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FENSTER: GUTE AUSSICHTEN


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ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 10.10.2019

Fenster prägen ein Gebäude. Größe, Anordnung, Farbe von Glas und Rahmen entscheiden über stimmige Proportionen und Harmonie. Gute Fenster machen das Wohnen gemütlich und sparen Energie.


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Foto: KNEER-SÜDFENSTER

Was für eine Aussicht! Glücklich, wer durch große, bodentiefe Verglasungen in die freie Landschaft oder einen schönen Garten blickt. Mit Ausrichtung, Größe und Einbauhöhe von Fenstern bestimmen Architekten, Fertighaushersteller und Bauträger die Blickachsen und das Raumgefühl. Doch nicht jedes Fenster öffnet den Blick in die freie Natur oder den eigenen Garten. Gerade in eng bebauten Vierteln lohnt ...

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... es sich, genau über das ein oder andere Fenster nachzudenken.

Denn die Glasflächen geben auch den Blick von außen ins Haus frei – vor allem abends und im Winter, wenn schon früh Licht brennt. Was in der Küche noch akzeptabel sein mag, wird für viele im Schlafzimmer oder Bad rasch lästig. Rollläden und Vorhänge schaffen dann Abhilfe.

Tageslicht hält gesund: Die Normen für die Tageslichtversorgung sind viel zu mickrig. Wer kann, sollte großzügige Fensterflächen wählen.


Foto: imago images/ Maya Claussen

DAS ALTER IM BLICK BEHALTEN

Wer bei Diskussionen mit Planern zudem an künftige Jahrzehnte denkt, kommt vielleicht zu ganz anderen Schlüssen als in jungen Jahren. Für gutes Wohnen im Alter ist es zum Beispiel wichtig, auch im Sitzen einen guten Blick ins Freie zu haben. Niedrigere Brüstungen oder komplett bodentiefe Fenster haben hier Vorteile. Das gilt auch für die Bedienung. Ein Fenster, das man nur mühsam öffnen und putzen kann, erfüllt nur einen Teil seiner Funktion.

In jeder Lebensphase entscheidend ist die Menge an Tageslicht, das die Fenster ins Haus lassen. Nur ausreichend helle Räume sorgen für Gesundheit und Wohlbefinden, schließlich steuert die Lichtmenge unter anderem unseren Hormon- und Vitaminhaushalt sowie unsere Stimmungslage. Computersimulationen können heute zeigen, wie hell neue Fenster eine Wohnung machen. Wer neu baut, findet in den Musterhausausstellungen von Fertighausherstellern und Bauträgern wertvolle Anregungen. Dabei muss die schicke, teure Glasfront nicht immer die beste Lösung sein. Mehrere Fenster in unterschiedliche Himmelsrichtungen streuen das Tageslicht gleichmäßiger im Raum und machen den Tageslauf erlebbar.

SCHLANKE RAHMEN WIRKEN LEICHT

Für die Optik des Fensters selbst spielt das Flächenverhältnis zwischen Rahmen und Glasfläche eine wichtige Rolle. Kleine Fenster mit breiten Rahmen wirken klobig. Rahmengeometrien mit schmaler Ansichtsbreite – also dem Teil des Rahmens, den man sieht – wirken leicht. Gut dämmende Fenster mit dickeren, schwereren Gläsern, mehreren Glasscheiben und zusätzlichen Dämmschichten haben die Ansichtsbreiten der Rahmen in der Vergangenheit wachsen lassen. Jetzt gelingt es den Herstellern immer häufiger, durch ein stabiles Innenleben und gutes Design, die Maße wieder schlanker zu halten.

Fotos: KNEER-SÜDFENSTER (2)

Foto: Tom Werner/Getty Images

HOLZ, KUNSTSTOFF ODER ALUMINIUM?

Häufiger Streitpunkt für Baufamilien und Altbausanierer ist das Rahmenmaterial. Zur Wahl stehen PVC-Kunststoff, Holz oder Holz-Alu-Fenster. Von den rund 14 Millionen Fenstern, die pro Jahr in Deutschland eingebaut werden, haben etwa 60 Prozent einen Rahmen aus Kunststoff – genauer aus Hart-PVC. Das Material belastet die Umwelt bei Herstellung und Entsorgung. Trotzdem ist es beliebt. Gegenüber Holz ist es um etwa 10 bis 20 Prozent günstiger. Es ist haltbar und braucht kaum Pflege.

