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FITNESS: Pilates


Spa Inside - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 02.05.2019

Übungen mit dem eigenen Körpergewicht – das sogenannte Body-Weight-Training – sind gerade total angesagt. Pilates gehört unbedingt dazu. Dabei ist das Programm eigentlich ein alter Hut. Vor fast 100 Jahren wurde es in Amerika entwickelt und gilt bis heute bei vielen Stars und Sternchen als Wunderwaffe für eine anmutige und aufrechte Haltung.


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Bildquelle: Spa Inside, Ausgabe 3/2019

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Illustrationen: shutterstock/cract studio

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Power Gerate

1Pilates Arc

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2Trapez Table Cadillac

Das Urgerät, entwickelt von Joseph Pilates. Ein wenig erinnert es an einen Schlingentisch in der Physiotherapie. Zubehör wie Federn und Bänder werden von oben an das Gerüst gehängt und ermöglichen ein vielseitiges Training für Anfänger und Profis.

3Pilates-Ball

Er wird auch Fitnessball oder Redondo-Ball genannt und ist ein Sportgerät speziell für Beckenboden, Bauch und die Rückenmuskulatur. Die Bälle gibt es in verschiedenen Größen und Gewichten (18 bis 26 Zentimeter, 150 bis 160 Gramm).

4Barrel

Die aus vier Sprossen bestehende Leiter ist an einer erhöhten, verstellbaren Rolle aus Holz mit Lederbezug befestigt. Darauf können sowohl erfahrene Pilates-Fans als auch Anfänger ihre Bauchmuskeln intensiv trainieren und die Gelenkigkeit sowie die Beweglichkeit verbessern.

5Reformer

Er ist das wohl bekannteste Gerät, auch von Pilates entwickelt, und erinnert ein wenig an eine moderne „Streckbank“. Aber keine Angst, der Reformer tut nicht weh. Er ist mit seinen verschiedenen Federn wie ein Schlitten, der mit Körperkraft hin und her bewegt wird und somit die Muskeln trainiert.

Sie wollen einsteigen?

Zum ersten Training brauchen Sie lediglich ein bequemes Outfit. Die Geräte kommen später zum Einsatz. Wichtig sind diese Grundlagen:Atmung Tief durch die Nase ein- und vollständig durch den Mund ausatmen.Powerhouse Bauchmuskeln und Beckenbodenmuskeln anspannen. Beim Einatmen weitet sich der Brustkorb wie eine Ziehharmonika, beim Ausatmen ziehen sich die Rippen wieder zusammen. Dafür leicht ausatmen, Bauchnabel nach innen in Richtung Wirbelsäule ziehen und Beckenboden und Po anspannen. Das „Powerhouse“ bleibt während der Übungen stets aktiviertAusführung Workoutschritte exakt ausführen. Es kommt dabei nicht auf die Menge an, sondern auf die genaue Ausführung.Schultern Richtung Po nach unten ziehen, der Nacken wird länger, Abstand zwischen Ohren und Schulter ist möglichst groß.

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Wenn das mal keine Ansage ist: „Nach zehn Stunden fühlen Sie sich besser, nach 20 Stunden sehen Sie besser aus und nach 30 Stunden haben Sie einen neuen Körper.“ Das ist O-Ton Joseph Hubertus Pilates. Er ist der Erfinder des gleichnamigen Fitness-Konzepts. Dieses effektive Workout, bei dem bestenfalls die eigene Körperkraft nötig ist, verbessert Ausdauer und Haltung und strafft den Körper.
Pilates, gebürtiger Mönchengladbacher, suchte eine Methode, um körperliches und seelisches Wohlbefinden zu vereinen. Nachdem er 1926 in die USA ausgewandert war, gründete er ein Studio in New York und wurde zu einem bekannten Tanz-Trainer. Seine ausgeklügelten Trainingsmethoden, oft als „The Art of Contrology“ bezeichnet, passte er jedem individuell an, erstellte ein eigenes Übungsprogramm. Zur Unterstützung der Übungen entwickelte Pilates verschiedene Geräte (siehe Info-Kasten links).

Mit und ohne Geräte

Erst Ende der 1990er-Jahre, als Pilates längst gestorben war, bekam seine Methode weltweit Aufmerksamkeit. Das lag vor allem an Hollywoodstars wie Madonna, die sich als Pilates-Fans outeten. Ihre wohldefinierten und ge stählten Bodys waren das perfekte Aushängeschild.
Aber was ist nun das Besondere an diesem Konzept? Pilates ist ein systematisches Körpertraining zur Kräftigung der Muskulatur. Fortschrittlich wie Joseph Pilates war, ließ er nicht nur Elemente aus Gymnastik, Tanz, Krafttraining und verschiedenen Kampfsportarten in sein Konzept einfließen. Sondern auch fernöstliche Methoden wie Yoga.

