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Fit fürs Alter


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 60/2020 vom 18.05.2020

Nur weil man im Laufe der Jahre etwas unbeweglicher geworden ist, muss man noch lange nicht mit dem Segeln aufhören, geschweige denn das Schiff verkaufen. Es gibt jede Menge Ausrüstung und Vorsorge-Möglichkeiten, die eine Yacht pflegeleichter und komfortabler machen und den eigenen Horizont erweitern.


Artikelbild für den Artikel "Fit fürs Alter" aus der Ausgabe 60/2020 von segeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: segeln, Ausgabe 60/2020

Selbstwendefock, Lazy-Bags und nach achtern laufende Fallen erleichtern das Handling bereits enorm


Ein eigenes Schiff zu besitzen, ist sicher der meistgeträumte Traum unter Seglern. Wer eines besitzt, weiß, wie viel Freude damit verbunden ist: allen voran die Freiheit, einfach lossegeln zu können, mit einer ...

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... Yacht, die zur zweiten Heimat geworden ist. Was aber, wenn Schiff und Skipper in die Jahre gekommen sind? Was, wenn beim Segeln niemand mehr in der Lage ist, ein leicht missglücktes Hafenmanöver mit elegantem Schwung über den Seezaun zum Guten zu wenden? Was, wenn der Bordaufenthalt weniger verlockend wird, weil die Cockpitbänke zu hart und die Kojen zu weich geworden sind? Was, wenn die Crew immer kleiner wird, weil die Kinder nicht mehr mitsegeln und auch die Freunde nicht mehr mitwollen? Ist dann der Zeitpunkt gekommen, sein Schiff zu verkaufen und das Hobby an den Nagel zu hängen? NEIN. Nicht solange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, den Bordaufenthalt komfortabler und das Handling einfacher zu gestalten.

MAST UND SEGEL

Veränderungen an den Segeln bewirken wahre Wunder.

• Vorsegel

Wenn man nur noch Focks oder Genuas nutzt, die auf Rolltrommeln laufen, muss niemand mehr zum Setzen und Bergen aufs wackelige Vorschiff. Außerdem erspart man sich das kräfteraubende Anschlagen und hochkurbeln. Für kleinere Yachten kann man Anlagen sogar selbst zusammensetzen (u. a. Furlex), das allerdings setzt handwerkliches Geschick voraus. Idealerweise wird der Fachmann, sprich Segelmacher, beauftragt, der letztlich auch das Segel schneidert. Sofern man sich zum Nachrüsten einer Roll-Anlage entscheidet, lohnt es sich, gleich einen Schritt weiter zu gehen und eventuell sogar eine Unter-Deck-Anlage zu bestellen. Sie hat zwei große Vorteile: Erstens bleibt das Vordeck stolperfallenfrei, weil keine Einrollleinen herumliegen, zweitens fällt das Ein- und Aussteigen über den Bugkorb deutlich leichter, da keine sperrige Rolltrommel im Weg ist.

Rollgroßsegel mögen verpönt sein, doch sie vereinfachen das Handling entscheidend!


Rollanlagen erleichtern das Segeln. Wenn möglich, sollte die Rollanlage unter Deck installiert werden


Wenn die Fock dann auch noch auf einer Selbstwendeschiene läuft (Nachrüstung ist ebenfalls möglich), lässt sich auch die Schot viel unkomplizierter bedienen. Man braucht sie nicht bei jeder Wende neu betätigen, sondern muss sie auf der Kreuz nur einmal dichtsetzen.

• Großsegel

Das A und O für leichteres Segelhandling aber ist das Umrüsten von Standard- auf Rollgroßsegel. Dafür muss man leider in den „sauren Apfel beißen“ und ein neues Rigg plus ein neues Großsegel kaufen. Eine Ausgabe, die sich allerdings lohnt, denn sie bringt einen großen Komfortgewinn. Für viele Jahre.

