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Film statt Dia


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LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 21.04.2022

Videopräsentationen mit OpenShot erstellen

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Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 5/2022

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Wer bei einem Diaabend nicht einfach nur Bild auf Bild an die Leinwand werfen möchte, der muss eine Präsentation erstellen. Mit Klassikern wie Impress oder Powerpoint gerät das Resultat eher dröge. Alternativ erstellen Sie mit einem Videoschnittprogramm wie OpenShot kurzweilige Vortragsvideos.

Die meisten PC-Nutzer sind mit der Bedienung von herkömmlichen Präsentationsprogrammen wie MS Powerpoint oder LibreOffice Impress vertraut. Wenigen ist allerdings klar, dass sich Videoschnittprogramme zum Erstellen von Präsentationen manchmal besser eignen als Präsentationssoftware.

Sie bieten sich vor allem dann an, wenn der Schwerpunkt einer Präsentation nicht auf dem Inhalt in Form von Text liegt, sondern auf dem visuellen Aspekt. Sehr häufig ist dies bei der Präsentation einer Fotoserie der Fall, insbesondere wenn das Ergebnis als Videodatei vorliegen soll, ...

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... die Sie anschließend auf einem hochauflösenden TV-Gerät abspielen beziehungsweise auf Social-Media-Portalen wie Youtube oder Instagram teilen möchten. Powerpoint kann zwar eine Präsentation direkt als Videodatei speichern, jedoch stehen dann nur wenige Exportoptionen zur Verfügung. Libre­ Office Impress kennt diese Funktion hingegen gar nicht.

Besonders Anfänger finden die Bedienung eines Videoschnittprogramms allerdings zunächst etwas verwirrend. Tatsächlich gelingen derart einfache Aufgaben mit einem Videobearbeiter aber oft sogar leichter als mit Powerpoint oder LibreOffice Impress. Der Videoeditor OpenShot zum Beispiel eignet sich hervorragend für diesen Zweck. Er ist zwar nicht so mächtig wie das ebenfalls unter einer freien Lizenz entwickelte Kdenlive, das teilweise auch Profis verwenden, doch zählt die Anwendung zu den einsteigerfreundlichsten Videoschnittprogrammen.

Im Folgenden zeigen wir daher, wie Sie eine einfache Fotopräsentation mit OpenShot 2.6.1 erstellen. Dabei erklären wir nicht nur, wie Sie die Fotos vorbereiten, importieren, sie in der Zeitleiste anordnen und das Ergebnis exportieren, sondern wir besprechen auch das korrekte Einfügen von Übergangseffekten und Titeln beziehungsweise Beschriftungen.

Installation

OpenShot befindet sich in den Paketquellen vieler Linux-Distributionen. Unter Ubuntu oder Debian installieren Sie es mit dem Befehl sudo apt install openshot‐qt. Auf der OpenShot-Webseite stellen die Entwickler auch ein Appimage der aktuellen Programmversion zur Verfügung . Zusätzlich benötigen Sie zwei weitere Pakete. Das Vektorgrafikprogramm Inkscape dient zum Bearbeiten von Titeln und Beschriftungen, der Font Bistream Vera Sans ist darin als Standardschrift für Titel festgelegt. Unter Debian/​Ubuntu spielen Sie die Schrift über das Paket ttf-bitstream-vera ein.

Außerdem empfehlen wir den RAW-Entwickler Darktable . Diesen können Sie zum Entwickeln Ihrer Fotos aus RAW-Dateien verwenden, doch auch wenn Sie eine Präsentation mit unbearbeiteten JPEGs erstellen, sollten Sie die Fotos zumindest beschneiden oder rahmen, damit sie dasselbe Seitenverhältnis besitzen. Zwar ließe sich die Präsentation im Prinzip auch mit Fotos erstellen, die nicht alle im selben Seitenverhältnis vorliegen, doch dann gelingen Übergangseffekte nicht so gut. In OpenShot gerät das Zuschneiden mehrerer Fotos recht zäh – es geht einfacher und schneller, wenn Sie es schon vorab erledigen. Alternativ verzichten Sie auf Übergangseffekte.

