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FIFA 20


Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 16.10.2019

SPORTSIMULATION Nach 22 Jahren serviert uns EA Sports endlich mal wieder ein FIFA mit Hallenmodus. Wie der sich spielt und was die Fußballsimulation sonst noch zu bieten hat, klären wir im Test.


Artikelbild für den Artikel "FIFA 20" aus der Ausgabe 11/2019 von Games Aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 11/2019

PC

Termin: 27. Sept. 2019

Preis: ca. 50 Euro

PS4

Termin: 27. Sept. 2019

Preis: ca. 50 Euro

Xbox One

Termin: 27. Sept. 2019

Preis: ca. 50 Euro

Switch

Termin: 27. Sept. 2019

Preis: ca. 50 Euro

Entwickler: EA Sports

Hersteller: Electronic Arts

Sprache: Deutsch

Altersfreigabe: ab 0 Jahren

Im Finale der Aufstiegs-Playoffs läuft bereits die 91. Minute. Während der Schiedsrichter schon nervös auf seine Armbanduhr schielt, rollt ...

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... beim FC Stevenage nochmal der letzte, beinahe verzweifelte Angriffsversuch. Auf der linken Flanke bricht plötzlich Außenverteidiger Tyler Denton mit einem überraschenden Tempodribbling durch und schlägt mit links eine scharfe Hereingabe auf den ersten Pfosten. Dort steigt Kapitän Danny Newton höher als die Konkurrenz und nickt das Leder aus kurzer Distanz in die Maschen ein – 1:0 für die Hausherren. Der kurz darauffolgende Schlusspfiff geht, wie so vieles andere, im euphorischen Jubel unter. Nach gerade einmal einer Saison haben die Burger Boys – wie ich mein Team als Anspielung auf seinen Buletten brutzelnden Hauptsponsor liebevoll getauft habe – den Sprung in die EFL League One geschafft. Der erste Schritt auf der langen Reise Richtung Premier League ist also gemacht.

Die ist für mich mittlerweile beinahe zur Tradition geworden. Jedes Jahr aufs Neue schnappe ich mir in FIFA einen Verein aus der vierten englischen Liga und versuche, ihn ins Oberhaus zu führen. Entsprechend ist der Karrieremodus meist Ich habe fertig! In FIFA 20 könnt ihr es während Pressekonfrenzen richtig krachen lassen, solltet euch dann allerdings auch der Konsequenzen bewusst sein. (PS4) mein erster Anlaufpunkt, wenn ich mir die Fußballsimulation aus dem Hause EA Sports anschaue – auch im aktuellen Ableger, der bereits am 27. September für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen ist. Zumal die Entwickler in diesem Jahr einige große Änderungen an ihrer Reihe versprochen haben.

TRAINER ODER DOCH TOPMODEL?
Die offensichtlichste gibt es direkt zu Beginn: Beim Start eurer virtuellen Trainerlaufbahn erwartet euch nun ein Manager-Editor, in dem ihr euch aus diversen Bausteinen einen eigenen Avatar zusammenbastelt. Der ist wahlweise männlich oder weiblich und darf nach persönlichem Geschmack eingekleidet werden. FIFA 20 bietet dabei sogar einige interessante Gestaltungsoptionen, etwa die Helmut-Schön-Gedächtnis- Schiebermütze.

Natürlich erstellt ihr euch euer Alter Ego aber nicht rein zum Spaß. Stattdessen taucht es in Zukunft an der Seitenlinie, aber auch während Pressekonferenzen und Interviews auf, die euch nun vor und nach einem Match erwarten. Hier stehen euch diverse Dialogoptionen zur Auswahl, die je nach Aussage und Unterton Auswirkungen auf euer

Die Switch-Version

Ihr wollt FIFA 20 unterwegs auf der Switch spielen? Das ist möglich – kommt allerdings mit einem großen Makel daher.

