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FEUCHTE WÄNDE: Feuchtigkeit muss draußen bleiben


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 08.05.2020

Bei feuchten Wänden ist die Ursache entweder hausgemacht oder Folge eines Schadens. Daher lohnt es sich, kritische Stellen im Blick zu haben.


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Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 6/2020

Feuchtigkeitsschäden sind der absolu te Horror für jeden Hausbesitzer. G egen ein geplatzes Wasserrohr in der Wand ist niemand gefeit. Aber oft liegt die Ursache in kleinen Schäden am Haus oder schlampig ausgeführten Reparaturen, durch die das Wasser den Weg ins Innere findet. Schon der Einbau einer modernen Heizung kann im Schornstein dazu führen, dass Feuchtigkeit im oberen Bereich des Zugs kondensiert und durchschlägt 1. Mit der Zeit wird die Tragfähigkeit ...

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... beeinträchtigt. Gleiches gilt, wenn man Salz-Ausblühungen entdeckt. Oft ist das im Keller der Fall. Hier dringt Wasser in die Wand ein, löst dort die Salze aus den Baustoffen und diese kristallisieren an der Oberfläche. Die Reparatur erfordert unbedingt den Rat eines Fachmanns 8. In vielen Fällen ist das aber nicht zwingend notwendig. Feuchte Kellerwände alleine sind nicht unbedingt ein Problem. Kleine Schäden können dagegen zu großen Problemen führen. Dazu zählen beschädigte Regenfallrohre, durchgerostete oder überlaufende Dachrinnen 3. Ebenso kann ein verrutschter Dachziegel 2 die Ursache sein. Einzelne Ziegel können sich bei Sturm oder bei nachträglichen Arbeiten am Dachstuhl lösen. Selbst durch kleinste Öffnungen dringt dann beim nächsten Starkregen Wasser ein. Trifft es dann noch auf das Dämmmaterial, ist die isolierende Wirkung dahin und Schimmel vorprogrammiert. Die Gefahr besteht auch bei Spechtlöchern. Bei Fenstern sind die Übergänge zur Fensterbank potenzielle Schwachstellen. Besonders bei nachträglich angebrachten Fassadendämmungen muss hier alles dicht sein 4.

Luftfeuchtigkeit

Oft sind Feuchtigkeitsprobleme hausgemacht. Die Ursachen holen wir uns selbst ins Haus. Das fängt mit Zimmerpflanzen an, die bis zu 1 l Wasser pro Tag an die Raumluft abgeben. Ebenso viel Feuchtigkeit entsteht auch durch ganz alltägliche Dinge wie Kochen oder Duschen und Baden (5 und 7 ). Das Trocknen geschleuderter Wäsche gibt bereits bis zu 1,5 l an die Luft ab (ungeschleudert bis 3,5 l) 9. Kaum zurückhaltender sind die noch Hausbewohner selbst, die pro Kopf und Tag ebenfalls bis zu 1,5 l Wasser verdunsten übrigens nachts mehr als am Tag 6.

Feuchtigkeitsprobleme im Haus

1 Kamin: vor allem nach einer Heizungsmodernisierung
2 Dach: Eindeckung, Giebel, First, Anschlüsse der Fotovoltaikanlage
3 Regenrinne: Undichtigkeiten, Lecks
4 Fenster: Abschlüsse, Fensterbrett
5 Badezimmer: viel Wasserdampf
6 Bewohner verursachen Feuchtigkeit
7 Küche: Kochen
8 Kellerboden/-wände: Undichtigkeit
9 Wäsche(trockner): viel Dampf

Möbel nah an Außenwänden behindern die Luftzirkulation. An den kühlen Wandflächen kondensiert Luftfeuchtigkeit.


