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FERNÖSTLICHER ZAUBER!


TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 11.01.2019

Zum Tauchen nachJapan ? Das klingt spannend, zumal die Spots hierzulande kaum bekannt sind. Bei der langen Anreise darf aber auch ein passendes Landprogramm nicht fehlen.TAUCHEN -Redakteurin Hedda Hoepfner erlebte abenteuerliche Tage in Fernost.


Artikelbild für den Artikel "FERNÖSTLICHER ZAUBER!" aus der Ausgabe 20/2019 von TAUCHEN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 20/2019

Einfach malerisch: Japans höchster Wasserfall (135 Meter) hinter dem Seiganto-ji-Tempel.


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1 Das große „Torii“ am shintoistischen Schrein in Oyunohara. Ein Torii trennt die profane von der spirituellen Welt. Das in Oyunohara ist das größte Japans. 2 Auf den Pilgerwegen in Kumano Kodo in Wakayama kann man auch in historischen Kostümen aus der Heian-Zeit ...

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... wandeln. 3 Prozession im Kumano-Nachl-uaisha-Schrein in Kumano. 4 Quirlige Fahnenbarsche vor Aka Island in Okinawa. 5 Hauptbuddha Dainichi Nyorai in der großen Pagode Konpon Daito in Koyasan – dem heiligen Ort des esoterischen Shingol-uuddhismus. 6 Was für ein prächtiger Einblick: Das klare Wasser vor Aka Island lässt Taucherherzen höher schlagen.

1 Blick auf Aka Island. Das Dorf liegt im Süden der Insel. Über die Brücke erreicht man die Nachbarinsel Geruma. 2 Übersicht über die Tauchspots, die von der Seasil-uasis auf Aka angefahren werden (Aka Island liegt in der Mitte). 3 Blick geradeaus: Briefing auf dem Tauchboot von Seasir. 4 Wirkt etwas nüchtern, hat aber große Zimmer: das Hotel Marine House Seasir auf Aka. Links unten befindet sich ein kleiner Tauchshop, das Restaurant liegt hinter der Fensterfront im ersten Stock. Das Flachdach ist eine große Aussichtsterrasse mit mehreren Tischen und einem Jacuzzi. 5 Blick ins Restaurant am Abend. 6 Keine Fata Morgana: Auf Aka Island genießen auch die kleineren Kerama-Hirsche einen Spaziergang am Strand. Oder man trifft sie mitten im Dorf, wenn sie von Grünfläche zu Grünfläche schlendern.

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Stäbchen in die Hand und mutig losprobiert: Da es die Speisekarte bei Seasir nur auf Japanisch gibt, bleibt es mitunter ein Rätsel, was einem serviert wird.


Grau – in diversen Nuancen. An diese „Farbe“ muss man sich im Dorf auf Aka Island in Japan erst einmal gewöhnen. Sie passt so gar nicht hierher, denn Aka ist ein großartiges Abenteuer und eine Insel mit vielen Gesichtern. Zum einen gibt es äußerst schöne: die traumhaften Strände, das türkis leuchtende Meer, die satt-grünen Hügel, Süßwasserschildkröten, die sich in Schlaglöchern tummeln, endemische Keraml-uirsche, die am Strand und durchs Dorf spazieren, sowie eine dramatisch eindrucksvolle Unterwasserlandschaft bei gigantischen Sichtweiten mit viel Rifffischen, Schildkröten und einigen Weißspitzenriffhaien.

Die eher unschönen: Das Dorf an sich ist architektonisch für unsere Augen leider kein wirkliches Highlight. Betonwände, die als Schutzmauern das dahinter stehende Haus vor Unheil bewahren sollen, schiefe Strommasten sowie Wasserspeicher auf den Flachdächern der wenig charmant aussehenden Häuser können nicht wirklich begeistern. Zur Entschuldigung sei gesagt, dass die Häuser auch etwas robuster sein müssen, da Aka in der Zeit zwischen Mai und Oktober mitunter von Taifunen durchgeschüttelt wird.

