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Fleißiges Helferlein


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LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 22.12.2022

Kate für Entwickler

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Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 1/2023

README

Ein Mausklick übersetzt den Quellcode im Hintergrund, ein weiterer wechselt zu einem anderen Entwicklungsstand in der Versionsverwaltung Git, während der Baum am linken Rand übersichtlich die Projektdateien präsentiert. Klingt nach einer Entwicklungsumgebung? Auf Wunsch leistet das auch der Texteditor Kate.

Moderne Entwicklungsumgebungen erschlagen ihre Anwender mit einer Vielzahl mehr oder minder nützlicher Funktionen. Viele Programmierer greifen daher lieber zu einem einfachen, übersichtlicheren Texteditor. Das aus dem KDE-Fundus stammende Kate präsentiert sich dabei als besonders interessantes Exemplar. Der Texteditor greift Ihnen nicht nur beim Entwickeln gezielt unter die Arme: Durch die flexible Benutzeroberfläche und das Modulsystem lässt er sich zudem mit wenigen Handgriffen an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Anders als in vielen ausgewachsenen IDEs lenken keine ...

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... unnötigen Sidebars oder überfrachtete Symbolleisten von der Arbeit ab. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine kleine Entdeckungstour und zeigt, wie Kate Sie bei der Softwareentwicklung effektiv unterstützt.

Zahlreiche Distributionen führen Kate in ihren Paketquellen oder installieren das Werkzeug sogar von Haus aus. Der folgende Rundgang sowie sämtliche Abbildungen basieren auf der zu Redaktionsschluss aktuellen Version 22.08, die sich inzwischen in den meisten Rolling- Release-Distributionen findet. Die Aktionen funktionieren aber genauso mit Kate 21.12, das beispielsweise Ubuntu 22.04 in seinem Universe-Repository bereithält. Auf eventuelle Unterschiede weist der Artikel explizit hin.

Nach dem ersten Start zeigt sich Kate ähnlich wie in Abbildung 1. Viele der bereits offerierten Funktionen stellen sogenannte Module bereit. Diese Erweiterungen sollten Sie in einem ersten Schritt komplett deaktivieren und anschließend die tatsächlich benötigten gezielt wieder einschalten. Damit bleibt die Benutzeroberfläche übersichtlich und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Rufen Sie dazu Einstellungen | Kate einrichten auf, wechseln Sie zur Rubrik Module 2 und entfernen Sie rechts alle Haken. Dabei verschwinden gleichzeitig auf der linken Seite ein paar Rubriken. Lassen Sie die Einstellungen noch kurz geöffnet.

Dateibaum

Vermutlich umfasst Ihr Projekt mehrere Quellcodedateien. Diejenige, an der Sie arbeiten möchten, können Sie entweder umständlich über den Dialog Datei öffnen suchen oder einfacher mit dem Dateisystem-Browser aufspüren. Wählen Sie das gleichnamige Modul aus und bestätigen Sie mit OK. Die übrigen Module aktivieren Sie hier später nach demselben Prinzip.

Am linken Rand des Fensters erscheint ein Ordnersymbol. Ein Mausklick darauf öffnet einen Dateibaum, in dem Sie sich zur gewünschten Datei durchhangeln. Sollten Sie für einen ersten Test gerade keine zur Hand haben, nutzen Sie die .bashrc aus Ihrem Heimatverzeichnis. Dorthin gelangen Sie über das Menü hinter dem Haussymbol, das Ihnen häufig benötigte Ordner vorschlägt. Unter Fremdgerät greifen Sie zudem auf Netzwerkfreigaben zu. Um die .bashrc zu erreichen, wählen Sie Persönlicher Ordner.Klicken Sie danach auf das Symbol mit den angedeuteten Schiebereglern 3. In der älteren Kate-Version unter Ubuntu zeigte das Symbol noch ein Zahnrad. In jedem Fall lassen sich über den entsprechenden Menüpunkt die versteckten Dateien anzeigen.

