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FERN, SCHNELL, GUT!


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 28/2019 vom 11.07.2019

Zügig reisen, entspannt ankommen, wenig verbrauchen: DasMercedes E 220 d T-Modell begeistert im Dauertest


Artikelbild für den Artikel "FERN, SCHNELL, GUT!" aus der Ausgabe 28/2019 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 28/2019

Letztes Jahr wurden über 355 000 E-Klassen verkauft – Rekord! Wichtigste Märkte: Deutschland, USA, China, Südkorea


NIE GAB ES WENIGER EINTRÄGE im Fahrtenbuch eines AUTO BILD-Dauertests. Beim Mercedes E-Klasse T-Modell füllten wir über 100000 Kilometer gerade mal 17,5 Seiten. Der Grund für diese Zurückhaltung? Ganz einfach: Wer im Schwaben-Kombi erst mal Platz genommen hatte, der wollte nicht mehr aussteigen. Frei nach dem Motto: fern, schnell, gut.

Es ging tatsächlich schnell, kaum stand der Benz ...

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... auf dem Hof, checkte sofort der nächste Kollege für die nächste Dienstreise ein, blieb tagelang und für viele Tausend Kilometer auf dem Benz – Kurzstrecken und häufige Fahrerwechsel gab es bei dem Stuttgarter kaum. Wärbei Wäre nicht unser strenger Test-Koordinator Gunnar Heisch eingeschritten – die Kollegen hätten sich um S-KE 5293 geprügelt. Und frühzeitig ihrHandtuch auf den Fahrersitz gelegt. Ein „Problem“, das auch andere kennen. Mit über 14 Millionen Fahrzeugen ist die E-Klasse meistverkaufter Benz der Firmengeschichte. Oder wie Redakteur Manfred Klangwald es zusammenfasst: „Einsteigen und sich wohlfühlen.“

Dieses Schild galt früher als Gütesiegel im Güterfernverkehr. Inhaltlich trifft es auch die E-Klasse


Das beginnt mit dem großzügigen Platzangebot und setzt sich mit bequemen Polstern fort. Die Bedienung über die sensiblen Lenkrad-Streichelfelder und den mittleren Touchscreen will allerdings gelernt sein, lässt (zu) viel Raum für versehentliches Touchen. Außerdem sitzt der ziemlich kleine Schalter für den Warnblinker zu weit weWarnblinker weg vom Fahrer. Doch in diesen Punkten gelobt Mercedes künftig Besserung.

Wenig bis gar nichts zu verbessern gibt es beim Fahren. „Toller Kilometerfresser“, vermerkt Kollege Axel Sülwald Anfang 2018. Solche Komplimente sammelte der Mercedes über die gesamte Laufzeit wie Hamilton Grand-Prix-Siege. Und dafür gibt es drei gute Gründe.

E wie elegant und nicht exzentrisch: T-Modell mit klassischem Kombiheck


Erstens: der Motor. Der Zweiliter-Diesel mit seinen 194 PS passt perfekt zum großen Kombi, jeder andere Antrieb würde wie eine Notlösung wirken. Gemütliches Cruisen fällt ihm genauso leicht wie schnelle Autobahnschnitte. Und der Verbrauch schwankt dabei zwischen sechs und neun Litern. Plus rund 1,5 Liter AdBlue alle 1000 Kilometer – für reinen Atem. Da wundert’s nicht, dass bei der E-Klasse hierzulande 68 Prozent zum Selbstzünder greifen. Wenn beim E 220 d überhaupt etwas negativ auffällt, dann das präsente Diesel-Brummeln im Stadtverkehr. Klingt nach Taxi – ist laut Daimler aber leicht abstellbar. Einmal vom Servicepartner alle Verschraubungen der Abgasanlage lösen und wieder festziehen lassen. So entspannt sich der Auspuff, und es kehrt Ruhe ein.

Zweitens: das Fahrwerk. Die optionale Luftfederung macht die E-Klasse zu einem echten Softie. Weich wogt der Schlitten über lange Wellen und provoziert trotzdem niemals Seekrankheit. Ausreichend fest und konsequent tritt er Kanten und Kuhlen gegenüber, ohne unsere Bandscheiben in Mitleidenschaft zu ziehen. Kollege Mario Puksˇec schließt nach 4600 Kilometern im Benz deshalb mit den Worten: „Es war mir ein Vergnügen.“

TECHNISCH IST DIESER BENZ EINE GLATTE EINBENZ EINE GLATTE EINS

Erfolglose Suche. DEKRA-Sachverständiger Günther Schiele fahndet nach Rost in den Tiefen der Karosserie


1.DICKE DINGER Die Federbeine des Air-Body-Control-Fahrwerks sind massiv ausgeführt. Das Luftfedersystem kostet zwar 1785 Euro extra, ist aber absolut empfehlenswert

2.GUT LACKIERT Hyazinthrot metallic ist sicher nicht der Farbton, in dem die E-Klasse oft zu sehen ist. Die gleichmäßige Ausführung am ganzen Fahrzeug steht ihr aber gut.

