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FESTNETZ-BELEUCHTUNG


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 08.07.2022

HOME CONNECT BREITBAND- UND FESTNETZ-TEST

Artikelbild für den Artikel "FESTNETZ-BELEUCHTUNG" aus der Ausgabe 8/2022 von connect. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: connect, Ausgabe 8/2022

Auch in diesem Jahr warten unsere Leser und die Netzbetreiber wieder gleichermaßen gespannt auf die Ergebnisse unseres Tests der deutschen Festnetzangebote. Wieder haben connect und der Festnetzspezialist zafaco Qualität, Leistung und Zuverlässigkeit von Sprachtelefonaten, Webseitenabrufen, Down- und Uploads sowie der Nutzung von Web-Services unter die Lupe genommen. In der Telekommunikationsbranche ist man sich einig, dass unser Test- und Bewertungsverfahren besonders anspruchsvoll und daher auch besonders aussagekräftig ist. Während die Netzbetreiber um jeden Punkt und damit die höchsten Platzierungen kämpfen, erkennen connect-Leser anhand unserer Resultate, bei welchen Anbietern sie das beste Gesamtpaket für ihr Geld bekommen. Vorhang auf für die Antworten auf diese Frage.

Hannes Rügheimer

Anbieter und Produkte im Test

Die Auswahl der ...

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... getesteten Anschlüsse spiegelt die Verteilung der Angebote wider. Dabei messen wir die Anbieter an ihren eigenen Versprechungen.

Bei unseren Testkandidaten unterscheiden wir zwischen überregionalen, also bundesweit aktiven Anbietern, und Regionalanbietern, deren Anschlüsse nur in bestimmten Bundesländern oder Regionen erhältlich sind.

Bei der Auswahl der Zugangsprodukte pro Anbieter verfolgen connect und zafaco das Ziel, sich der tatsächlichen Verteilung im Markt anzunähern.

Denn nicht jeder Kunde nutzt die schnellsten und teuersten Leitungen. zafaco erfasste dazu die in Deutschland vermarkteten Festnetzangebote und fasst sie auf Basis der vertraglich zugesagten Download- und Upload-Raten in vergleichbaren Leistungsklassen zusammen. Für jedes Angebot, in der ein Anbieter vertreten ist, wurde er mit einem Testanschluss in der Gesamtauswahl berücksichtigt.

Die komplette Aufstellung der im Testfeld berücksichtigten Anschlusstypen finden Sie unter www.connect.de/ festnetztest.

Für diese Auswahl checken wir aus Fairnessgründen auch, ob die getesteten Anschlusstypen wirklich so vermarktet werden. Dies prüfen wir anhand der von der Bundesnetzagentur vorgeschriebenen Produktinformationsblätter. Diese technischen Beschreibungen muss jeder Anbieter öffentlich bereitstellen – per Google-Suche lassen sie sich für jedes Festnetzprodukt jedes Anbieters finden.

Deutschlandweit verteilt

Die 49 Teststandorte von zafaco sind über ganz Deutschland verteilt. Insgesamt 79 im Test berücksichtigte Telefon- und Breitbandanschlüsse bauen hier untereinander Verbindungen auf und führen Daten- sowie Videotests durch.

SPRACHE

Maximal 280 von 1000 Gesamtpunkten können die Kandidaten in der Disziplin Sprachtelefonie holen.

Auf Basis von 284 669 bewerteten Messungen ermitteln wir die Teilergebnisse in der Disziplin Sprache. Dabei wird die Ende-zu-Ende-Sprachqualität von Telefonaten von und ins eigene Netz (max. 80 Punkte), von und in andere All-IP-Netze (max. 160 Punkte) sowie in die Mobilfunknetze (max. 40 Punkte) bewertet.

Nachdem die Testsysteme in den Vorjahren über die ISDN-Schnittstelle der Router angeschlossen waren, nutzen wir in diesem Jahr erstmals die modernere Anbindung per IP (siehe auch S. 91). Das Messsystem versucht dabei zunächst, Telefonate im höherwertigen HD-Voice-Modus (Codec G.722) durchzuführen.

Kommt diese Verbindung nicht zustande, nutzt es den älteren Schmalband-Codec G.711. Ein weiteres Testszenario ist gleichzeitiges Telefonieren über zwei Kanäle bei gleichzeitiger Datenübertragung durch Up- und Downloads. Solche Lastsituationen entsprechen der typischen Nutzung einer Leitung etwa durch Familien oder Wohngemeinschaften.

Einen Überblick über die Gesamtleistungen der Anbieter in der Sprachdisziplin zeigen die nebenstehenden Balkengrafiken.

Die obere Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der erreichten Punkte bei der Untersuchung der Sprachqualität, die untere die in den einzelnen Teildisziplinen erreichbaren Gesamtpunkte.