Grundsätzlich stehen zwei unterschiedliche Roll-Systeme zur Auswahl: Entweder werden die Großsegel in den Baum eingerollt oder in den Mast. Erstgenannte Systeme generieren weniger Topgewicht, sehen schicker aus und lassen sich mit etwas effektiveren Segeln kombinieren, zweitgenannte sind die empfehlenswertere bzw. altersgerechtere Variante. Warum? Weil sich Großsegel viel schneller und kräfteschonender in den Mast als in den Baum eindrehen lassen, denn hierbei muss viel weniger Lieklänge eingerollt werden als bei In-den-Baum- Roll-Systemen. Statt der gesamten Vorliekslänge braucht nur die Unterliekslänge weggerollt zu werden, da das Verhältnis von Unter- zu Vorliekslänge etwa 1: 3 beträgt, also nur ein Drittel. Außerdem gestaltet sich der Roll-Vorgang deutlich einfacher, denn beim In-den-Baum-Einrollen muss das Fall fortwährend auf Spannung gehalten werden. Mit anderen Worten: Dafür benötigt man zwei Hände.

Abhängig von Geldbeutel, körperlicher Fitness und Beschaffenheit der Yacht, ist noch eine Kauf-Entscheidung hinsichtlich mechanischer oder elektrifizierter Roll-Anlage zu fällen. Ganz neu auf dem Markt ist ein Nachrüstsatz des Masten-Herstellers Seldén. Er besteht aus einem elektrischen Rollmast-Antrieb und der ebenfalls neuen elektrischen Winsch E 40i mit synchronisierter Ausholerfunktion (SMF = Synchronized Main Furl). Das ist dann „easy rolling“ auf Knopfdruck.

Wer sein Schiff nicht mit einem Rollgroß aufrüsten will oder kann, erhält auch durch einfacheres Aufrüst-Zubehör sinnvolle Hilfe. Schon das Anbringen von Lazy-Bag und Lazy-Jacks erleichtert das Setzen und Bergen enorm. Auch hier kommt idealerweise der Segelmacher ins Spiel, denn er sorgt für das passende Baumkleid und stattet es wunschgemäß mit Reißverschluss oder Kunststoff-Schiebeknöpfen aus. Die Leinen, sprich Lazy-Jacks, können allerdings auch als fertiges Set im Fachhandel (Pfeiffer, Compass etc.) erworben und selbst montiert werden. Diese Sets, die sowohl die Segelpersenning als auch die Leinen beinhalten, werden meist unter dem Begriff Großsegel-Bergesystem angeboten. Es gibt sie beim Fachhandel in unterschiedlichen Größen

SCHOTEN UND FALLEN

Winschen, die mit Motorunterstützung arbeiten, erleichtern das Segelhandling erheblich. Dasselbe gilt für Taljen, die eine Feinverstellung haben.

• Winschen

Mit elektrischen Winschen gelingt der Segeltrimm per Knopfdruck. Ohne Elektroantrieb ist die richtige Kurbelposition entscheidend (rechts)


Zwar lässt sich nicht jede Yacht von manuellen Winschen auf elektrische um- oder nachrüsten, weil die Kabinen zu eng, zu niedrig oder zu verschachtelt sind, um dort die Motoren so zu platzieren, dass man sich nicht ständig den Kopf daran stößt. Gibt es ausreichend Platz, lohnt sich das Umrüsten auf E-Winschen allemal, denn man spart unendlich viel Kraft beim Dichtholen.

Kommen motorunterstützte Winschen nicht infrage, erleichtern Winschen mit Selftailing-Köpfen die Arbeit. Sie ersparen zwar nicht das Kurbeln, aber man kann dafür beide Hände nutzen, denn die Schot beklemmt sich von selbst im Winschen-Kopf und muss nicht ständig auf Spannung gehalten werden. Das Angebot an Selftailing-Winschen ist mannigfaltig. Das gilt hinsichtlich der Hersteller (darunter Harken, Lewmar, Andersen), aber auch in Bezug auf Größe und technische Eigenschaften, die sich in erster Linie dadurch unterscheiden, ob sie nur einen oder zwei Gänge haben.

• Taljen

Anders als bei Fockschoten werden Großschoten oftmals nicht über Winschen, sondern mittels Talje getrimmt. In diesem Fall hilft eine Feinverstellung, den Kraftaufwand spürbar zu minimieren. Sie wird in die Haupttalje eingebunden.

