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FIT UND VITAL NEUE GESUNDHEITS KONZEPTE


Spa Inside - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 01.09.2021

Artikelbild für den Artikel "FIT UND VITAL NEUE GESUNDHEITS KONZEPTE" aus der Ausgabe 5/2021 von Spa Inside. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Spa Inside, Ausgabe 5/2021

Sie kennen sicherlich den Spruch, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnt. Nun, es gibt viele solcher Weisheiten, die einer näheren Betrachung nicht Stand halten und ruhig in die Kategorie „Phrase“ abgelegt werden können. Doch bei diesem verhält es sich anders. Denn tatsächlich ist es so, dass ein Mensch, der fit und vital ist, auch geistig etwas auf dem Kasten hat. Denn die Verknüpfungen der Gehirnzellen können sich ein Leben lang weiterentwickeln.

Die Voraussetzung dafür ist nur, dass sie regelmäßig Reizen ausgesetzt werden. Der Fachbegriff hierfür lautet Neuroplastizität. Das heißt also, das Gehirn lernt immer. Diese nötigen Reize dafür kommen jedoch nicht nur vom Lesen oder einem Gedächtnistraining, sondern auch durch körperliche Fitness.

Schritt für Schritt

Durch die aktuell sehr angesagten Schrittzähler und moderne Smartphones, die uns täglich durchgeben, wie viel wir uns bewegt ...

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... haben, wissen wir, dass es 8000 bis 10 000 Schritte (etwa von fünf bis acht Kilometer) pro Tag sein müssten, um im grünen Bereich zu sein.

Forscher der privaten US-amerikanischen Universität Stanford haben 2017 untersucht, wie viele Schritte Menschen weltweit jeden Tag gehen. Dazu haben sie Daten von Schrittzählern in Smartphones ausgewertet – und das über 95 Tage hinweg. Fast 720 000 Menschen aus 111 Ländern nahmen an der Studie teil. Das Ergebnis der Forscher: Im Schnitt legte jeder etwa 4900 Schritte pro Tag zurück. In Deutschland gingen die Probanden etwa 5200 Schritte pro Tag.

Wer läuft, lebt länger

Dass die Anzahl der Schritte wiederum mit unserer Gesundheit direkt im Zusammenhang steht, hat eine andere Studie ergeben, nämlich die der Harvard Medical School in Boston. Die Forscher dort haben die tägliche Schrittzahl von 16 000 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren mit dem Sterberisiko verglichen. Das Ergebnis der Studie zeigt: Frauen mit einem Tagespensum von 4400 Schritten hatten nach vier Jahren ein geringeres Sterberisiko als jene mit nur 2700 Schritten. Der Unterschied wurde bei bis zu 7500 Schritten pro Tag sogar noch größer. Doch jeder Schritt darüber hinaus hatte keinen erkennbaren Effekt mehr. Das heißt, danach wurde keine positive Auswirkung mehr festgestellt.

Ob nun 7000 oder 10 0000 Schritte – um gesund zu bleiben, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, zum Beispiel fünf

AKTIV SEIN

Joggen, Walken, Schwimmen, Fahrrad fahren ...wer täglich aktiv ist, hat gute Chancen bis ins hohe Alter fit zu bleiben

BEWEGUNG

Bewegung ist alles. Wer seinen Kreislauf täglich in Schwung bringt, verlängert sein Leben, denn es wird dadurch Herz- Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt, Stress abgebaut und das Risiko für Depressionen, Demenz und Alzheimer gesenkt. Und regelmäßiger Sport setzt Glückshormone im Körper frei. Schon allein deshalb lohnt es sich, regelmäßige Workouts in den Tagesablauf zu integrieren. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Kilo im Fitnessstudio zu stemmen oder Spitzenrekorde beim Fahrrad fahren aufzustellen. Das ist für viele zeitlich auch nicht möglich. Realistischer und damit auch leichter umsetzbar sind beispielsweise ein zehnminütiges Morgen-Workout, ein regelmäßiger Spaziergang am Mittag oder am Abend und zwei-, dreimal die Woche ein moderates Sportprogramm wie Joggen oder Schwimmen.

Mal pro Woche jeweils 30 Minuten spazieren gehen und zwar so, dass der Puls erhöht ist und der Körper warm wird. Alternativ würde auch ein intensives Training von 75 Minuten gehen. Wichtig ist nur: Wir bewegen uns, denn somit erhöhen sich auch die Qualität und Menge der Hormone, Botenstoffe und Enzyme. Diese sind nämlich in ihrer Leistungsf ähigkeit von ausreichend muskulärer Bewegung abhängig.