Prozentuale Punkteverteilung beim Testcase „Websites“ in der Disziplin Web-Services.

In den Jahren 2015, 2017 und 2020 hatte 1&1 unseren Festnetztest gewonnen. Diesmal müssen sich die Montabaurer wieder der Telekom geschlagen geben – doch zur Spitzengruppe zählen sie nach wie vor.

Mit rund 4,3 Millionen Kunden hat 1&1 rund 11,7 Prozent Anteil am deutschen Breitbandmarkt und ist damit der drittgrößte Anbieter.

Zwar mietet 1&1 Anschlussleitungen von Telekom, Vodafone und anderen Netzbetreibern, betreibt aber sein eigenes Kernnetz und eigene „Carrier Interconnects“ sowie seit 2014 ein eigenes Glasfasernetz.

Der getestete Produktmix enthält sowohl eigene als auch angemietete Leitungen.

In der Telefonie-Disziplin zählt 1&1 zum Spitzentrio, in der Daten-Disziplin zu den Anbietern, die in dieser Teilwertung volle Punktzahl erreichen. Auch beim Crowdsourcing sowie beim Web-TV erzielen die Montabaurer überzeugende Ergebnisse.

Ebenso schneidet 1&1 bei den Web-Services sehr gut ab – nur ein leicht erhöhter Anteil mit Fehlern oder Zeitüberschreitungen in praktisch allen Unterkategorien dieser Disziplin trüben das ansonsten tadellose Gesamtbild.

Insgesamt erreicht 1&1 aber auch diesmal wieder verdientermaßen eine Top-Platzierung.

-Urteil sehr gut (916 von 1000 P.)

Home Connect

Prozentuale Punkteverteilung im Testcase „Download mit parallelem Upload und Sprache“.

Mit klarer Steigerung gegenüber dem Vorjahresergebnis und nur noch wenig Abstand zu den Bestplatzierten setzt das Telefónica-Netz seinen Weg nach oben unbeirrt fort.

2,3 Millionen Breitband-Kunden verschaffen O2 einen Marktanteil von 6,3 Prozent – das entspricht Platz vier unter den großen deutschen Anbietern. Zur Realisation seiner Kundenanschlüsse mietet Telefónica Leitungen überregionaler Netzbetreiber wie der Telekom und auch die regionaler Anbieter an. Daraus ergibt sich ein breiter Mix an Zugangstechnologien, hinter denen der Münchener Anbieter aber sein eigenes Kernnetz betreibt. Die Leistungen in der Telefonie-Disziplin sind insgesamt sehr gut, allerdings fallen langsame Verbindungsaufbauzeiten und lange Sprachlaufzeiten im eigenen Netz auf. Bei den Daten-Tests erzielt auch O2 die volle mögliche Punktzahl. Die Crowdsourcing-Ergebnisse sind insgesamt gut, allerdings liegen die Münchener beim Verhältnis der tatsächlichen Download- und Upload-Datenraten zu den vertraglich vereinbarten Werten zurück. Bei den Web-Services fallen langsame DNS-Auflösungszeiten und langsame Gaming-Pings auf, bei Web-TV längere Pufferzeiten.

-Urteil sehr gut (910 von 1000 P.)

HIGHSPEED-INTERNET

Maximal 180 der 1000 insgesamt möglichen Punkte können die Kandidaten in der Disziplin Highspeed-Internet erzielen.

167 860 bewertete Einzelmessungen sind die Grundlage für die Punktevergabe in der Disziplin Highspeed-Internet. Standardisierte Upload- und Download-Messungen bestimmen dabei die verfügbaren Bandbreiten. Die Messserver werden entweder von den Anbietern in ihrem eigenen Netz bereitgestellt oder – wo dies nicht möglich ist – von zafaco.

Die Messungen der Highspeed-Internet-Verbindungsqualität werden primär über IPv6 durchgeführt. Kann zwischen Messclient und -server beziehungsweise Datenreferenzsystem keine IPv6-Kommunikation hergestellt werden, erfolgt ein Fallback auf IPv4. Unterstützt ein getestetes Produkt generell kein IPv6, werden die Messungen über IPv4 durchgeführt.

Bei allen getesteten Produkten erfolgt eine Mehrfachverkabelung zwischen der Messeinheit und dem Router. Zur Bestimmung der tatsächlichen Down- und Upstream-Bandbreiten erfolgen dann Multi-LAN-Durchsatzmessungen. Da bei den deutschen Anbietern kein Produkt schneller als 1 Gbit/s ist, werden dafür zwei Ports des Routers genutzt. Anschlüsse mit mehr als 1 Gbit/s Bandbreite hätten wir über bis zu fünf Ports gemessen. Voraussetzung für solche Multi-LAN-Messungen ist eine IPv6-Adresse, auf der Datenübertragung in Hin- und Rückrichtung unterstützt werden muss. weiligen Gegenrichtung sowie parallel zu laufenden Sprachverbindungen durch.

