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FLINTE SCHIESSEN: Der Anschlag trifft, nicht der Schaft!


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JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 120/2018 vom 16.11.2018

„Die Waffe schießt, der Schaft trifft“ so eine alte Jägerweisheit, aber das ist eigentlich Unfug, denn der beste Schaft kann nichts treffen, wenn der Schütze ihn nicht richtig anschlägt.Dr. Christian Holmzeigt, wie’s funktioniert.


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Falsch: Krummer Rücken, Rücklage, Kopf eingezogen, Füße frontal, hängende Arme – mit einem schlechten Anschlag landet die Schrotgarbe jedes Mal woanders, und Treffer sind nur Zufall.


FOTOS: DR. CHRISTIAN HOLM

Machen Sie sich mal den Spaß und beobachten auf dem Stand nicht die davonfliegende Tontaube, sondern nur den Schützen, der sie gerade beschießt. Sie werden staunen, wie ...

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... viele Unterschiede im Anschlag und in der Körperhaltung zwischen den einzelnen Jägern sofort ins Auge springen. Ein guter, flüssiger, natürlicher und konstant sicherer Anschlag ist für jeden von uns die Grundvoraussetzung für zuverlässiges Treffen mit der Flinte. Nur dann können Kopf, Auge und der ganze Körper lernen, schnelle, bewegliche Ziele zu treffen. Erst nach dem sicheren Anschlag ist die Frage, wo der Schuss liegt, von Interesse. Meiner Meinung nach resultieren mehr als die Hälfte der Fehlschüsse, auch auf der Jagd, aus dem Anschlag und der Körperhaltung.

HEIMTRAINING

Die gute Nachricht: Einen guten Anschlag kann und sollten wir zuhause trainieren, ohne Zuschauer, Schusslärm, Rückschlag oder Kosten. Vor allem weniger geübte Schützen wie Jungjäger sollten unbedingt ihren Anschlag im Heimtraining üben, bevor sie auf Tontaube oder Kipphase schießen. Vor allem die Tatsache, dass auch Meisterschützen gerne zuhause die Flinte für Anschlagübungen aus dem Schrank nehmen, sollte uns durchschnittlichen Schützen dazu ermuntern. Am besten üben wir vor dem Spiegel, dann können wir uns gegebenenfalls selbst korrigieren. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen die in meinen Augen wichtigsten Punkte eines guten Anschlags schildern. Dies bedeutet natürlich nicht, dass mein Anschlag, wie gezeigt, genau so der einzig richtige ist. Jeder von uns ist anders gebaut und wird deshalb im Detail von meinem Anschlag abweichen. Mein Anschlag ist meiner Meinung nach jedoch einfach zu erlernen und hat sich als solide Grundlage erwiesen.

ALLES NACH VORNE

Fest auf dem Schaft liegende Wange


Der gesamte Körper streckt sich förmlich nach dem Ziel. Die linke Schulter, der linke Ellbogen, die linke Hand sind nach vorne geschoben. Auch den Kopf recken wir nach vorne und kippen ihn dann leicht nach vorne, um ihn auf die Höhe der Schiene zu bekommen. Dadurch kann der Schaft sicher recht tief in der Schulter verankert werden. Ganz wichtig: Die Wange liegt fest auf dem Schaft.

VON VORNE GESEHEN

Das Führauge mit Blick aufs Ziel


In dieser Position bleiben die Augen auf gleicher Höhe und schauen beide auf das Ziel. Sofern unser rechtes Auge führt, was bei Rechtshändern normal ist, nehmen wir nur die Laufschiene wahr. Das rechte Auge blickt, wie hier auf dem Foto, seitlich mittig und in der Höhe knapp über die Schiene – die Schrotgarbe schlägt nun genau dort ein, wohin unser Auge schaut! Umso besser unser Anschlag ist, desto präziser bleiben Kopf und Auge in dieser Position, egal wohin wir nun schwingen.

FUSS- UND ARMARBEIT

Fußstellung: Voraussetzung des richtigen Anschlags


Wir bauen unseren Anschlag immer von unten nach oben auf: zuerst richtig hinstellen. Der linke Fuß zeigt zum Ziel! Dann lehnen wir uns bewusst auf diesen linken Fuß. Dadurch kommt automatisch auch die linke Schulter nach vorne und die linke Hand richtet die Mündung bereits aufs Ziel. Die relativ hohen, seitlich ausgestellten Ellbogen erlauben zum einen das sichere Verankern des Hinterschaftes in der rechten Schulter, zum anderen bewirken sie, dass wir die Flinte nicht nur mit den Armen bewegen, sondern mit dem ganzen Körper. Dies ist extrem wichtig, da wir dann erstens ruhiger und stabiler schwingen und zweitens die Lage von Kopf und Auge an der Flinte immer gleich bleiben.

SPASS HABEN

Trifft die Garbe, freut sich der Jäger


Locker bleiben und Spaß haben. Dank unseres Heimtrainings haben wir nun einen viel besseren Anschlag: Wir treffen mehr und die Waffe schlägt weniger! Wenn wir nun wieder auf den Stand gehen, macht das Schießen gleich viel mehr Spaß, und das ist ja der Sinn der Sache. Im nächsten JÄGER stelle ich Ihnen Tipps zum Thema Voranschlag, Zielerfassung und Schussabgabe vor.


FOTOS: DR. CHRISTIAN HOLM