NAVIGATIONSGERÄTE

Gut zu sehen und rechtzeitig gesehen zu werden, sind wichtige Sicherheitsaspekte beim Segeln. Nicht immer sind die Sichtverhältnisse so gut oder die Fahrwasser so geradlinig, dass man sich auf die eigenen Augen verlassen mag. Beruhigend kann es daher sein, sich Sicht-Unterstützung durch elektronische Augen, in Form von AIS(Automatisches Identifikations-System)- und Radar-Geräten zu holen.

• AIS

Das Nachrüsten von AIS ist recht einfach zu bewerkstelligen, denn fast jeder Hersteller von elektronischen Bord-Systemen (Garmin, Raymarine, Simrad, Furuno etc.) hat entsprechende Geräte im Angebot. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl systemunabhängiger AIS-Geräte (z.B. NASA, Amec, Watcheye), die ebenfalls angeschlossen werden können, denn das Protokoll der versandten AIS-Daten ist genormt. Nicht jedes Gerät versteht sich allerdings mit jedem. Die Schnittstellen müssen zusammenpassen. Ältere Kartenplotter haben häufig noch NMEA-0183-Schnittstellen, neuere Geräte verfügen über NMEA-2000er-Schnittstellen. Das gilt es, beim Kauf zu beachten.

Außerdem muss man sich darüber klar werden, ob man nur AIS-Daten empfangen möchte, um alle Berufsschiffe und Yachten, die mit AIS-Sendern ausgerüstet sind, zu beobachten oder/und ob man selbst AIS-Daten ausstrahlen möchte, um ebenfalls gesehen zu werden. Wer eigene Daten senden will, muss ein AIS-Kombi-Gerät mit Sender und Empfänger nachrüsten, wer den Schiffsverkehr nur beobachten möchte, kommt mit einem Empfänger aus. Die Montage kann von technisch versierten Eignern selbst durchgeführt werden.

Auch die Kuttertakelung trägt zu einem einfacheren Bootshandling bei


• Radar

Ein Bugstrahlruder lässt sich bei fast jedem Boot nachrüsten


Ein geteilter Bugkorb mit Tritt gehört zu den besten Investitionen an Bord


Das Nachrüsten von Radar-Geräten sollte man Fachleuten überlassen. Zwar ist die Montage in den letzten Jahren deutlich einfacher geworden, weil die gesamte Elektronik mittlerweile in der Radom-Antenne verbaut ist. Anstelle eines vormals sehr dicken, sehr schweren Kabels muss nur noch ein dünnes verlegt werden, das einfach an den Bord-Computer angesteckt wird. Mit einem Klick auf das richtige Häkchen wäre das Radar-Gerät dann einsatzbereit. Davor steht allerdings noch das Anbringen der Antenne und das Finden der richtigen Position. Da die Strahlung gesundheitsschädlich ist, sollte die Antenne so hoch angebracht werden, dass weder der Kopf des Skippers noch die Köpfe seiner Mannschaft getroffen werden. Gut platziert, sitzen Radar-Antennen an der Vorderkante des Mastes oder auf einem extra montierten Gerätehalter, der so hoch ist, dass die horizontale Strahlung über die Köpfe hinwegläuft.

BUG-STRAHLRUDER

Bugstrahlruder (evtl. sogar auch noch Heckstrahlruder) sind vor allem dann hilfreich, wenn man es mit engen Häfen zu tun hat, seitlich anlegen möchte (u. a., weil das Auf-den-Steg-Steigen durch eine seitliche Relingspforte deutlich leichter geht als das Klettern über den Bugkorb) oder mit starker Strömung und heftigem Seitenwind zu rechnen ist.

• Externe Schrauben Nachgerüstet werden kann fast jedes Schiff. Am einfachsten funktioniert das mit externen Bugschrauben, wie sie z.B. Vetus, Lewmar, Side-Power und Sleipner bieten.