Nicht gut: gekippte Fenster. An den kühlen Fensterlaibungen schlägt sich die Feuchtigkeit der hinausströmenden warmen Luft nieder


Tipps gegen Wasserschäden

Kleine Ursache, große Wirkung: Dieses Prinzip kennt Ulrich Opitz als Gutachter für Bauschäden nur zu gut. Er hat unzählige Feuchteschäden und deren Ursachen gesehen. Hier seine Tipps zur Schadensvermeidung und wie man am besten reagiert, wenn es schon passiert ist.

Ulrich Opitz ist Sachverständiger für Bau- und Versicherungsschäden


1. Kontrollieren Sie Ihre Dachfläche, dort lockere Ziegel und alle Anschlüsse, vor allem die der Fotovoltaik- Anlage, falls vorhanden. Das sind potenzielle Schwachstellen.

2. Vermeiden Sie Abdichtungen mit Silikon an kritischen Stellen – das ist nie eine gute Dauerlösung.

3. Ein feuchter Keller ist nicht unbedingt gefährlich. Erst wenn das Fugenmaterial der Mauern zu 1/3 defekt ist, sollte man sie auskratzen und neu verfugen, um die Stabilität zu gewährleisten.

4. Vorsicht bei Dübellöchern oder Kernbohrungen in den Außenwänden: Sie sollten immer ein Gefälle nach außen haben, damit Feuchtigkeit nicht einsickern kann.

5. Im Schadensfall: Beauftragen Sie nur unabhängige Sachverständige. Also nur solche, die keine anderen Leistungen wie Sanierung oder Trocknung anbieten. Sie sind zur Neutralität verpflichtet.

6. Lüften Sie regelmäßig, mindestens dreimal, besser sechsmal am Tag für jeweils fünf bis zehn Minuten.

Dach

Ein im Sturm abgerissenes Ortgangblech am Dach (kleines Bild) sorgte für massiven Wassereintritt in den Wohnräumen darunter


Fensterbank

Katastrophale Abdichtung der Fensterbank und Dämmung: Ein Schaden ist vorprogrammiert


Salz- Ausblühung

Salz-Ausblühungen – hier in einen Kellerwand – schädigen auf Dauer die Bausubstanz


So bleibt es dauerhaft trocken

Wenn an Ihrem Haus alles in Ordnung ist und es keine Schäden gibt, durch die Wasser eindringen kann, sollten Sie außerdem dafür sorgen, dass Feuchtigkeit, die im Haus entsteht, immer schnell nach draußen befördert wird. Einen Tipp für den Schimmelnotfall haben wir auch noch für Sie.

Richtig heizen und lüften

An schwülwarmen Tagen besser nicht lüften


Räume nie ganz auskühlen lassen, denn an kalten Wänden schlägt sich Feuchtigkeit nieder


Wenn die Luftfeuchte in Innenräumen über 50 % steigt, ist das ein Alarmzeichen. Als Faustregel gilt: Kurzes Querlüften, also alle Fenster weit öff nen, ist die beste Methode. „Fünfmal täglich drei Minuten zu lüften ist eff ektiver als dreimal 15 Minuten“, erklärt der unabhängige Sachverständige Ulrich Optiz. „An schwülen Sommertagen sollten Sie nur morgens und abends lüften. Andernfalls kondensiert die Feuchtigkeit der warmen Außenluft an kühlen Gebäudeteilen im Innern.“ Im fensterlosen Bad sollte man den Lüfter nach dem Duschen 30 Minuten lang laufen lassen, wenn er nicht luftfeuchtigkeitsgesteuert ist. Außerdem ist es empfehlenswert, Fliesen abzuziehen und feuchte Handtücher nicht im Bad zu trocknen. „Alles Wasser, was im Abfl uss landet, muss nicht hinausgelüftet werden“, erklärt Ulrich Opitz. Wird falsch gelüftet, hat man unter Umständen danach eine höhere Luftfeuchtigkeit als davor, etwa an schwülen Sommertagen. Der Lüftungstipp des Experten: „Installieren Sie die App Richtig lüften und besorgen Sie sich eine günstige Wetterstation, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit innen und außen anzeigt. Geben Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit in die App ein. Sie sehen sofort, ob durch das Lüften die Luftfeuchtigkeit sinkt oder steigt.“ So lüftet man garantiert immer richtig!