3.LEICHT BELEGT An den Einlassventilen hat sich Ölkohle abgelagert. Ein übliches Bild bei Dieselmotoren mit Abgasrückführung – und in dieser zarten Form völlig folgenlos.

4.LANGES ROHR Bei der Abgasanlage hat Mercedes nicht gespart. Sie wirkt massiv und dauerhaltbar. Auch Turbolader, Oxi-Kat und Dieselpartikelfilter Sind gut in Schuss.

5.FREISCHWINGER Am Boden der Karosserie entdecken wir ein schwingendes Hitzeblech. Doch es ist nicht eingerissen, und das zarte Scheppern war im Auto nicht hörbar.

6.KORROSION? Nach der Entnahme der Kolben werden wir beim Blick in die Zylinder unruhig. Doch die braunen Spuren sind harmlose Folgen einer Spezialbeschichtung.

DAS FIEL UNS AUF

Vorbildliche Rostvorsorge. Die Längsträger sind trotz vieler Verstärkungsbleche blitzblank

Wer klappert denn da? Es ist das rechte Gitter in der Abdeckung der Armaturentafel

Hätten Sie es erkannt? Fette Geräuschdämmung im Fußraum vorn. Da bleibt Lärm garantiert draußen

An den Lamellen der Kupplungen der Wandlerautomatik ist keinerlei Verschleiß feststellbar

Rost in den Brennräumen? Sieht fies aus, ist aber gewollt. Folge der „NanoSlide“ Beschichtung

Cockpit mit WidescreenMonitor (1012 Euro Aufpreis). Zu viele Möglichkeiten: Navi und Co lassen sich über Lenkradtasten, Touchpad oder Drehregler steuern


Auch ohne 4Matic ist der Benz ein sicheres Winterauto. Heckantrieb und Winterreifen von Goodyear sorgen für Vortrieb


In der farbenfrohen Altstadt von Ingolstadt setzt unsere EKlasse einen weiteren Akzent


Drittens: die Geräuschdämmung. So laut das Gemecker über störendes Brummeln bei Schleichfahrt, so leise ist der Daimler bei schneller Autobahnfahrt. Die aufwendige Dämmung des Innenraums zahlt sich aus. Redakteur Claudius Maintz schwärmt: „Selbst jenseits von 200 km/h kann der Beifahrer entspannt telefonieren.“ Einzige Gefahr: So flüsterleise und flauschig, wie der E 220 d dahinschnurrt, verabschiE 220 d dahinschnurrt, verabschieden sich die Mitreisenden bei Nachtfahrten gern mal ins Traumland – und der Pilot sitzt ohne Unterhaltung da.

Warum dieser Top-Dauertest dennoch nur mit Note 2 endet? Wo doch auch die Zerlegung mit Blick bis in den allerletzten Winkel von Motor und Karosserie keine Schwachpunkte aufdeckt? Schnell erzählt. Schon bei Kilometerstand 15 328 streikte die GPS-Antenne und ließ den Benz ohne Navi dahintrudeln. Schuld war ein undichtes Spiegelgehäuse (darin steckt die GPS-Antenne). Inzwischen kommen die Teile von einem anderen Zulieferer und lassen keine Feuchtigkeit mehr rein. Noch bitterer: Kurz vor Testende streikte die CO2-Klimaanlage. Die Mercedes-Werkstatt ersetzte den Kältemittelverdichter wegen Undichtigkeit – obwohl laut Mercedes-Arbeitsanweisung auch die simple Erhöhung der Ölfüllmenge gereicht hätte. Mittlerweile gehört das Quäntchen mehr Öl hier zur Serie. Gut so, aber zu spät für den Dauertest. Der muss mit den Fehlerpunkten leben. Und mit der Note 2. Da wäre mehr drin gewesen – bei einem Testwagenpreis von 83 014 Euro (Basis 50 724 Euro) sowieso.