Tipps, um in Bewegung zu bleiben

Nicht jeder kann nun jeden Tag ausgiebig straffen Schrittes spazieren gehen. Aber es können im Alltag einige Tricks eingebaut werden, um den Schrittzähler zu füttern. Wie wäre es, wenn Sie bei schönem Wetter Bus, Bahn oder Auto links stehen lassen und mit dem Fahrrad ins Büro fahren. Oder: einfach eine Haltestelle früher aussteigen und den Rest zu Fuß weitergehen. Und in der Mittagspause den Bürostuhl nicht einfach mit dem Kantinenstuhl tauschen, sondern beispielsweise einen Spaziergang machen. Statt des Fahrstuhls wird die Treppe genommen. Und schon steigt der Puls. Selbst der kurze Weg zum Kollegen wird gezählt und ist besser, als ihm eine E-Mail zu schreiben. Dazu kommt, dass ein kurzer Austausch den Workflow durchaus beschleunigen kann. Oder ersetzen Sie die große Wasserflasche doch durch ein großes Glas, was immer wieder gefüllt wird.

Nicht nur, aber auch wegen Corona: Meetings in kleiner Runde lassen sich auch super draußen abhalten, wenn es beispielsweise eine Terrasse gibt. Frische Luft ist ein zusätzlicher Bonus.

Wer neuerdings im Homeoffice sitzt, sollte besonders diszipliniert sein, denn der Arbeitsweg f ällt weg und damit ein ganzer Schwung Schritte.

Nicht nur Trend, sondern auch richtig gesund: ein Trampolin (siehe auch Seite 60). Statt auf dem Sofa oder im Sessel die Lieblings-Serie im TV schauen, geht das auch parallel zur Trainingseinheit auf dem Hometrainer. Und selbst Haushalt und Gartenarbeit erhöhen die Schrittzahl. Also auf geht’s.

Die wissen es ganz genau

Ob jung oder alt, Frauen oder Männer: Unser Lieblingssport – zumindest statistisch gesehen – ist das Training im Fitnessstudio, auch wenn sich das aufgrund des Lockdowns kurzfristig geändert hat. Das gaben 36 Prozent der Sportlerinnen und Sportler an, so eine Bewegungsstudie der Krankenkasse „Die Techniker“ (TK). Ganz knapp dahinter folgt Fahrrad fahren mit 35 Prozent. Auf Platz drei hat es das Laufen (25 Prozent) geschafft. Für viele Menschen ist Fitness mittlerweile nicht nur ein Hobby, sondern Lifestyle geworden. Und so gehört eben ein stylischer Schrittzähler zum täglichen Outfit. 14 Prozent der Sportler haben eine digitale Unterstützung beim Training, so die TK-Studie. Die meisten benutzen dabei eine Pulsuhr: Mit 44 Prozent wird sie am häufigsten verwendet, dicht gefolgt von Fitness-Apps oder E-Coaches. Zwei von drei Sportlerinnen und Sportlern wollen mit den Selbstvermessungs-Tools vor allem ihre Fortschritte und Trainingserfolge messen und dokumentieren. 63 Prozent überwachen ihre Körperfunktionen, speziell die Herzfrequenz, so die Studie.

Krisen und Stress-Situationen meistern

Wer sich regelmäßig bewegt und Sport treibt, der stärkt natürlich auch sein Immunsystem. Ein super wichtiger Faktor, zum Beispiel auch, um gegen Erkrankungen wie Corona gewappnet zu sein. Ein gesunder Körper kann sich viel besser gegen Krankheitserreger schützen, als ein geschwächter.

Aktuell spielt, auch aufgrund der Auswirkungen des Lockdowns, noch ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle: die Resilienz. Darunter ist, kurz gesagt, das Immunsystem der Seele gemeint. Die eigene Resilienz zeigt, wie wir mental mit Krisen umgehen. Gerade den zweiten Lockdown haben viele Menschen weit weniger gut „weggesteckt“, als den ersten. Neben der ungewissen Situation, wie stark sich Corona ausbreiten wird, und der Befürchtung, selbst zu erkranken, kamen immer häufiger auch Ängste dazu, die Arbeit und damit auch die Existenzgrundlage zu verlieren. Und auch mit der starken Kontaktbeschränkung, der Einsamkeit oder der mehrfachen Belastung durch Homeoffice und Familie bekamen Menschen Ängste, Panik, fühlten sich völlig überfordert oder hilflos.

Resiliente Menschen meistern Krisen und Stress-Situationen deutlich besser, als andere. Sie schützen sich davor wie mit einem unsichtbaren Schild oder Mantel. Nichts wirft sie um, im Gegenteil. Sie sind in schwierigen, auswegslosen Situationen der Anker für andere Menschen und geben Halt.

