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FIT DURCH DEN HERBST: FELLWECHSEL, EINDECKEN UND SCHEREN: IM: Wintermantel


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 110/2018 vom 12.10.2018

Wenn die Tage kürzer werden und es nicht mehr lange dauert, bis der Winter den Herbst ablöst, holen wir die dicken Winterjacken aus dem Keller und rüsten uns mit Mützen, Schals und Handschuhen gegen die Kälte. Das kostet uns keine große Anstrengung. DerOrganismus unserer Pferde leistet hingegen Schwerstarbeit, um sich auf die neuen äußeren Bedingungen einzustellen.Wir zeigen, wie Sie Ihrem Pferd dabei helfen können und wann eingedeckt oder geschoren werden sollte


Artikelbild für den Artikel "FIT DURCH DEN HERBST: FELLWECHSEL, EINDECKEN UND SCHEREN: IM: Wintermantel" aus der Ausgabe 110/2018 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 110/2018

Wenn es kühler wird, ziehen wir Menschen uns einfach wärmer an. Das Pferd hingegen muss für seinen Fellwechsel regelrecht Kraft ...

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WUSSTEN SIE SCHON?

… dass kleine Pferderassen zwar mehr Fell bekommen, durch die verhältnismäßig größere Körperoberfläche aber schneller auskühlen?

Je nach Witterungsbedingungen und Haltungsform kann sich der Fellwechsel bei Pferden über Wochen oder sogar Monate hinziehen. Während des Fellwechsels arbeitet der Organismus des Pferdes mit Hochdruck daran, neue, dreischichtig aufgebaute Haare hervorzubringen. Diese bestehen überwiegend aus bestimmten Aminosäuren, anderen Proteinen und Lipiden. Chemisch gesehen finden sich im Haar Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Schwefel, Eisen, Kupfer, Jod und Zink. Aus diesen Bausteinen ein neues Fellkleid mit hochkomplexen Aufgaben zu schaffen ist eine echte Herausforderung. Der Fellwechsel wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Dabei spielt die Temperatur, der das Pferd ausgesetzt ist, tatsächlich eine eher untergeordnete Rolle. Sie beeinflusst allerdings die Länge und Dichte des Fells. Deswegen haben Offenstallpferde in der Regel ein längeres und dichteres Fell als ihre Artgenossen in reiner Boxenhaltung. Gleichzeitig steuern die Außentemperaturen auch den Abwurf des Winterfells.

Temperatur und Tageslicht

Viel mehr Einfluss hat das Tageslicht. Am 21. Dezember ist Winteranfang und damit der kürzeste Tag des Jahres. Der Sommeranfang beschreibt umgekehrt den längsten Tag. Die dadurch bedingten Veränderungen des Tageslichts werden von der Zirbeldrüse des Pferdes registriert. Diese Hormondrüse ist Teil des Zwischenhirns und produziert Melatonin. Das Hormon ist unter anderem für den Biorhythmus zuständig. So wird der Schlaf-Wach-Rhythmus und auch der Fellwechsel gesteuert. Die Haut ist das größte Organ des Pferdes. Sie schützt den Körper vor äußeren Einflüssen und ist zudem für die Reizweiterleitung, die Wärmeregulation und die Immunabwehr zuständig. Eine intakte Haut und ein intaktes Haarkleid sind für den gesamten Organismus wichtig. Ebenso wirkt sich der gesundheitliche Zustand auf den Fellwechsel aus. Dieser beansprucht das Pferd je nach Konstitution mehr oder weniger stark. Pferdebesitzer sollten sich deswegen rechtzeitig Gedanken über eine bedarfsgerechte Fütterung und eine ausreichende Versorgung des Pferdes mit Zusatzstoffen wie Vitaminen oder Mineralstoffen machen. Das größte Augenmerk liegt dabei auf dem Gesamtorganismus des Pferdes. So haben Studien bewiesen, dass die für den Fell- und Hautstoffwechsel nötigen Stoffe aus der Nahrung nur richtig aufgenommen werden können, wenn die Verdauung ungestört abläuft. Für den reibungslosen Ablauf des Fellwechsels ist eine gute Funktion der Ausscheidungsorgane Leber, Niere und Darm die Voraussetzung, denn nur so wird die Haut als Entgiftungsorgan entlastet. Ist das Pferd aufgrund mangelnder Nährstoffe nicht in der Lage, das neue Fell rechtzeitig zu bilden, kann es in der Folge zu Infekten und Störungen des Immunsystems kommen.

