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FIFA 23


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PC Games Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 19.10.2022
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Bildquelle: PC Games Magazin, Ausgabe 11/2022

Genre: Sportspiel

Entwickler: EA Sports

Hersteller: Electronic Arts

Termin: 30. September 2022

Preis: ca. 70 Euro

USK: ab 0 Jahren

Das beste, das größte, das schönste FIFA aller Zeiten! Im Vorfeld des Release von FIFA 23 hielt sich Publisher Electronic Arts mit Superlativen nicht zurück. Das ist auf der einen Seite schon ein wenig verständlich, schließlich endet am 30. September so eine kleine Ära: Nach 30 Jahren wird es dieses Jahr die letzte Fußball-Simulation aus dem Hause EA Sports sein, die die ikonischen vier Buchstaben auf dem Cover trägt. Da will man sich natürlich mit einem ordentlichen Knall verabschieden. Auf der anderen Seite schüren solche großspurigen Versprechungen natürlich auch enorme Erwartungen, die man besser nicht enttäuschen sollte. Sonst wird aus der emotionalen Abschiedstournee schnell ein ordentliches PR-Desaster.

Wie also schlägt sich „das letzte FIFA aller Zeiten“? Wir ...

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... haben dutzende Stunden auf dem virtuellen Rasen verbracht, alle wichtigen Neuerungen ausgiebig ausprobiert und verraten im Test: So gut gelingt EA Sports der Abschluss seiner Fußball-Reihe.

Mehr Power in Schüssen und Grätschen

Fangen wir doch direkt mit dem ersten Versprechen an: Ist FIFA 23 das beste FIFA aller Zeiten? Dafür werfen wir einen Blick aufs Gameplay und die wichtigsten neuen Features. Vor allem der neue Power Shot sticht hier positiv heraus. Wenn ihr die beiden Bumper und die Schusstaste gleichzeitig gedrückt haltet, ladet ihr jetzt einen besonders knackigen Schuss auf. Der erinnert fast schon ein wenig an Captain Tsubasa. Und einige der Treffer, die ihr mit der Mechanik erzielt, sind auch wirklich reif fürs Fernsehen!

Zu Beginn braucht es allerdings noch etwas Übung, die Pille überhaupt aufs Tor zu bekommen. Die Power Shots werden nämlich manuell kontrolliert. Ihr müsst also haargenau zielen, sonst bolzt ihr die Kugel auf die Tribüne. Außerdem ist die Auflade-Animation relativ lang. Ihr solltet also aufpassen, nicht noch von einem gegnerischen Verteidiger geblockt zu werden. Die haben mit dem neuen Hard Tackle die Möglichkeit, mit noch mehr Bums in den Zweikampf zu gehen.

Eine erwähnenswerte Überarbeitung gab es auch für alle Standardsituationen. Bei Ecken und Freistößen dreht ihr jetzt mit dem linken Stick die Kamera, eine Vorschau-Linie zeigt an, wo der Ball ungefähr landen könnte. Mit dem rechten Stick legt ihr dann noch fest, wo ihr den Ball treffen wollt. Ihr könnt beispielsweise mit dem Außenrist ein wenig Spin in die Kugel legen und sie so um die Mauer herum zirkeln. Oder ihr zieht Ecken scharf und flach auf den ersten Pfosten.

Bei Strafstößen bekommt ihr in FIFA 23 einen pulsierenden Kreis um den Ball angezeigt, der immer kleiner wird. Schießt ihr genau im richtigen Moment, müsst ihr euch eigentlich nur noch für eine Ecke entscheiden. Das Spiel platziert den Ball danach automatisch zwischen den Pfosten. Ihr könnt also gar nicht mehr komplett daneben semmeln. Das ist fast schon ein wenig zu einfach.

Now this is Football!

Was aber natürlich nicht bedeutet, dass FIFA 23 nicht anspruchsvoll wäre. Dank Hypermotion 2 hat ein Haufen neuer Animationen den Weg ins Spiel gefunden, der die Bewegungsabläufe eurer Kicker noch flüssiger und realistischer macht. Das wirkt sich dann natürlich auch auf das Spielgefühl aus: Das zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr noch mal langsamer und schwerfälliger – auch wenn dieser Satz in der FIFA-Szene mittlerweile ein wenig überstrapaziert ist. Sprints und Dribblings wurden generft. Gerade bei schnellen Richtungswechseln spürt man, wie der Spieler erst abbremsen und neu beschleunigen muss. Ihr könnt jetzt also keine wilden Kreise mehr um eure Gegenspieler drehen.