• Einbau-Schrauben Alternativ werden Tunnel-Bugstrahlruder verbaut. Hierbei ist die Montage deutlich aufwendiger, denn die Löcher, die ins Bugsegment geschnitten werden, sind groß. Ihr Durchmesser entspricht dem des Rohres, in dem später die Schraube sitzt. Fachkundige Hilfe einzuholen / anzunehmen ist in jedem Fall ratsam, da vor dem eigentlichen Anbau die richtige Position ermittelt, danach die Verkabelung vorgenommen und idealerweise sogar noch eine Lärmisolierung angebracht werden muss. Werften oder Yacht-Servicebetriebe sind daher die Ansprechpartner der ersten Wahl.

EINSTIEGSHILFEN

Hohe Gelenkigkeit und hohes Alter stehen im Widerstreit. Das ist zu akzeptieren. Nicht abfinden muss man sich allerdings damit, dass das An-und-von- Bord-Steigen unüberwindbar schwierig wird, denn es gibt eine Reihe sehr effektiver Einstiegshilfen.

• Bugkorb

Schon die Wahl des geeigneten bzw. altersgerecht gestalteten Bugkorbes kann das An-Land- Gehen spürbar erleichtern. Dass Bugkörbe nicht mehr komplett geschlossen sind, sondern einen Einstieg haben, gehört, abgesehen von wenigen Ausnahmen, mittlerweile zum Standard. Doch viele Modelle bieten mehr. Sie haben integrierte Plattformen, die als Tritt genutzt werden können, manche sind sogar mit Stufen bzw. kurzen Leitern kombiniert, die bei Bedarf (u. a. bei sehr hochbordigen Yachten) heruntergeklappt werden können. Wer einen Liegeplatz in einer Box hat, wird sich über einen kurzen, festen Bugspriet freuen, der ein kleines Stück über den Steven hinausragt und breit genug ist, um auch als Tritt zu fungieren. Statt an Land zu springen, kann man dann über seine eigene kleine „Gangway“ an Land marschieren. Idealerweise ragt der Bugspriet etwas über den Steven hinaus und ist der Korb ein wenig nach vorn gewölbt, damit man sich beim Übersteigen an ihm festhalten kann. Die dänische Nordship- Werft macht vor, wie ein sicherer Bugkorb in Kombination mit Tritt, Leiter und Aufhängung des Ankers aussehen kann.

• Reling

Eine unterteilte Reling sorgt für mehr Komfort als viele denken, denn die Kletterpartien haben ein Ende


Fallentaschen (links) halten Ordnung im Cockpit. Haltegriffe an der Sprayhood erhöhen die Sicherheit an Bord


Eingangs wurde schon erwähnt, dass Relingspforten bzw. geteilte Relingsdrähte eine gute Option sind, sich das An-und-von- Bord-Kommen zu erleichtern, daher sollte die Yacht auf beiden Schiffsseiten mit derartigen Durchlässen ausgerüstet werden. Für ein stabiles Pforten-System benötigt man zweibeinige Relingsstützen, denn gegebenenfalls möchte man sich ja an den Stützen aufs Deck hochziehen, und dafür sollten sie besonders solide verankert sein. Mit handwerklichem Geschick ist das eigenhändige Umrüsten zwar machbar, viel billiger als beim Fachmann wird es jedoch nicht, denn die Spezial-Terminals, die sich unkompliziert öffnen und zuverlässig wieder schließen lassen, müssen ohnehin vom Rigger auf die Drahtenden gewalzt werden. Auf die eine Drahtseite kommen Aug- oder Gabelbeschläge, auf die andere Schnappschäkel oder Pelikanhaken.

Für mehr Komfort und Sicherheit (sowohl im Hafen als auch während des Segelns) sorgt außerdem ein insgesamt höherer Seezaun. Wer schon dabei ist, neue Relingsstützen für die Pforten zu montieren, wählt gegebenenfalls gleich längere.

SICHERHEIT

Haltegriffe am Cockpittisch sollten eigentlich Standard sein, lassen sich aber einfach nachrüsten


Neben dem Komfort-Gewinn ist die Erhöhung von Sicherheitsvorkehrungen ein zweites großes Thema, wenn es darum geht, die Yacht fit fürs Alter zu machen.