Obacht: Bei der als „Legacy Edition“ bezeichneten Version von FIFA 20 für die Nintendo Switch handelt es sich nicht um dasselbe Spiel wie für die anderen Plattformen. Stattdessen ist es quasi dasselbe Spiel wie FIFA 19, angereichert bloß um Mannschafts- Updates, neue Trikots und andere Belanglosigkeiten. Und schon bei FIFA 19 für die Switch wurde diese Herangehensweise gewählt, sodass die Spielmechaniken inzwischen mehrere Jahre alt sind und alle Gameplay-Updates der letzten paar Spiele aus den anderen Versionen vollkommen fehlen. Eine Kaufempfehlung kann man hier also gerade angesichts des Preispunktes von 50 Euro nicht aussprechen.

Ich habe fertig! In FIFA 20 könnt ihr es während Pressekonfrenzen richtig krachen lassen, solltet euch dann allerdings auch der Konsequenzen bewusst sein. (PS4)


Bei Frei- und Strafstößen könnt ihr mit Hilfe des Abschlusstimings noch präzisere Schüsse abgeben. (PS4)


Entsprechend leidet dann die Moral eurer Akteure und damit einhergehend ihre Leistung oder auch Bereitschaft, einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Schaut also, dass ihr eure Profis immer gut bei Laune haltet und bei Streitthemen wie Einsatzzeit oder Gehalt auch mal Einzelgespräche führt, in denen ihr ein paar klärende Worte mit Unruhestiftern austauschen könnt. Wer die neuen Interaktionsmöglichkeiten lieber links liegen lassen möchte, muss sich allerdings auch keine Sorgen machen. Ihr riskiert keinen Rauswurf und verpassen werdet ihr auch nicht wirklich etwas. Die PKs nutzen sich nämlich recht schnell ab, weil sie sich zu oft wiederholen und nicht einmal vertont sind.

SIEHT AUS WIE IM FERNSEHEN
Dafür punktet FIFA 20 andernorts mit einer aufwendigen, authentischen Inszenierung: In Sachen Lizenzen und Präsentation fährt der EA-Kicker wieder die großen Geschütze auf. Zu den bereits vorhandenen Rechten an der Champions League sowie diversen europäischen Top-Ligen gesellt sich nun auch die „heiß erwartete“ rumänische Liga 1. Zudem wurde die Bundesliga mit neuen Gesichtern und Stadien versorgt, sodass sie in Kombination mit dem originalen Broadcast Package fast so aussieht wie aus dem Fernsehen gewohnt.

Aber wie heißt es so schön: Wichtig ist auf dem Platz. Eine tolle Optik ist also vollkommen egal, wenn das Gameplay dafür im Gegenzug nichts taugt. Doch keine Sorge, zumindest im Duell mit der KI können wir diesbezüglich Entwarnung geben. Die Rasenaction macht insgesamt einen leicht verbesserten Eindruck und wirkt runder und flüssiger als noch im Vorgänger, was vor allem an den neuen Animationen und dem verringerten Tempo liegt. Dafür verantwortlich ist auch die schneller verbrauchte Ausdauer eurer Spieler. Ihr solltet nun also etwas bedächtiger mit der Sprinten-Funktion umgehen und noch mehr Aufmerksamkeit auf taktisch kluge Spielerwechsel legen.

Für die Defensive bedeutet diese Umstellung, dass sich nun selbst Verteidiger wie Virgil van Dijk etwas behäbiger steuern und nicht mehr mit jedem Stürmer mithalten oder ihm problemlos den Ball ablaufen können. Stattdessen kommen Geschwindigkeitsvorteile von Stürmern nun wieder etwas mehr zur Geltung. Bei der Balleroberung bedarf es künftig also ein wenig mehr Können, zumal euch eure KI-Kollegen nun nicht mehr so tatkräftig unterstützen wie in FIFA 19 und so benutzergesteuerte Aktionen mehr betont werden. Gerade wenn der Gegner im Sprint auf euch zuläuft, stellt das so eine echte Herausforderung dar. Auch, weil Grätschen nun eine verringerte Reichweite haben und nicht mehr endlos gespammt werden können. Wer jetzt im falschen Moment zum Tackling ansetzt, riskiert eher, seine Abwehr vollkommen zu entblößen.