Eine Datei wie die .bashrc öffnen Sie je nach Distribution mit einem einfachen oder doppelten Mausklick. Ins Verzeichnis der gerade im Editor angezeigten Datei wechseln Sie später über das vierte Symbol von links, die spitzen Klammern navigieren zwischen den zuletzt geöffneten Ordnern. Mehrere Dateien öffnet Kate jeweils in einem eigenen Register, die Sie wie in einem Browser bedienen. Stört der Dateibaum Sie bei der Arbeit, klappen Sie ihn mit einem Klick auf das Ordnersymbol wieder ein.

Einige Module ergänzen am linken oder rechten Rand des Fensters weitere Symbole. Mit einem Klick darauf öffnen und schließen Sie in der entsprechenden Seitenleiste die jeweiligen Inhalte.

Hilfreiche Nümmerchen

Sollte Kate den Quellcode falsch einfärben, stellen Sie unter Extras | Modus die verwendete Programmier- oder Skriptsprache ein. Damit berücksichtigt der Texteditor verschiedene Aspekte der jeweiligen Sprache. Bei Python-Skripten wählt er beispielsweise automatisch die passenden Tabulatorabstände. Sollen im Quellcode außerdem alle Klammern Farbe zeigen, nutzen Sie in den Einstellungen das Modul Farbige Klammern. Abhängig von der Programmiersprache erhöht das die Lesbarkeit.

Bevor Sie in die Tasten hauen, aktivieren Sie noch zwei Leisten, die oft schon standardmäßig eingeblendet sind: Unter Ansicht | Randbereiche lassen Sie sich die Zeilennummern anzeigen. Das erleichtert nicht nur die Orientierung: Bei Fehlermeldungen des Compilers navigieren Sie kurzerhand mit deren Hilfe zur entsprechenden Zeile. Besonders flott klappt das mit [Strg]+[G]. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Zeilennummern, erscheinen Dreiecke, mit denen Sie den entsprechenden Codeabschnitt vorübergehend ausblenden. Auf diese Weise verbannen Sie beispielsweise den störenden Spaghetticode aller bereits implementierten Methoden aus Ihrem Blickfeld.

Navigator

Für schnelles Navigieren im Code lassen Sie sich am besten über Ansicht | Randbereiche die Textgrafik auf Bildlaufleiste anzeigen.Anstelle der Bildlaufleiste rechts sehen Sie so wie in Abbildung 1 1eine Miniaturvorschau des Quellcodes. Anhand der Struktur können Sie gut erkennen, wo im Code Sie sich gerade befinden. Bewegen Sie die Maus über die Leiste, zeigt Kate eine Vorschau der entsprechenden Stelle an, ein Klick befördert Sie direkt dorthin. Das blau hinterlegte Rechteck markiert die aktuell im Textfenster sichtbare Position, die Sie mit der Maus verschieben können. Ein kleines Flyout mit Zahlen verrät die zugehörigen Zeilennummern.

Eine weitere Navigationshilfe bietet das Modul Symbolansicht, allerdings nur für die Sprachen C, C++, Java, Python, Fortran, Perl, PHP, Ruby, XSLT und Tcl/?Tk. Sobald Sie es einschalten und dann am Fensterrand über das neue Symbol mit den kleinen Kästchen den zugehörigen Bereich öffnen, listet es alle in der gerade geöffneten Datei vorhandenen Funktionen, Klassen, Makros und Strukturen auf. Besonders interessant ist dabei die Baumansicht (in älteren Versionen der Baummodus),die Sie über einen Rechtsklick auf eines der Elemente aktivieren. Unter anderem sehen Sie so auf einen Blick, welche Methoden eine Klasse anbietet 4. Mit einem Klick auf einen Eintrag springt Kate zur entsprechenden Deklaration beziehungsweise Definition.

Tipphilfen

Während des Programmierens blendet sich gelegentlich ein Fenster mit Vorschlägen ein, die Sie mit den Pfeiltasten und [Eingabe] übernehmen. Diese Quelltextvervollständigung können Sie jederzeit über [Strg]+[Leer] um Hilfe bitten. Per [Strg]+[Umschalt]+[7] kommentieren Sie darüber hinaus schnell eine oder mehrere markierte Zeilen aus oder entfernen umgekehrt den Kommentar wieder. Kate verwendet dabei die zur Sprache passenden Kommentarzeichen. In einem Bash-Skript stellt es den markierten Zeilen beispielsweise ein # voran. Weitere nützliche Tastaturabkürzungen für Kate im Programmierkontext fasst die Tabelle Wichtige Tastenkombinationen für Entwickler auf der nächsten Doppelseite zusammen.

