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Fit & gesund: Diese Lebensmittel starken das wichtigste Organ: Volle Power für unser Herz


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 52/2018 vom 20.12.2018

Du bist, was du isst – auch wenn der viel zitierte Satz schon etwas abgedroschen klingt, steckt viel Wahrheit darin. Mediziner können diese kluge Aussage nur unterstreichen, denn tatsächlich beeinflusst die Ernährung unsere Gesundheit maßgeblich – im Negativen wie im Positiven. Der US-amerikanische Chirurg Caldwell B. Esselstyn, der lange an der weltbekannten Herzklinik in Cleveland operiert hat, ist überzeugt: „Es ist der westliche fettund fleischreiche Ernährungsstil, der die Blutgefäße verstopft und zu der hohen Zahl von Herzinfarkten in den Industrieländern führt.“ Gleichzeitig sieht er im Essen ...

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... aber auch eine große Chance, Gefäßkrankheiten zu ver- hindern oder bereits bestehende Beschwerden zu lindern. „Das Haus Herzleiden gerät in Brand, weil die Ernährung mit den falschen Lebensmitteln das Organ krank gemacht hat. Wird die Benzinzufuhr aber abgebrochen, erlischt auch das Feuer.“ Er plädiert deshalb für eine fettarme, pflanzenbasierte Ernährungsweise und legt seinen Patienten nahe, auf Tierisches ganz zu verzichten (siehe Rezepte und Buchtipp). Doch auch wer Fleisch und Milchprodukte nicht gleich komplett vom Speiseplan streichen möchte, kann seinem Herzen Gutes tun. Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Deutschen Herzstiftung orientieren sich dabei vor allem an der mediterranen Küche, denn diese setzt sich aus vielen Lebensmitteln zusammen, die gut für die Gefäß-Gesundheit sind. Und das kommt natürlich auch den anderen Körper-Organen zugute, so zum Beispiel den Nieren und Augen.

Fleisch & Wurst: Weniger ist mehr

Möglichst mager und auch nur in Maßen – wer sich an diese Leitsätze hält, macht bei der herzgesunden Ernährung nichts falsch. Mehr als ein- bis zweimal pro Woche sollte Fleisch oder Geflügel jedoch nicht auf dem Teller landen. Ernährungswissenschaftler raten zudem dazu, möglichst wenig behandeltes Fleisch zu essen – Wurstwaren wie Schinken, Speck oder Salami deshalb nur sehr reduziert konsumieren. Gepökelte, gesalzte oder geräucherte Fleischprodukte stehen laut neuesten Untersuchungen nämlich im Verdacht, das Risiko für gefährliche Herz-Kreisauf-Erkrankungen wie den Herzinfarkt und einen Schlaganfall zu erhöhen.

Fisch & Meeresfrüchte: Einmal die Woche

Völlig anders sieht es bei tierischen Nahrungsmitteln aus dem Wasser aus. Dort dürfen Sie ordentlich zugreifen – und Sie müssen hier noch nicht einmal auf den Fettgehalt achten. Ganz im Gegenteil! Neben Garnelen oder Krabben sind vor allem fettreiche Meeresfische wie zum Beispiel Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch oder Sardinen die absoluten Stars der herzgesunden Küche, denn sie stecken voller ungesättigter Omega- 3-Fettsäuren. Und diese wirken sich wiederum besonders günstig auf Blutgerinnung, Herzrhythmus sowie mögliche Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen aus. Das gilt übrigens nicht nur für frische und tiefgefrorene Ware, sondern auch für Räucherfisch. Einzige unrühmliche Ausnahme: der Aal, denn er bietet leider nur gesättigte Fettsäuren. Daher sollte man diesen nicht zu oft auf den Tisch bringen.

FRISCH & GESUND Bei pflanzlichen Lebensmitteln können Sie nach Lust und Laune zugreifen – je bunter der Teller gemischt ist, desto besser


Milch & Käse: Fettreduziert

Auf Fettsparmodus sollten Sie wieder umschalten, wenn es an die Auswahl von Milchprodukten geht. Andernfalls laufen Sie nämlich Gefahr, dass die herzbelastenden gesättigten Fettsäuren zu sehr zu Buche schlagen. Ob Milch, Joghurt oder Käse – achten Sie beim Einkaufen deshalb immer auf den Fettgehalt. Keine Angst, an Auswahlmöglichkeiten wird es Ihnen dabei nicht mangeln, die Vielfalt fettarmer Milchprodukte ist groß. Neben fettreduzierter Milch und fettarmem Joghurt halten Sie Ihr Herz auch mit Kefir, Molke, Buttermilch, Dickmilch, Quark, gekörntem Frischkäse oder Sauermilchkäse (zum Beispiel Harzer Käse) oder anderem Magerkäse gesund. Dazu zählen alle Sorten, mit einem Fettgehalt unter zehn Prozent in der Trockenmasse.