In Spieler-Chats kommen eure Profis immer wieder mit persönlichen Bitten auf euch zu. (PS4)


Die Rasen-Action in FIFA 20 sieht noch realistischer aus und spielt sich – auch dank überarbeiteter Zweikämpfe – nochmal etwas flüssiger als im Vorgänger. (PS4)


Größe, Gewicht, Aussehen, Outfit, Animationen: Euren Volta-Avatar dürft ihr nach Belieben anpassen. (PS4)


Der Volta-Shop wird ständig mit neuen Items befüllt. So wird es auch modebewussten Spielern nie langweilig. (PS4)


DER TEUFEL LIEGT IM DETAIL
Ansonsten erwarten euch noch zahlreiche neue Pass- und Dribbling- Optionen wie der angelupfte Bodenpass oder das Seitwärtsdribbling. Die verlangen aber alle etwas mehr Präzision und können – zumindest im letzteren Fall – nicht endlos benutzt werden, da ihr sonst einen Ballverlust provoziert. Apropos Ball: Flanken funktionieren in FIFA 20 deutlich besser, weil der Keeper nicht mehr jeden Ball aus der Luft pflückt. Besonders halbhohe Hereingaben auf den zweiten Pfosten sind so jetzt ein probates Mittel zum Erfolg. Beim Torschuss stellt EA Sports einmal mehr das letztjährig eingeführte Abschlusstiming in den Vordergrund, angeblich, um den Unterschied zwischen durchschnittlichen und guten Spielern noch deutlicher herauszustellen. Glücklicherweise lässt sich das Timed Finishing aber noch immer auf Wunsch manuell ausstellen, sodass es euch dann nur noch bei Frei- und Strafstößen begegnet.

Die wurden insgesamt bezüglich ihrer Funktionsweise ein wenig abgewandelt. Ihr steuert mit dem linken Stick nun einen Punkt, mit dem ihr zielen könnt. Das klappt bei Freistößen, wo ihr mithilfe des rechten Sticks auch noch Effet hinzufügt, ganz gut. Bei Elfern artet die neue Steuerung aber in eine echte Fummelei aus. Hier müsst ihr den Zeiger nämlich in eure gewünschte Schussrichtung gedrückt halten, was durch die sensible Controller- Eingabe schon mal zur Geduldsprobe wird und nicht wirklich eine Verbesserung darstellt.

Insgesamt präsentiert sich das Offline-Erlebnis von FIFA 20 besser als im letzten Jahr. Zum Realismus eines Pro Evolution Soccer reicht es aber noch immer nicht. Zumal die KI der Liga-Rivalen trotz anderslautender Ankündigung noch immer teils seltsame Aufstellungen hervorbringt. Das nagt dann doch am Image, dass sich EA Sports aufbauen wollten und lässt uns ein wenig enttäuscht zurück. Wir hatten gehofft, in die Karriere wäre ein wenig mehr Arbeit geflossen. Die wurde aber wohl stattdessen in den Volta-Modus gesteckt.

VOM BORDSTEIN ZUR SKYLINE
Der stellt zweifelsohne die größte Neuerung in FIFA 20 dar und lässt euch im Stile von FIFA Street Straßen- und Hallenfußball hautnah erleben. Das Herzstück ist dabei der Story-Modus, in dem ihr die Geschichte des Straßenkickers „Revvy“ nachspielt, der es zur Weltmeisterschaft nach Argentinien schaffen möchte. Bevor es damit losgeht, steht allerdings erst einmal die Erstellung eures Avatars auf dem Plan. Das geht mit der Hilfe des Editors, den man so schon aus der Karriere kennt. Zusätzlich dürft ihr aber auch noch den Style eurer Figur festlegen, sie mit Tattoos bekleistern und ihre Klamotten auswählen. Davon schaltet ihr im späteren Spielverlauf sogar noch mehr frei, wahlweise durch das Erledigen von Herausforderungen oder das Ausgeben von Volta-Coins im Shop. Diese Ingame- Währung erhaltet ihr, wenn ihr Partien abgeschlossen habt.