Das Ziel ist hier, das Verhalten der Anschlüsse bei zeitgleicher Auslastung der Gesamtbandbreite zu ermitteln. Bei den Datenlast-Messungen gilt, dass die Störgröße (Last) mindestens fünf Sekunden vor dem Start der Messgrößen aufgebaut und erst nach Beendigung der Messung wieder abgebaut wird. Ausschließlich die Qualitätskennwerte der HTTP-Downloads und -Uploads sowie der Sprachqualitätsmessung fließen dann in die Ergebnisse ein.

Sind alle angeforderten HTTP-Datenströme des standardisierten Downloads fehlerhaft oder überschreitet der Minimalwert der erfassten HTTP-Download-Antwortzeiten eine Sekunde, so wird dieser HTTP-Download als nicht erfolgreich gewertet. Die angegebenen Fehlerraten geben das Verhältnis von nicht erfolgreich durchgeführten HTTP-Downloads zu den insgesamt initiierten HTTP-Downloads in Prozent wieder. Dasselbe gilt entsprechend für die Upload-Tests.

Zusätzlich bewerten wir, von welchem Anteil der Messwerte 90% (beziehungsweise bei gleichzeitiger Last 85%) der im Vertrag zugesicherten Bandbreite des jeweiligen Anschlusses unterschritten werden. Der angegebene Wert zeigt das Verhältnis von reduzierten HTTP-Downloads beziehungsweise -Uploads zu den insgesamt im Rahmen des Tests durchgeführten Downloads respektive Uploads.

Sind alle HTTP-Streams des Downloads beziehungsweise Uploads fehlerhaft oder überschreitet der Minimalwert der erfassten Antwortzeiten eine Sekunde, wird der HTTP-Download beziehungsweise -Upload als nicht erfolgreich gewertet.

Wie sich die in der Highspeed-Internet-Kategorie erzielbaren Gesamtpunkte auf die beschriebenen Test- und Nutzungsszenarien verteilen, zeigt die untere der beiden in diesem Kasten abgebildeten Balkengrafiken.

Die Grafik ganz oben zeigt wiederum das Abschneiden der Kandidaten in dieser Teildisziplin. Dabei fällt auf, dass bis auf Vodafone und Pÿur alle Anbieter im Test die volle in dieser Disziplin mögliche Punktzahl erreichten.

Telekom

Prozentuale Punkteverteilung für Sprachverbindungen in andere IP-Netze (Test Case „OffNet“).

Die Bonner haben es wieder geschafft: Nach 2012, 2013, 2014, 2016, 2018 und 2021 steht die Deutsche Telekom auch dieses Jahr wieder auf der obersten Stufe der Siegertreppe.

Mit 14,3 Millionen Kunden, die einem Marktanteil von 38,7 Prozent entsprechen, ist die Deutsche Telekom klarer Marktführer im deutschen Festnetzmarkt. Neben seiner starken Marktpräsenz mit VDSL-Anschlüssen intensiviert der Konzern auch zunehmend den Ausbau seines Glasfasernetzes.

Die schon im Vorjahr festgestellte hohe Qualität konnten die Bonner trotz sehr aktiver Konkurrenz auch dieses Jahr wieder halten und ihre Platzierung in unserem Test somit verteidigen. Dieses Ergebnis verdankt die Telekom starken Leistungen sowohl in der Sprach- als auch in der Daten-Disziplin. Zu hoher Sprachqualität kommen schnelle Verbindungsaufbauzeiten, auch bei den Datentests erzielen die Bonner die volle Punktzahl. Das Crowdsourcing zeigt ebenfalls gute Ergebnisse, nur beim Verhältnis der tatsächlichen Download-Datenraten zum vertraglich vereinbarten Maximalwert gibt es noch Verbesserungspotenzial.

Die Ergebnisse bei den Web-Services und bei Web-TV bieten keinen Anlass zu Klagen.

-Urteil sehr gut (931 von 1000 P.)

Vodafone

Prozentuale Punkteverteilung beim crowdbasierten Zuverlässigkeitsindex für Downloads.

Den Düsseldorfern gelingt im Vergleich zum Vorjahresergebnis eine klare Verbesserung. Mit weiteren Segmentierungen ihres Kabelnetzes, aus denen auch weitere reine Glasfaseranschlüsse entstehen, wollen sie sich künftig weiter steigern.

