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Fischen am Nordkap: Große Fische für Angelabenteurer


Tendency - epaper ⋅ Ausgabe 1/2016 vom 19.09.2016

Einmal an Europas nördlichstem Punkt gewesen zu sein, das ist der Traum vieler Reisender. Die Fahrt zum Nordkap führt durch atemberaubend schöne Landschaften und endet an Norwegens Nordküste, wo sich jährlich tausende Angler einen Wettkampf um die größten Fische liefern.


Artikelbild für den Artikel "Fischen am Nordkap: Große Fische für Angelabenteurer" aus der Ausgabe 1/2016 von Tendency. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Tendency, Ausgabe 1/2016

Ein Foto an der legendären Felsenklippe ist auch für Angler ein Muss, aber ihnen geht es hauptsächlich um den Sport, um Abenteuer und große Fische. Das Seegebiet um das Nordkap mit seinem enormen Fischreichtum und einer großen Artenvielfalt fordert sie heraus, den Traum eines jeden Anglers zu verwirklichen: einen riesigen Heilbutt zu ...

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... fangen.

Petri heil unter der Mitternachtssonne

Die Hauptsaison für Angler liegt zwischen den Monaten Mai bis September, wenn die Tage lang sind und die Sonne nie unterzugehen scheint. Mit seetauglichen Booten fahren sie hinaus auf das arktische Eismeer, um Steinbeißer, Schellfische und andere Arten zu fangen, vor allem aber große Heilbutts. Die Boote der Anbieter vor Ort sind mit Kartenplottern und GPS ausgestattet und haben eine hohe Außenbordkante, denn plötzlich aufkommender Wind verursacht hohe Wellen, die den Anglern gefährlich werden können. Nur starke Motoren mit einer hohen PS-Zahl trotzen selbst starker Strömung. Angler müssen zudem auf See mit Untiefen rechnen.

Bereits nach einer Stunde kann ein Heilbutt von mehr als einhundert Kilo an der Angel hängen, erzählen Angler, die aus ganz Europa anreisen. Der Rekord liege derzeit bei einem 233 Kilogramm schweren Heilbutt mit einer Länge von 2,63 Metern, der mit einer Rute gefangen worden ist. Aber auch Seelachse um die zwanzig Kilogramm und Dorsche jenseits der 20-Kilo-Marke seien keine Seltenheit.

Die passende Ausstattung

Die richtige Ausrüstung erhöht die Aussicht auf einen guten Fang. Das Equipment nimmt in der Regel jeder Angler selbst mit; selten kann man Geräte bei Veranstaltern oder Vermietern ausleihen. Alle Passagiere eines Bootes, das bis acht Meter lang ist und sich in Bewegung befindet, müssen bei ihren Ausfahrten aus Sicherheitsgründen Floatinganzüge bzw. seit dem 1. Mai 2015 eine Rettungsweste tragen. Nach dem norwegischen Gesetz reicht es nicht mehr aus, Schwimmwesten an Bord zu haben.

Stabile Angelruten um die 50 lbs sind eine gute Wahl, da ja ein Rekordfisch an der Angel hängen könnte. Erfahrene Angler empfehlen monophile Schnüre ab 50 lbs bzw. eine Stärke von 0,80 mm.

Als Köder eignen sich 20 cm große Gummifische mit Bleiköpfen ab 300 Gramm sowie Naturköder, z. B. Heringe und kleine Köhler. Dorsche, Steinbeißer, Seelachse, Schellfische und andere Arten beißen auf herkömmliche Pilger ab 150 Gramm und Beifänger mit 80er Vorfachschnur (0,80 mm).

Bei schlechtem Wetter können Angler auf die vielen kleinen Seen ausweichen. Zum Forellenangeln sollten sie daher kleine Spinner dabei haben.

Natur pur

Am Nordkap gehören nicht nur Nordlichter, die Mitternachtssonne und das Fischen zu den eindrucksvollen Erlebnissen, sondern das Gefühl, Teil der faszinierenden Natur zu sein: Angler beobachten Wale, die Heringsschwärme nach oben treiben sowie Robben, die auf den Felsen der umliegenden kleinen Inseln ihr Mittagsschläfchen halten. Tausende Seevögel, wie bspw. Papageientaucher, suchen im Meer nach Nahrung (Krill). Nicht selten begleiten Delphine die Boote der Abenteurer. Und dann kommt für den Angler irgendwann der Augenblick, den Fisch seines Lebens an der Leine zu haben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist am Nordkap relativ hoch, bestätigen viele, die das Einholen eines kapitalen Fisches schon selbst erleben durften.