Jeder Prozess des Körpers benötigt Energie – auch der Fellwechsel. Jedes Pferd hat aufgrund seiner körperlichen Verfassung, seines Alters und seiner täglichen Bewegung vom Freilauf bis zum Training einen individuellen Energiebedarf, der sich zum Fellwechsel hin steigert. Die beste Grundlage für einen leicht vonstatten gehenden Fellwechsel ist eine gesunde und bedarfsgerechte Fütterung. Darauf sollte das ganze Jahr über Wert gelegt werden, da der Wechsel des Haarkleids eben keine spontan und nur kurzzeitig ablaufende Reaktion ist, sondern ein längerer Prozess. Neben dem gedeckten Energiebedarf ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen für ein perfektes Agieren des Enzymsystems notwendig. Zink ist ein Spurenelement, das nicht nur an der Bildung von Keratin (dem Hauptbestandteil der Haare und des Horns) beteiligt ist, sondern das auch die Zellteilung und das Wachstum der Haare fördert. An der Haarneubildung sind – neben Kupfer, Mangan und Selen – auch Folsäure und Biotin beteiligt. Für eine gute Hautdurchblutung sind Magnesium und Vitamin E wichtig. Auch Schwefel und Silizium kommt eine Bedeutung für die Haarund Hautentwicklung zu. Ein hochwertiges Mineralfutter kann den Bedarf decken. Es empfiehlt sich allerdings, vor allem bei Pferden mit Vorerkrankungen, alten oder geschwächten Tieren oder solchen mit generellen Problemen im Fellwechsel, Rücksprache mit dem Tierarzt zu halten. Ein Blutbild kann Aufschluss über einen Mangel geben. Füttern Sie deshalb immer nach Vorgabe des Herstellers oder nach Empfehlung des Tierarztes.

Richtig füttern

Frisches Grünfutter versorgt das Pferd mit Omega-3-Fettsäuren. Doch der Bedarf ist im Fellwechsel oft nicht gedeckt. Ein Mangel kann den Wechsel des Haarkleides verzögern und die Hautregeneration beeinträchtigen. Auch die Nervenzellen und die Durchblutung können unter einem Defizit leiden. Durch das Zufüttern von Ölen wie Lein-, Nachtkerzen-, Borretschsamen- oder Hanföl kann der Fellwechsel unterstützt werden. Generell sollte darauf geachtet werden, hochwertige Natur- und Nährstoffe einzusetzen und sowohl auf synthetische Zusatzstoffe, Aromaund Konservierungsstoffe als auch auf Bindemittel zu verzichten. Kräuter können den Leberstoffwechsel unterstützen, den Darm entlasten und ein vitales Immunsystem fördern. Kommt es zu Problemen während des Fellwechsels, sollte auf keinen Fall wahllos zugefüttert werden. Zunächst ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Eine entscheidende Rolle spielt das Alter, denn mit den Jahren verlangsamt sich der Stoffwechsel, und der Allgemeinzustand kann sich verschlechtern. Ebenso zeigt sich sowohl eine Unterversorgung mit Nährstoffen als auch eine stoffwechselbedingte Überlastung (zum Beispiel bei Zuchtstuten, Jungpferden, Ekzemern oder chronisch kranken Pferden) während des Fellwechsels. Nicht zu unterschätzen ist auch der Faktor Stress, der wiederum das Immunsystem schwächen kann. Wer die Ursachen findet und möglichst gut behebt, kann Folgeerkrankungen vorbeugen.