• Haltegriffe

Wichtige Rollen spielen hierbei gut platzierte Haltegriffe und stolperfreie Laufflächen. Solange man jung und gelenkig ist, kann man ungesicherte Lücken auch mal mit beherzten Sprüngen überbrücken und Unebenheiten geschmeidig ausbalancieren, mit zunehmendem Alter fällt das nicht mehr so leicht. Dann sind weit mehr Haltegriffe und Handläufe gefragt, als auf heutigen Yachten üblicherweise montiert. Eigentlich sollten alle Schiffe so ausgerüstet sein, dass der komplette Weg von der Steuerposition durchs Cockpit, zum Niedergang, durch die Kajüte bis in die Vorschiffkabine hinein mit gut erreichbaren Haltemöglichkeiten abgedeckt ist. Doch leider ist das oftmals nicht der Fall.

• Sprayhood

Sollte beim eigenen Schiff diesbezüglich Nachholbedarf bestehen, kann schnell und leicht Abhilfe geschaffen werden. Mit einem Handlauf rund um den Cockpittisch, mit einem Haltegriff an der Sprayhood (den man sich auch nachträglich noch vom Planenmacher in die Sprayhood einarbeiten lassen kann), mit einem soliden Handlauf am Niedergang, mit einer stabilen Reling um den Kocher, mit Griffleisten / Schlingerleisten um die Arbeitsplatte in der Pantry, mit Handläufen unter der Salon-Decke …

• Stolperfreiheit

Passende Cockpitpolster aus wasserabweisendem Material sind ideal für lange Segelstunden


• Stolperfreiheit Stolperfreie Laufflächen schafft man sich u. a. durch das Anbringen von Fallentaschen. Sie nehmen die losen Fall- und Schotenden auf und halten das Cockpit frei von Tampen-Chaos.

SITZ-KOMFORT

Wenn Segeln in erster Linie der Entspannung dienen soll und nicht mehr so sehr der körperlichen Ertüchtigung, liegt es nahe, sich das Cockpit so bequem wie möglich zu gestalten.

• Cockpitkissen

Nichts ist einfacher, als sich Komfort an Bord zu holen, indem man bequeme Sitz-Kissen auf die harten Cockpitbänke legt. Es gibt sie in vielen Formen, Farben und Materialien von der Stange zu kaufen, u. a. bei Gotthardt, SVB, Compass, A.W. Niemeyer. Für maßgeschneiderte wendet man sich am besten an den Polsterer seines Vertrauens. Auf Wunsch rüstet er sie auch noch mit passenden Druckknöpfen oder Befestigungsgurten aus, damit sie selbst beim Segeln nicht von den Bänken rutschen.

• Relingspolster

Wer viel und gern auf der hohen Kante sitzt, hat sich wohl schon häufig an den harten Relingsdrähten gestört, dabei lassen die sich mit wenig Aufwand mittels Polster oder Schlauchgurt ummanteln oder ganz durch Relingsgurte ersetzen. Noch komfortabler wirds, wenn der Fachmann bequeme Relingspolster erstellt, wie sie z. B. die Faurby 460 zeigt.

Neue Kojenpolster erhöhen den Schlafkomfort an Bord


• Heckkorb-Sitz

Sitze in den Heckkörben erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, wenn es darum geht, den Bordalltag so komfortabel wie möglich zu gestalten. Bei allen Modellen, angefangen von einfachen Holzsitzflächen, die mit Schellen fest in den Heckkorb eingebunden werden (Ultramarine), über klappbare Varianten bis hin zu kompletten Heckkorbsitzen, die in die Reling eingehakt werden (Niro Petersen), ist das Nachrüsten unkompliziert.

SCHLAF-KOMFORT

Apropos bequem: Wie zu Hause liegen sich natürlich auch die Matratzen an Bord im Laufe der Jahre durch. Wenn man sich dann tatsächlich dazu entscheidet, neue anzuschaffen und ausreichend Platz in der Kajüte vorhanden ist, lohnt es sich, über eine neue, altersgerechte Einstiegshöhe nachzudenken. Mit einem passenden Lattenrost auf dem Bettkasten erhöht man nicht nur den Liegekomfort, sondern erzielt eventuell genau das richtige Maß, um komfortabel in die Koje einsteigen zu können.