Ihre Arbeit sollten Sie immer wieder per [Strg]+[S] zwischenspeichern. Sicherheitskopien einer Datei erstellen Sie über Datei | Kopie speichern unter. Kate 22.08 nimmt Ihnen zusätzlich etwas Handarbeit ab, indem es auf Wunsch die geöffnete Datei automatisch in Intervallen speichert. Die entsprechende Funktion aktivieren Sie unter Einstellungen | Kate einrichten | Öffnen/Speichern auf dem Register Allgemein. Aktivieren Sie dort Enable Auto Save und stellen unter Auto save intervall das gewünschte Intervall ein. Als durchaus nützlich erweist sich außerdem das Feature Auto save document when focus leaves the editor: Kate sichert dann automatisch Ihre Arbeit, sobald Sie auf eine andere Anwendung umschalten.

Überwachungsteam

Für das Aufspüren von Tipp- und Syntaxfehlern gibt es spezielle Werkzeuge, die wiederum teilweise als Server arbeiten: Die Programmierumgebungen schicken den gerade getippten Quellcode an einen Server, der ihn eingehend prüft und entdeckte Fehler zurückmeldet. Darüber hinaus verfügen die Server über einige Zusatzfunktionen. Unter anderem erkennen sie die verwendeten Variablen. Kate kann mit solchen Servern zusammenarbeiten, sofern sie das Language Server Protocol (LSP) sprechen. Diese Server gibt es mittlerweile für alle verbreiteten Sprachen. Wollen Sie zum Beispiel Ihre .bashrc unter die Lupe nehmen lassen, greifen Sie zum Bash Language Server .

Um Kate mit solchen LSP-Servern bekannt zu machen, aktivieren Sie das Modul LSP-Client und lassen diese Änderung zunächst nur Anwenden. Wechseln Sie zur Rubrik LSP-Client und weiter zum Register Standard-Servereinstellungen. Dort finden Sie eine im JSON-Format verpackte Liste mit allen standardmäßig bekannten LSP-Servern. C-Quellcode etwa schickt Kate an den Clangd-Server. Installieren Sie den zur verwendeten Sprache passenden Server. Um die .bashrc mit dem Bash Language Server zu prüfen, richten Sie Node.js ab Version 14 ein und rufen anschließend auf der Kommandozeile sudo npm i ?g bash?language?server auf. Damit der Server den Code auf Fehler prüfen kann, spielen Sie über die Paketverwaltung noch shellcheck ein.

Kehren Sie zu Kate zurück, holen Sie das Tab mit der .bashrc in den Vordergrund, und starten Sie den Server schließlich mit Ja. Bietet Ihnen der Texteditor nicht an, den Server zu starten, rufen Sie LSP-Client | LSP-Server neu starten auf. Der Server analysiert umgehend im Hintergrund das Skript. In aktuellen Kate-Versionen erreichen Sie mit einem Klick auf das Symbol mit den geschweiften Klammern am Fensterrand alle erkannten Symbole. Bei älteren Kate-Versionen klappen Sie stattdessen das Register für den LSP-Client auf.

Was sich im Einzelnen hinter den Symbolen verbirgt, hängt vom Server ab. Der Bash Language Server zählt dazu unter anderem alle Variablenzuweisungen 5. Ein Mausklick auf eines der Symbole beziehungsweise eine Variable springt zur entsprechenden Codestelle, im Beispiel zur Definition der Variablen. Alternativ drücken Sie [Strg]+[Alt]+[P] und tippen den Namen eines Symbols ein. Im Beispiel können Sie nach HISTFILE suchen. Sobald Sie die Eingabetaste drücken, wechselt das Modul dann zur passenden Stelle im Code.