Lässt man einmal das Optische Akas beiseite, dann ist Japan vor allem eines: ein äußerst eindrucksvolles und unvergessliches Erlebnis – und man kommt nicht darum herum, sich auf einige Gegebenheiten

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7 Mit den grandiosen Sichtweiten sind die Felsriffe vor Aka und den umliegenden Inseln an Dramatik kaum zu übertreffen. Viele Tunnel und Höhlen laden zu spannenden Erkundungen ein. Wer es lieblicher mag, wird aber auch zu korallenreicheren Spots gebracht.

INFO: VENDING MACHINES – DIE DURSTLÖSCHER

Sie stehen in Hotels, vor Tauchbasen und manchmal auch mitten auf dem Land: Getränkeautomaten. Sie in Japan nicht zu nutzen ist kaum möglich. Erst recht im Hotel, wenn man abends noch etwas trinken möchte. Ob man es glauben mag oder nicht: Die Hotels, die während dieser Reise besucht wurden, besaßen keine Bar. Japanische Gäste gehen abends etwas essen und nehmen danach gern ein Bad – und dann geht es ab ins Bett. Gemeinsames Zusammensitzen am Abend kennt man eigentlich nicht. Tipp: Auf Aka Island gibt es nicht weit von der Tauchbasis die Bar Yonamine House, die in einem typischen japanischen Wohnhaus liegt – falls man einmal Abwechslung von der Maschine haben möchte.

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN

Ein weiteres Abenteuer sind die Tauchgänge auf Aka. Die Seasir-Crew betreut ihre Gäste wirklich gut. Das Briefing auf Japanisch ist bestimmt sehr ausführlich, das auf Englisch, ist dann – nennen wir es mal – erfrischend knapp. Auch auf den Tauchspotkarten sind nur japanische Begriffe zu finden, aber die Übersichten geben eine gute Orientierung und getaucht wird eh mit einem Guide.

Nicht wundern darf man sich, wenn der Guide unter Wasser aber dann doch eine andere Route taucht, als er im Briefing beschrieben hat. Wobei wir bei dem Punkt sind, dass man auf einer Japanreise auch eine Prise Humor, Gelassenheit und Toleranz mitbringen sollte. Als gefährlich würde man die veränderte Route aber wohl nicht bezeichnen, da die Tauchgänge an den 40 bis 50 Spots selten die 20-Meter-Grenze überschreiten und die Sichtweiten einfach gigantisch sind. Sollte Strömung herrschen, halten die Guides ihre Schäfchen schon zusammen, ansonsten ist das Tauchen ziemlich locker.

1 Die Sandbank Amanohashidate in Nordkyoto ist eine Laune der Natur. Sie ist mit alten, hohen Kiefern bewachsen, unter denen ein Wanderweg verläuft. 2 In Kurotani bei Kamiyata wird seit über 800 Jahren Papier hergestellt. Die hohe Kunst des Schöpfens kann in einer Fabrik bewundert werden.

INFO: VERHALTEN BEIM SCHREIN-BESUCH

Beim Besuch eines Shinto-Schreins sind einige Verhaltensregeln angeraten, wenn man sich mit dem nötigen Respekt bewegen möchte. Am Torii (Eingangstor) verbeugt man sich Richtung Schrein. Danach kommt man an einem Wasserbecken vorbei, an dem man sich folgermaßen reinigt: Mit der rechten Hand füllt man eine der Kellen mit Wasser und wäscht mit einem Viertel des Wasser die linke. Dann wechselt die Kelle in die linke Hand und die rechte wird mit einem Viertel gewaschen. Danach ein erneuter Wechsel, um mit einem Viertel des Wasser, das man in die linke Hand schüttet, den Mund zu reinigen. Abschließend lässt man das restliche Wasser am Griff hinunterlaufen und legt die Kelle zurück.

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3 Knapp 250 Korallenarten, vor allem Steinkorallen, wurden vor Aka Island identifiziert. Solch üppig bewachsene Riffe sind an einigen geschützt liegenden Stellen zu bewundern. 4 Idyllisches Kontrastprogramm: Während der Reise durch Nordkyoto wird in einem Reisbauernhof in einem Bergdorf übernachtet. Rechts ist der Gästetrakt zu sehen.