Hilfe von außen

Manchmal liegt die Ursache auch in einervorangegangenen medikamentösen Behandlung. Die Belastung durch Medikamente geht nicht immer spurlos am Stoffwechsel vor bei und kann das Immunsystem vorübergehend schwächen. Impfungen, Wurmkuren oder Antibiotika sind Nährstoffräuber und belasten die Entgiftungsorgane. Deswegen empfiehlt es sich, eine Wurmkur oder Impfung vor oder während des Fellwechsels besonders gut zu hinterfragen und gegebenenfalls zeitlich anzupassen. Mit dem Fellwechsel fängt es an zu jucken: Die meisten Pferde genießen die Fellpflege zu dieser Zeit in vollen Zügen. Kreisende Bewegungen mit dem Striegel massieren die Haut und fördern die Durchblutung. So kann der Prozess des Fellwechsels beschleunigt werden. Die Massage wirkt zudem entspannend und steigert das Wohlbefinden. Wer seinem Pferd etwas Gutes tun möchte, gibt ihm die Möglichkeit, sich zu wälzen. Sei es im Freilauf auf der Weide, dem Paddock oder in der Reithalle. In der Box oder im Offenstall können an die Wand geschraubte Besen oder Bürsten als Kratzstelle dienen. Waschungen sollten zum Fellwechsel eher vermieden werden, vor allem bei dichtem, langem Fell. Die Unterwolle trocknet nur schwer, und Nässe begünstigt eine Infektion der Haut.

Sitzt die Decke gut, haben Pferde keine Probleme mit ihr


Vom Wildpferd zum Reitpferd

Jedes Jahr zur Herbstzeit das gleiche Spiel: Die Pferdeläden stellen in hundertfachen Ausführungen Winterdecken zur Schau. 100 Gramm, 200 Gramm oder gar 450 Gramm. Neben den „Dauer-Eindeckern“, die fest davon überzeugt sind, dass das Pferd den Winter ohne Decke wohl kaum überleben würde, halten sich auch hartnäckig Meinungen von Kritikern, die der festen Überzeugung sind, dass jedes Pferd Kälte gut aushält und man dem Pferd durch das warme Einpacken nur schadet. Welcher ist denn nun der richtige Weg und wie deckt man sein Pferd am besten ein? Natürlich waren und sind Wildpferde nicht eingedeckt und haben es auch nicht nötig, da sie sich durch ihre körperlichen Voraussetzungen in ihrem Lebensraum vor der Kälte schützen können.

Es wäre falsch anzunehmen, dass unsere Hauspferde die gleichen natürlichen Möglichkeiten haben, sich vor den winterlichen Wetterbedingungen zu schützen. Pferde können sich in entsprechenden Lebensumständen selbst gut vor Kälte schützen, jedoch bietet der Durchschnitts-Pferdehalter seinem Vierbeiner keine solchen. Grundsätzlich fällt es Pferden leichter, sich aufzuwärmen, als sich herunterzukühlen. Die Haut des Pferdes ist sehr dick und damit bereits gut isoliert. Das Fell ist bei Wildpferden sehr dicht und lang. Hauspferde haben aber häufig durch Zucht und Selektion ein feineres, dünneres Haarkleid, das nicht so gut isoliert. Die sogenannte Piloerektion, also das Aufstellen, Drehen oder Anlegen der Haare, wird durch die Haarbalgmuskeln des Pferdes gesteuert. Dadurch kann es bei Kälte die Felldichte bis zu 30 Prozent erhöhen. Wenn die domestizierten Pferde diesen Muskel jedoch nie wirklich trainieren mussten (durch Boxenhaltung und Eindecken), funktioniert er, wie jeder untrainierte Muskel, nicht gut genug, um das Pferd durch Aufstellen des Fells zu isolieren. Je länger das Fell ist, desto besser schirmt es das Pferd vor Umwelteinflüssen ab. Außerdem hilft die Talgschicht der Haare dabei, dass die Feuchtigkeit nicht bis zum Körper gelangt. Auch Matsch auf dem Fell schützt den Vierbeiner. Aus diesem Grund ist ein Bürsten des Fellkleides von Nachteil für die Kältedämmung. Wie man jetzt schon erkennen kann, würde das Pferd unter gegebenen Umständen zwar einen körpereigenen Kälteschutz aufbauen können, jedoch sind diese Umstände mit dem Bedürfnis, das Pferd auch im Winter reiten zu wollen, und den gegebenen Bedingungen der Pferdehaltung nicht vereinbar.