Förderung von Resilienz

Resilienz, also die Fähigkeit, mit Extremsituationen fertig zu werden, ohne dass die Seele Schaden nimmt, könne erlernt werden, weiß Dr. Donya Gilan. Die Psychologin ist wissenschaftliche Leiterin des Bereichs „Resilienz & Gesellschaft“ des Leibnitz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz. Sie untersuchte die bevölkerungsbezogenen psychischen Auswirkungen von Epi-/Pandemien und deren Einfluss auf den weiteren Verlauf und hat an dem 2020 veröffentlichen Beitrag „Bevölkerungsbezogene psychische Gesundheit als Schlüsselfaktor im Umgang mit Covid-19“ mitgewirkt. Das Ergebnis der Recherchen: Angstbedingte Verhaltensweisen können sich negativ auf den Verlauf von Epidemien auswirken. Die Wissenschaftler kamen zu den Schlussfolgerungen, dass die Covid-19-Pandemie eine immense Herausforderung mit noch ungewissem Ausgang für Regierungen, Gesundheitssysteme und Menschen darstellt. Diese sei mit erheblichen Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit in der Bevölkerung verbunden. Dabei wurde die Förderung von Resilienz in der Bevölkerung im Umgang mit Covid-19 genannt, um einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken.

Zum Glück kann es gelernt werden

„Es gibt sicherlich Personen, denen es aufgrund ihrer genetischen Ausstattung leichter f ällt, beispielsweise optimistisch in die Zukunft zu schauen, weil sie dispositionell (durch relativ stabile Persönlichkeitseigenschaften, Anm.d.Red.) dazu veranlagt sind. Auch kommt es häufig darauf an, wie wir gelernt haben, unsere Ressourcen und Fähigkeiten einzusetzen und auszubauen, Herausforderungen zu meistern, mit geeigneten Strategien Frustration und Langeweile zu besiegen, und über sozial akzeptable Durchsetzungsf ähigkeiten zu verfügen. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht daran arbeiten könnte.“, erklärt Dr. Donya Gilan. Und wie sieht so ein Resilienztraining aus? „Inhaltlich basieren die Interventionen auf sehr unterschiedlichen (psychotherapeutischen) Ansätzen“, so die Wissenschaftlerin. Ein Ansatz sei es, sich auf die psychische Flexibilität zu fokussieren, indem die Akzeptanz gegenüber negativen Situationen und Gefühlen gestärkt wird.

DIE DOSIS MACHT’S

Ausgewogen sollte die tägliche Ernährung sein, um uns fit und vital zu halten

ERNAHRUNG

Was wurde nicht alles schon über die richtige Ernährung und noch viel mehr über Diäten geschrieben. Ob vegan, vegetarisch oder doch mit Fleisch – die Dosis entscheidet darüber, ob die Nahrung gesund ist oder nicht. Von einem Anteil zu viel, bringt aus der Balance und schadet uns langfristig. Das gilt jedoch nicht, wenn es darum geht auf etwas zu verzichten. So wäre der Verzicht auf Zucker oder zumindest das Reduzieren der Aufnahme von Zucker durchaus bei dem einen oder anderen angebracht. Denn übermäßiger Zuckerkonsum erhöht das Risiko für Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zucker schadet zudem den Zähnen und steht im Verdacht, süchtig zu machen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass Zucker von Natur aus in Lebensmitteln steckt, wie beispielsweise in Kuhmilch. Und auch Obst und Gemüse enthalten reichlich Glukose und Fruktose – vor allem Bananen, Tafeltrauben, Melone, Äpfel, Rote Bete und Möhren. Und deshalb ist zwar gegen einen frisch gepresste Orangen- oder Apfelsaft oder die Schorle an sich nichts einzuwenden. Er geht aber auch aufs tägliche „Zuckerkonto“.

Ein weiteres Resilienztraining auf Basis der Problemlösetherapie besteht darin, zwischen veränderbaren und nicht kontrollierbaren Situationen zu differenzieren und da eine Lösungsstrategie anzuwenden. Dr. Donya Gilan: „Ähnlich versuchen auch Programme nach der Aufmerksamkeits- und Interpretationstherapie ein im „Hier und Jetzt“-Sein und eine bewertungsfreie Wahrnehmung zu fördern, beispielsweise, indem Akzeptanz oder Dankbarkeit für positive Ereignisse gefördert werden.“

Warum also nicht die täglich vorgenommenen und geschafften Schritte als Einstiegsübung nehmen und sich darüber vorbehaltlos freuen, sie geschafft zu haben.

Franka Hänig