Vorbereitungen

Wie gerade angesprochen, ist es wichtig, dass alle Fotos dasselbe Seitenverhältnis aufweisen. In der Regel setzt eine Videopräsentation ein Seitenverhältnis von 16:9 voraus – das ist heute das Standardseitenverhältnis von Bildschirmen und TV-Geräten. Kameras und Smartphones nehmen Fotos jedoch meist nicht in diesem Format auf. Kamerasensoren arbeiten oft mit einem Seitenverhältnis von 3:2 oder 4:3, oft liegen Fotos auch im Hochformat vor.

Um die Aufnahmen auf das 16:9-Format zu bringen, müssen Sie also entweder oben und unten einen Streifen weg­ schneiden oder am linken und rechten Rand einen Streifen ergänzen. Wir bevorzugen Letzteres und zeigen daher im Folgenden, wie das mit Darktable funktioniert. In jedem Fall müssen Sie Fotos im Hochkantformat ergänzen, da Sie sonst Bildbereiche wegschneiden müssten.

Dateien zum Artikel herunterladen unter

www.linux-user.de/dl/45568

Erstellen Sie zunächst einen Ordner, in den Sie alle für die Präsentation notwendigen Dateien kopieren. Starten Sie dann Darktable und importieren Sie im Verwaltungsmodul die Fotos, die sich in diesem Ordner befinden. Übertragen Sie danach eine Aufnahme, die Sie ergänzen wollen, mit einem Doppelklick in das Dunkelkammermodul. Sofern Sie die Standardeinstellungen von Darktable nicht geändert haben, aktiviert das Programm wahrscheinlich das Modul Schärfen, um das Foto etwas zu verbessern. Wir gehen in diesem Fall jedoch davon aus, dass Ihre Fotos schon aufbereitet sind, zumindest was Kontrast, Farben, Helligkeit und Schärfe angeht. Suchen Sie daher im Modulpanel rechts das Modul Schärfen und schalten Sie es aus.

Tippen Sie anschließend rechts oben in das Modulsuchfeld rah ein, um das Rahmenmodul zu suchen. Es erscheint daraufhin gleich darunter. Schalten Sie es mit dem Knopf in seiner Titelleiste ein. Sie sehen nun um das Foto herum einen breiten weißen Rahmen. Bearbeiten Sie bei den Einstellungsoptionen die Werte für Randgröße, Seitenverhältnis und Farbe des Rahmens. Tippen Sie zuerst mit der rechten Maustaste auf den Schieberegler bei Randgröße und geben Sie 0,01 ein. Diesen Wert müssen Sie verändern, damit oben und unten kein Rahmen hinzugefügt wird. Zunächst verschwindet der Rahmen aber gänzlich.

Setzen Sie nun den Wert bei Seitenverhältnis auf 1,78. Daraufhin sehen Sie am linken und rechten Bildrand jeweils einen breiten weißen Streifen. Sie könnten nun gleich ins Verwaltungsmodul zurückkehren und das Foto exportieren, doch wir empfehlen, die Rahmenfarbe auf Schwarz oder einen Grauton zu ändern1 1 . Klicken Sie dazu auf die weiße Schaltfläche unten neben Farbe des Rahmens und wählen Sie im daraufhin erscheinenden Dialog die Farbe Schwarz oder Grau aus.

Übertragen Sie nun diese Einstellungen mithilfe der Stapelverarbeitungsfunktion von Darktable auf alle Fotos. Wechseln Sie dazu zurück zum Verwaltungsmodul und klappen Sie dort rechts das Modul Verlaufsstapel aus. Markieren Sie nun das Foto, zu dem Sie den Rahmen hinzugefügt haben. Klicken Sie anschließend unter Verlaufsstapel auf die Schaltfläche kopieren. Markieren Sie mit [Strg]+[A] alle Fotos, und klicken Sie auf einfügen. Nach kurzer Zeit sehen Sie, dass alle Fotos gerahmt wurden.

Exportieren Sie nun die Fotos, indem Sie rechts unten das Modul Exportieren ausklappen. Als Speicherziel geben Sie den Ordner an, in dem sich die Fotos befinden. Als Dateiformat nutzen Sie ein gängiges Bildformat wie etwa JPEG oder PNG. Wählen Sie für die JPEG-Kompression einen Wert von 80 bis 90 Prozent, damit die Bildqualität nicht leidet. Wichtig ist die Einstellung der Bildgröße unter Globale Optionen. Behalten Sie die originale Bildgröße bei, falls Sie ein hochauflösendes 4K-Video erstellen. Lassen Sie in diesem Fall die Werte für die Bildgröße bei 0 x 0. Möchten Sie eine geringere Videoauflösung wie Full-HD oder gar nur ein Instagram-Video exportieren, können Sie die Fotos aber auch wesentlich verkleinern. Stellen Sie dann die Größe auf zum Beispiel 2000 x 2000 Pixel ein. Markieren Sie die zu exportierenden Fotos mit einem Klick beziehungsweise [Strg] plus Mausklick und drücken Sie die Schaltfläche exportieren.

