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FEUCHTIGKEIT richtig absperren


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 05.11.2021

MAUERWERK ABDICHTEN

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Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 12/2021

Feuchte Wände im Keller sind in der Regel auf eine fehlende Horizontalsperre zurückzuführen

Gerade bei älteren Häusern hat die Abdichtung des Mauerwerks nach außen oft Lücken. Das betrifft vor allem die sogenannte Horizontalsperre. Üblicherweise wird in die Fuge zwischen betonierter Bodenplatte und Mauerwerk oder spätestens zwischen erster und zweiter Steinreihe eine Feuchtesperre in Form einer Bitumenbahn eingelegt. Die Feuchtesperre hat die Aufgabe, der aus dem Beton aufsteigenden Feuchtigkeit (siehe Kasten „Wege des Wassers“ auf Seite 41) den Weg ins Mauerwerk dauerhaft zu versperren.

Fehlt diese Feuchtigkeitssperre, steigt das Wasser ungehindert in die Kellerwände auf und führt dort zu Dauerfeuchte mit Folgen wie abgeplatztem Putz, schlechtem Raumklima und auch Schimmelbefall.

Eine fehlende Bitumenbahn kann man leider nicht nachrüsten, aber es gibt mittlerweile verschiedene Verfahren, diese Sperre auf chemischem Wege herzustellen. Mit sogenannten Injektionen werden ...

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... Flüssigkeiten über Bohrungen im Sockelbereich ins Mauerwerk gebracht, die dort aushärten und die wasserleitenden Kapillare dauerhaft verschließen. Die Injektionen werden mit und ohne Druck eingebracht, wobei nur die letzte Variante für Sie als Selbermacher wirklich geeignet ist. Bei den drucklosen Verfahren läuft die Flüssigkeit durch das Eigengewicht entweder über schräge Bohrungen oder über eingehängte Behälter über längere Zeit quasi von selbst in die Löcher. Beim Umgang mit diesen Flüssigkeiten ist übrigens Vorsicht geboten. Nutzen Sie bei der Verarbeitung am besten Gummihandschuhe und eine Schutzbrille.

INFO

WEGE DES WASSERS

Wasser findet seinen Weg in Wände im Grunde auf drei verschiedene Arten: von außen durch Regen über Leckagen im Putz, von innen kann eine hohe Luftfeuchtigkeit zur Kondensation des Wasserdampfs im Mauerwerk zu Problemen führen. Und von unten ist es die aus dem Erdreich aufsteigende Feuchtigkeit, die dem Mauerwerk zusetzt. Aufsteigen kann das Wasser über die Kapillarität der Baustoffe, das sind haarfeine Kanäle, über die sich das Wasser über Kohäsion und Adhäsion nach oben zieht. Vor jeder Sanierung steht deshalb zunächst die Analyse, woher das Wasser genau kommt. Danach richten sich die Sanierungsmaßnahmen. In unserem Beitrag geht es ausschließlich um die aufsteigende Feuchte.

1 KLASSISCHE HORIZONTALABDICHTUNG

Eine technisch einfache, aber zeitaufwendige Lösung ist die Horizontalabdichtung. Bei dieser Vorgehensweise müssen Sie die Flüssigkeit regelmäßig nachfüllen.

Bohrschema

„Die Bohrlöcher reichen bis 5 cm vor dem Außenputz - nicht durchbohren!“

Uli Wolf, Bauexperte bei selber machen

SO GEHT’S

Die Horizontalabdichtung von Baumit wirkt durch ihren Kaliwasseranteil. Wird Wasserglas in poröse Strukturen eingebracht, entweicht das Wasser während des Trocknungsprozesses. Bei dieser Verkieselung setzt sich das Wasserglas in den Hohlräumen ab und erhöht so die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit. Mit dem Wirkstoff Kaliummethylsilikonat wird die wasserabweisende Wirkung noch verstärkt. Die Horizontalabdichtung wirkt in den Fugen und im Mauerwerk.

2 INJEKTIONEN

Die zweite Variante, die ohne Druck auskommt, wird in die Mauerwerksfugen eingebracht.

Die zeitsparende Alternative zur Horizontalsperre ist eine relative Neuentwicklung und bietet deshalb nicht die Langzeiterfahrung. Bei Inject werden die Löcher nicht schräg ins Mauerwerk, sondern horizontal in die Lagerfugen gebohrt. Ist das System einmal installiert, müssen Sie nur warten, bis die Behälter leer sind. Bevor Sie die vom Putz befreite Wand nach der Sanierung wieder verputzen, sollten Sie das Mauerwerk ein bis zwei Wochen freiliegen lassen, um den Erfolg Ihrer Maßnahme zu kontrollieren. Ist alles trocken geblieben, bearbeiten Sie die Fläche mit einem Sanierputz.

SO FUNKTIONIERT INJECT

Auch die Mauerwerksperre Inject hat das Kaliwasserglas plus ein paar wasserabweisende Wirkstoffe zum Inhalt. Der Hauptunterschied zur Horizontalsperre ist die Art, wie es eingebracht wird. Durch die zugehörigen Kapillarstäbchen wird eine gleichmäßige Abgabe erwirkt und, dass das Mauerwerk erst „volllaufen“ muss, bis es dicht ist. Das Kaliwasserglas setzt sich vor allem in die Mauerwerksfuge und dichtet sie komplett ab. Beim Inject-Verfahren müssen Sie die Trichter nicht ständig nachfüllen, die eingesetzten Behälter sorgen für einen permanenten Nachschub. Die Dauer der Sanierung ist mit etwa 48 Stunden wesentlich kürzer als bei der Horizontalabdichtung, allerdings sind die Inject-Systempackungen um einiges teurer. Die Kapillarstäbchen sind zudem in der Systempackung nicht enthalten.

„Sind die Saugwinkel einmal gesetzt, bleibt Ihnen nur noch, abzuwarten. Der Einlauf funktioniert von allein“

INFO

KAPILLAR- STÄBCHEN

Die Kapillarstäbchen bestehen aus hochsaugfähigem Zellstoff. Sie gewährleisten, dass die flüssige Mauerwerkssperre langsam, gleichmäßig und ohne Druck in das Mauerwerk einsickert. Mit den Stäbchen wird verhindert, dass die Flüssigkeit durch Ritze, Löcher und offene Fugen wieder abfließt. Die Länge der 455 langen Kapillarstäbchen müssen Sie zuschneiden, als Faustformel gilt: Bohrlochtiefe plus 7 cm. Fie Mindestlänge von 15 cm sollte dabei nicht unterschritten werden. In Beton und Trockenmauerwerk funktionieren die Stäbchen leider nicht.

3 DIE FEUCHTE RAUSZIEHEN

Ist der „Nachschub“ an Feuchtigkeit aus Fundament oder Leckagen unterbrochen, bleiben oft feuchte Wände zurück. Mit einem Sanierputz im Innen- oder Außenbereich lässt sich das Mauerwerk leicht entfeuchten.

„Für eine gute Außenputz-Sanierung brauchen Sie je nach Fläche mindestens eine Woche Zeit“

Uli Wolf, Bauexperte bei selber machen

SANIERPUTZ

Sogenannte Sanierputze haben einen sehr hohen Porenanteil. In diesen Poren speichern die Putze auskristallisierte Salze aus dem Mauerwerk aus Nitrat, Chlorid oder Sulfat. Die grobporige Struktur zieht außerdem die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk, speichert sie und gibt sie la ngsam an die Raumluft a b. Sanierputze werden bei Feuchtesc häden im Keller oder in Außenmauern eingesetzt.