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FERNSEHEN: Sagt der Bergdoktor bald servus?


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 23/2019 vom 30.05.2019

Gerade in den letzten Jahren wurdeHans Sigl für seine Darstellung des Dr. Martin Gruber mit Preisen überhäuft. Nutzt er die Welle des Erfolgs jetzt für eine Veränderung?


Artikelbild für den Artikel "FERNSEHEN: Sagt der Bergdoktor bald servus?" aus der Ausgabe 23/2019 von SUPERillu. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 23/2019

Seine beiden Vorgänger

Zwei Darstellermachten die Serie schon viel früher zu einem echten Familienspektakel

In den ersten vier Staffeln gab Gerhart Lippert den Bergdoktor


Harald Krassnitzer löste ihn 1997 ab, spielte bis 1998


Sobald Hans Sigl, 49, den Gebirgszug „Wilder Kaiser“ erblickt, geht ihm das Herz auf. Seit 2008 steht der Schauspieler für die ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ vor der Kamera – bezeichnet den Ort Ellmau (Österreich) als ...

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... zweites Zuhause. Die Zuschauer lieben ihn für seinen Charme und seine sympathische Art. Hans Sigl weiß, dass er mit der Rolle des „Dr. Martin Gruber“ das große Los gezogen hat.

Vor einem Jahr schwärmte er gegenüber SUPERillu: „Ich empfinde eine Mischung aus großer Dankbarkeit und Freude. Wenn man auf die zehn Jahre zurückblickt, war es ein langer Prozess, obwohl man natürlich immer nach vorn schaut. Es ist eine absolute Ausnahmeerscheinung, dass eine Serie über eine so lange Zeit so erfolgreich läuft und dass wir keine Abnutzungserscheinungen, sondern immer noch alle richtig Lust dazu haben. Und darauf kann man schon stolz sein.“

Doch wie lange wird er dem Dauerbrenner noch treu bleiben? In einem Interview sprach der Österreicher jetzt sogar von Abschied. Er wolle mit der Serie nicht in Rente gehen. „‚Der Bergdoktor’ ist nur ein Teil meines Lebens, eine weitere Station auf meinem Weg. Ich habe der Rolle eine Menge zu verdanken. Aber ich spiele pa- rallel auch andere Rollen, veranstalte Lesungen, spreche Hörbücher ein und bin mit meinem Bühnenprogramm unterwegs.“ Der Frauenschwarm hat also weitere vielversprechende berufliche Ambitionen. Ihm geht es dabei wie vielen anderen Seriendarstellern. Eine Serien-Figur ist zunächst ein Lottogewinn – doch immer nur auf eine Rolle festgelegt zu werden, ist vielen Künstlern auf Dauer zu wenig. Der Erfolg kann zum Fluch werden.

Die „Bergdoktor“-Familie: Hans Sigl (r.) mit Ronja Forcher, Heiko Ruprecht und Monika Baumgartner (v. l.)


Der Österreicher kann nicht nur sanfte Rollen

Seitvielen Jahren ist der Darsteller ein gefragter TV-Star, liebt auch das Action-Fach

Erste Bekanntheit erlangte Sigl in der Serie „Soko Kitzbühel“ (2001– 2006)


Der Thriller „Flucht durchs Höllental“ soll noch 2019 gesendet werden


Auch für Hans Sigl? Nach einer Preisverleihung darauf angesprochen, wie lange er den „Martin Gruber“ noch spielen will, antwortete er nachdenklich und nicht so selbstbewusst wie sonst. „Das kann man so nicht sagen. Es ist so: Wir haben die 13. Staffel in Planung. Ich denke, es wird dann eine 14. geben. Dann schauen wir mal.“ Eine langfristige Ausrichtung sieht anders aus.


Fest steht: Es geht erst mal weiter. Anfang Juni beginnen die Dreharbeiten zur 13. Staffel in Ellmau und Umgebung, die bis Dezember dauern. Geplant ist die Ausstrahlung für 2020. Nach Aussagen des ZDF werden alle Hauptdarsteller wieder mit an Bord sein. Trotzdem brodelt die Gerüchteküche über einen bevorstehenden Ausstieg von Hans Sigl. Insider glauben, dass sich der Schauspieler, der im Juli 50 wird, noch einmal neu erfinden will. Ein Indiz: Zuletzt drehte er einen Thriller, der im kommenden Jahr im ZDF laufen soll. Sigl schwärmte davon in einem österreichischen Radiointerview: „Ein ganz anderes Genre mit einem tollen Regisseur. Da ist uns ein packender Thriller in den Alpen gelungen.“ Nicht nur in Action-Rollen zeigt er gerne eine neue Seite von sich. Sigl träumt auch davon, wieder Theater zu spielen „Das wird irgendwann passieren“, sagte er SUPERillu.