Legen Sie als Nächstes die Reihenfolge fest, in der die Fotos gezeigt werden sollen, und nummerieren Sie sie. Der Dateiname der Fotos sollte mit einer zweistelligen Zahl beginnen. Geben Sie dem ersten Foto zum Beispiel den Namen

01.jpg. Das ist ein wesentlicher Schritt, da er den Import der Fotos in OpenShot und ihre Anordnung auf der Zeitleiste erleichtert. Ansonsten kommen Sie leicht durcheinander, und es kann passieren, dass Sie manche Fotos doppelt zur Zeitleiste hinzufügen und andere auslassen.

Zeitleiste

Rufen Sie nun OpenShot auf. Beim ersten Start des Programms ist vermutlich die einfache Ansicht aktiv, die das Programmfenster in drei Bereiche gliedert

2. Ganz oben sehen Sie die Menüleiste und darunter eine kleine Werkzeugleiste.

Gleich links darunter nimmt die Ablagefläche für die Projektdateien einen großen Teil des Bildschirms ein. Dort landen die importierten Bild-und Tondateien, aus denen Sie das Video erstellen. Am unteren Rand dieses Bereichs aktivieren Sie weitere Registerkarten für Übergänge, Effekte und Emojis. Wichtig ist hier vor allem der Reiter für die Übergänge.

Rechts von diesem Fenster befindet sich die Videovorschau. Solange Sie noch keine Fotos oder Videos zur Zeitleiste hinzugefügt haben, zeigt die Vorschau nur eine schwarze Fläche an. Am unteren Rand dieses Fensters gibt es eine Leiste mit Schaltflächen für Wiedergabe, Vor- und Zurückspulen beziehungsweise Anfang und Ende. Ungefähr das untere Drittel des Programmfensters nimmt die Zeitleiste ein, die aus einer Werkzeugleiste und mehreren sogenannten Spuren besteht.

Da Sie für die Präsentation nicht mehr als drei Spuren brauchen, können Sie Spuren 4 und 5 löschen. Klicken Sie dazu auf das kleine helle V-Symbol links neben dem Namen der Spur. Daraufhin erscheint ein Menü, aus dem Sie die Option Spur löschen wählen. Sichern Sie anschließend die Projektdatei. Dazu klicken Sie im Menü Datei auf Projekt speichern unter, wählen im nun erscheinenden Dateimanager den Ordner aus, in dem Sie das Projekt speichern wollen, geben im Eingabefeld Dateiname einen Namen für das Projekt ein und klicken rechts davon auf die Schaltfläche Speichern.

Lassen Sie OpenShot geöffnet, starten Sie einen grafischen Dateimanager und navigieren Sie darin zu Ihren gesicherten Bildern. Markieren Sie alle nummerierten Fotos und ziehen Sie sie auf die Ablagefläche für die Projektdateien im OpenShot-Fenster. Das Programm fragt Sie daraufhin, ob Sie die Fotos als eine Bildsequenz importieren wollen. Klicken Sie hier auf nein, da OpenShot die Aufnahmen sonst als Projektdatei importiert, zu der Sie keine Übergänge mehr hinzufügen können. Anschließend lädt OpenShot die Dateien und listet sie auf der Ablage für Projektdateien in Form von Miniaturansichten auf. Sie sehen, dass die Files automatisch in der richtigen Reihenfolge erscheinen.

Bevor Sie Fotos in der Zeitleiste anordnen, ändern Sie die Bildlänge. Dabei handelt es sich um die Zeitdauer, die OpenShot Standbildern automatisch zuweist, wenn Sie sie auf die Zeitleiste ziehen. In der Vorgabe sind das 10 Sekunden – aus unserer Sicht ein wenig zu lang. Die optimale Bildlänge hängt davon ab, ob und welche Übergangseffekte Sie wählen, wie lange diese dauern, und außerdem auch von der Anzahl der Fotos und der Länge der Hintergrundmusik. Klicken Sie auf den Menüeintrag Bearbeiten | Einstellungen. Die Option Bildlänge sehen Sie gleich in der dritten Zeile der ersten Registerkarte, ändern Sie den Wert und schließen Sie das Dialogfenster. Ziehen Sie nun mehrere Fotos auf die erste oder zweite Spur der Zeitleiste. Lassen Sie dabei aber vorerst etwas Abstand zwischen den einzelnen Fotos beziehungsweise Clips3 3 .

