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FERNSEHEN: „Das Staunen über meine Ehe fängt jetzt erst an“


Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 13/2020 vom 18.03.2020

SENTA BERGER ist seit über 50 Jahren mit Regisseur MICHAEL VERHOEVEN verheiratet. Im Interview spricht sie über ihre große Liebe, ihre Familie und ihre Pläne nach dem Abschied von „Unter Verdacht“


Artikelbild für den Artikel "FERNSEHEN: „Das Staunen über meine Ehe fängt jetzt erst an“" aus der Ausgabe 13/2020 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 13/2020

IHRE FAMILIE
IHR GROSSES GLÜCK Senta Berger mit Ehemann Michael Verhoeven den Söhnen Luca (l.) und Simon (r.) sowie dessen Partnerinnen Stephanie (l.) und Nina (r.) Luca hat die Söhne Henri (auf dem Arm) und Patrice, Simon hält Sohn David


IHR EHEMANN
FAST 54 JAHRE EHE Senta Berger und Regisseur Michael Verhoeven („Die weiße Rose“) heirateten im September 1966


BELIEBTES FILM- GESICHT Senta Berger gehört zu ...

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Sie verabschiedet sich als Kriminalrätin Eva Prohacek. Senta Berger ermittelt zum letzten Mal in der Krimireihe „Unter Verdacht“ (28. März, 20.15 Uhr im ZDF). Auch wenn die 78-Jährige darüber ein wenig traurig ist, bleibt sie souverän – denn sie hat einige Pläne für die Zeit danach: Ihre Familie steht dabei im Mittelpunkt.

Wie gehen Sie emotional mit dem Ende dieser Fernseh-Serie um?
Mir ist wehmütig ums Herz. Ich bin ganz schlecht im Abschiednehmen. Aber ich kann auch vernünftig sein. Es war an der Zeit.

Und mit diesem rationalen Verständnis schafft man dann das Abschiednehmen besser?
Ja, denn es geht um Glaubwürdigkeit. Gerade bei der TV-Figur der Eva Prohacek geht es darum. In meinem Beruf muss man streng mit sich selbst sein. Und ich bin es. Mir sieht man mein Alter an – wie man es mir immer angesehen hat. Das ist auch gut so. Ich bin nicht mehr die, die ich vor 19 Jahren war, als wir im November 2001 den ersten Drehtag hatten.

Wenn wir das Rad der Zeit noch weiter zurückdrehen: Wie war eigentlich die Senta Berger, die vor fast 60 Jahren nach Hollywood ging?
Ich bin mit 22 dorthin gekommen und hatte durch meine bisherige Biografie einen recht begrenzten Horizont. Da habe ich natürlich jeden Tag dort gelernt, nicht nur die Sprache, sondern auch, was die Amerikaner unter ihrer Kultur verstehen, wie sie ihre Geschichte sehen, was für Widersprüche es da gibt. Ich bin mitten in den „Tauben“- und „Falken“-Krieg um Vietnam hineingeraten. Da bin ich wirklich erwachsen geworden, weil ich Teil dieser Gesellschaft war. Außerdem habe ich unter optimalen Bedingungen Filme gemacht, die vielleicht im Endergebnis nicht immer ideal waren, aber mit sehr viel Kraft und Geld hergestellt wurden. Ich war dabei an der Seite von Leuten, die sehr viel Erfahrung hatten und mich auch beschützt haben.

Stichwort „Beschützen“: Sie wurden in Ihrer Karriere mit übergriffigen Männern konfrontiert. In Ihrer Autobiographie schrieben Sie, wie sich O.W. Fischer auf Sie warf, und wie Studio-Boss Darryl Zanuck mit Ihnen schlafen wollte. Was war Ihr Rezept in solchen Fällen?
Ich habe mir nie irgendetwas gefallen lassen! Ich war eine junge, kräftige Frau. Und ich war stark – nicht in jedem Sinne, aber in solchen speziellen Situationen. Außerdem war ich immer in festen Händen. Und das habe ich auch ausgestrahlt.

Wie haben Sie das gemerkt?
Ich kann mich gut erinnern, als ich zu meinem ersten Film nach Italien gekommen bin. Da hat Ugo Tognazzi mitgespielt, ein großer Frauenliebhaber. Als wir uns vorgestellt wurden, hat er zum Regisseur gesagt – weil er dachte, ich kann kein Italienisch: „Con quella non si scherza.“ Zu Deutsch: „Mit der soll man nicht scherzen.“ Der hat das also sofort erkannt.

Wie nehmen Sie mit Ihren Erfahrungen die heutige „MeToo“-Debatte wahr?
Das kann man nicht verallgemeinern. Es ist ja das Problem von „MeToo“, dass da vieles hineingemischt wird, was da nicht hingehört. Meine Autobiographie, in der ich diese Vorfälle beschrieben habe, kam 2006 heraus. Aber damals hat keine andere Schauspielerin darauf reagiert. Es war offensichtlich damals noch nicht opportun, aber jetzt scheint es opportun zu sein. Man muss aufpassen, dass das keine Mode wird, sondern etwas, was wir festhalten können, auch für die Zukunft.


„Ich würde gerne spontan verreisen“


Zum Glück zieht sich eine positive Männerbeziehung durch den Großteil Ihres Lebens – die Ehe mit Ihrem Mann Michael Verhoeven, mit dem Sie seit 1966 verheiratet sind. Erstaunt Sie, dass Sie so etwas erleben konnten?
Was soll ich sagen? Das Staunen fängt gerade erst an. Das Staunen, alt zu werden – und es gemeinsam zu werden. In unserem bisherigen Leben haben wir nie über unser Zusammensein gestaunt. Es war unser Leben. Wir kennen kein anderes. Wie soll man Liebe erklären? Welche Eigenschaften soll man herausstreichen, um zu belegen, dass Liebe auch Alltag übersteht? Ich weiß es nicht.

Sie werden nach dem Ende der TV-Serie wieder mehr Zeit für Ihren Mann haben. Sie sprachen davon, dass Sie es nun ruhiger angehen lassen wollen. Was konkret haben Sie sonst noch vor?
Ich reise sehr gerne, und zwar nicht unbedingt an den Strand eines Bade-Ortes. Ich liebe einfach drei Tage in London, oder was weiß ich. Ich war noch nie in Helsinki. Warum jetzt gerade Helsinki? Weil ich da noch nie war! Ich würde gerne kleine, spontane Reisen unternehmen. Mich interessiert Geschichte. Mich interessiert Geographie. Mich interessiert, was die Welt zusammenhält. Für so etwas hätte ich gerne mehr Zeit gehabt – und die nehme ich mir jetzt.

Sie sagten auch mal, dass Sie Ihre Enkelkinder bislang nicht so richtig begleiten konnten …
Meine Enkelkinder werden eine noch viel größere Rolle spielen. Jetzt kann ich zum Hallenturnier von meinem Enkel David gehen oder den kleinen Henri vom Kindergarten abholen. Zwischen uns besteht eine große Vertrautheit. Und das freut mich sehr.

19 JAHREUNTER VERDACHT
JETZT IST SCHLUSS Zum letzten Mal ist Senta Berger mit Assistent Langner (Rudolf Krause) auf intensiver Spurensuche (28. März, 20.15 Uhr, ZDF)


FOTOS: STARPRESS/SCHNEIDER-PRESS/DNS, AS-SYNDICATION, NENNUNG ZDF/CHRISTIAN A. RIEGER.