Toleranz sollte man den japanischen Tauchern gegenüber zeigen. Vor allem die älteren haben eine andere Einstellung der Natur gegenüber. So darf man sich nicht wundern, wenn sich einige hin und wieder über die Felsriffe hinwegziehen und dabei auch mal Korallen anfassen. Diskutieren ist wegen der Sprachbarrieren leider nicht möglich, aber die Guides versuchen schon ihr Möglichstes.

Bei durchweg sehr guten Sichtweiten von 30 bis 40 Metern sind die schroffen Felsformationen eine dramatische Augenweide und einfach überwältigend. Mal stehen die gigantischen Felsen wie aneinandergekuschelt auf dem Meeresgrund, mal halten sie Abstand voneinander oder erheben sich einzeln als stolze Türme bis zur Wasseroberfläche. Korallen wachsen mal mehr, mal weniger dicht an den Wänden, richtig üppige Korallengärten gibt es nur in bestimmten Regionen. Seit 2014 stehen die Riffe unter Schutz: Der Keramashoto-Nationalpark umfasst die Kerama-Inseln, zu denen Aka gehört, und deren angrenzende Meeresgebiete. Zwei spezielle Bereiche stehen sogar schon seit 2005 unter Schutz. Zum Glück, denn hier sind 248 Korallenarten heimisch.

Fischschwärme umschwimmen die Felsen, zahlreiche Tunnel laden zum Durchtauchen, Höhlen zu Erkundungen ein. Neben den sagenhaften Felslandschaften hat Aka aber auch interessante sandige Spots, die mit einzelnen größeren und kleineren Korallenfelsen bestückt sind. Hier lassen sich unter anderem Sand-Aale beobachten und der wunderhübsche, endemische Yashl-uoby (siehe Foto Seite 49). Um ihn zu sehen braucht man aber etwas Geduld: Der in einer Sandhöhle lebende Fisch ist ängstlich, weswegen man sich ihm nur ganz langsam nähern sollte.

Neben dieser raren Besonderheit können sich Taucher über viele Nacktschneckenarten freuen, die sich vor allem in den Wintermonaten zeigen, sowie über Schildkröten und viel Riff- und Schwarmfische. Großfisch bekommt man eher selten zu Gesicht. Wir hatten Glück mit einigen Weißspitzenriffhaien, aber die angekündigten, großen Thunfische hatten es sich wohl anders überlegt. Mantas gibt es in der Region auch, nur leider zeigen sie sich eher selten. Die besten Chancen soll man in den Sommermonaten haben. Im Winter wiederum ziehen Buckelwale durch die Inselwelt.

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FOTOS: H. HOEPFNER (4), PARNUPONG NORASETHKAMOL (1), KYOTO BY THE SEA (1)

Bick ins Schlafzimmer: Tagsüüber steht der Tisch in der Mitte des Zimmers, für die Nacht wird dort der Futon ausgebreitet.


Fazit: Aka ist ein schönes, aber kein Weltklasse-Tauchgebiet. Es bietet aber ein einzigartiges Gesamtpaket an Eindrücken und Erlebnissen und ist eine perfekte Ergänzung zu einem Landprogramm.

JAPANS NATUR- UND KULTURSCHÄTZE

Kultur satt ist angesagt, und zwar in Kyoto und Wakayama. Die beiden Regionen sind eine tolle Kombination, da in Kyoto das ländliche beziehungsweise ursprüngliche Japan erlebt und in Wakayama das spirituelle Japan bestaunt werden kann.

Erster Stopp nach einer Zwischenübernachtung in Yoza-gun ist im touristisch wenig bekannten Ine. Das Fischerdorf ist einfach zauberhaft und sollte unbedingt von der Wasserseite aus besichtigt werden: Über 230 winzige Fischerhäuser stehen aneinandergeschmiegt an der Küste. Aufgebaut sind alle gleich: Unten „wohnt“ das Fischerbötchen und oben die Familie oder zu lagernde Güter. Viele Fischer bieten Bootstouren durch die Bucht an und geben zum Teil auch Einblick in ihr Häuschen. Wer danach noch durch das Dörfchen schlendert, kann eine Sake-Brauerei besuchen, in der man sich durch die verschiedenen Geschmacksrichtungen probieren kann.

