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Flameshot entdeckt Bildschirmfotos neu : Bildschirmfotografie


Ubuntu Spezial - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 29.05.2019

Das Screenshot-Tool Flameshot ändert mit einem innovativen Konzept die Art und Weise, Bildschirmfotos zu erstellen.


README

Flameshot erstellt Bildschirmfotos anders als die gewohnten Anwendungen. Es verzichtet auf ein Fenster; stattdessen ziehen Sie nach seinem Start sofort einen Bereich auf, um ihn festzuhalten. Noch vor dem eigentlichen Speichern ergänzen Sie die Bildschirmaufnahme um Pfeile, Hinweise und andere grafische Elemente.

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Bildquelle: Ubuntu Spezial, Ausgabe 2/2019

© route55, 123RF

Der Einsatz von Bildschirmfotos beziehungsweise Screenshots gehört sowohl im privaten als auch professionellen Umfeld längst zum Standard: Ein Bild sagt ...

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... bekanntlich oft mehr als tausend Worte.

So tummeln sich auch unter Linux zahlreiche Anwendungen für diesen Zweck. Das reicht von simplen Kommandozeilenwerkzeugen wie Scrot [1] und Maim [2] bis hin zu komplexen Programmen wie Shutter [3]. Letzteres bringt neben seiner Kernfunktion diverse Features mit, etwa um die Aufnahme zu bearbeiten oder auf verschiedenen Online- Plattformen unkompliziert zu teilen 1.

Darüber hinaus haben auch diverse Desktop-Umgebungen eigene Apps zum Ablichten des Desktops bereits mit an Bord, wie Plasma mit Spectacle (früher Ksnapshot), Gnome mit Gnome- Screenshot, XFCE mit XFCE-Screenshot oder LXQt mit Lximage. Zum Start dieser Apps dient meist [Druck].

1 Das in Perl geschriebene GTK-Programm Shutter bietet zahlreiche Funktionen zum Erstellen und Bearbeiten von Screenshots.


Innovatives Bedienkonzept

Das auf Qt basierende Screenshot-Tool Flameshot [4] fällt mit seinem innovativen Konzept dabei genau zwischen die beiden erwähnten Kategorien – oder, je nach Sichtweise, komplett heraus. Es arbeitet nicht nur auf der Kommandozeile, sondern bedient sich einer innovativen GUI, bei der sich die Bedienelemente um oder unter einen aufgezogenen Rahmen gruppieren, je nach dessen Größe.

Es erfordert ein wenig Einarbeitung, bis sich das Flameshot-Konzept im Fingergedächtnis verankert; danach lässt sich das Programm aber umso schneller bedienen. Anders als Shutter oder Hotshots erlaubt Flameshot, das Bild vor der Aufnahme mit Rahmen, Texten, Markierungen und Pfeilen zu versehen. Einmal aufgenommen, lässt sich der Screenshot aber nur noch mit Drittwerkzeugen wie Gimp verändern. Für das automatische Hochladen ins Netz steht derzeit nur der Online-Dienst Imgur zur Verfügung, weitere Plattformen sollen aber folgen.

Die Github-Präsenz von Flameshot belegt eine stetige Weiterentwicklung der Software, deren Entwicklung erst vor einem Jahr begann. Jedoch verbreitete sich das Tool in Windeseile und steht mittlerweile in den Repositories von Ubuntu bereit, von wo Sie es über die Paketverwaltung installieren. Alternativ stellt das Projekt ein Appimage zum Herunterladen bereit.

Nach der Installation und dem ersten Start nistet sich die Anwendung mit einem Icon im Systemabschnitt der Bedienleiste ein. Unter Gnome sehen Sie das entsprechende Symbol nur, wenn Sie die Shell-Erweiterung Topicons [5] oder – ab Gnome 3.28 – Appindicator [6] installieren. Mehr passiert nach dem Start der Anwendung zunächst nicht.

Konfiguration

Die Konfiguration erreichen Sie über die rechte Maustaste 2. Hier legen Sie neben der Farbgestaltung der Bedienelemente unter anderem fest, welche Editierfunktionen erscheinen sollen, und geben das Namensschema der Bildschirmfotos vor.

Nach dem Programmstart sehen Sie zunächst in einem abgedunkelten Fenster Instruktionen, was ansteht. Möchten Sie den gesamten Bildschirm abfotografieren, genügt es, auf die Eingabetaste zu drücken.

Möchten Sie eine Aufnahme eines Bildschirmausschnitts erstellen, ziehen Sie einen Rahmen auf, den Sie danach beliebig in der Größe ändern und verschieben dürfen. Alternativ lässt sich die Rahmenposition über die Pfeiltasten in Pixelschritten anpassen. Um die Rahmengröße zu ändern, halten Sie bei dieser Aktion die Umschalttaste gedrückt. In kniffligen Situationen ziehen Sie einfach den Rahmen ein paar Pixel größer auf und passen ihn dann per Tastatur an.

2 Der Konfigurationsdialog von Flameshot erlaubt auf dem ersten Reiter das Ändern der Farbgebung sowie die Auswahl der Editierfunktionen.


3 Ein Rechtsklick ruft das Rad für die Farbwahl auf, mit der Sie den Farbton des Editierwerkzeugs festlegen.


Editieren und speichern

Nach dem Aufziehen des Rahmens gruppieren sich die Editierfunktionen entwe- der darunter, oder, falls der Ausschnitt zu klein ausfällt, um diesen herum. Hier nehmen Sie nun je nach Bedarf die Annotationen vor. Nach dem Anwählen einer Editierfunktion öffnen Sie die Farbauswahl über einen Rechtsklick 3; die Dicke der Linien legen Sie durch Drehen des Mausrads fest.

Zum Editieren stehen neben Linien sowie gefüllten oder ungefüllten Rechtecken und Kreisen unter anderem das Textwerkzeug, ein freier Stiftmodus und ein Wischwerkzeug zur Auswahl. Daneben zeigt Flameshot auch permanent die Ausschnittgröße an oder übergibt auf Wunsch das Bildschirmfoto an eine andere Anwendung.

Zudem lassen sich die letzten Schritte rückgängig machen, der Ausschnitt in die Zwischenablage kopieren oder das Bild an einer festzulegenden Stelle speichern. Um das Bild mit anderen zu teilen, bietet die Software ein Upload- Werkzeug an, das den Screenshot in die Bildertauschplattform Imgur [7] hochlädt. Flameshot lässt sich auch über die Kommandozeile (siehe Tabelle „Flameshot auf der Konsole”).

Fazit

Gemessen an seinem Alter gibt sich Flameshot erstaunlich erwachsen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase lässt sich das Tool flüssig bedienen und passt sich vielen Arbeitsstilen an. Die Editierfunktionen genügen den meisten Ansprüchen. Dem erst kürzlich hinzugekommenen Textwerkzeug würde allerdings eine zusätzliche Auswahlmöglichkeit für die Farbe Schwarz gut anstehen. (tle)

Infos

[1] Scrot: https://en.wikipedia.org/ wiki/ Scrot
[2] Maim: https://github.com/ naelstrof/ maim
[3] Shutter: http://shutter‑project.org/
[4] Flameshot: https://github.com/ lupoDharkael/ flameshot
[5] Topicon: https://extensions.gnome.org/ extension/ 1031/ topicons/
[6] Appindicator: https://extensions.gnome.org/ extension/ 615/ appindicator‑support/
[7] Imgur: https://imgur.com/