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FINESSE-JIGGEN: SCHLAUES KÖPFCHEN WECHSEL DICH


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 60/2018 vom 11.05.2018

Ein starrer Jigkopf ist der Standard beim Gummifischangeln auf Zander und Barsch. Doch der bewegliche, flexible Bleikopf kommt bei Raubfisch-Profis wieRocky van Duivenvoorde gerade groß raus. Lassen Sie sich von dem Streetfisher das Flexhead- oder Cheburashka-Rig näherbringen.


Artikelbild für den Artikel "FINESSE-JIGGEN: SCHLAUES KÖPFCHEN WECHSEL DICH" aus der Ausgabe 60/2018 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 60/2018

Beim feinen Jiggen mit dem Cheburashka- oder Flexhead-System machen auch kleinere Zander großen Spaß an der leichten Rute.


„TOCK – EINEN ZANDERBISS SPÜRT MAN ÜBER DIE RUTE BIS IN DEN KÖRPER.“


Bei der Finesse-Angelei geht es grundsätzlich darum, den Kunstköder an möglichst leichtem und feinem Gerät anzubieten. Ihren Ursprung fand ...

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... diese moderne Art des Spinnangelns in Amerika, der Trend schwappte allerdings schon vor Jahren nach Europa. Auch das Dropshot- oder Carolina-Rig gelten als „Finesse“. Ich möchte Ihnen allerdings, abseits von den längst bekannten Montagen, eine moderne Form des Jigkopfes präsentieren: das Flexhead- oder auch Cheburashka-Rig.

Auch wenn die Bezeichnung sehr wichtig und kompliziert klingt – die Montage ist sehr einfach aufgebaut. Sie besteht aus einem Drahtbügel, auf den ein Blei- oder Tungstengewicht geschoben werden kann. In die hintere Öse des Drahtes wird der Haken eingehängt. Der Bügel hat den Vorteil, dass sich sowohl Haken als auch Gewicht schnell wechseln lassen. So passt man sich jeder Gewässersituation an.

Tungsten hat den zusätzlichen Vorteil einer deutlich höhren Dichte gegenüber Blei. Und wie wir aus dem Physikunterricht wissen, bedeutet eine große Dichte ein geringes Volumen – Tungstenköpfe sind bei identischem Gewicht also kleiner als Bleiköpfe. Außerdem sind sie härter und übertragen die Bodenstruktur des Gewässers ein wenig besser.

Die Seen und Kanäle in meiner Umgebung sind verschieden tief und auch trüb. Entsprechend kann ich auch die Farbe meines Tungsten-Jigs wählen. Bei wenig Licht fische ich beispielsweise sehr oft einen neongrünen Bleikopf. An sonnigen Tagen dagegen laufen meist natürliche Farben viel besser.

Dank des Drahtbügels lassen sich Haken und Gewicht in Sekunden auswechseln.


EINFACHES GERÄT

Die Rute, die ich verwende, ist sehr straff. Dadurch bekomme ich jeden Biss direkt ins Handteil übertragen. Mein Modell hat eine Länge von 2,20 Meter und ein Wurfgewicht zwischen sieben und 24 Gramm. Ein drei Gramm schwerer Jigkopf mag für diese Wurfgewichtsklasse zwar auf den ersten Blick zu leicht sein, doch vergessen Sie nicht, dass auch der Gummifisch noch ein Eigengewicht besitzt.

Eine Rolle der 1000er-Größe reicht völlig aus. Diese wird mit einer 0,08er-Geflochtenen bespult. Diese Schnurstärke bietet dem Wind und der Strömung viel weniger Widerstand als eine dickere Schnur. Und wenn man einen Drei-Gramm-Kopf fischen will, ist eine so dünne Leine ein Muss. Ans Ende der Geflochtenen knote ich immer ein Stück Monofil oder Fluorocarbon in den Stärken 0,22 bis 0,28 Millimeter. Dieses verwende ich vorwiegend auf Gewässerstrecken, auf denen kaum Hechte vorkommen. Ansonsten muss man ein möglichst dünnes Stahl- oder Titaniumvorfach wählen.

Mit diesem Setup suche ich den Grund ab. Wenn ich nach einer Weile allerdings mehrere Montagen bei Hängern verloren habe, muss ich umdenken. Hier zeigt sich der Vorteil des Cheburashka-Rigs erneut. Ich kann den Einzelhaken einfach aushängen und gegen einen Offset-Greifer austauschen. Verwende ich diese Hakenmodelle, montiere ich zusätzlich einen wirklich schlanken Gummifisch. Diesen kann der Zander oder Barsch deutlich einfacher zusammendrücken – und ich hake viel mehr Fische als mit einem voluminösen Köder. Generell wird der Gummifisch bei dieser Montage besser eingesaugt als am starren Jigkopf, da er nicht direkt mit dem Blei- oder Tungstengewicht verbunden ist.

Als willkommener Beifang gehen immer wieder große Barsche an den Haken.


Soweit zur Theorie, ich will Ihnen noch kurz erläutern, wie ich die Montage am Wasser einsetze. Ich fische den Kanal oder Hafen immer so intensiv wie möglich ab. Das Gewicht meines Cheburashka- oder Flexhead-Bleikopfs passe ich den Witterungsverhältnissen an. Bei starkem Wind verwende ich etwa fünf oder sieben Gramm schwere Köpfe. Bei Windstille und maximal drei Meter Wassertiefe ist der Drei-Gramm-Jig ideal, um möglichst lange Absinkphasen zu erzielen. Wenn Sie gerade erst in die Finesse-Angelei einsteigen wollen, empfehle ich Ihnen allerdings eher einen schwereren Bleikopf.

Ich führe den Cheburashka- oder Flexhead-Jig so, dass er immer wieder am Grund aufsetzt. Viele Bisse erfolgen in der Absinkphase. Der Zander oder Barsch attackiert die vermeintlich verletzte Beute, also meinen Gummifisch, dann, wenn sie geschwächt zum Grund taumelt.

Finesse-Rute, kleine Tasche und Abhakmatte: Der Autor hält sein Gepäck beim Streetfishing sehr klein. So kann er große Strecken absolvieren und viele Kanäle und Häfen effektiv befischen.


Die Cheburashka-Köpfe können Sie beispielsweise in einer Streamer-Box transportieren.


FOTO: R. V. DUIVENVOORDE

FOTOS: R. V. DUIVENVOORDE