Über das Menü LSP-Client übermitteln Sie dem Server verschiedene Anweisungen. Via Hervorhebungen färbt der Server beispielsweise das gerade ausgewählte Symbol überall im Quellcode ein und listet zusätzlich die entsprechenden Stellen am unteren Rand auf. Dort meldet das Register Fehlerdiagnose zudem identifizierte Probleme. Den kompletten Bereich verbergen Sie via LSP beziehungsweise LSP-Client in der Statusleiste.

Unter Kontrolle

In den meisten Fällen lagert der Quellcode in einem Versionskontrollsystem wie Git. Um ein solches in Kate einzubinden, aktivieren Sie das Projektmodul. Sobald Sie den entsprechenden Haken gesetzt haben, erscheint die Rubrik Projekte. Hier wählen Sie ganz oben die Versionsverwaltungen aus, mit denen Kate zusammenarbeiten soll. Dann schließen Sie die Einstellungen per OK.

Öffnen Sie über den neuen Menüpunkt Datei | Ordner öffnen das Verzeichnis, in dem sich Ihr versioniertes Projekt befindet. Für einen ersten Test holen Sie über das Kommando aus Listing 1 ein kleines Exempel auf die Festplatte. Sobald Sie einen Ordner geöffnet haben, erscheinen wie in Abbildung 6 in der Seitenleiste alle zum Projekt gehörenden Dateien. Blendet sich die Seitenleiste nicht automatisch ein, dann klicken Sie auf das Projektsymbol beziehungsweise den Text Projekte.

Direkt oberhalb der Liste finden Sie den Namen des aktuellen Zweigs, in Abbildung 6 heißt er master. Durch einen Klick darauf wechseln Sie zu einem anderen Branch oder legen neue Branches an. Ein Klick auf eine Datei öffnet sie in Kate. Sobald Sie einen weiteren Ordner und somit ein weiteres Projekt öffnen, kommen die Symbole ganz oben in der Seitenleiste ins Spiel: Über das Ausklappmenü wechseln Sie zwischen den Projekten, die gebogenen Pfeile binden den Ordner neu ein, und der rote Kreis schließt das Projekt.

Ein- und auschecken

Über das zweite neue Symbol am Fensterrand erreichen Sie die Funktionen zum Ein- und Auschecken. Bei Git können Sie wie in Abbildung 7 in der Liste zunächst nachvollziehen, wie viele und welche Dateien geändert wurden. Die grünen Zahlen verraten, wie viele Zeilen hinzugekommen sind, die roten Zahlen geben die entfernten Zeilen an.

Sobald Sie auf eine Datei klicken, ermittelt das Projektmodul mit dem Werkzeug Diff alle Änderungen und präsentiert sie wie in Abbildung 7 im Editor. Nach einem Rechtsklick auf die Datei fügen Sie sie via Stage file dem Stage-Bereich hinzu. Über Einspielen nehmen Sie einen Commit vor, die Pfeile lösen das Push- und Pull-Kommando aus. Weitere Git-Befehle verstecken sich hinter dem Hamburger-Menü mit den drei Strichen rechts ganz außen. Ubuntu zeigte im Test die Schalter erst an, wenn man die Maus darüber bewegte.

Wenn Sie eine Aktion ausführen, erscheint am unteren Rand ein Protokoll. Über Ausgaben in der Statusleiste verstecken Sie es und holen es wieder hervor. Via Projekte beziehungsweise Aktuelles Projekt in der Statusleiste ergänzen Sie weitere nützliche Register. Mit der Quelltext-Analyse lassen Sie Ihren Quellcode vorab auf Fehler überprüfen. Dazu müssen Sie allerdings vorher das passende Werkzeug installieren. Um etwa ein Shell- Skript auf Probleme abzuklopfen, nutzen Sie Shell-Check. C++-Code nehmen Cppcheck und Clazy unter die Lupe, während für Python-Skripte das Tool Flake8 zuständig zeichnet.