11,1 Millionen Kunden, was einem Marktanteil von 30,2 Prozent entspricht, machen Vodafone zum zweitgrößten Festnetzanbieter in Deutschland. Neben VDSL- und Glasfaserleitungen basiert diese Kundenzahl vor allem auf Breitbandkabel-Anschlüssen, die der Konzern durch die Übernahmen der ehemaligen Mitbewerber Kabel Deutschland und Unitymedia stark ausgebaut hat. Die Ergebnisse der Telefonie-Messungen sind insgesamt gut, allerdings fallen vor allem recht lange Verbindungsaufbauzeiten auf. Die Daten-Tests zeigen sehr gute Ergebnisse, mit Ausnahme von recht hohen Fallzahlen, in denen die Upload-Bandbreite vor allem an schnellen Kabelanschlüssen unter die vertraglich zugesicherte Datenrate fällt. Dies schlägt sich ein Stück weit auch im Crowdsourcing nieder – bei Downloads sehen die Ergebnisse hingegen unauffällig aus. Die Leistungen bei Web-Services und Web-TV sind insgesamt in Ordnung.

-Urteil gut (808 von 1000 P.)

SPRACHMESSUNGEN ÜBER IP

Erstmals führt zafaco in diesem Jahr die Messungen in der Sprachkategorie nicht mehr über die ISDN-Schnittstelle der verwendeten Router durch, sondern über deren IP-Schnittstelle. Das hat verschiedene Konsequenzen.

Bis Ende des Jahres wird ISDN bei allen deutschen Netzbetreibern vollständig abgeschaltet sein, für die meisten Kunden ist dies bereits 2019 oder 2020 erfolgt. Die Zukunft der Sprachtelefonie in den Festnetzen heißt IP – nicht umsonst ist von „All-IP-Netzen“ die Rede.

Für zafaco und connect war daher klar, dass wir auch die Schnittstelle, über die wir die Sprachmessungen in unserem Breitband- und Festnetztest durchführen, an diese technische Entwicklung anpassen müssen. Bis zum Vorjahr waren die Messeinheiten noch via ISDN-Schnittstelle an die verwendeten Router angeschlossen. Doch diese Buchse wird bei aktueller Hardware immer seltener. Und die meisten der für sie angebotenen Alternativen kommen für Messungen nicht infrage: Analoge Telefonbuchsen unterstützen keine HD-Telefonie, die Nutzung von DECT würde bei mehreren parallelen Messverbindungen im räumlich begrenzten Messgeräte-Rack (siehe auch Seite 97) zu nicht reproduzierbaren Schwankungen und Störungen führen. Als Kompromiss fiel die Wahl daher auf die IP-Schnittstelle – also die Übertragung der Sprachpakete über eine interne LAN-Buchse – der im Test genutzten Router. Auch wenn diese Schnittstelle bei Endkunden deutlich seltener zum Einsatz kommt als die beschriebenen alternativen Varianten.

Allerdings unterscheidet sich die Verarbeitung IP-basierter Sprachsignale in den Routern deutlich von der bisherigen Verarbeitung via ISDN-Port. Um insbesondere zeitliche Schwankungen bei per WLAN angebundenen VoIP-Clients auszugleichen und damit eine höhere Anrufqualität sicherzustellen, setzen zum Beispiel AVMs Fritzboxen auf einen „Jitter Buffer“. Dieser führt jedoch zu höheren Sprachlaufzeiten, weil alle IP-Sprachpakete vor der Weiterverarbeitung gepuffert werden. Von Telefonnutzern als störend wahrgenommen werden solche Verzögerungen, wenn sie 150 Millisekunden überschreiten. Daher haben wir unserer Bewertung exakt diesen Schwellenwert zugrunde gelegt. Überwiegend blieben die im Test ermittelten Laufzeiten jedoch darunter.

Ein weiterer Effekt der neuen Mess-Schnittstelle, den wir im Test beobachteten, waren je nach Anbieter geringfügig erhöhte Anteile an fehlerhaften Sprachverbindungen. Als Grund ließen sich „Silent Calls“ identifizieren, bei denen die Gegenstelle den anderen Teilnehmer nicht hören konnte, obwohl die Verbindung vollständig aufgebaut war. Dieser Effekt wurde mittlerweile durch Firmware-Updates der betroffenen Router behoben.

Aus diesen und ähnlichen Gründen ist ein direkter Vergleich der erfassten Messwerte wie insbesondere Sprach- laufzeiten und Fehlerraten mit den Ergebnissen aus den Vorjahren nicht sinnvoll. Vor dem Hintergrund der erstmals genutzten neuen Schnittstelle haben zafaco und connect deshalb bei der Bewertung die Schwellenwerte für Sprachlaufzeit und Anruf-Fehlerraten gegenüber den Vorjahren angehoben. Dabei folgen wir wie bei allen Bewertungen in unseren Netztests dem Grundsatz, eine faire und angemessene Balance zwischen den Qualitätserwartungen der Nutzer und den technischen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen der Netzbetreiber zu treffen.