Der Volta-Modus führt euch an die entlegendsten Orte der Welt. So kickt ihr auch mal auf einem japanischen Hochhaus. (PS4)


Im Team-Management-Bildschirm könnt ihr Aufstellung und Formation eurer Straßenkicker-Crew ändern. (PS4)


Nach jedem Match erhält euer Avatar EP, mit denen er im Level aufsteigt. So schaltet ihr Skillpunkte frei, die ihr in einen umfangreichen Fähigkeitenbaum stecken könnt. (PS4)


Nach jeder gewonnenen Partie könnt ihr einen Spieler der gegnerischen Mannschaft abwerben. So verbessert ihr stetig die Qualität eures eigenen Teams. (PS4)


Die Zwischensequenzen des Volta-Story-Modus sind oft als Vlogs inszeniert, in denen junge, hippe Hauptcharaktere mit Anglizismen geradezu um sich schmeißen. (PS4)


Die finden an insgesamt 17 verschiedenen Locations statt, wo ihr mit Dreier-, Vierer- oder Fünferteams gegeneinander antretet, mal ohne Torwart, mal mit Bande. Je nach Konstellation entwickelt sich dabei stets ein anderes Spielgefühl. Generell unterscheidet sich das Volta-Gameplay aber spürbar von dem der „normalen“ Modi. Es gibt keine Ausdauer, keine Grätschen. Alles ist etwas hektischer und mehr auf kurzzeitigen Arcade-Spaß ausgelegt. Dazu gehören natürlich auch jede Menge Tricks, die flüssig von der Hand gehen und dank gelungener Animationen teils auch ziemlich spektakulär aussehen.

Wollt ihr das volle Move-Repertoire freischalten, gilt es, euren Avatar aufzuleveln und im Fähigkeitenbaum neue Talente freizuschalten. Aber auch eure Mannschaft selbst lässt sich kontinuierlich verbessern, indem ihr nach Siegen einen gegnerischen Spieler verpflichtet.

CHILL MAL DEINE BASE!
Zwischen all dem Gekicke wird in einigen Zwischensequenzen auch noch eine Geschichte erzählt. Die ist allerdings überzogen dramatisch inszeniert und manchmal auch einfach nicht schlüssig. Konflikte wirken teils forciert und einige Szenen sind extrem skurril, etwa wenn ihr in den Favelas von Rio de Janeiro mit ein paar 10-Jährigen kickt und plötzlich von Real-Madrid-Jungstar Vinícius Júnior zu einem Match herausgefordert werdet. Bedenkt man dann noch die pseudo-hippe Jugendsprache, lächerlich flache Charaktere wie „Peter Panna“ oder die gänzlich langweilige Erzählung ohne Entscheidungsmöglichkeiten, ist man froh, das Spektakel nach etwa fünf bis sieben Stunden hinter sich zu haben. Dann könnt ihr euch den zwei verbliebenen Modi widmen: Volta Liga und Volta Tour. Hier erkundet ihr mit eurem in der Story aufgebauten Team die Fußballplätze der Welt oder messt euch online mit anderen Spielern am Platz.

Gerade im Aufeinandertreffen mit nicht KI-gesteuerten Gegnern offenbart das Gameplay allerdings noch ein paar Defizite. Für taktisches Vorgehen fehlt oft die Präzision, sodass viele Torraumszenen reine Zufallsprodukte sind. Aufgrund der kleinen Tore sind hohe Bälle und damit verbundene Kopfball- oder Volley-Versuche geradezu sinnlos. Zu intensives Tricksen, welches in FIFA Street ja noch ein zentrales Spielelement darstellte, führt oft zu verheerenden Ballverlusten. Ach ja, und dann gibt es da neuerdings auch noch Fouls, die den Spielfluss vollends unterbrechen.

