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Feuerwehrmann klammerte sich ganze Nacht ans Friedhofskreuz


Bild am Sonntag Gesamtausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 29/2021 vom 18.07.2021

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VORHER Durch Bad Münstereifel (Nordrhein-Westfalen) fließt das Flüsschen Erft ...

Die Wassermassen ziehen sich aus den Flutgebieten, den Dörfern und Städten in Nordrhein- Westfalen und Rheinland-Pfalz zurück. Zurück bleibt pure Zerstörung!

Gestern stieg die Opferzahl der Todes-Flut auf 143 an – vier der Toten sind Feuerwehr-Helden. Mehr als 670 Menschen wurden verletzt, rund 3500 Vermisstenanzeigen gingen bei der Polizei ein.

In der hart von der Jahrhundertflut betroffenen Stadt Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) und dem Rhein-Erft-Kreis (NRW) sind 56.500 Menschen weiter ohne Strom. Die Polizei in Koblenz (Rheinland-Pfalz) warnt vor freiliegenden Stromleitungen. Ein ...

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... Sprecher: „Auch aus mehreren Metern Entfernung und ohne direkten Kontakt können sie lebensgefährlich sein.“

Es ist die Katastrophe nach der Katastrophe!

b Retter sitzen auf Friedhof fest

An der Ahrweiler Straße in Bad Neuenahr-Ahrweiler mussten 60 Personen von Laternen und Bäumen gerettet werden. Zwei Feuerwehrleute klammerten sich laut „General-Anzeiger“ eine ganze Nacht an einem Baum und an einem Kreuz auf dem örtlichen Friedhof fest.

b Tote werden angeschwemmt

Peter Geller (70) aus Bad Neuenahr-Ahrweiler rief die 112: „Hier ist eine etwa 70-jährige Tote angeschwemmt worden.“ Der Rentner zu BamS: „Erst nach vielen Stunden wurde die Leiche mit einem Lastwagen abgeholt. Die kommen nicht nach.“ Sein Nachbar Karl-Heinz Conradt sagt: „Ich kenne fünf Leute persönlich, die jetzt hundertprozentig tot sind.“

57 Kilometer entfernt, auf der B 265 bei Erftstadt, suchen Soldaten in Panzern in gestrandeten Autos nach Opfern. Ist niemand drin, schreiben sie das Wort „leer“ mit dem Finger auf die verschmutzte Scheibe.

Viel Hoffnung auf Überlebende gibt es nicht – im Braunkohletagebau in Inden (NRW) verschwand ein Arbeiter (58) in den Fluten. Niemand geht mehr davon aus, ihn lebend zu finden.

b Spülwasser aus dem Fluss

Gisela Andersen (69) schleppt einen Eimer Wasser von der Ahr zu ihrem Haus. „Ich muss meine Toilette im 3. Stock spülen“, sagt die Rentnerin zur BamS. „Wir haben weder Wasser noch Strom, zum Glück habe ich ein Radio, das mit Batterien läuft.“

Nicht weit entfernt holen der blinde Ernst Hille (85) und seine Frau Christiane (84) Wasser in Plastikbehältern aus dem Fluss. Eigentlich sollten gestern Dixi- Klos und Trinkwasser bereitgestellt werden. „Die sind aber noch nicht da“, sagen sie.

Landrat Jürgen Pföhler (63, CDU): „Die Beseitigung von Müll und Schutt ist ein großes Problem. Im gesamten Stadtgebiet von Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es nur eine intakte Brücke.“

b Leben am Abgrund

Am Freitagabend hatten die Bewohner von Erftstadt-Blessem eine Stunde Zeit, um Wertgegenstände aus den Häusern zu holen. Danach riegelte die Polizei den Stadtteil ab. Akute Einsturzgefahr!

Das Haus von Gertrud Schmidt (84) ist nur 450 Meter von der Abbruchkante entfernt. „Ich muss alles wegwerfen, wofür wir so lang gespart haben.“ 

b Der Kreis Ahrweiler warnt vor Falschmeldungen über Dammbrüche. Wie der Kreis mitteilte, würden Menschen mit Megafonen durch die Straßen fahren und Gerüchte verbreiten. Teilweise flüchten Bewohner in Panik aus ihren Häusern.