Obst & Gemüse: Frisch genießen

Spätestens am Obst- und Gemüsestand dürfen Sie Ihre Zurückhaltung dann aber ganz ablegen. Denn zwei bis drei Portionen Früchte und Gemüse sollten Sie am Tag schon verzehren. Eine Portion ist übrigens, was in eine Hand passt. Der unschlagbare Vorteil der pflanzlichen Lebensmittel: Neben zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen liefern sie auch viele Ballast- sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Diese wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und beugen somit gefährlichen Gefäßablagerungen vor. Unter den Früchten führt vor allem Beerenobst die Herz-Hitliste an. Verschiedenen Untersuchungen zufolge besitzen sie Antioxidantien, die eine besondere Schutzwirkung für die Gefäße haben. Das gilt übrigens auch für die Beeren des Weißdornstrauchs. Da man an das Wildobst allerdings nur kommt, wenn man es selbst in freier Natur erntet – das wäre allerdings erst im Herbst der Fall – und es zudem keine besonderen geschmacklichen Vorzüge hat, ist es ratsamer, auf herzstärkende Pflanzenpräparate mit Weißdornextrakt zurückzugreifen (zum Beispiel in Crataegutt, rezeptfrei in der Apotheke erhältlich). So können Sie auch Dosis und Wirkstärke genau bestimmen.

Fette & Öle: Clever wählen

Kommen beim Kochen Fette zum Einsatz, ist es wichtig, zu den richtigen zu greifen. Insbesondere um feste Fette wie Butter, Schmalz oder Kokosfett sollten Sie aber einen Bogen machen. Der Grund: Je fester, desto mehr gesättigte Fettsäuren verstecken sich darin – und diese treiben den Cholesterinwert nur in die Höhe. Besser sind pflanzliche Öle wie Oliven-, Leinsamen- oder Rapsöl.

Brot & Beilagen: Ballaststoffreich

Bei Backwaren, Nudeln und Reis freut sich unser Herz über Vollkornvarianten am meisten. Diese sind nämlich reich an wertvollen Ballaststoffen – und diese können mit dazu beitragen, dass der Blutdruck sinkt. Leider ist bei Brot und Brötchen nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich auch wirklich um echte Vollkornprodukte handelt. Da ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen, und im Laden beziehungsweise der Bäckerei nochmal nachzuhaken. Italiener, Franzosen, Spanier… bei ihnen allen ist es ja Tradition, zum Essen Weißbrot zu essen, das ja ballaststoffarmes Weißmehl enthält. Hier sagen Experten: Wenn man sich in der Regel ausgewogen ernährt und der Körper stets alle wichtigen Nährstoffe abbekommt, spricht eigentlich nichts gegen ein Stückchen Baguette zur Suppe.

BUCH-TIPP

„Essen gegen Herzinfarkt“ von C. B. Esselstyn, Trias Verlag, 24,99 Euro

Essen, was das Herz begehrt: Unser Gesund-Menü

KALTE ROTE-BETE-SUPPE

Zutaten: 1 Bund Rote Bete (ca. 400 g), z.B. der Sorte „Tonda die Chioggia“ (Ringelbete),.–1 Tasse Orangensaft, 1 Zitrone (Schale), 2–3 EL Zitronensaft, 6 Minzblatter, Pfeffer.
Zubereitung: Die Roten Beten je nach Grose 40 Min. oder langer kochen, bis sie weich sind. Schalen. Mit Saft, Zitronenschale, Minze und Pfeffer in der Kuchenmaschine grundlich purieren. Abschmecken und eventuell noch etwas Orangen- oder Zitronensaft zumischen. Kuhl stellen. Mit Minze garniert servieren.

Kichererbsen-Mango-Curry

Zutaten: 1 Dose Kichererbsen (425 g), 3 mittelgrose Tomate (oder 2 Dosen Tomatenwurfel, je 400 g), 2 TL Currypulver, 225–250 g Mango-Chutney oder 1 frische Mango, 2 Tassen gekochter Rundkornnaturreis oder 1. Tasse gekochter Bulgur, 1 Bund Koriander
Zubereitung: Kichererbsen, gewurfelte Tomaten und Currypulver bei mittlerer Hitze 3–4 Min. kochen. Abdecken. Chutney/ Mango in den gekochten Reis/Bulgur einruhren. Kurz vorm Abrichten den gehackten Koriander unter Reis/Bulgur ruhren. Mit dem Curry servieren.

Heidelbeerkuchlein

Zutaten: ⅔ Tasse Vollkornweizenmehl, 1. TL Backpulver, ⅔ Tasse Hafer- oder Sojamilch, 3 EL Ahornsirup, Zucker oder Honig, 1 EL Vanilleextrakt, 2 Tassen Heidelbeeren
Zubereitung: Ofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Mehl und Backpulver in einer Schussel vermischen. Milch, Ahornsirup und Vanille in einem Messbecher vermischen, zu dem Mehl geben und glatt ruhren. Den Teig in Formchen fullen, die Beeren darauf verteilen. 45 Min. im Ofen backen.

UNSER EXPERTE

Dr. Caldwell B. Esselstyn, Allgemeinmediziner Der amerikanische Arzt und Autor arbeitete lange an der renommierten Cleveland Klinik im US-Bundesstaat Ohio

Herzinfarkt – auch ein Frauenproblem

Fällt das Stichwort „Herzattacke“, denken viele sofort an gestresste Manager, vornehmlich männlichen Geschlechts. Doch Statistiken zeigen: Auch bei Frauen zählt der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen. Einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch: Der weibliche Infarkt kündigt sich anders an. Statt starker Schmerzen im Brustkorb sind oft Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen oder Übelkeit Symptome. Im Verdachtsfall sollten Sie sofort den Rettungswagen (112) rufen!


Fotos: AdobeStock (3), iStock (3), Trias Verlag (2)