• Matratzen

Bei guter Unterlüftung reicht vielleicht schon eine dickere Komfort-Matratze und gegebenenfalls ein Topper obendrauf. Der wiederum macht die Matratze (Laroma, Schaumstoff-Kersten etc.) noch liegefreundlicher.

BELEUCHTUNG

Dank LED-Technologie können die dunklen Höhlen von einst ausgeleuchtet werden


Zahlreiche Segelschulen bieten Skippertrainings an, um das An- und Ablegen zu üben. Selbst alte Hasen können neue Kniffe lernen


Erfreulicherweise gibt es heutzutage Licht-Quellen, die wenig Energie verbrauchen und sich daher bestens für den Yachtgebrauch empfehlen. Allen voran sind das LED-Lampen und -Leisten.

• LED

Entlang der Bettkästen-Sockel verlegt, erhellen LED-bestückte Lichtleisten den Fußboden und geben Tritt-Sicherheit. In die Schränke eingebracht, ermöglichen sie einen Überblick bis in die hintersten Ecken (auch ohne Brille und Taschenlampe). Über den Sofas aufgehängt, machen sie das Lesen zum Vergnügen - und versüßen den Bord-Alltag.

Lieber eine Nummer kleiner

Falls Umbauen oder Umrüsten der aktuellen Yacht nicht infrage kommt und der Kauf einer anderen diskutiert wird, sei hier noch ein Tipp erwähnt, der sich vielfach bewährt hat: lieber nach einem etwas kleineren Schiff Ausschau halten als nach einem in gewohnter Größe. Wer zuvor mit 40 Fuß gut zurecht kam, wird sich spätestens dann über nur 34 Fuß freuen, wenn erste Schwierigkeiten auftauchen, denn alles an Bord ist jetzt kleiner, leichter und besser handelbar.

2. UMDENKEN

Altersgerechte Auf- und Umrüstung der eigenen Yacht sind nur ein Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, wenn man sich die Freude am Segeln bis ins hohe Alter erhalten will. Ebenso sinnvoll ist die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen

Trainings-Einheiten, wie sie von vielen Charterfirmen oder Segelschulen angeboten werden, richten sich keineswegs nur an unerfahrene Skipper. Eine große Zielgruppe umfasst versierte Segler, die auf der Suche nach neuen Manöverabläufen sind, weil ihre Crews von vormals quirligen Familien-Mannschaften mit vielen helfenden Händen auf kleine Kern-Truppen von ein oder zwei Personen geschrumpft sind. Darüber hinaus versprechen sie sich, unter professioneller Anleitung neue Arbeitseinteilungen ausprobieren zu können, mit denen sich Energie und Kraft sparen lässt.

MANÖVER

Das Charterunternehmen 1. Klasse Yachten beispielsweise setzt den Schwerpunkt seines Skippertrainings auf Manöver mit kleinen Crews. Vorrangig geht es um das Üben von Hafenmanövern.

• Anlegen

Um solo oder zu zweit einen stressfreien Anleger mit möglichst geringem Kraftaufwand und ohne akrobatischen Körpereinsatz zu fahren, bedarf es Erfahrung, aber auch sinnvoller Vorbereitung. Wie und wohin lege ich die Festmacherleinen, damit ich sie kinkenfrei übergeben oder belegen kann, ohne dabei die Kontrolle übers Schiff zu verlieren? Wie arbeite ich mit dem Wind zusammen statt gegen ihn? Manöver, die man zwar schon Hunderte Male gemacht hat, aber meistens mit größerer Crew und daher vom Ablauf her deutlich anders

Um sicherzugehen, dass sich niemand unterfordert oder fehl am Platze fühlt, erhalten alle Teilnehmer rechtzeitig vor Kursbeginn einen Fragebogen, in dem sie angeben können, was sie sich von der Veranstaltung erwarten und wo ihre Lernziele liegen. Da in der Regel genug Anmeldungen für mehrere Schiffe eingehen, werden die Crews nach Themenschwerpunkten zusammengesetzt.