Zu den gegebenen Haltungsformen kommt hinzu, dass ein Sportpferd grundsätzlich dünneres, feineres Fell hat als die nordischen Pferde wie beispielsweise der Isländer. Werden solche Pferde gehalten wie ein Isländer und nicht eingedeckt, kann man fest davon ausgehen, dass sie selbst unter den natürlichsten Bedingungen aufgrund von züchterischem Einfluss frieren würden. In der freien Wildbahn fahren Pferde ihre Bewegungsaktivität im Winter herunter, um nicht so viel Wärme produzieren zu müssen. Durch die Belastung, der unsere Pferde auch im Winter ausgesetzt sind, müssen sie dann jedoch mehr Wärme produzieren. Das Eindecken wirkt dem entgegen, dem Pferd bleibt mehr Energie. Wer sein Pferd also nicht extrem robust und natürlich hält, im Winter regelmäßig reitet oder ein altes oder sehr kälteempfindliches Pferd hat, wird im Winter am Eindecken, wenn auch nur bei großer Kälte, nicht vorbeikommen.

Gerade alte Pferde brauchen viel Energie, um den Körper warm zu halten. Sie sollten daher eingedeckt werden


Das Pferd zu scheren macht Sinn, wenn es im WInter täglich gearbeitet wird und das Fell nicht schnell genug trocknet


Welche Decke, wann?

Das Kälteempfinden jedes einzelnen Pferdes ist unterschiedlich, sodass Aussagen über die passende Grammzahl immer nur grobe Richtlinien sind. Man sollte selbst herausfinden, welche Decke für das eigene Pferd die richtige ist. Dennoch ist relevant, in welcher Haltungsform das Pferd untergebracht ist. Ebenso die Beachtung aktueller und chronischer Erkrankungen, des Alters und der Rasse. Grob sagt man, dass ab einer Temperatur von 12 Grad eingedeckt wird. Regendecken sind, wie der Name schon sagt, nicht für kalte Temperaturen, sondern für nasses Wetter geeignet. Normalerweise haben sie keine Wattierung und auch nur manchmal eine Fleece-Beschichtung. Sie können im Herbst und Frühjahr oder an kalten, nassen Sommertagen aufgelegt werden. Sie werden zwischen fünf und 18 Grad empfohlen. Eine Decke mit einer 50-Gramm- bis 100-Gramm- Füllung dient als Wetterschutz und wärmt zusätzlich. Sie ist gut geeignet für den Übergang. Pferden, die nur einen Wetterschutz brauchen und nicht stark frieren, reicht häufig eine 100-Gramm-Decke. Empfohlen wird die Übergangsdecke bei null bis 18 Grad (je nach Pferd). Die meisten Pferdebesitzer haben zumindest eine 150- bis 200-Gramm-Decke im Spind. Diese ist für Frühjahr, Herbst und Winter geeignet. Sowohl geschorene als auch nicht geschorene Pferde werden häufig mit 200 Gramm eingedeckt. Bei geschorenen Pferden eignet sich diese Decke nur für einen milden Winter, bei ungeschorenen für einen normal kalten Winter, also bei Temperaturen zwischen minus 10 bis plus 12 Grad. Eine warme Winterdecke mit 300 Gramm ist für geschorene oder für kälteempfindliche ungeschorene Pferde geeignet. Empfohlen wird die Verwendung bei minus 25 bis plus acht Grad.

Eine Stalldecke wird nur dann aufgelegt, wenn das Pferd geschoren ist oder in Zugluft steht. Dabei ist zu beachten, dass Stalldecken häufig keinen wasserabweisenden Stoff haben und sich somit sofort mit Wasser vollsaugen würden. Es ist also auf jeden Fall zu vermeiden, dass Pferde mit einer Stalldecke Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Eine nasse Decke auf dem Pferderücken ist gesundheitlich sehr schädlich. Zusätzlich zur passenden Füllung ist die Denierzahl zu beachten. Eine Decke mit einer geringen Denierzahl wie beispielsweise 600 ist dünner und nicht so eng gewebt wie eine Decke mit 1.600 Denier. Je höher die Denierzahl, desto stabiler und reißfester ist die Outdoordecke. Achten Sie immer darauf, dass das Pferd unter den Decken sauber ist, da sonst Scheuerstellen entstehen können. Decken sollten regelmäßig von Schweiß und Schmutz gereinigt werden. Die meisten sind jedoch zu groß für die eigene Waschmaschine, sodass man sie am besten zwischendurch in die Reinigung gibt. Bei manchen Decken ist es erforderlich, dass sie ab und an imprägniert werden. Ob dies bei der jeweiligen Decke erforderlich ist, sollte beim Hersteller erfragt werden.

