulen anbietet. (3) Fast amerikanisch leichtgängige Lenkung, an der der Spurhalteassistent arg viel herumzupft. (4) Nie zuvor gesehen: elektrisch längs verschiebbare Mittelkonsole – sie schafft die typisch luftige Lounge-Atmosphäre des Ariya, manuelle Bedienung wäre aber schneller und schlauer. (5) Auch das kleine Handschuhfach in der Mitte lässt sich nur elektrisch öffnen und schließen. (6) Ins Cockpitmaterial eingelassene Sensortasten mit Rüttel-Feedback, leider schwierig zu ertasten. (7) Sitze oben eher weich, Verstellbereich zu klein. (8) Fondlehne verstellbar, Kopffreiheit reicht trotz Fließheckform und hoher Sitzposition – fein.

SPRACH-BEDIENUNG

Der Nissan erfreut mit wacher Sprachbedienung via Alexa (Schlüsselbefehl: „Hey, Nissan), kann aber wenig mehr als Navi (umständlich) und Temperatur.

Die grundverschiedenen Charaktere zeigen sich schon vor dem Losfahren: Der Nissan gibt die Lounge auf Rädern mit reduziertem Innenraum. Der Subaru rollt mit schmaleren und höherflankigen Reifen an und signalisiert mit großen unlackierten Flächen: Ich bin der Kerl für die robusteren Einsätze! Ein Versprechen, das er auf losem Untergrund einlöst. 21 Zentimeter Bodenfreiheit sind klar nicht auf Defender-Niveau, aber schon besser als die 18 des Nissan. Auch dieser Subaru hat die markentypische X-Mode-Taste mit Matsch- und Schnee-Fahrmodi, ebenso den Gelände-Tempomaten Grip Control, der sich mittels Wippe zwischen 2 und 10 km/h feintunen lässt – nur noch lenken. Das lässt im Gelände selbst völlig unerfahrene Lenker brillieren.

SUBARU SOLTERRA

Peugeot-ähnliches Arrangement mit Cockpit über Lenkrad. (1) Das Lenkrad verdeckt oft die wichtigen Anzeigen im weit vorn platzierten Cockpit. (2) Beim Subaru können Tempolimit-Anzeigen in Navi (kartenbasiert) und Cockpit (kamerabasiert) differieren – irritierend. (3) Viele physische Tasten im Lenkrad für Fahrhilfen, Tempomat und Audio. Einmal im Kopf abgespeichert, sind sie blind ertastbar. (4) Die wichtige Ladestandsanzeige versteckt sich hier in einem dürren Halbkreis rechts unter dem „P“ – schlecht ablesbar. (5) Erst bei sehr niedrigem Ladestand bietet das Navi automatisch eine Routenführung zur nächsten Ladesäule an. (6) Fahrstufen-Drehschalter. (7) Subaru-typisch: Taste für X-Mode (Fahrprogramme für Matsch und Schnee) und Wippe für den Geländetempomaten – beim Toyota-Bruder sitzen hier Blindschalter. (8) Tadellose Sitze, halbhohe Sitzposition. (9) Fondbank mit viel Luft nach oben, aber Sitzposition zu tief.

SPRACH-BEDIENUNG

Ohne Schlüsselbefehl, erfordert Druck auf Taste im Lenkrad, kann aber viel, schließt auf Befehl auch Fenster und erhört „Mir ist kalt“-Gejammer.

Verschieden auch die Lenkungen: beim Nissan amerikanisch leichtgängig, beim A u sweichtest gar etwas kippelig. Die im Subaru verlangt mehr Handkraft, passend zum handfesteren Charakter.

Im Federungskapitel sammelt der Subaru mehr Punkte, spricht auf langsam ange gangenen Querrillen oder Kopfsteinpflaster feiner an. Verkehrte Welt beim Nissan: Anfangs federn die 20-Zöller herber an als die des Subaru. Bei schneller Fahrt über ondulierten Asphalt wirkt die Hinterhand dagegen etwas unterdämpft. Er bleibt aber stets sicher.

Geladen haben wir bei drei Grad. Der Subaru lud mit maximal 100 statt der angegebenen 150 kW. Waren 80 Prozent Akkustand erreicht, tröpfelte der Strom nur noch mit knapp 7 kW hinein. Bis 100 Prozent dauert’s ewig. Und an der Wallbox lädt er mit 6,6 kW, denn er hat nur einen einphasigen Bordlader. Erst im Herbst 2023 soll der Solterra mit dreiphasigem Bordlader kommen.

Der Ariya lud mit maximal 80 kW statt der angegebenen 130 kW, aber bis 80 Prozent schön gleichförmig und selbst bei 99 Prozent Ladestand noch mit rund 20 kW. Der Basis-Ariya hat ebenfalls nur einen einphasigen Bordlader, aber unser Exemplar hatte das Evolve Pack an Bord, das einen dreiphasigen umfasst – klar schneller.

Beim Solterra meldet die Müdigkeitserkennung oft aus nichtigem Anlass: „Unaufmerksamkeit des Fahrers festgestellt“. Kein Wunder, wenn der bei Kälte so lange an der Ladesäule herumlungert.

Nissan Ariya

Er bietet das größere Laderaumvolumen: 468 bis 1775 Liter – recht voluminös. Doppelboden ist Serie, Ladekante eher hoch

Subaru Solterra

In Normalstellung 441 Liter. Keine Werksangabe zum Maximalv olumen– um die 160 Liter kleiner als beim Nissan

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

Nissan Ariya Bremst besser, braucht weniger Strom, lädt schneller, bietet Fondgästen mehr Komfort – und sammelt so Punkte.

Subaru Solterra Besser bei Lenkung, Handling, Federungskomfort, ESP, Schlechtwegetauglichkeit. Wenn er nur flotter laden würde ...

FAZIT

ROLF KLEIN, MIRKO MENKE 

Gleiches Format, unterschiedliches Wesen: Der Nissan gefällt mit seiner wohnzimmerartigen Luftigkeit, der fahrwerksseitig noch komfortablere Subaru ist der Stromer der Wahl für rauere Einsätze. Die Speerspitze blitzschneller Ladetechnik sind beide nicht, vor allem Subaru schwächelt hier.