Spielerisch bietet FIFA 23 so eines der vielleicht besten Erlebnisse, das wir in den letzten Jahren bekommen haben. Endlich wird mal mehr von einem verlangt, als einfach nur per Steilpass auf den schnellen Außenstürmer durchzustecken und dann an der gegnerischen Abwehrreihe vorbei allein aufs Tor zuzurennen. Endlich fühlt sich das Geschehen auf dem Rasen mal etwas mehr nach Fußball an: taktisch geprägt, mit einem deutlichen Fokus auf Pass- und Kombinationsspiel, das Geduld und Präzision von einem verlangt.

Das gefällt natürlich nicht jedem. Gerade unter eSportlern und Streamern regt sich bereits an Kritik: FIFA 23 sei zu träge, zu unpräzise, zu schwammig. Und auch wir sind mit FIFA 23 nicht wunschlos glücklich. Gerade in der Defensive tun sich öfter mal Probleme auf. Da laufen KI-gesteuerte Verteidiger lieber vom Ball weg als zum Ball hin, der Torhüter macht nicht die kurze Ecke zu oder der Spielerwechsel will bei einem gegnerischen Konter einfach nicht richtig funktionieren. So lässt sich der letzte Mann, der vielleicht noch den entscheidenden Stopp setzen könnte, einfach nicht anwählen. Auch die Spieler-Kollisionen laufen nicht immer ganz sauber. Und trotzdem können wir uns wohl an kein FIFA erinnern, an dem wir zu Beginn so viel Spaß hatten. Bleibt nur zu hoffen, dass EA dieser Linie treu bleibt und nicht einknickt. Es wäre schon schade, wenn man mit kommenden Patches einfach zum Spielgefühl des Vorgängers zurückkehren würde.

Was hingegen noch gepatcht werden dürfte, ist das Crossplay! Das funktioniert zwar so weit einwandfrei. Ihr könnt im Hauptmenü festlegen, ob ihr gegen Spieler auf anderen Plattformen antreten wollt oder nicht. Außerdem wurde das Social Hub überarbeitet, sodass ihr jetzt auch auf dem PC einfach eine Einladung an einen Kumpel auf der Xbox oder der PS5 senden könnt. Ärgerlich sind allerdings die Einschränkungen: Crossplay funktioniert nur in Eins-gegen-eins-Modi wie Online-Saisons oder Division Rivals, nicht in Pro Clubs oder Online-Koop. Eine verpasste Chance.

WMs und Women’s Football

Nächster Punkt: Ist FIFA 23 das größte FIFA aller Zeiten? Nun, ja und nein. Ein starkes Argument dafür sind natürlich die beiden WM-Modi, die im Laufe der kommenden Monate nachgereicht werden sollen. Obendrein hat es nach mehreren Jahren Abstinenz auch die italienische Serie B zurück ins Spiel geschafft. Ergänzt wird das Gesamtpaket um ein paar einzelne Vereine wie Juventus Turin, den AFC Richmond aus der Apple-TV-Serie Ted Lasso oder den AFC Wrexham von Deadpool-Schauspieler Ryan Reynolds.

Die neuen Frauenmannschaften darf man natürlich auch nicht unter den Teppich kehren, wobei hier schon das erste große ABER kommt: Die Teams der Women’s Super League und der Division 1 Féminine sind nur in Anstoß, Online-Saisons und Offline-Turnieren spielbar, einen eigenen Karrieremodus gibt es nicht. Dazu hat es EA Sports teilweise nicht mal geschafft, die komplette Startelf von Chelsea oder Olympique Lyon mit echten, gescannten Spielergesichtern auszustatten. So wirkt die Implementierung ein wenig halbgar, als sei das Ganze nur ein netter kleiner PR-Stunt gewesen.

Und zu allem Überfluss müssen Spieler in diesem Jahr dann auch noch einen Schwund in Sachen Lizenzen verkraften: Der SSC Neapel läuft künftig unter dem Fantasienamen „Napoli FC“ auf, die gesamte Liga MX sowie die J League gibt’s nur noch exklusiv in Konamis eFootball.