Ausflug in die Eifel. Im Hintergrund grüßt die Nürburg. Die Tortur über die Nordschleife haben wir dem Auto erspart


TECHNISCHE DATEN

Motor Vierzylinder, Turbo, vorn längs Hubraum 1950 cm3 •Leistung 143 kW (194 PS) bei 3800/min •max .Drehmoment 400 Nm bei 1600/minAntrieb Hinterradantrieb/NeunstufenautomatikLeergewicht 1908 kgZuladung 542 kg •Kofferraum 640–1820 l •Anhängelast 2100/750 kg Spitze 235 km/h •Verbrauch 4,2 l D (EU-Mix) •Abgas CO2 109 g/km

KOSTEN

MESSWERTE

DAS SAGT MERCEDES ZUM…

… Ausfall der GPS-Antenne Aufgrund von Undichtigkeiten im Spiegelgehäuse konnte bei einer sehr kleinen Charge die GPS-Antenne im Spiegel der Baureihe 213 ausfallen. Nach Bekanntwerden des Fehlers wurde sofort eine 100-%-Dichtigkeitsprüfung beim Lieferanten eingeführt, anschließend der Lieferant gewechselt. Seit dem dritten Quartal 2017 gibt es keine defekten GPS-Antennen mehr im Feld.

… defekten Klimakompressor Bei einigen Fahrzeugen mit der neuen C02-Technologie und höherer Laufleistung haben wir am Kältemittelverdichter (KMV) Undichtheiten an der Wellendurchführung beobachtet. Zur Abhilfe haben wir zwischenzeitlich in der Produktion die Ölmenge im KMV erhöht. Diese Maßnahme hätte auch beim Dauertestwagen genügt. Die Analyse des ausgebauten KMV bestätigt dessen volle Funktionsfähigkeit. Die detaillierte Arbeitsanweisung zur Erhöhung der Ölmenge ist jedoch verhältnismäßig neu und war zur Zeit des Werkstattbesuchs eventuell noch nicht verfügbar.

REPARATUREN

15 328 km Nachdem das Navi die E-Klasse mehrfach neben der Spur oder gar in der Elbe verortet hatte, wurde die GPS-Antenne ersetzt. Nicht ganz einfach, da die Antenne im linken Außenspiegel sitzt.Kosten: Garantie 97 804 km In den heißen Apriltagen dieses Jahres versagte die CO2-Klimaanlage. Die Werkstatt ersetzte den ausgefallenen Klimakompressor aufGarantie/ Kulanz.

Top-Triebwerk: Der Zweiliter liefert 194 PS und 400 Nm, begnügte sich im Dauertest mit 7,8 l/100 km und war schon 2017 einer der saubersten Diesel


SO GROSS IST DIE E-KLASSE

DAUERTEST MIT STERNCHEN – auch wenn am Ende „nur“ eine 2 steht. Doch die verdankt der Benz allein mittlerweile behobenen Miseren. Aus Fahrbetrieb und Schlusszerlegung heraus lässt sich dem E 220 d T-Modell ansonsten fast nichts vorwerfen.

DIE AUTO BILD-DAUERTEST-RANGLISTE

AUTO BILD bewertet nicht nur die Zuverlässigkeit. Auch technischer Zustand bei der Abschlussuntersuchung (Kriterien gemäß Tabelle links) und Praxiseindrücke der Tester gemäß Fahrtenbucheintragungen werden bepunktet. Bereits 59 Autos wurden so beurteilt. Nur die aktuellsten finden hier Platz. Die komplette Liste: www.autobild.de/dauertest

SCHNELLER CHECK

Kaufen oder nicht kaufen?


Das E 220 d T-Modell können wir nur empfehlen. Es bietet Platz, federt komfortabel, ist schnell und dennoch sparsam. Auch die Qualität stimmt. Hohe Preise bremsen die Begeisterung.

EINDEUTIG DIESEL

68 % Der Diesel ist tot? Moment mal. Großes Auto, kräftiger Motor, üppige Reichweite, kleiner Durst. Das bieten die Diesel in der E-Klasse. Daher greifen 68 % der deutschen Käufer zum Selbstzünder.


FOTOS: U. SONNTAG, T. RUDDIES

FOTOS: U. SONNTAG (4), DEKRA (3)

FOTOS: T. RUDDIES, U. SONNTAG, M. PUKSEC, M. MÖTSCH

FOTOS: S. KRIEGER (7), R. RÄTZKE (6), C. BÖRRIES (5), U. SONNTAG (4), S. HABERLAND (2), T. BADER, T. RUDDIES, C. BÖRRIES