1 Pittoresk: In dem Dorf Ine stehen über 230 winzig kleine Fischerhäuschen nebeneinander an der Wasserlinie. 2 Imposant: die Saito-Pagode in Koyasan. 3 Wer in einem Tempel in Koyasan übernachtet, kann an den Abend- und Morgenzeremonien sowie Vorträgen der Mönche teilnehmen. Diese spezielle Feuerzeremonie fand im Rengejo-in-Tempel statt.

INFO: WASHLETS – TOILETTEN MIT BIDETFUNKTION

Sogar auf dem Bauernhof stand so ein Modell: eine japanische High-Tech-Toilette mit beheizter Klobrille und dem typischen Bidel-uodul. Die Symbole erklären sich wohl von selbst, manche Toiletten haben auch schon eine englische Übersetzung. Wie dem auch sei: Häufig kann man zusätzlich die Sprühstärke und den Sprühwinkel des Wassers verstellen. Manche Modelle besitzen darüber hinaus noch eine Sound-Taste, die akustisch ein Wasserrauschen startet, falls man seine Körpergeräusche unhörbar machen möchte. Und ganz moderne Washlets haben auch noch eine Föntaste, die die Benutzung von Toilettenpapier dann – ganz nach eigenem Empfinden – unnötig macht. Noch ein Tipp für die Reise: Die Taste ganz links ist Stopp.

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Die vegetarischen Speisen in den Klöstern in Koyasan werden mit Hingabe zusammengestellt und sind einfach fantastisch! Gegessen wird kniend auf dem Boden.


Nur 15 Kilometer von Ine entfernt liegt ein landschaftlicher Zauber: Amanohashidate. Hierbei handelt es sich um eine schmale, etwas über drei Kilometer lange Sandbank, die mit hohen Kiefern bewachsen ist und mit dem Fahrrad überquert werden kann. Leihräder kann man problemlos an der einen Seite leihen und an der anderen wieder abgeben. Noch spektakulärer sieht die Sandbank vom hoch gelegenen Kasamatsu-Park aus, den man über eine Zahnradbahn oder einen Einersessellift erreicht. Wer alles richtig machen möchte, der guckt sich die Halbinsel folgendermaßen an, nämlich in der Matanozoki-Position: Mit dem Rücken zur Sandbank gedreht guckt man sich die Sandbank kopfüber durch die gespreizten Beine an – dann soll sie wie eine Himmelstreppe aussehen. Davor oder danach ist ein Stopp im Moto Ise Kono Shrine in Miyazu noch ein guter Besichtigungstipp. Er ist im ältesten Architekturstil Japans gebaut und ein wichtiges Shinto-Heiligtum.

Sie muss man gesehen haben: die süßen Yasha-Gobys vor Aka Island.


Anschließend wird es so richtig ländlich: Wir übernachten auf einem Reisbauernhof in dem Bergdorf Kamiyata. Hier stehen drei Schlafzimmer im japanischen Stil für Gäste bereit. Das Herbergspärchen verwöhnt seine Gäste in der mit einem Kamin beheizten Wohnküche nach Strich und Faden – mit einer unglaublichen Vielfalt an Speisen, die man sich auch gut in einer Gourmet-Küche vorstellen könnte.

DAS SPIRITUELLE ZENTRUM JAPANS

Im Anschluss steht der Aufenthalt in der Präfektur Wakayama auf dem Plan. Mit Bus, Bahn und Kabelbahn geht es nach Koyasan. Der gigantische Tempelkomplex wurde 816 nach Christus gegründet. Der buddhistische Mönch Kukai (auch Kobo Daishi genannt) hat damit eine der heiligsten Stätten Japans geschaffen. Das Gebiet mit seinen 117 Tempeln und seinem uralten Friedhof hat etwas Verwunschenes, Mystisches. Man fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt oder wie in eine Filmkulisse. Die alten restaurierten Gebäude sind wahnsinnig eindrucksvoll, die modernen erschlagen einen mit ihrer mächtigen Größe und leuchtender Bemalung.