Trauerspiel Karrieremodus

Das ist natürlich auch ein herber Verlust für den Karrieremodus. Wobei der dieses Jahr ohnehin ein wenig enttäuschend daherkommt. Normalerweise würden wir hier ausschweifend über unsere Erfahrungen als Hobby-Trainer sprechen, EA Sports hat FIFA 23 allerdings so wenige neue Manager-Features verpasst, dass man die relativ schnell abhandeln kann:

1. Die neuen Menüs. Die wurden, um einen einheitlichen Look zu schaffen, an die von Ultimate Team angepasst. Ihr habt jetzt also eine zusätzliche Übersichtsleiste am unteren Bildschirmrand. Das als „Neuerung“ zu verkaufen ist aber schon ein wenig dreist, zumal die Bedienung unter der neuen Nutzeroberfläche eher leidet, weil man sich als alteingesessener Veteran überhaupt nicht mehr zurechtfindet.

2. Die authentischen Manager. Die sind leider nicht mehr als ein paar kosmetische Skins für euren Avatar. Sie bringen euch keinerlei spielerische Vorteile – und es gibt auch noch lächerlich wenige davon! Aus den ersten beiden Bundesligen hat es beispielsweise nur Edin Terzic ins Spiel geschafft, ohne realistisches Gesicht natürlich.

3. Die neuen Cutscenes. Wenn ein Spieler euren Verein verlässt, wird er jetzt emotional auf der Geschäftsstelle verabschiedet. Weil dabei niemand spricht, hat das alles aber eher was von Slapstick. Die Sequenzen wiederholen sich zudem schon nach kurzer Zeit viel zu oft.

4. Das neue Transfer-Bewertungssystem. Das bietet keinen direkten Mehrwert und ist auch sonst ziemlich überflüssig, weil es keine damit verbundenen Manager-Ziele gibt. Ihr bekommt also nie gesagt, dass ihr etwa einen Transfer mit der Note A abschließen sollt.

5. Neue Details in Create Your Club. Ihr könnt jetzt unter anderem das Torwarttrikot eures Vereins auswählen oder eure Spieler im Team-Editor individuell anpassen. Das ist tatsächlich mal etwas Sinnvolles, hätte aber auch ganz einfach per Patch nachgereicht werden können.

Die einzige wirklich gute Ergänzung sind die spielbaren Highlights. Die bieten euch einen ordentlichen Kompromiss zwischen der Schnellsimulation und dem Spielen der kompletten 90 Minuten: Ihr spielt nur ein paar ausgewählte Höhepunkte nach, etwa Elfmeter oder Kontersituationen. Anzahl und Art der Spielszenen variieren dabei je nach Qualität der beiden beteiligten Mannschaften. Außerdem steht es euch frei, nur Offensiv-Aktionen selbst zu übernehmen, oder nur Highlights, die euren Virtual Pro betreffen.

Ein echter Freigeist

Apropos Virtual Pro: In der Spielerkarriere hat sich auch ein klein wenig getan. Mit Freigeist, Fußballkunst und Teamwork führt EA Sports drei Persönlichkeiten für euren Avatar ein, die euch je nach Ausprägung unterschiedliche Attributsboni bescheren. Wie sich euer Spieler entwickelt, bestimmt seine Leistung auf dem Platz. Tore und Tricks drücken euch mehr in Richtung Freigeist, gewonnene Zweikämpfe und gelungene Pässe mehr in Richtung Teamwork. Aber auch Aktionen abseits des Platzes prägen eure Identität. Ihr könnt beispielsweise einen verletzen Teamkameraden besuchen, eine neue Matratze kaufen oder eine Halloween-Party planen.

Um das zu finanzieren, verdient euer Pro jetzt auch tatsächlich Geld, das ihr dann noch vermehren könnt, indem ihr etwa eine Handy-App entwickelt oder ein eSports-Team gründet. Was das alles mit Fußball zu tun hat? Keine Ahnung! Uns wäre es deutlich lieber gewesen, man hätte sich weniger auf Lifestyle-Features und mehr auf das eigentliche Ziel konzentriert: nämlich eine Sport-Simulation zu entwickeln. Oder wenigstens mal einige der altbekannten Probleme anzupacken.