Neue Wege für Sprachsignale

In diesem Jahr wurden die Messeinheiten für die Sprachmessungen erstmals über die interne (LAN-seitige) IP-Schnittstelle der im Test eingesetzten Breitband-Router angemeldet.

CROWDSOURCING

Bis zu 140 der 1000 möglichen Gesamtpunkte können die Testkandidaten in der Teildisziplin Crowdsourcing erreichen.

Um neben den Kernnetzen und ihren Peerings (Netzübergängen) auch die Leistungen der Zugangsnetze zu berücksichtigen, fließen auch in diesem Jahr wieder die Ergebnisse von Crowdsourcing-Analysen in die Gesamtwertung unseres Breitband- und Festnetztests ein. Dazu hat zafaco die öffentlich zugänglichen Ergebnisse der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur berücksichtigt. Die Auswertung basiert auf Daten, die zwischen dem 1. April 2021 und dem 31. März 2022 gesammelt wurden. Die Auswertung je Anbieter wird über alle Stadtkreise, kreisfreien Städte, Landkreise und Kreise durchgeführt.

Dabei werden Ergebnisse für die maximale Download-Rate, die maximale Upload-Rate und die Lieferverlässlichkeit (Verhältnis der gemessenen zu den laut Tarif vereinbarten Datenraten) pro Stadtkreis, kreisfreie Stadt, Landkreis beziehungsweise Kreis in Punkte umgerechnet. Diese Umrechnung und Bewertung berücksichtigen die Bandbreitenklasse des jeweils bewerteten Produkts (2 bis < 8 Mbit/s, 8 bis < 18 Mbit/s, 18 bis < 25 Mbit/s, 25 bis < 50 Mbit/s, 50 bis < 100 Mbit/s, 100 bis < 200 Mbit/s oder 200 bis < 500 Mbit/s).

Anschließend erfolgt eine Verrechnung und Gewichtung der Ergebnisse über alle verfügbaren Regionen und Bandbreiteklassen jedes Anbieters.

Da somit verschiedene Einzelwerte zu einem Gesamtergebnis führen, bezeichnen wir die resultierenden Werte als „Indizes“. Vor diesem Hintergrund wäre eine Darstellung der Durchschnitte oder Medianwerte pro Anbieter über alle Messergebnisse einer Kategorie irreführend – in der Tabelle der Messwerte auf Seite 96 haben wir deshalb darauf verzichtet. Wer sich für die durchschnittlichen Ergebnisse pro Anbieter auf Ebene der jeweiligen Stadtkreise, kreisfreien Städte, Landkreise oder Kreise interessiert, findet diese Daten in der Kartendarstellung unter https://breitbandmessung.de.

Über diese Website der Bundesnetzagentur können Endkunden im Übrigen auch selbst schnell und einfach die Geschwindigkeit ihres Internetzugangs ermitteln – und damit auch zur Datenbasis der hier berücksichtigten Crowdsourcing-Auswertungen beitragen. Diese Tests sind anbieter- und technologieunabhängig möglich und können kostenlos durchgeführt werden. Für mobile Anschlüsse steht zudem die kostenfreie Breitbandmessung/Funkloch-App zur Verfügung. Beim eigentlichen Messverfahren ist der technische Ablauf in beiden Fällen identisch.

Bei den Auswertungen sorgt ein mehrstufiger Validierungsprozess dafür, dass etwa Messungen über WLAN, an gedrosselten Anschlüssen, technisch oder tariflich ungültige Messungen oder Mehrfachmessungen aus dem analysierten Datenbestand ausgefiltert werden.

So flossen insgesamt 110 683 per Crowdsourcing vorgenommene Messungen in das Gesamtergebnis ein.

Die untere Grafik in diesem Kasten zeigt, in welchem Verhältnis wir Maximalpunkte für die Datendurchsätze beim Download und Upload sowie für den jeweiligen Zuverlässigkeitsindex vergeben haben.

Letzterer gibt an, wie nah die gelieferten Datenraten an den von den Anbietern zugesagten Werten lagen. Eine ausführliche Beschreibung von Messkonzept und Ergebnisdarstellung steht unter https://bit.ly/ 3A7igAq als PDF zum Download bereit.

Oben die prozentuale Verteilung der Punkte für die Crowdsourcing-Messungen, unten die Gewichtung der Punkte in den einzelnen Teildisziplinen.

REGIONAL

Deutsche Glasfaser

Prozentuale Punkteverteilung beim Indexwert Upload-Datenraten der Crowdsourcing-Analysen.

Die deutsche Glasfaser nimmt zum ersten Mal an unserem Breitbandund Festnetztest teil – und schafft aus dem Stand den Sprung auf Platz eins in der Regionalwertung.

