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Florian, ein ganz normaler Drachenhund


Gecko - epaper ⋅ Ausgabe 78/2020 vom 01.07.2020
Artikelbild für den Artikel "Florian, ein ganz normaler Drachenhund" aus der Ausgabe 78/2020 von Gecko. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gecko, Ausgabe 78/2020

Lauras Hund ist kein gewöhnlicher Hund. Er hat Flügel und einen langen Schwanz. Gemeinsam mit Laura wohnt er im Kinderzimmer der Familie Spitz. Dort raschelt er in der Nacht herum, und auch am Tag sind Laura und der Drachenhund Florian unzertrennlich.

Die Erste, die am Morgen aufwachte, war die Mutter.
Laura hörte sie über den Flur laufen und mit den Tellern klappern. Der Vater schlief oft ein wenig länger.
Dann schlurfte er ins Bad. Er war ein Morgenmuffel und brauchte früh seine Zeit.
Der Drachenhund Florian raschelte da längst herum. Laura nahm ihn noch in die Arme, aber nur kurz.

Zum Frühstück gab ...

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... es Milch und zwei Toastschnitten, die mit einem Plop aus dem Toaster schnipsten.Florian bekam das Übliche. Jeden Tag fraß er fünf Büchsen Kraftfutter, 35 Büchsen in einer Woche.

Der Vater kaufte die Kraftfutterdosen im Supermarkt, wo man ihn bereits kannte.
»Ach, Herr Spitz, was macht denn der Drache?«, fragte ihn der Verkäufer, und der Vater winkte hastig ab.

Längst sprach man in der Stadt von nichts anderem.
»Haben Sie schon gehört, bei der Familie Spitz lebt ein fliegender Hund«, erzählte der Verkäufer im Schuhgeschäft.
»Ein Hund!? Wo denken Sie hin, es ist ein Drache, so wahr ich hier stehe«, berichtete der Gemüsehändler.
»Ein Drache? Um Himmels willen, die sind doch gefährlich«, mischte sich eine Frau ein.
»Dieser Drache angeblich nicht, doch wer weiß das schon«, antwortete eine andere.

Wenn Laura, die Mutter und Florian nun auf der Straße erschienen, hatten sie keine ruhige Minute mehr.
Sofort zückten die Bewohner der Stadt ihre Handys und begannen zu filmen.
Auch Laura wurde jetzt überall angesprochen. »Du bist doch die mit dem Drachen, wie ist er denn so?«
»Ganz gut«, sagte Laura dann und zog Florian zur Seite.
Doch so einfach war das nicht.
Ein Mädchen wollte wissen, wo es Drachenhunde zu kaufen gäbe.
Ein Mann fragte, wie hoch sie fliegen würden.
Zwei Jungen wollten den Drachenhund mal ausführen.
Eine Dame mit Sonnenschirm behauptete, Drachenhunde wären jetzt Mode.
Eine andere Dame sagte, dass das gar nicht wahr sei.
Da hielt sich Laura die Ohren zu.
Jetzt hörte sie nur noch ein Rauschen.

War niemand zu sehen, trödelten Laura und Florian herum.
Der Drachenhund Florian reichte Laura schon bis zum Bauch, und seine Flügel hingen nun auf die Erde wie zwei Staubfänger.
So fegte er über den Boden, und wenn er sich schüttelte, verschwand er in einer kleinen Staubwolke. Selbst eine alte Zeitungsseite flatterte durch die Luft.
»Der Hund ist schlimmer als eine Kehrmaschine von der Straßenreinigung«, sagte der Vater.
Das fand Laura gemein. Was konnte Florian dafür, dass die Flügel so gewachsen waren und alles an ihnen hängen blieb?

Zu Hause störte Florian kaum. Manchmal lag er einfach im Garten und sah den Vögeln nach. Bellen wie ein Hund konnte er nicht, dafür fauchen und schnurren. Es klang wie bei einem Kater, nur sehr viel lauter. Hatte er gute Laune, schnurrte er eine halbe Stunde und länger, wobei er die Ohren anlegte und die Augen schloss.

»Der Drache schnurrt!« – so lautete auch die Überschrift in der Zeitung, die der Vater eines Tages auf den Tisch legte.
Auf der ersten Seite erkannte Laura ein Foto mit Florian, und hinter Florian stand die Mutter und hielt Laura an der Hand. Kein Mensch hatte sie gefragt, ob sie fotografiert werden wollten, weder der Fotograf, noch sonst irgendwer.
»Sind wir jetzt berühmt?«, wollte Laura wissen, doch da schüttelte der Vater den Kopf.
»Das geht vorbei«, sagte er, »die Leute werden sich an Florian gewöhnen und uns in Ruhe lassen.«
»Meinst du wirklich?«, fragte die Mutter, doch der Vater bestand darauf. »Was denn sonst«, sagte er, »wir sind eine ganz normale Familie mit einem Drachenhund, nichts weiter.«

Am Abend aber, als es im Kinderzimmer langsam dämmrig wurde, riss Florian das Maul auf und gähnte eine kleine Feuerwolke in die Luft. Das war gar nicht so schlimm und fast ungefährlich, doch wissen durfte es niemand. Sicher ist sicher, dachte Laura noch, ehe sie Florian zu sich heranzog und ein wenig kraulte.

Mustafa Haikal lebt und arbeitet in Leipzig, wo er 1958 geboren wurde. Er studierte in Berlin, Leipzig und Moskau Geschichte und schrieb kulturhistorische Sachbücher über Löwen, Menschenaffen und zoologische Gärten. Ab und zu setzt er sich hin und denkt sich Gedichte und Geschichten für Kinder aus.

Lotte Bräuning wurde 1982 in Stuttgart geboren, hat in Hamburg Illustration studiert und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern auf einer Insel in der Elbe. Sie illustriert eigene und fremde Geschichten, am liebsten solche, in denen alles ganz anders kommt als erwartet. www.lottebraeuning.de