Hardy Krüger jr.: Stationen seines Lebens

Derzeit spielt der Schauspieler in Düsseldorf „Theater“, plant weitere Projekte

Aus dem Schatten seines berühmten Vaters Hardy Krüger (Foto r.) musste er sich lange herauskämpfen


Mit Teresa Klamert und Martin Lüttge (r.) spielte der TV-Star sechs Jahre in der beliebten Naturserie „Forsthaus Falkenau“ im ZDF


In seinem Buch „Der leise Ruf des Schmetterlings“ verarbeitete er ganz persönliche Erlebnisse


Sind solche Träume mit einer Serienrolle überhaupt zu vereinbaren? Zwar gibt es in den Drehpausen immer wieder Zeit für andere Projekte – doch der Stempel des Schwiegermutterlieblings haftet ihm an, solange er den Bergdoktor spielt. Er wäre nicht der erste Darsteller, der das alte „Ich“ mit seiner Rolle abstreifen würde. Aber wie würde es in diesem Fall weitergehen? Schließlich ist der Bergdoktor seit Jahren ein Quotengarant für das ZDF (siehe auch Grafik S. 11). Tendenz: steigend! Pläne, falls einer der Hauptdarsteller aussteigen würde, gibt es aber sicherlich bereits …

Für viele Serien-Fans wäre Hardy Krüger jr., 51, eine Option. Der Schauspieler ist als Naturbursche bekannt, hat zudem mit „Forsthaus Falkenau“ schon einmal eine beliebte Heimatserie gedreht. Und er wäre zu haben: Zuletzt galt der Wahl-Berliner als Topfavorit für die Rolle des „Traumschiff“-Kapitäns. Doch seit Florian Silbereisen, 37, auf der „MS Amadea“ anheuerte, konzentriert sich Hardy aufs Theater, spielt in Düsseldorf „Die Niere“. Dennoch klopft das Fernsehen immer wieder an.

Wie SUPERillu erfuhr, haben die Macher des Bergdoktors Hardy Krüger jr. bereits kontaktiert. Ein Zufall? Der gebürtige Schweizer wurde für das „Special“ angefragt, musste die Dreharbeiten dieses Jahr aber schweren Herzens aus beruflichen Gründen absagen.

Als wir den Darsteller am Telefon erreichen und fragen, ob die Rolle des Bergdoktors für ihn eine Option wäre, sagt er freund-lich: „Sollte das ZDF anfragen, wäre das für mich als Schauspieler natürlich spannend. Ich habe bereits einige Serien gedreht und weiß, welche Arbeit dahintersteckt. Der Bergdoktor ist eine tolle Sendung, die ich nicht nur aus beruflicher Sicht spannend fände. Als gebürtiger Schweizer liebe ich die Berge und meine Töchter leben in Österreich. Da würde einiges passen. Und ich würde - wenn es so weit ist - sicher überlegen.“

Die Zukunft des Bergdoktors bleibt über die Personalie Hans Sigl hinaus spannend. Ronja Forcher, die seit 2008 die Tochter von Dr. Gruber darstellt, macht sich auch Gedanken über ihre Karriere. Die Innsbruckerin „drückt“ die Schulbank. „Wenn es sich zeitlich ausgeht und die Schauspielschule es erlaubt, bleibe ich auch danach weiter dabei. Ich habe dieser Serie viel zu verdanken. Aber jetzt ist es für mich Zeit, auf meine eigenen Wünsche Rücksicht zu nehmen und nicht nur Erwartungen zu erfüllen …“ Geht es Hans Sigl etwa im verflixten 13. Jahr auch so?

Strahlender Gewinner: 2017 erhielt Hans Sigl die Goldene Henne in der Kategorie „Schauspiel“


Ehefrau Alice ist für Hardy Krüger jr. eine wichtige Stütze


Berufliche Pläne bespricht Hans Sigl mit Ehefrau Susanne. Die Fotografin kennt die Branche


Auffallend ist: Der Terminkalender des Österreichers ist voll mit anderen Projekten, die er neben der Serie ehrgeizig vorantreibt. Er arbeitet an CDs, bringt Tragödien und Dramen wie „Faust“, „Nathan der Weise“ und „Wilhelm Tell“ auf den Markt. „Ich habe mich mit diesen Klassikern beschäftigt, um der Jugend die Literatur wieder nahezubringen – als Hörbuch. Das ist für mich auch eine Art der Entspannung“, erläutert er. Demnächst präsentiert er in Ellmau zudem sein eigenes Kabarettprogramm „Das Leben ist kein Placebo“. Im Internet wird der Auftritt mit besonderen Worten angekündigt. „Wer Hans Sigl sagt, denkt sofort an den Bergdoktor. Doch auch diese, seine Paraderolle, ist eine Momentaufnahme wie andere zuvor.“ Eine Momentaufnahme ist nie von Dauer …

Hans Sigl will seinem Leben offenbar eine neue Wendung geben. Das zeigt sich auch in seinem Äußeren. Der Darsteller hat an Gewicht verloren, wirkt schmaler. „Ich schlafe viel und trinke viel Wasser.“ Und er ergänzt: „Jeder runde Geburtstag ist eine neue Stufe. Ich glaube, nach 50 kommt eine verdammt gute Zeit.“

Kenner der Branche wissen: Will sich Hans Sigl noch einmal neu orientieren, sollte er das bald tun. Derzeit ist sein Marktwert hoch wie nie – er ist ein Mann im besten Alter. Als wir das ZDF nach der Zukunft von Hans Sigl fragen, gibt der Sender Entwarnung. Eine Sprecherin bestätigt, dass Sigl auch nach der 13. Staffel noch in Ellmau vor der Kamera stehen wird. Wie lange das dann der Fall sein wird, weiß nur Hans Sigl selbst.


FOTOS: GLAMPOOL/Det Kempke, ZDF (2), imago (2), API

FOTOS: SUPERillu/Uwe Toelle, Allstar Picture Library, dpa Picture-Alliance, imago (2), PR