Obendrauf kommen ein paar nervige Designentscheidungen, etwa, dass ihr nach einem verlorenen Spiel das gesamte Turnier von vorne beginnen müsst. Oder dass sich eure Skills nur alle auf einmal zurücksetzen lassen. Oder dass eure Mitspieler und Gegner teils sehr generisch aussehen. So ist der Volta-Modus insgesamt doch eher eine nette Ergänzung, mit der man etwas Spaß zwischendurch haben kann. Einen Gamechanger darf man hier also nicht erwarten.

IN DEN RESTEN NICHTS NEUES
Das ist ein wenig schade, denn ansonsten sieht es bezüglich großer Änderungen in FIFA 20 recht mau aus. Der Anstoß verfügt nun über ein paar zusätzliche Hausregeln- Spielmodi wie Überraschungsball oder Platzhirsch. Im Pro-Clubs-Modus stehen euch ein paar neue Fähigkeiten und Individualisierungsoptionen zur Verfügung. Der Ultimate-Team-Modus wartet mit neuen Saisonmeilensteinen sowie einem entschlackten Nutzerinterface auf, das jedoch so furchtbar designt ist, dass das Managen eures Teams oder Erledigen von Squad Building Challenges zu einer echten Qual wird. Mit den unverändert allgegenwärtigen Pay-to-win-Aspekten, zu effektiven Schlenzern und den Problemen mit der Frostbite Engine fangen wir wohl besser gar nicht erst an …

So ist FIFA 20 insgesamt ein Spiel, das sich zwar große Änderungen auf die Fahnen geschrieben hat, am Ende aber genau die vermissen lässt. Ja, in Sachen Gameplay haben die Entwickler (wieder einmal) einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und inhaltlich kann man dem Titel wohl ohnehin keinerlei Vorwürfe machen. Bahnbrechende Innovationen bleiben aber auch dieses Jahr aus. EA Sports verschenkt an vielen Ecken und Enden Potenzial, wodurch die aktuelle Fußballsimulation jede Menge zu bieten hat, am Ende aber nirgends wirklich brilliert.

Im neuen Platzhirsch-Modus müsst ihr den Ball in einem abgesteckten Bereich halten, um einen Multiplikator in die Höhe zu treiben. Dann gibt’s für ein Tor mehr Punkte. (PS4)


MEINUNG

David Benke

FIFA 20 versucht, einige Dinge neu zu machen und bietet mit seinen vielen Modi und Lizenzen einen wirklich beeindruckenden Umfang. Entsprechend werden Spieler mit unterschiedlichsten Vorlieben auf jeden Fall etwas finden, womit sie im neuen EA-Kicker Spaß haben können. Allerdings wirkt der Titel an vielen Ecken etwas halbherzig umgesetzt: Der Änderungen am Karrieremodus sind hauptsächlich optischer Natur. Der Volta-Modus lässt den letzten Kick vermissen. Das Gameplay fühlt sich trotz merklicher Änderungen außerdem noch immer nicht so realistisch an wie beim Konami- Konkurrenten. So ist mein abschließendes Fazit: Wer Fußball in Reinform erleben möchte, greift auch dieses Jahr besser zu Pro Evolution Soccer. Wer den Sport jedoch in all seinen Facetten erleben möchte, ist bei FIFA durchaus gut aufgehoben.

WERTUNG

Stärken und Schwächen

+Umfangreicher Charakter-Editor für Manager und Spieler
+Neue Pressekonferenzen und Interviews
+Authentische Präsentation (etwa Bundesliga und Champions League)
+Verbessertes Spielgefühl
+Anspruchsvollere Zweikämpfe
+Neuer Volta-Spielmodus …
-… mit schlechter Story und Online-Zwang
-Wenig neue Inhalte für bereits vorhandene Spielmodi
-Pay 2 Win in Ultimate Team
- Frostbite Engine sorgt an einigen Stellen für Probleme