Übergangseffekte

Fügen Sie nun einen Übergangseffekt für den Übergang vom ersten zum zweiten Foto ein. Klicken Sie dazu am unteren Rand des Projektdateienfensters auf die Registerkarte Übergänge. Anschließend sehen Sie im selben Fenster eine große Anzahl von Transitionen, die OpenShot als schwarz-weiße Miniaturen darstellt.

Übergänge sind Animationen, die einzelne Fotos oder Clips miteinander verbinden. Sie sollten mit ihnen grundsätzlich sparsam und vorsichtig umgehen – weniger ist hier mehr. Bei Filmen wirkt es häufig amateurhaft, wenn jede Szene mit einem anderen Übergang beginnt. Profis bevorzugen meist den sogenannten geraden Schnitt (Straight Cut), also die simple Aneinanderreihung der Clips ohne Übergangseffekte. Das gilt zwar nicht in gleichem Maß für Videos, die ausschließlich aus Standbildern bestehen, doch es empfiehlt sich, für die Übergänge einen möglichst einfachen Effekt wie Blenden oder Wischen von links nach rechts zu wählen und für jedes Foto denselben Übergang zu verwenden.

Klicken Sie also zum Beispiel auf den Effekt Blenden und ziehen Sie den Eintrag zunächst auf die dritte Spur. Der Effekt erscheint in der Zeitleiste in Form eines türkisfarbenen Quadrats. OpenShot weist ihm automatisch eine Länge von 10 Sekunden zu – das ist wieder viel zu lang. Bearbeiten Sie die Eigenschaften des Übergangs, um die Dauer anzupassen. Klicken Sie dafür zunächst auf das kleine V-Symbol in der linken oberen Ecke des Übergangs. Wählen Sie im daraufhin erscheinenden Menü den Eintrag Eigenschaften. Nun erscheint am linken Rand des Programmfensters eine Spalte. Doppelklicken Sie dort auf die Zahl 10,00 in der vierten Zeile (Ende), um den Wert zu ändern. Ersetzen Sie 10,00 durch 3,00, um die Dauer des Effekts auf 3 Sekunden zu verkürzen. Die Form des Übergangs in der Zeitleiste hat sich nun geändert: Aus dem Quadrat ist ein sehr schmales, stehendes Rechteck geworden. Klicken Sie auf den Übergang und ziehen Sie ihn auf den ersten Clip in der zweiten Spur. Schieben Sie ihn bis zum Ende des ersten Clips. Sobald Sie am Ende des Clips anstoßen, erscheint in der Zeitleiste ein dünner vertikaler Strich. Bei den Eigenschaften des Übergangs sollte in der Zeile Position der Wert 5,00 stehen. Das bedeutet, dass der Effekt in der 5. Sekunde des Videos beginnt.

Schieben Sie nun das zweite Foto so weit nach links, bis Sie am Anfang des Übergangs anstoßen und erneut der dünne vertikale Strich erscheint. Auf diese Weise überlappen sich das Ende des ersten Clips und der Anfang des zweiten. Duplizieren Sie den Übergang. Markieren Sie ihn, indem Sie darauf klicken, und drücken Sie die rechte Maustaste. Wäh­ len Sie im nun erscheinenden Menü Kopieren und im nächsten Übergang.

Schieben Sie dann den Mauszeiger nach rechts auf eine leere Stelle in der Spur 2 neben dem zweiten Clip, klicken Sie mit der rechten Maustaste, und wählen Sie im Kontextmenü Einfügen. Eine Kopie des Übergangs wird daraufhin in die Spur eingefügt. Schieben Sie den zweiten Übergang wieder auf das Ende des zweiten Clips. Ziehen Sie dann den dritten Clip nach links bis zum Anfang des zweiten Übergangs. Ordnen Sie auf diese Weise alle Fotos und Übergänge in der Zeitleiste an. Zwischendurch kontrollieren Sie Ihre Arbeit, indem Sie im Vorschaufenster rechts oben eine Vorschau abspielen. Klicken Sie dazu auf den Wiedergabeknopf unter dem Vorschaufenster.