In der Mitte liegt die Kraft

Sie stärken mit regelmäßigem Pilates ihren Rücken und ihre Haltung, deshalb sind die Übungen auch bei Balletttänzern so beliebt.
Die rund 500 Übungen wechseln ab zwischen Dehnung und Kräftigung der Muskulatur. Wichtig ist die richtige Atmung mit dem Fokus auf Körpermitte, Bauchmuskeln, Tiefenmuskeln und Beckenboden. Von hier, dem so genannten „Powerhouse“, kommt die ganze Energie. Das aktivierte „Powerhouse“ ist Basis aller Übungen. Wer diese spezielle Atemtechnik beherrscht, für den sind Übungen kein Hexenwerk mehr.
Vielleicht nicht gleich nach zehn oder 20 Stunden, aber nach einem regelmäßigen Training werden Sie das neue Körpergefühl schnell spüren, so wie Pilates es prophezeit hat.(sch)

NACHGEFRAGTKURZbei Verena Geweniger


© Albrecht Haag

Nicht nur etwas für Bewegungsbegabte

Wie kamen Sie zu Pilates und was fasziniert Sie daran?
Letztendlich war ein Artikel in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin über die „optimale Betreuung von Tänzern“ durch Pilates ausschlaggebend. Ich hatte bereits mein eigenes Fitnessstudio für Frauen in Darmstadt, unterrichtete als leidenschaftliche Tänzerin auch Jazztanz an einer Schule und war Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen. Also beschloss ich eine Pilates-Ausbildung zu machen und flog in die USA. Pilates „Mat“, also die Übungen auf der Matte, war mir nicht ganz unbekannt, ich hatte das teilweise schon als „Floorwork“ in anderen Workshops kennengelernt. Neu für mich war der Flow, der Bewegungsfluss, zu dem Joseph Pilates die Übungen verbunden hatte.

Welche Körper- und Muskelpartien werden mit Pilates hauptsächlich trainiert?
Pilates ist ein Ganzkörpertraining, das macht es so genial und so effektiv. Ich habe lange Krafttraining an Geräten gemacht, hatte aber längst nicht das Körpergefühl wie nach einem Bodenprogramm oder wie an den von Joseph Pilates entwickelten Geräten. Natürlich ist immer die Rede vom „Powerhouse“, aber dass die Bewegung im „Zentrum“ beginnt, lernen wir in vielen anderen Systemen auch.

Pilates ist im Vergleich zu Yoga noch immer nicht so bekannt. Warum?
Das liegt daran, dass sich unter Yoga jeder etwas vorstellen kann, unter Pilates eher nicht. Yoga ist auch viel länger präsent als Pilates. Ich hatte meine ersten Yoga-Kurse 1970. Ich sagte auch schon mal, dass wir Pilates aus der „Ballettecke“ holen sollten, denn Pilates ist nicht nur für Tänzer/innen und ähnlich Bewegungsbegabte geeignet. Auch Männer trainieren Pilates.

Und was unterscheidet Pilates von Yoga?
Zunächst natürlich: Pilates hat diese genialen Geräte erfunden, das haben die Yogis nicht. Pilates ist nicht so esoterisch. Yoga gilt als jahrtausendealte spirituelle Lehre. Pilates ist ein Trainingskonzept, Anfang des 20. Jahrhunderts von Joseph Pilates erfunden. Es mobilisiert vor allem die tief liegenden, kleinen und meist schwächeren Muskelgruppen. Noch ein wichtiger Unterschied ist die Atmung. Beim Yoga wird ausschließlich durch die Nase geatmet. Bei Pilates fließt die Luft nicht in den Bauchraum, sondern in die Flanken, also den seitlichen Brustkorb. Ausgeatmet wird hörbar durch den geöffneten Mund, Bauch und Beckenboden sind die ganze Zeit über fest angespannt.

Wem würden Sie Pilates nicht empfehlen?
Da fällt mir wirklich niemand ein! Pilates ist für jede Altersgruppe und jedes Fitnesslevel geeignet. Es ist ein grandioser Übungsschatz. Wer es machen will, muss sich gar nicht mal so strikt an das klassische Repertoire halten.

Verena Geweniger bietet seit 1997 Pilates in ihrem Studio in Darmstadt an und gründete 2006 den Deutschen Pilates Verband e. V.


Illustrationen: shutterstock/Coolgraphic, Olesya Vovk