Übernachten kann man in Koyasan übrigens ausschließlich in buddhistischen Tempeln: in japanischen Zimmern mit Futon, aufwendiger vegetarischer Küche aus Gemüse und Wildpflanzen und Einladungen, an den Morgen- und Abendzeremonien teilzunehmen. Wirklich grandios!

Der Rengejo-in-Tempel in Koyasan, in dem übernachtet werden kann, hat zauberhaft hübsche Innenhöfe und Steingärten (rechts). Mystisch und verwunschen: Den Friedhof in Koyasan durchquert ein rund zwei Kilometer langer Weg (


Er endet an dem heiligsten Ort Koyasans: dem Mausoleum von Kobo Daishi. Er war der Begründer des Shingon-Buddhismus und ist einer der am meisten verehrten Personen der religiösen Geschichte Japans.


FOTOS: H. HOEPFNER (2), VISITWAKAYAMA.JP (1), SEASIR (1), KARTE: LESNIEWSKI

DEN GEIST JAPANS SPÜREN

Wer sich auf das eindrucksvolle Abenteuer einlassen und vor allem die Atmosphäre der Tempel und des alten Friedhofs spüren möchte, sollte mindestens zwei Nächte bleiben. Der Friedhof mit dem Mausoleum von Kobo Daishi ist der heiligste Ort in Koyasan – über 200 000 Grabsteine und Gedenkstätten stehen hier unter uralten, hoch gewachsenen Zedern. Und der Spaziergang durch diese Märchenwelt ist mit nichts zu vergleichen und so absolut unvergesslich.

Ein Spaziergang bildet auch den Abschluss der Reise, und zwar auf einem Stück eines Pilgerwegs. Von Koyasan aus kann man zu den drei weiter südlich liegenden Kumanl-uchreinen wandern. Kumano wird als eine „Bergregion, in der die Götter verweilen“ verstanden. Die heiligen Stätten heißen Kumano Sanzan. Was interessant ist: Sie verbinden den buddhistischen und den shintoistischen Glauben und sind über Pilgerwege miteinander verbunden. Seit 2004 gehören diverse Schreine und Pilgerwege zum UNESCO-Welterbe und sind landschaftlich wie auch spirituell mehr als eindrucksvoll. Das betrifft vor allem den buddhistischen Tempel Seiganto-ji, der neben dem höchsten Wasserfalls Japans liegt. Und die Pilgerwege, die in malerischer Natur unter hohen Bäumen verlaufen, sind fast zu schön, um wahr zu sein. Da passt die Wahl des letzten Hotels einfach perfekt: Im Katsuura Gyoen kann man den Abend im hoteleigenen Onsen (Thermalbad) ausklingen lassen. Hierzu noch ein kleiner Japan-Knigge: Bevor man in eines der Becken steigt, muss man sich gründlich waschen – in Japan geht man erst ins Wasser, wenn man porentief rein ist.

Der Weg zurück zum Flughafen Osaka Kansai am nächsten Tag führt an der Westküste Wakayamas entlang und ist mit hübschen Sehenswürdigkeiten bestückt. Skurrile Felsformationen und herrliche Ausblicke übers Meer werden zu schönen, kurzen Zwischenstopps.

Bis über beide Ohren beeindruckt von so vielen mystischen Bildern, landschaftlich hinreißenden Gegenden, von amüsanten Alltagssituation und kulturellen Erlebnissen geht es dann nach Hause. Die Neugierde auf das Land ist geblieben. Und das Grau, das sich anfangs der Reise „vordrängelte“, das ist vergessen. Wer sprach denn bloß von Grau …?

REISE-FACTS

Bei Einreise über Osaka dauert die Flugzeit bis nach Naha rund zweieinhalb Stunden.


AN- UND EINREISE

Flug zum Beispiel mit China Airlines über Taipeh nach Osaka und Weiterflug mit Air Nippon nach Naha. Von dort Transfer mit der Fähre nach Aka Island. Für das anschließende Landprogramm Flug von Naha zum Beispiel bis nach Osaka und weiter mit Zug, Bus (das Netz öffentlicher Verkehrsmittel ist sehr gut) oder Mietwagen (hierfür muss der Führerschein in Japan übersetzt werden!).Einreise Reisepass genügt. Bei der Einreise werden biometrische Daten erhoben.