Stellen Sie das für Ihre Sprache benötigte Tool in der Ausklappliste ein und klicken Sie auf Analyse starten. Alle beanstandeten Dateien landen in der Liste, ein Klick öffnet die zugehörige Anweisung direkt im Editor. Apropos Git: Wenn Sie in Kate das Modul Git Blame aktivieren, tauchen in hellgrauer Schrift am Ende der aktuellen Zeile der Name des ursprünglichen Autors und das Datum der letzten Änderung auf.

Schnelle Suche

Wenn Sie über die Paketverwaltung das Werkzeug CTags installieren, kann das gleichnamige Modul in Kate einen Suchindex anlegen. Damit wiederum finden Sie schnell Variablen, Funktionen und andere Elemente.

Um CTags zu verwenden, aktivieren Sie in Kate das gleichnamige Modul und klicken dann in der Statusleiste auf CTags. Im entsprechenden Bereich ändern Sie zuerst auf dem Register Datenbank im CTags-Befehl den Parameter ??extra in ??extras. Des Weiteren muss Kate die CTags-Datenbankdatei erstellen und lesen können. Modifizieren Sie gegebenenfalls das Verzeichnis, beziehungsweise geben Sie einen eigenen Dateinamen vor.

Im nächsten Schritt klicken Sie auf dem Tab Ziele indizieren auf Hinzufügen. Wählen Sie das Verzeichnis, in dem sich alle Ihre Projektdateien befinden. Auf einigen Testsystemen mussten wir dazu den Verzeichnisnamen bei gedrücktem [Strg] markieren und ihn dann Öffnen. Lassen Sie abschließend den Index aktualisieren. Wenn Sie jetzt unter Nachschlagenden Namen einer Funktion, einer Variablen oder eines anderen Codeelements eintippen, erhalten Sie wie in Abbildung 8 direkt eine Liste mit allen Dateien, die diese Funktion oder Variable enthalten. In jedem Fall genügt ein Klick auf die Datei, um sie im Editor an der passenden Stelle zu öffnen.

Darüber hinaus kann auch das Projektmodul mit CTags umgehen: Sobald das Werkzeug zur Verfügung steht, erstellt das Modul einen eigenen Index. Die zugehörige Suchfunktion finden Sie, indem Sie in der Statusleiste das Projekt beziehungsweise Aktuelles Projekt auswählen und zum Register Quelltext-Index wechseln. Wenn Sie das Projektmodul einsetzen, müssen Sie folglich das CTags-Modul nicht zwingend aktivieren.

Bauleitung

Quellcode mit einem Mausklick übersetzen zu lassen, klingt bequem. Genau das ermöglicht das Erstellen-Modul. Nachdem Sie es in Kate aktiviert haben, öffnen Sie seinen Ausgabebereich via Erstellen beziehungsweise Ausgabe beim Erstellen in der Statusleiste.

Beim Kompilieren helfen unter Linux für gewöhnlich Werkzeuge wie Make oder Cmake. Sie erzeugen nicht nur das Programm, sondern räumen auch temporäre Dateien wieder auf. Zahlreiche Anwendungen lassen sich zum Beispiel per ./configure konfigurieren und per make übersetzen. Diese für einen Übersetzungsvorgang notwendigen Kommandos bilden für das Erstellen-Modul eine sogenannte Zielgruppe.

Zu Anfang müssen Sie für Ihr Projekt eine solche Zielgruppe einrichten. Dazu klicken Sie auf dem Register Ziel-Einstellungen auf das Symbol mit dem Papier und dem Pluszeichen. Doppelklicken Sie dann auf den Begriff Zielgruppe und wählen Sie eine geeignete Bezeichnung, für das oben angesprochene Hello- World-Beispiel etwa„Hello World“.

Dateien zum Artikel herunterladen unter

Wie in Abbildung9 9schlägt Kate bereits drei häufig verwendete Befehle vor, darunter make und make clean. Möchten Sie das Hello-World-Beispiel übersetzen, genügen diese beiden Kommandos. Löschen Sie daher das dritte, indem Sie auf cmake und danach auf den Papierkorb klicken. Die erste Spalte zeigt eine Beschreibung des jeweiligen Befehls, die Sie bei Bedarf mit einem Doppelklick anpassen. Für das Hello-World-Beispiel ist das nicht notwendig.