Viel Dampf: Kochen und Waschen

Von Silverline gibt es Dunstabzüge, die in das Kochfeld integriert sind


In jedem Haushalt werden große Mengen Wasserdampf produziert. Gar nicht unwesentlich dabei: das Kochen mit bis zu 1 l Feuchtigkeitsabgabe pro Tag. Auch diese Feuchtigkeit muss aus dem Haus, am besten mit einem Dunstabzug. Mit Umluft- Geräten gelingt das nicht, denn der Dunstabzug braucht einen Abluftkanal nach draußen. Eine Waschküche mit Kleiderständern muss immer gut gelüftet sein. Hier kann man auch über den Einbau eines Abluftkastens nachdenken – am besten ein Modell, das bei hoher Luftfeuchtigkeit automatisch startet.

Abluftklappe

Dampf ablassen ohne Wärmeverluste: Der Mauerkasten von Weibel ist nachrüstbar und …


… schließt bei Nichtbetrieb die Klappe und damit vollkommen dicht ab. abluft-tuning.de


Baustelle trocknen

Restfeuchte in Putz oder Mörtel ist heikel und bedeutet Schimmelgefahr. In einem neu gebauten Einfamilienhaus befi nden sich direkt nach Fertigstellung bis zu 2.000 l Restfeuchte. Damit alles schneller und gründlich trocknet, kommen Bautrockner als „Arbeitsbeschleuniger“ zum Einsatz. Auch bei Sanierungen (Estrich, Verputzen, Fliesenverlegen) oder Wasserschäden werden sie eingesetzt. Ein professioneller Bautrockner sammelt bis zu 100 l Flüssigkeit pro Tag.

Sanierung oder Neubau: Mit einem Bautrockner wird das Haus schneller bezugsfertig


Alles in Ordnung: Nach einigen Tagen Trocknung beträgt die Restfeuchte im Putz nur 2,3 %


Wärmedämmung

Eine Dämmung kann die Lösung für kondensierende Feuchtigkeit an den Wänden sein. Die Wand kühlt nicht so stark aus beziehungsweise die Oberfl ächentemperatur ist höher als bei einer ungedämmten Wand. Welche Dämmung in Ihrem Fall die richtige ist, sollten Sie mit einem Fachmann besprechen. Feuchte Kellerwände sind teils schwierig „trockenzulegen“. Wenn die Statik nicht leidet, ist das auch nicht unbedingt ein Problem, solange man keine feuchteempfi ndlichen Dinge lagert.

Eine Innendämmung kann bei kalten Wänden die richtige Lösung sein. Hier: Multipor


Eine Außendämmung spart Energie und löst (bei gutem Lüftungsverhalten!) meist Feuchtigkeitsprobleme


Schimmelnotfall

Das Umweltbundesamt empfi ehlt eine professionelle Schimmelsanierung ab einer befallenen Fläche von 0,5 m2. Wenn es bei Ihnen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal soweit kommt, gibt es von Remmers ein Erste-Hilfe-Paket: Es enthält einen gelartigen Wirkstoff und alles Notwendige für das kurzfristige Verkapseln, Abtöten und Binden des Pilzes und seiner Sporen. Der behandelte Bereich wird versiegelt, bis man innerhalb von 14 Tagen die abschließende Schimmel-Sanierungsmaßnahme vornimmt. Mehr Informationen: www.remmers.com

Bei größerem Schimmelbefall kann man mit dem First-Aid-Kit schnell reagieren


Fotos Multipor, Ulrich Opitz, pelZONE, Remmers Text Archiv, Bernhard Eder