Ihr könnt euch auch in FIFA 23 noch immer nicht euren nächsten Verein aussuchen. Ihr fragt einen Transfer an und wartet dann, welche Angebote für euch reinflattern – so wie die letzten fünf Jahre! Ihr werdet von eurem Coach immer noch außer Position aufgestellt, wir liefen als Stürmer auch mal im zentralen Mittelfeld auf. Und der Newsticker im Hauptmenü erzählt gelegentlich immer noch totalen Blödsinn, weil er eure Klub- und eure Nationalmannschaftskarriere durcheinanderbringt. Da heißt es dann auch mal „Lechia Danzig gewinnt 2:0 gegen Ghana“.

Mehr Ärger als nur Pay2Win

Und wo wir uns gerade schon so schön in Rage geredet haben, lasst uns doch auch noch mal über Ultimate Team sprechen. Normalerweise verteufeln wir den Modus ja bloß für seine Masse an Mikrotransaktionen und gehen dann schnell über zum nächsten Thema. Dieses Jahr hat FUT neben dem bekannten Pay2Win-Aspekt aber auch ein paar neue Inhalte im Gepäck, auf die sich ein näherer Blick tatsächlich lohnt: Zum einen wurden die FUT Moments eingeführt, kleine Challenges, mit denen ihr Packs und andere Belohnungen verdient. So kommen auch Spieler, die kein Echtgeld investieren, an neue Items. Zum anderen wurde das komplette Chemie-System revolutioniert.

In FIFA 23 entsteht Chemie jetzt über die gesamte Mannschaft hinweg: Wenn ihr also Manuel Neuer und Joshua Kimmich in eurem Team habt, dann beschert euch das Pluspunkte. Schließlich kommen beide aus Deutschland und spielen für den FC Bayern München. Dass sie nicht mehr direkt nebeneinanderstehen, ist wurscht. Bereits im Vorfeld des Release sorgte die Änderung für einiges Rätselraten: Schließlich hat sich das bisherige System seit mittlerweile über zehn Jahren bewährt. Es ist fest etabliert, die Spieler haben sich damit arrangiert. Ein klassischer Fall von „If it ain’t broke, don’t fix it“. Und auch zum Launch zeigt sich: Die neue Chemie verursacht mehr Probleme, als sie löst. Für Squad Building Challenges benötigt man jetzt gefühlt einen verdammten Uni-Abschluss in Mathematik! Und auch beim Bau des eigenen Traumteams, was das neue System eigentlich vereinfachen sollte, gibt es mehr Hürden als bisher. Gerade Hybrid-Mannschaften, in denen Spieler mehrerer Ligen kombiniert werden, funktionieren nur noch eingeschränkt.

Ach ja, VOLTA und Pro Clubs gibt’s schließlich auch noch. Hier haben die Entwickler erneut etwas am Levelsystem gedreht: Künftig gibt es 100 statt der bisherigen 25 Ränge, was auf lange Sicht für mehr Motivation sorgen sollte. Außerdem sammelt ihr über beide Modi hinweg gemeinsamen Fortschritt. Durch eine Partie VOLTA Battles verdient ihr also auch XP für euren Pro-Clubs-Avatar. Eine sinnvolle Neuerung, die zusätzliche Anreize schafft, auch die etwas nischigen Spielvarianten auszuprobieren – selbst wenn uns VOLTA auch noch im vierten Jahr wie ein lästiges Anhängsel vorkommt, das EA Sports gerne für einen Story-Modus à la The Journey opfern dürfte.

Kampf mit der Technik

Widmen wir uns zuletzt der Frage: Ist FIFA 23 das schönste FIFA aller Zeiten? Hier gibt’s von unserer Seite ein klares Ja! EA Sports hat zwar keine Grafik-Revolution losgetreten, aber vor allem im Hinblick auf Details noch mal eine kleine Schippe draufgelegt. Ihr dürft euch über noch mehr Spielergesichter, zusätzliche Übertragungspakete und Replays mit Augmented-Reality-Elementen freuen, die etwa die Schussgeschwindigkeit oder den Expected-Goals-Wert anzeigen. Und so dumm es klingen mag: Auch der überarbeitete Rasen und die realistischeren Tornetze verleihen dem Spielerlebnis noch mal etwas Authentizität.