Baubeginn

Sofern Sie in den Befehlen nicht explizit Verzeichnisse angeben, führt das Erstellen-Modul sie in dem Verzeichnis aus, in dem sich die gerade geöffnete Datei befindet. Um das Hello-World-Programm zu übersetzen, öffnen Sie eine seiner Dateien und klicken auf den Befehl make und dann auf das Zahnradsymbol.

Die beim Kompilieren erzeugten Meldungen sammelt das Register Ausgabe. Bei einem Fehler ziehen Sie dort den Regler auf die zweite Stufe (Verarbeitete Ausgabe) und klicken die dazugehörige Meldung an. Kate springt anschließend direkt an die passende Stelle des Quellcodes. Das Hello-World-Beispiel sollte jedoch ohne Probleme kompilieren. Räumen Sie zum Schluss noch auf, indem Sie auf dem Register Ziel-Einstellungen den Befehl make clean markieren und das Zahnradsymbol anklicken.

Zusätzlich können Sie ein Kommando zum Standard küren, indem Sie einen Haken in dessen Kästchen setzen. Diese Aktion rufen Sie zukünftig per Erstellen | Standardziel erstellen ab. Benötigen Sie einen weiteren Befehl, etwa für ./configure, klicken Sie auf das Plussymbol. Anschließend doppelklicken Sie auf den vorgegebenen Befehl und ändern ihn ab, im Beispiel zu ./configure. Die Beschreibung all konfigurieren Sie ebenfalls wie gewohnt per Doppelklick. Wenn Sie als weiteren Befehl Ihr finales Programm hinterlegen, wie im Beispiel etwa ./main, lässt es sich wieder per Mausklick starten. Die Ausgaben des Programms landen dabei in den Ausgaben.

Helfer einspannen

Benötigen Sie für ein Kommandozeilenprogramm ein Terminal, nutzen Sie das Modul Werkzeugansicht für Terminal. Via Terminal beziehungsweise Terminalleiste in der Statuszeile erhalten Sie so in Kate automatisch eine Kommandozeile. Als Arbeitsverzeichnis nutzt sie immer das Verzeichnis der gerade geöffneten Datei. Als nützlich erweist sich zudem das Modul Externe Programme, das beliebige hinterlegte Programme startet. Außerdem gibt es in aktuellen Kate-Versionen einen vordefinierten Befehl, über den Sie ein gerade im Editor geöffnetes Skript starten. Sie erreichen alle Befehle unter Extras | Externe Programme. Eigene Kommandos hinterlegen Sie hinter Einstellungen | Kate einrichten | Externe Programme. Dort können Sie via Hinzufügen ein Programm hinzufügen. Danach müssen Sie nur noch das selbsterklärende Formular ausfüllen.

TIPP

Weitere pfiffige Funktionen von Kate haben wir bereits in einem Beitrag in Linux- User 10/?2022 vorgestellt . Entwickler dürften sich insbesondere für die darin beschriebenen Sitzungen begeistern, die den aktuellen Zustand des Editors nach einem Neustart wiederherstellen.

Den Großteil der Funktionen mussten Sie bislang per Maus aufrufen. Zumindest einigen davon können Sie alternativ unter Einstellungen | Tastaturkurzbefehle festlegen Tastenkürzel zuweisen. Die Funktionen dort sortiert Kate nach Programmmodulen: Die Aktionen des Erstellen-Moduls finden Sie beispielsweise unterhalb von katebuild. Klicken Sie neben der gesuchten Funktion in das Feld in der Spalte Kurzbefehl, aktivieren Sie dort Benutzerdefiniert, klicken Sie auf Keiner, und drücken Sie abschließend die gewünschte Tastenkombination.

Fazit

Die vorgestellten Module und Funktionen helfen Programmierern in zahlreichen Lebenslagen. Da jedoch jedes Projekt eigene Anforderungen stellt, sollten Sie sich gezielt die für Ihren Fall infrage kommenden Module herauspicken. Auf diese Weise erhalten Sie mit Kate Ihre ganz persönliche und äußerst schlanke Entwicklungsumgebung.

Weitere Infos und interessante Links

(csi)