2020 schlossen sich Deutsche Glasfaser und Inexio zusammen. Der Verbund zählt laut VATM-Marktanalyse 2021 rund 0,4 Millionen Kunden, was einem Marktanteil von 1,1 Prozent entspricht. Wie der Firmenname schon sagt, konzentriert sich das Angebot auf FTTH-Glasfaseranschlüsse – die Vermarktung fokussiert sich dabei vor allem auf den ländlichen Raum. Insgesamt spiegelt das hervorragende Ergebnis die Stärken der Fiber-Technologie wider. Trotz sehr guten Telefonie-Leistungen fallen allerdings lange Sprachlaufzeiten vor allem bei Verbindungen von und zu Mobilfunknetzen auf. Bei den Daten-Tests erreicht der Anbieter aber die volle Punktzahl, und im Crowdsourcing liegt er an der Spitze des Vergleichsumfelds. Sehr gute Leistungen auch bei den Web-Services werden nur von vergleichsweise langsamen Webseiten-Downloads von nationalen und internationalen Webhostern getrübt. Und in der Disziplin WebTV bieten die Youtube-Antwortzeiten noch etwas Potenzial für Verbesserungen.

EWE

Prozentuale Punkteverteilung bei den Youtube-Videoantwortzeiten im Rahmen der Web-TV-Tests.

Gegenüber ihrem Vorjahresergebnis konnte sich auch die „Energieversorgung Weser-Ems“ deutlich steigern.

Ohnehin zählt sie zu den sehr guten regionalen Netzanbietern.

Gemäß laut VATM-Marktanalyse 2021 hat die EWE-Gruppe 0,7 Millionen Breitband-Kunden, was einem Marktanteil von 1,9 Prozent entspricht. Der Betreiber ist vor allem im Nordwesten Deutschlands aktiv – zwischen Ems und Elbe, in Brandenburg sowie auf Rügen bietet er VDSL- und Glasfaseranschlüsse an. Gemeinsam mit der Telekom will er über das Gemeinschaftsunternehmen Glasfaser Nordwest in den kommenden Jahren rund zwei Milliarden Euro in den Glasfaserausbau investieren. In der Telefoniewertung überzeugt EWE mit schnellen Verbindungsaufbauzeiten und sehr guter Sprachqualität. Bei den Datentests zählt er zu den Anbietern, die 100 Prozent der verfügbaren Punkte erzielen. Auch die Crowdsourcing-Ergebnisse sind an sich gut – offenbaren aber leichte Schwächen bei den realen Upload-Bandbreiten gegenüber den versprochenen Datenraten. Bei den Web-Services gefällt die gemeinsam mit der Telekom schnelle DNS-Auflösungszeit, auch beim Web-TV ist alles OK.

M-net

Die prozentuale Punkteverteilung der Web-TV-Bewertungen in der gleichnamigen Disziplin.

Der Münchener Anbieter war von 2016 bis 2019 auf den Regionalsieg abonniert und hat sich kräftig angestrengt, um auch dieses Jahr wieder ganz vorn mitzuspielen.

Mit einer halben Million Festnetz-Kunden beziehungsweise einem Marktanteil von 1,4 Prozent ist M-net ein typischer regionaler Anbieter. Dahinter stehen die Stadtwerke München und Augsburg, das Allgäuer Überlandwerk und weitere Gesellschafter. In den Großräumen München, Augsburg, Ulm und Erlangen, vielen weiteren Regionen in Bayern sowie im hessischen Main-Kinzig-Kreis bietet M-net Glasfaser- und auch VDSL-Anschlüsse an. Die bewähren sich im Test mit sehr guten Telefonie-Leistungen wie schnellen Verbindungsaufbau- und Sprachlaufzeiten. In der Daten-Disziplin erzielt auch dieser Anbieter volle Punktzahl, in unseren Crowdsourcing-Analysen zeigt er insgesamt gute Leistungen. In der Kategorie Web-Services fällt M-net mit schnellen Webseiten-Downloads auf – allerdings auch mit erhöhten Fehlerraten in der Unterdisziplin Gaming-Server. Das macht die Web-TV-Bewertung wieder wett, wo M-net insgesamt überragende Leistungen und die schnellsten Youtube-Antwortzeiten zeigt.

Home Connect

NetCologne

Die prozentuale Punkteverteilung bei Sprach-Verbindungen in die Mobilfunknetze.

Der Vorjahres-Regionalsieger NetCologne hätte auch dieses Jahr wieder die Regional-Kategorie beherrscht, wenn sich der neue Kandidat Deutsche Glasfaser nicht noch vor ihn gekämpft hätte.