• Vorausschau

• Rückwärtsgang

Für mehr Übersicht lässt sich die Sprayhood in der Regel mit wenigen Handgriffen umklappen


Mit dem Heck voraus anzulegen, ist natürlich auch eine Option. Derartiges Anlegen hat in Nordeuropa zwar keine Tradition, doch inzwischen sieht man es auch hierzulande mehr und mehr. Moderne Yachten animieren dazu, denn sie sind mit Badeplattformen ausgestattet, die den Überstieg an Land erleichtern. Falls die eigene Yacht auch eine Plattform besitzt, lohnt es sich, auszuprobieren. Aus- und Einsteigen ist zwar einfacher, aber es gilt, herauszufinden, ob man sich damit wohlfühlt, Vorbeiflanierenden einen Einblick ins Cockpit zu gewähren. Das Manöver an sich erfordert ein wenig Übung, kann aber draußen vor der Hafeneinfahrt oder im Hafenvorfeld ausprobiert werden.

Da Schiffe immer hochbordiger werden, sollten Leitern oder Trittstufen nachgerüstet werden


Nicht jeder mag sich einer geführten Schulung unterwerfen, doch Übung ist auf jeden Fall hilfreich, wenn es darum geht, die Manöverabläufe von einer großen auf eine sehr kleine Crew umzustellen. Für leichtere Segelbedienung sind (wie beschrieben) Rollanlagen und motorunterstützte Winschen und Bug- und Heckstrahlruder hilfreich, doch wie ersetzt man Freunde und Familienmitglieder, die vormals mit vielen Händen unterstützt haben? In erster Linie, indem man gute Vorarbeit leistet. Die Fender können frühzeitig, also noch vor dem Einlaufen ins enge Hafenbecken, ausgebracht werden und die Festmacherleinen angeschlagen und griffbereit klariert an Deck liegen -gern auf beiden Seiten, solange man nicht weiß, wie der Liegeplatz aussieht und ob man seitlich oder mit Bu- oder Heck voraus anlegen muss. Danach heißt es „Ruhe bewahren“, und, sofern der Hafenmeister keine Ansage macht, „Ausschau halten“. Nach einem Liegeplatz, der einfach zu erreichen und nicht zu stark von Wind und Strömung beeinflusst ist: nach einem Steg, auf dem sich Segler aufhalten, die gegebenenfalls beim Festmachen helfen können; nach einem Schlengel, der seitliches Anlegen ermöglicht, weil das häufig am leichtesten geht, solange die Yacht noch nicht mit einem einstiegsfreundlichen Bugkorb ausgestattet ist.

3. VORSORGEN

Die Erfahrung zeigt, dass viele ältere Eigner ihre Yachten verkaufen, obwohl sie körperlich und geistig fit sind und liebend gerne noch einige Jahre weitersegeln würden. Sie entscheiden sich für einen frühzeitigen Verkauf, weil sie ihre Familie nicht mit ihrem Schiff belasten wollen, falls sie unerwartet schwer erkranken oder gar sterben.

Jeder kennt die Geschichten, in denen Hinterbliebene nichts mit einem verwaisten oder vererbten Schiff anzufangen wissen, weil sie kein Interesse am Segeln haben oder sich den Unterhalt einer Yacht weder zeitlich noch finanziell leisten können. Der Ausweg aus dieser Misere besteht darin, die vererbte Yacht so schnell wie möglich zu verkaufen, da alles andere mit unwillkommenem bzw. nicht zu leistendem Aufwand und unnötigen Kosten verbunden wäre.

Und jeder kennt auch die Geschichten, die davon erzählen, dass ein Verkauf erheblich erschwert wird, weil zunächst einmal aufwendig recherchiert werden muss: Wo sind die Schiffs-Papiere, wo finde ich die Schlüssel, wie lautet die genaue Adresse des Liegeplatzes, und gibt es überhaupt eine aktuelle Telefonnummer vom Hafenmeister?