Übernachten

Angler sollten rechtzeitig vor der Reise potenzielle Anbieter von Unterkünften und Guides kontaktieren, denn vor Ort gibt es erfahrungsge mäß nur wenige freie Plätze. Die Anbieter sprechen meist Englisch und sind auch Ansprechpartner für Probleme vor Ort. In Gjesvær zum Beispiel vermieten russische, norwegische und polnische Anbieter.

Je nach Anbieter wohnen die Angelurlauber in warmen, stabilen Häusern mit einer guten Ausstattung, bspw. mit Herd, Mikrowelle, Dusche. Für Familien ist eine solche Unterkunft eher kostspielig, da sie sich das Haus und damit die Kosten nicht mit anderen teilen.

Anreise zum Nordkap: Auto, Schiff, Flugzeug

Mit dem Auto oder Wohnmobil dauert die Reise zum Nordkap auf Magerøya von Deutschland aus mehrere Tage. Die Anreise mag zwar beschwerlicher sein, doch ist sie voller schöner Eindrücke, „ein Erlebnis“. Naturgewalten, Begegnungen mit Einheimischen und Beobachtungen von Wildtieren beinahe hautnah entschädigen für die Strapazen. Die norwegische Insel Magerøya ist mit dem Festland durch einen Unterwassertunnel verbunden.

Eine bevorzugte Route gibt es nicht. Angler wählen eine Strecke durch Norwegen oder über Schweden und Finnland, wobei in Schweden die Straßen besser sein sollen als in Norwegen und die Reisegeschwindigkeit bis 120 km/h betragen darf. Die Reise muss teilweise mit Fähren zurückgelegt werden. Viele Reisende ärgern sich Jahr für Jahr über die täglich schwankenden Preise. Aber dagegen kann man kaum etwas tun.

Unterwegs können sich Urlauber auf Campingplätzen in einfach eingerichteten Hütten ausruhen, heiß duschen und eine kleine Mahlzeit zubereiten. Eine Hütte für vier Personen kostet ungefähr zwölf Euro pro Person und Nacht. Bettwäsche sollten Reisende vorsichtshalber dabei haben.

Anreise auf dem Seeweg: Hurtigruten legt zweimal täglich im Hafen von Honningsvåg an. Die Reisenden haben dann Gelegenheit, je nach Saison und Tageszeit an einem Ausflug zum Nordkap teilzunehmen: Auf der nordgehenden Seereise findet der Ausflug zwischen 11:15 Uhr und 14:45 Uhr ganzjährig statt; auf der südgehenden Route wird der Ausflug im Zeitraum 08.05. bis 07.10.2016 angeboten. Weil das Schiff früher in Honningsvåg ankommt und der Aufenthalt ca. sechs Stunden dauert, können die Reisenden am Nordkap ein Frühstück mit herrlichem Panorama genießen.

Fliegen: Etwa 32 km vom Nordkap entfernt liegt der Flugplatz Honningsvåg, der von der Fluggesellschaft Widerø täglich mehrmals angeflogen wird. Die Internetseite der Fluggesellschaft www.wideroe.no/en ist auch in englischer Sprache abrufbar.

Weitere Flughäfen in Alta und Lakselv warden von den Fluggesellschaften SAS und Norwegian bedient. Von hier aus nehmen Reisende den Bus oder das Mietauto zum Nordkap. Vor der Anreise mit dem Flugzeug sollten sich Angler erkundigen, ob sie vom Vermieter abgeholt werden können.

Für die Anreise mit dem Bus, dem Taxi oder der Bahn empfiehlt es sich, die Tourist-Information in Honningsvåg zu kontaktieren.

Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß bis zum Nordkap gelangen möchte, sollte sich vorab über Wetter- und Straßenverhältnisse informieren und gegebenenfalls Apps zum Abruf von aktuellsten Informationen einsetzen.

Wetter

Während der Angelsaison schwanken die Temperaturen deutlich. Ein Beispiel vom Juni 2014: sieben bis 21 Grad in einem Zeitraum von 24 Stunden. Schneereste sind im Juni nicht selten.

Ein- und Ausreisebestimmungen für Norwegen

Auf der Internetseitewww.auswaertiges-amt.de gibt das Auswärtige Amt Reiseund Sicherheitshinweise. Der norwegische Zoll gestattet Angeltouristen die Ausfuhr von maximal 15 kg Fisch pro Person. Schon kleinste Überschreitungen werden geahndet.

Es ist ratsam, die Seiten des norwegischen und deutschen Zolls für aktuelle Informationen aufzusuchen:

www.zoll.de
www.toll.no