NetCologne zählt 0,4 Millionen Kunden und hat somit einen Marktanteil von 1,1 Prozent. Gegründet wurde das Unternehmen von RheinEnergie, der Sparkasse Köln/Bonn und den Kölner Verkehrsbetrieben, seit 2004 ist es eine 100-prozentige Tochter der Holding GEW Köln AG. Der Anbieter liefert Glasfaser- und VDSL-Leitungen vor allem in der Region Köln/Bonn. In der Sprach-Disziplin zeigt der Anbieter sehr gute Leistungen mit schnellen Sprachlaufzeiten. Bei den Daten-Messungen zählt er zum Club der Anbieter, die 100 Prozent der verfügbaren Punkte erzielen. Auch im Crowdsourcing schlägt sich dies in guten Ergebnissen nieder, allerdings zeigt die Analyse Schwächen bei den absolut gemessenen Datenraten im Download. Das machen wiederum die Web-Services wett, wo der Anbieter die schnellsten Antwortzeiten von Gaming-Servern und zusammen mit M-net die kürzesten Ladezeiten von Webseiten bietet. Auch beim Web-TV ist NetCologne top.

WEB-SERVICES + WEB-TV

200 der 1000 Gesamtpunkte entfallen auf die Disziplin Web-Services – den Aufruf von Test- und Live-Webseiten sowie den Zugriff auf DNS- und Gaming-Server. Weitere 200 Punkte gibt es in der Kategorie Web-TV.

Am deutlichsten zeigt sich für die Nutzer die Qualität ihrer Internetanbindung bei konkreten Anwendungen – etwa beim Zugriff auf Webseiten, den Antwortzeiten von Gaming-Servern oder dem Abruf von Videos. Deshalb befassen sich mehr als 1,9 Millionen unserer Messungen mit der Qualität von Web-Services und weitere 740 864 mit der Qualität von Web-TV.

Zum Test der Performance bei Webseitenaufrufen wurden per Web-Browser standardisierte Testseiten (ETSI-Kepler-Referenzseite) von deutschen und internationalen Webhosting-Anbietern abgerufen. Außerdem analysieren wir den Abruf unterschiedlicher, häufig genutzter Live-Webseiten. Zur Ermittlung der Qualitätskennwerte nutzen wir die beiden nach Marktanteilen führenden Browser in Deutschland, Firefox und Chrome.

Da beim Abruf von Webseiten die DNS-Auflösung (die Übersetzung von URLs in IP-Adressen) einen wichtigen Anteil an der Reaktionszeit hat, liegt unser Augenmerk auch darauf. Um Caching-Mechanismen etwa im Router weitestgehend auszuschließen und Messungen zu den DNS-Servern im Netz des jeweiligen Anbieters zu forcieren, wurden jede Stunde wechselnd 20 DNS-Anforderungen aus der Liste von 500 deutschen Topwebseiten (gemäß der anerkannten „Alexa-Liste“) ausgewählt. Die Liste der Top-500-URLs wurde einmal pro Woche neu bestimmt und täglich in eine zufällige Reihenfolge sortiert. Um die für Gamer wichtigen Reaktionszeiten zu Gaming-Servern zu ermitteln, wurden die Laufzeiten zu mehreren Gaming-Anbietern gemessen.

In der Rubrik Web-TV führten wir „Overthe-top“-Messungen zu verschiedenen Video-Content-Providern durch. Im Rahmen der Qualitätsanalysen werden die initiale Pufferzeit, der MOS-Wert für die Bildqualität (PEVQ-S, siehe auch Seite 97) initial, also innerhalb der ersten 20 Sekunden, und stabil, also nach der initialen Phase, sowie die Zahl nicht erfolgreicher oder verzögerter Videoaufrufe erfasst.

Zudem riefen wir jede Stunde zehn Youtube-Videos ab und erfassten die Video-Antwortzeiten. Um auch hier Caching-Mechanismen zu vermeiden, wurden dafür im Abstand von sechs Stunden die jeweils 50 beliebtesten Videos der Youtube-Trends-Kategorien abgefragt. Von denen, die technisch infrage kamen, wurden die 60 mit den meisten Aufrufen gewählt und in eine zufällige Reihenfolge gebracht.

Die Gewichtung der Punkte in beiden Disziplinen zeigen die Balkengrafiken unten. Die Teilergebnisse der jeweiligen Kandidaten sehen Sie für beide Disziplinen in den Diagrammen rechts.

Der in Berlin ansässige Anbieter Tele Columbus, Markenname Pÿur, nimmt seit 2018 an unserem Test teil. Gegenüber dem Vorjahresergebnis büßt er allerdings wieder ein paar Punkte ein.

Pÿur/ Tele Columbus

Der in Berlin ansässige Anbieter Tele Columbus, Markenname Pÿur, nimmt seit 2018 an unserem Test teil. Gegen über dem Vorjahresergebnis büßt er allerdings wieder ein paar Punkte ein

Entstanden ist das Unternehmen aus dem Zusammenschluss mehrerer regionaler Kabelprovider. Mit 0,6 Millionen Breitband-Kunden hat er derzeit einen Marktanteil von 1,6 Prozent und zählt damit in unserer Einordnung zu den regionalen Anbietern.