Reine Holzfenster hingegen haben nur einen Marktanteil von etwas mehr als 15 Prozent, Metallfenster kommen auf 18 Prozent. Einen kontinuierlich steigenden Anteil verzeichnen Fenster mit Holz-Alu-Rahmen. Sie kombinieren Wetterbeständigkeit durch die außenliegende Aluschale mit der natürlichen Anmutung von Holz auf der Innenseite.

Foto: VELUX Deutschland GmbH

FENSTER STEHEN OFT IM REGEN

Eine solche Kombination ergibt Sinn, denn „eingebauten“ Wetterschutz durch weit überstehende Dächer gibt es bei vielen Häusern heute nicht mehr. Im Gegenteil: Flachdächer oder eine mit der Fassade abschließende Dachkante bestimmen die aktuelle Architektursprache. Da stehen die Fenster im direkten Wortsinn im Regen, und der ist auf Dauer nicht gut für das Naturmaterial Holz. Zwar sind die Beschichtungen deutlich dauerhafter als früher. Aber ohne Wartung mit einer Pflegeemulsion und regelmäßigem Nachlackieren geht es nicht. Lasuren, die das Holz durchscheinen lassen, sehen übrigens natürlicher aus, überdauern aber deutlich kürzer als deckende Lacke. Wer gern Holzfenster einbauen lassen möchte, lässt sich ausführlich beraten, etwa vom Verband Pro Holzfenster (proholzfenster.de). An der ungeschützten Wetterseite muss man die Außenseite der Rahmen etwa alle drei Jahre streichen.

Ansonsten empfiehlt der Verband eine Neulackierung alle fünf bis zehn Jahre, abhängig von der Einbausituation und der Holzart. Fichtenholz ist am günstigsten, aber empfindlich; Eiche deutlich teurer, aber auch haltbarer. Auf Tropenholz wie Dark Red Meranti, das immer noch zum Einsatz kommt, besser verzichten. „Selbst angeblich selektiv geschlagenes Holz ist immer der Anfang einer zerstörerischen Kette“, sagt Holzwirt Klaus Schenk, der für den Verein Rettet den Regenwald arbeitet. „Die von den Holzfirmen in den Regenwäldern angelegten Holzfällerpisten sind die Einfallstore für Landspekulanten, Plantagenfirmen, Siedler, Goldschürfer und Wilderer“, so Schenk, auch mit Blick auf die vielen Tausend Feuer im Amazonasgebiet. Sein Fazit: „Jedes Fenster aus Tropenholz zerstört den Regenwald“, Labels hätten nur eine Alibifunktion.

HIGHTECH HINTER GLAS

Fenster sind Hightechprodukte, die nicht zuletzt wertvolle Heizenergie im Haus halten sollen. Um die Unterschiede aufzuzeigen, sind ein paar technische Details unabdingbar. Der wichtigste ist der U-Wert. Er gibt an, wie gut ein Fenster dämmt. Es gibt ihn als Angabe für das gesamte Fenster (Uw), für den Rahmen (Uf) und das Glas (Ug). Immer gilt: je niedriger, umso energiesparender. Den Mindeststandard laut Energieeinsparverordnung markieren Wärmeschutzfenster mit einer Zweischeibenverglasung und einem Uw-Wert von 1,3 W/(m2K). Viele Fenster mit zwei Scheiben unterschreiten diesen Wert und bieten mit einem Uw-Wert von 1,1 W/ (m2K) eine leichte Verbesserung, meist ohne zusätzliche Kosten. Wer für seinen Neubau oder beim Fensteraustausch jedoch die staatliche KfW-Förderung beanspruchen möchte, kommt um dreifach verglaste Fenster nicht herum. Denn mit einem Uw-Wert von 0,95 W/(m2K) – bei Dachflächenfenstern 1 W/(m2K) – setzt die staatliche Förderbank in ihrer Einzelförderung einen Standard, der nur mit Dreifachfenstern zu erreichen ist.
Standard bei Dreifachgläsern sind Scheiben mit einem Ug-Wert von 0,5 bis 0,6 W/(m2K). Erreicht wird dies durch eine wärmereflektierende Beschichtung der Gläser und eine Füllung der Scheibenzwischenräume mit dem Gas Argon. Noch besser dämmt die Glasscheibe, wenn der Scheibenzwischenraum mit den teuren Edelgasen Krypton oder Xenon gefüllt ist. Das ist aber nur bei sehr hohen Anforderungen an einen niedrigen Energiebedarf des Hauses sinnvoll, zum Beispiel bei manchen Passivhäusern oder KfW-Effizienzhäusern 40.

Foto: VELUX Deutschland GmbH