Das Team von Yachthandel Hamburg möchte Segler im Alter besser und mehr unterstützen


Sind schließlich alle Unterlagen und Schlüssel zusammengetragen, wird die Yacht, bedingt durch die Eile und in Unkenntnis des Gebrauchtboot- Marktes, häufig unter Wert veräußert. Auch, weil sie nicht ordentlich für den Verkauf vorbereitet wurde

Um genau diese Situation zu vermeiden, nehmen viele Eigner den Verkauf lieber selbst vor, und dann meist weit vor der Zeit. Dass sie damit auch ihr geliebtes Hobby aufgeben, gehört zur tragischen Seite der gut gemeinten Aktion - und muss nicht sein, denn bei guter Planung ist ein vorzeitiger Verkauf unnötig!

RUNDUMSORGLOS- PAKET

Wenn man weiß, dass sich jemand zuverlässig ums Schiff kümmert, sobald man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist, kann man die eigene Segelzeit erheblich verlängern. Idealerweise kommt diese Person aus dem Familien- oder Freundeskreis, was sich aus genannten Gründen aber nicht immer realisieren lässt. Denkbar ist es aber auch, Profis mit der Yacht-Betreuung zu beauftragen, die zu gegebener Zeit den Verkauf übernehmen.

• Profi-Arbeit

Vorreiter dieses komplett neuen Service-Angebots ist die Firma Yachthandel Hamburg. Sie hat ein Rundum-Sorglos-Paket für ältere Skipper geschnürt, das sie „Nachlass-Vorsorge für Seniorskipper“ nennt. Der erste Schritt hin zu einer rechtsgültigen Vereinbarung ist ein ausführliches Beratungsgespräch, das mit einer genauen Begutachtung der Yacht beginnt, um so den aktuellen Wert zu ermitteln. Es folgt die Aufnahme aller relevanten Daten zu Eigner, Schiff und gewünschten Kontaktpersonen, inklusiver derjenigen, die später einmal das Geld aus dem Yachtverkauf erhalten soll. Diese Daten werden bei Yachthandel Hamburg gespeichert.

Die genaue Ausarbeitung der Nachlass-Vorsorge erfolgt anschließend. Sie umfasst individuelle Vereinbarungen hinsichtlich des Zeitpunkts, an dem die Servicefirma aktiv werden soll, das kann auf Aufforderung passieren; im Falle, dass der Eigner nicht mehr verhandlungsfähig ist oder nach seinem Tod. Außerdem werden die gewünschten Tätigkeiten, wie beispielsweise Abriggen, Kranen, Verholen, Reinigen und Motorwartung, aufgelistet. All diese Serviceleistungen kann Yachthandel Hamburg erbringen, weil das Familienunternehmen neben dem Vertrieb neuer Viko- und Mariner-Yachten auch einen Gebrauchtboot-Handel betreibt und über eigene Yachttranstransport- Lkws plus Begleitfahrzeuge, Werkstatträume und Landliegeplätze verfügt.

Die Aufbereitung der Yacht und deren Verkauf fällt also ins Ressort von Experten. Die wiederum haben ein Interesse daran, einen guten bzw. marktgerechten Preis zu erzielen, denn acht Prozent der Verkaufssumme gehen auf ihr Konto. Das ist die handelsübliche Provisionsgebühr. Damit kann der Eigner sicher sein, dass seine Yacht zu einem angemessenen Preis den Besitzer wechselt. Sämtliche Kosten, die vor dem Verkauf anfallen, wie Aufbereitung, Verholen und Annoncieren muss der Eigner übernehmen. Um das leisten zu können, zahlt er schon bei Abschluss der Nachlass-Vorsorge eine zuvor festgelegte Summe auf ein Deposit-Konto ein. Dieses Geld kommt zur Auszahlung, sobald die Service-Firma aktiv werden muss. Laufende Kosten für den Standplatz in der Ausstellung fallen in der Verkaufszeit nicht an. Das zeigt, dass man hier auch an einer zügigen Abwicklung interessiert ist.

Der Nutzen für Yachthandel Hamburg liegt im Erhalt der Provisionsgebühr und der Abrechnung aller angefallenen Servicekosten mit dem Deposit, der Nutzen für den Eigner, dass er sich keine Gedanken bezüglich eines Nachfolgers machen muss und sein Schiff so lange segeln kann, wie er mag.


„Damit kann der Eigner sicher sein, dass seine Yacht zu einem guten Preis den Besitzer wechselt.“


Fotos: Silke Springer