Scheren oder nicht scheren?

Die Frage, ob das Pferd geschoren werden sollte oder nicht, hängt vom Training und seiner Fellbeschaffenheit ab. Hat das Pferd oder Pony ein dichtes Winterfell, wird aber jeden Tag in der Halle geritten, so bietet es sich an, es zu scheren. Das Trocknen des Fells dauert meistens sehr lange, und erst danach kann eingedeckt werden. Wenn es nicht eingedeckt wird, ist langes, kühles Fell trotzdem gefährlich für das Pferd. Ein verschwitztes Pferd im Winter auf den Paddock oder die Weide zu stellen kann schlimme Folgen haben. Pferde, die also regelmäßig gearbeitet werden, sollten geschoren werden.

Es gibt verschiedene Formen der Schur. Der sogenannte Sportschnitt ist geeignet für Pferde, die ganzjährig trainiert werden oder auf Turniere gehen. Dabei wird das ganze Pferd geschoren. Die Schur bringt natürlich mit sich, dass das Pferd relativ dick eingedeckt werden muss, weil das wärmende Fell fehlt. Pferde mit einem Sportschnitt sollten im Stall gehalten werden. Der Jagdschnitt ist für Pferde in mittlerer bis schwerer Arbeit geeignet. Die Tiere werden gezielt vom schweren Winterfell befreit, die Beine werden allerdings nicht geschoren, denn das Winterfell schützt sie. Unter dem Sattel wird das Fell belassen, es wirkt als natürliche Satteldecke. Auch diese Pferde brauchen eine dicke Winterdecke, allerdings sind sie zumindest an den Beinen geschützt und werden es in der Kälte dadurch etwas länger aushalten. Für mittelgradig gearbeitete Freizeitpferde und Pferde, die einen zusätzlichen Schutz im empfindlichen Lendenbereich brauchen, eignet sich der Deckenschnitt. Bei dieser Schnittform wird der Rücken nicht geschoren. Das Fell hält das Pferd trotzdem noch etwas warm, jedoch sind die stark schwitzenden Stellen geschoren. Bei gutem Wetter können diese Pferde mit einer leichten Decke auf die Weide, jedoch müssen sie an kalten Tagen dicker eingedeckt werden. Eine leichte Abwandlung dieser Variante ist der Streifenschnitt. Dabei wird auch noch der Hals im unteren Bereich geschoren, da das Pferd auch dort stark schwitzt. Fürs Eindecken gilt dasselbe wie bei dem Deckenschnitt. Wenn Sie das Pferd zum ersten Mal scheren, beginnen Sie am besten an einer Stelle, die nicht zu nah am Kopf ist, da das Brummen viele Pferde zunächst irritiert. Also erst das Gerät zeigen, während es läuft, positiv verstärken und dem Tier die Angst nehmen, bevor man ansetzt. Man kann sein Pferd auch scheren lassen. Wenn man keine Freundin hat, die sich gut damit auskennt, kommen auch Externe, die das Pferd, je nach Schnitt, für 20 bis 50 Euro scheren. Wie häufig ein Pferd geschoren werden muss, hängt davon ab, wie viel Fell es nachschiebt. Manche Vierbeiner müssen nur einmal geschoren werden, andere dreimal. Die erste Schur wird meist im Oktober gemacht, denn dann haben viele Pferde schon ihr Winterfell, und die Temperaturen sind niedrig.

Decken sollten an der Brust nicht zu eng sein, sodass genug Bewegungsfreiheit vorhanden ist


Fotos: slawik.com (3), Daniel Elke (1), IMAGO/ Frank Sroge (1); Illustration: Designed by Freepik.com/ Sketchepedia