GUT ZU WISSEN

Tatami-Zimmer Tatami steht für Reisstrohmatte, mit denen die japanischen Zimmer ausgelegt sind. Geschlafen wird auf Futonmatratzen, die abends darauf ausgebreitet werden.
Toilet Shoes Tatami-Böden werden immer ohne Schuhe betreten – in Restaurants wie auch in Hotels. Für den Toilettenbereich stehen dann spezielle Pantoffel bereit, die auch nur dort getragen werden sollen.
Onsen Vor dem Besuch des Thermalbads ist gründliches Waschen angesagt. Das Bad ist nicht zum Reinigen, sondern nur zum Ausruhen und Entspannen gedacht. Achtung: Wer tätowiert ist, sollte seine Kunstwerke abkleben oder einen Privat-Onsen buchen.
Weitere Japan- und Verhaltenstipps sowie Fotos finden Sie online aufwww.tauchen.de

WOHNEN & TAUCHEN

Marine House Seasir Das kleine Hotel hat geräumige Zimmer im westlichen und japanischen Stil, die meisten haben ein eigenes Bad. Im Hotel gibt es ein Restaurant und eine Dachterrasse mit Jacuzzi. Die Tauchbasis liegt auf dem gleichen Gelände.
Tauchen Die Seasir-Basis bietet bis zu vier Tauchgänge am Tag an. Alle Tauchgänge finden von einem der drei Boote aus und mit Guide statt. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 28 Grad (Sommer) und 20 Grad Celsius (Winter). Das Leihequipment ist picobello. Abends trifft man sich zum gemeinsamen Logbuchschreiben im Restaurant.
Hotel Hanamuro Das Hotel auf Aka ist in den oberen beiden Stockwerken des Gebäudes untergrebacht, darunter hat eine Forschungsstation ihren Sitz, die aber nicht immer besetzt ist. Die westlich eingerichteten Zimmer sind sehr großzügig und haben einen Balkon. Die Essenszeiten sind recht straff geregelt, lassen sich in gewissem Rahmen aber auch absprechen.Bauernhof Iwan no Sato Der
Bauernhof hat drei Tatami-Zimmer, die mit Schiebetüren voneinander getrennt sind, und ein Gemeinschaftsbad. Handtücher und Bal-utensilien werden nicht gestellt.Tempel Rengejo-in Es gibt 46 Zimmer im Tatami-Stil und geschlechtlich getrennte Gemeinschaftsbäder. Baden kann man nur zwischen 19 und 21 Uhr.
Katsuura Gyoen Das große Hotel mit 122 Zimmern im japanischen Stil liegt am Meer und hat einen eigenen Onsen.

PREISBEISPIEL

Bei Reisecenter Federsee kostet eine 12-Tage-Reise mit Kombination aus 6 Nächten auf Aka Island mit Unterbringung im Marine House Seasir (VP) und vier Nächten in Kyoto und Wakayama mit Sightseeing-Programm, Transfers, Verpflegung laut Programm und Guides inkl. Flug ab 2999 Euro. Ein 10er-Tauchpaket ist für 498 Euro erhältlich, eine Verlängerungsnacht auf Aka gibt es ab 85 Euro. Die einzelnen Reiseleistungen und -beschreibung finden Sie auf

Blick in eines der westlich eingerichteten Schlafzimmer des Hotels von Seasir. Rechts: Das Hanamuro-Hotel liegt ein paar hundert Meter von der Basis entfernt.


FOTOS: H. HOEPFNER (2), PARNUPONG NORASETHKAMOL (1), YASUYUKI SAITO (1), VISITWAKAYAMA.JP (3)

FOTOS: H. HOEFPNER (7), YASUYUKI SAITO (1)

LUFTAUFNAHME: NATIONAL LAND IMAGE INFORMATION (COLOR AERIAL PHOTOGRAPHS), CREATED BY MINISTRY OF LAND, INFRASTRUCTURE, TRANSPORT AND TOURISM, DISTRIBUTED BY GEOSPATIAL INFORMATION AUTHORITY OF JAPAN

FOTOS: H. HOEPFNER (4), IYAD SULEYMAN (1), VISITWAKAYMA.JP (1)