Seine Anschlüsse auf Basis von Breitbandkabel und Glasfaser sind in Bayern, NRW, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und weiteren Bundesländern erhältlich. Die an sich guten Telefonie-Ergebnisse werden von langen Verbindungsaufbauzeiten und leicht erhöhten Fehlerraten etwas getrübt.

Bei den Datentests verliert Pÿur wertvolle Punkte durch eine erhöhte Zahl von Fällen, in denen die Download-Bandbreite unter 85 Prozent des vereinbarten Maximalwerts sinkt. Das Crowdsourcing weist zudem auch auf Schwächen bei den Downloadund Upload-Bandbreiten hin. Bei den Web-Services stört nur langsame DNS-Auflösung, in der Disziplin Web-TV vor allem vergleichweise lange Youtube-Antwortzeiten.

So testen connect und zafaco

Bereits seit 2009 führt connect seinen anspruchsvollen Festnetztest in enger Kooperation mit der zafaco GmbH mit Sitz in Ismaning aus. Sie betreibt Testanschlüsse in insgesamt 49 Städten. Wie sich die von den Netzbetreibern bereitgestellten Breitbandleitungen darauf verteilen und eine noch ausführlichere Darstellung unserer Testmethodik finden Sie online unter www.connect.de/festnetztest. An den Standorten nahmen automatisierte Testsysteme vom 9.5. bis zum 5.6.2022 insgesamt rund 3,2 Millionen Messungen vor. Damit unaufschiebbare Wartungsarbeiten nicht zu Nachteilen führen, berücksichtigte zafaco ein nächtliches Wartungsfenster und bewertete keine Messwerte aus der Zeit von 2 bis 6 Uhr morgens.

Automatisiert wurden rund um die Uhr Messungen von Telefonie, Datenübertragungen, Web-Services und Web-TV durchgeführt. Um Einflüsse außerhalb ihrer eigenen Netze auszuschließen, konnten die Netzbetreiber den Referenzserver für einige Datenmessungen in ihrem eigenen Netz aufstellen. Die Ende-zu-Ende-Sprachqualität wurde netzintern sowie zu den All-IP-Netzen anderer Testteilnehmer ermittelt.

An den getesteten Anschlüssen kamen dabei jeweils die von den Anbietern offiziell angebotenen Endgeräte mit aktueller Firmware zum Einsatz. connect und zafaco haben dabei den Grundsatz, dass nur Konfigurationen am Test teilnehmen, die auch wirklich für die Kunden verfügbar sind. Aus diesem Grund wurde in Abstimmung mit den Netzbetreibern bereits vor Testbeginn festgelegt, mit welchem Firmwarestand die Router daran teilnehmen durften.

Zur Bestimmung der Sprachqualität wurden POLQA-Werte (Perceptual Objective Listening Quality Assessment), zur Bestimmung der Web-TV-Videoqualität PEVQ-S-Werte (Perceptual Evaluation of Streaming Video Quality) ermittelt.

Für die Crowdsourcing-Analysen wurden die öffentlich zugänglich aggregierten Messergebnisse der Kartendarstellung der Breitbandmessung berücksichtigt, die zwischen dem 1.4.2021 und dem 31.3.2022 erfasst wurden.

Das Wartungsfenster gilt nicht für die Crowdsourcing-Ergebnisse. Ein Whitepaper mit der ausführlichen Dokumentation unseres Testverfahrens steht unter www.zafaco.de/de/ whitepaper zum Download bereit.

Fazit

Hannes Rügheimer, connect-Autor

Bei den überregionalen Anbietern fällt der Sieg der Telekom diesmal überraschend deutlich aus. Dauerrivale 1&1 erzielt zwar immer noch ein Topergebnis, fällt aber nicht nur in der Sprach-Disziplin, sondern vor allem bei den Web-Services etwas zurück – auch wenn sich die Montabaurer im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht verbessern. Deutlich fällt der Punktezuwachs bei O2/Telefónica aus, die zwar nach wie vor den bundesweit dritten Platz belegen, sich jedoch abermals verbessern konnten. Auch Vodafone legt in der Punktezahl zu, leidet aber unter Engpässen in den Upload-Disziplinen. Daran mögen veränderte Nutzungsgewohnheiten seit Corona ihren Anteil haben – der laufende Netzausbau soll die Situation verbessern. Sensationell ist der Sprung des neuen Kandidaten Deutsche Glasfaser auf Platz eins unter den Regionalanbietern. Auch NetCologne, M-net und EWE zeigen Topergebnisse und legen gegenüber dem Vorjahr klar zu. Verbesserungspotenzial zeigt unser Test bei Pÿur auf – auch in seinem Kabelnetz sollten Ausbaumaßnahmen die unter Last auftretenden Engpässe mildern.