Gleichzeitig offenbaren sich bei der Technik aber auch viele Abgründe. Selten war ein FIFA zum Launch so sehr von Problemen geplagt wie dieses Jahr. Das fängt bei kleineren Grafik-Fehlern an: Da friert die UI ein oder verschwindet komplett. Die Kamera wählt bei einer Jubelszene einen so komischen Winkel, dass man von unterhalb des Spielfelds durch Tribünen und Zuschauer durchguckt. Bei Cinematics ruckelt es auch gerne mal.

Viel nerviger sind aber Black-Screens, komplette Spielabstürze oder die Tatsache, dass sich die PC-Version aufgrund von Problemen mit der mit eingebauten Anti-Cheat-Software manchmal gar nicht erst starten ließ. Hier hat EA Sports mittlerweile zwar einen ersten Patch nachgereicht, der die Stabilität verbessern soll, endgültig gelöst, ist das Probem allerdings nicht. Und auch die Server geben aktuell noch kein allzu zuverlässiges Bild ab. Schon während unserer Testphase, in der eigentlich „nur“ Presse, Streamer und Vorbesteller der Ultimate Edition unterwegs sein sollten, ließ die Verbindungsqualität öfter mal zu wünschen übrig. Nicht auszudenken, wie das aussieht, wenn zum offiziellen Release am 30. September Millionen von Spielern gleichzeitig auf den virtuellen Rasen strömen.

Alles in allem bleibt so ein eher durchwachsenes Fazit: Ja, FIFA 23 spielt sich so unterhaltsam wie schon lange nicht mehr – und dank Crossplay sogar über mehrere Plattformen hinweg! Hier hätte der Ableger durchaus das Potenzial gehabt, als gelungener Serien-Abschluss in Erinnerung zu bleiben. Das positive Bild wird aber durch zu viele Störgeräusche abseits des Platzes getrübt, allen voran Stillstand in den Offline-Modi und ärgerliche Technik-Probleme. So wird das „letzte FIFA aller Zeiten“ wahrscheinlich eher als ein Sinnbild der gesamten Reihe in die Geschichte eingehen, als ein Spiel, das aus seinen Möglichkeiten leider nicht das Maximum herausholen konnte.

MEINE MEINUNG

David Benke

Ein emotionaler letzter Ritt mit Höhen und Tiefen!

Nach fünf Jahren in Serie ist das hier tatsächlich mein vorerst letzter FI-FA-Test. Da kommt schon fast ein wenig Nostalgie auf. Statt auf Gefühlsduselei konzentrieren wir uns aber lieber auf die harten Fakten, es geht hier schließlich immer noch darum, ob FIFA 23 jetzt ein gutes Spiel ist oder nicht. Und die Frage ist wirklich nicht einfach zu beantworten: Rein spielerisch betrachtet macht die Fußball-Simulation wirklich Laune. Durch Hypermotion 2 ist die Action auf dem Rasen noch mal taktischer, weniger hektisch geworden. Die neuen Power Shots und Hard Tackles sind auch wirklich tolle Ergänzungen! Dummerweise hat es EA Sports aber verpasst, auf dem gelungenen Gameplay-Grundgerüst mit spannenden Inhalten aufzubauen. Die technische Umsetzung ist für meinen Geschmack auch nicht sauber genug. Deshalb kann ich mich leider nicht zu einer höheren Wertung durchringen, obwohl ich der Serie wirklich ein gebührendes Ende gegönnt hätte.

PRO UND CONTRA

+ Flüssiges Gameplay dank Hypermotion 2

+ Die neuen Power Shots machen Laune

+ Zugänglichere Standards

+ Zusätzliche Lizenzen (Serie B, Juventus, Ted Lasso)

+ Einbindung der offiziellen FIFA WM

+ Mehr Fokus auf Frauenfußball

+ Spielbare Highlights im Karrieremodus

+ Neue FUT Moments in Ultimate Team

+ Cross-Progression in VOLTA und Pro Clubs

- Probleme bei der Defensiv-KI

- Sonst kaum sinnvolle Neuerungen in der Karriere

- Neues Chemie-System macht in FUT Ärger

- Technik- und Grafik-Probleme

- PC-Version teilweise nicht spielbar

WERTUNG 7