Fügen Sie zum Schluss dem ersten und letzten Clip ein langsames Ein-beziehungsweise Ausblenden hinzu. Klicken Sie dazu auf den ersten Clip und drücken Sie die rechte Maustaste. Wählen Sie dann aus dem Kontextmenü das Untermenü Blenden, danach Filmanfang und schließlich den Eintrag Einblenden (langsam). Wiederholen Sie diesen Schritt auch für den letzten Clip, aber wählen Sie dort statt Filmanfang das Filmende und statt Einblenden (langsam) die Option Ausblenden (langsam).

Titel und Beschriftungen

Selbstverständlich erlaubt es OpenShot, Titel, Untertitel und Beschriftungen einzublenden. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie dem ersten Foto den Titel der Präsentation hinzufügen. Wir erstellen dabei einen etwas komplexeren, zweizeiligen Titel, der sich an das Foto anpasst. Der Text soll in freien Bildbereichen erscheinen; die erste Zeile positionieren wir dazu oben auf dem Himmel und die zweite Zeile unten auf dem Schnee. Die Beispieldatei dazu finden Sie im Download-Bereich zu diesem Artikel.

Klicken Sie dazu im Programmmenü auf Titel und anschließend auf den ersten Menüeintrag Titel. In der linken Hälfte des Dialogfensters sehen Sie die verfügbaren Vorlagen, also die Layouts für den Titel. Rechts erscheinen verschiedene Einstellungsoptionen; dort legen Sie unter anderem den Inhalt des Titels fest4 4 . Wählen Sie die Vorlage Standard 3 aus. Ersetzen Sie anschließend rechts im Eingabefeld Zeile 1 den Wert Line 1 durch die erste Zeile des Titels, also zum Beispiel „Winterwonderland“. Löschen Sie auch den Inhalt der Zeilen 2 und 3. und tragen Sie in Zeile 2 „Niederösterreich“ ein. Klicken Sie nun auf die Schaltfläche Erweiterte Bearbeitung.

Daraufhin lädt OpenShot den Titeltext in das vektororientierte Zeichenprogramm Inkscape. Der Text „Winterwonderland Niederösterreich“ erscheint dort auf einer rechteckigen weißen Fläche. Klicken Sie dreimal auf das Wort „Winterwonderland“, um den Bearbeitungsmodus für das Element zu aktivieren. Wählen Sie dann das Werkzeug Verschieben aus, das erste, pfeilförmige Icon in der Symbolleiste am linken Rand des Inkscape-Fensters. Zeigen Sie nun auf den Text, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und schieben Sie den Text ein wenig nach links und nach oben. Verfahren Sie genauso, um das Wort „Niederösterreich“ nach rechts unten zu verschieben 5. Speichern Sie die Titeldatei mit [Strg]+[S], und schließen Sie Inkscape.

Ändern Sie danach im Dialog Titel die Schriftfarbe auf Schwarz, da eine schwarze Schrift auf dem hellen Titelbild besser zu sehen ist. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche Schriftfarbe und anschließend im Farbauswahldialog links oben auf das kleine schwarze Farbfeld. Bestätigen Sie die Auswahl mit OK.

Der neu erstellte Titel sollte nun unter den Projektdateien erscheinen. Ziehen Sie ihn auf die Spur 3 der Zeitleiste und schieben ihn ganz bis an den Anfang des Videos. Dabei kommt es darauf an, dass Sie den Titel auf eine Spur ziehen, die nach der Spur mit den Fotos erscheint. Würden Sie ihn zum Beispiel auf die erste Spur ziehen, wäre er nicht zu sehen. Die Eigenschaften des Titelclips bearbeiten Sie genauso wie die Eigenschaften anderer Clips und Übergänge. Stellen Sie das Ende des Titels auf 6,00 und lassen Sie den Titel anschließend langsam ein-und wieder ausblenden.

Ziehen Sie zum Schluss die Musikdatei vom Projektdateienfenster auf die einzige noch leere Spur im Editorbereich. Die Präsentation ist nun im Großen und Ganzen fertig, und Sie müssen sie nur noch als Videodatei speichern.

Weitere Infos und interessante Links

www.linux-user.de/qr/45568

Export

Beim Exportieren des Videos gilt es, einige Dinge zu beachten. Es gibt zahlreiche verschiedene Container-Formate, Codecs, Frame-Raten und Bildauflösungen. Das kann zunächst sehr verwirrend sein. Unabhängig davon, wie Sie das Video abspielen, können Sie aber mit einer Frame-Rate von 30 fps, dem Container-Format MP4 und dem Codec H.264 nicht viel falsch machen. Mit diesen Videoeigenschaften sollten sowohl Instagram als auch modernere TV-Geräte zurechtkommen. Klicken Sie auf Datei | Projekt exportieren | Video exportieren, um den Exportdialog aufzurufen.

In der Registerkarte Einfach haben Sie zunächst die Möglichkeit, ein Profil zu wählen6 6 . In der Ausklappliste finden Sie mehrere Profile wie Web, DVD oder Gerät. Hier ist aber eigentlich nur die Option Alle Formate wirklich nützlich. Beim Profil Web steht zum Beispiel das Ziel Instagram zur Verfügung, das wiederum mehrere HD-Videoprofile anbietet. Doch die sind eigentlich nutzlos, da Instagram Videos stark verkleinert und außerdem ein sehr ungewöhnliches Seitenverhältnis nutzt. Wählen Sie daher das Profil Alle Formate. Als Ziel trägt OpenShot automatisch den Codec MP4 (h.264) ein – belassen Sie es bei dieser Einstellung. Wichtig ist die Option Videoprofil. In dieser Liste gibt es sehr viele Auswahlmöglichkeiten, aber wirklich relevant sind nur einige wenige. Wählen Sie 4K UHD 2160p 30fps (3840x2160), wenn Sie ein 4K-Video für die Wiedergabe an einem modernen 4K-TV-Gerät erstellen. Für Youtube und (Full-)HD-Bildschirme und ‐TVs kommt das Profil HD 1080p 30fps (1920x1080) infrage. Für Instagram-Videos empfehlen wir stattdessen die Auflösung HD 720p 30fps (1280x720).

Die letzte Einstellungsoption regelt die Qualität sowie die Kompression und damit die Dateigröße des Videos. Wählen Sie hier hoch, wenn Sie ein 4K-Video erzeugen, bei dem die Dateigröße keine Rolle spielt. Für Instagram-Videos empfiehlt sich hingegen eher eine mittlere oder niedrige Qualität, da das Portal selbst die Qualität der hochgeladenen Videos reduziert. Klicken Sie zum Schluss auf Exportieren, um das Video zu speichern. Abhängig von der verwendeten Hardware und der Länge des Videos benötigt der Prozess einige Zeit.

Übrigens können Sie mit OpenShot auch Videos im vertikalen Format erstellen. Solche Hochkantvideos sind besonders bei Portalen wie Tiktok oder Youtube Shorts beliebt, die Nutzer in der Regel mit einem Smartphone aufrufen. Dazu müssen Sie aber vor Beginn der Arbeit das Standardprofil für die Vorschau ändern. Klicken Sie dazu in den Einstellungen von OpenShot auf die Registerkarte Vorschau und wählen Sie dort in der Ausklappliste als Standardprofil die Option HD Vertical 1080p 30fps. Starten Sie das Programm anschließend neu. Nach dem Neustart sehen Sie ein vertikales Vorschaufenster.

Fazit

Das einfache und einsteigerfreundliche Videoschnittprogramm OpenShot eignet sich bestens zum Erstellen von Präsentationen, die in einem Videoformat vorliegen sollen. Die Bedienung der Software ist für Anfänger zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt dennoch intuitiv. In vielen Fällen gelingen damit Präsentationen sogar einfacher als mit herkömmlichen Präsentationsprogrammen.

OpenShot besitzt alle für diese Aufgabe notwendigen Werkzeuge, darunter auch zahlreiche Übergangseffekte sowie ein Werkzeug zum Erstellen komplexer Titel und Beschriftungen. Ein Vorteil sind auch die Exportoptionen, mit deren Hilfe Sie Größe und Qualität der Präsentation präzise steuern und auf das endgültige Ausgabemedium abstimmen. OpenShot, aber auch andere Videoschnittprogramme stellen daher durchaus eine Alternative zu den Präsentationstools LibreOffice Impress oder Powerpoint dar. (cla) n